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Geschichte


Das Zentrum für Zeithistorische Forschung


Die Gründung des ZZF Potsdam geht zurück auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrats von 1991, der parallel zur Auflösung der SED-dominierten außeruniversitären Forschungsinstitute der Akademie der Wissenschaften der DDR die Schaffung neuer Geisteswissenschaftlicher Zentren (GWZ) vorsah, um positiv evaluierte Forschungsprojekte ostdeutscher Fachkollegen auf zeithistorischem Gebiet mit bundesdeutschen und internationalen Arbeitsvorhaben zusammenzuführen.
Der daraufhin unter der Ägide der Förderungsgesellschaft Wissenschaftliche Neuvorhaben der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) im Jahre 1992 zunächst gegründete „Forschungsschwerpunkt Zeithistorische Studien“ (FSP) entwickelte sich unter der Leitung seines Gründungsdirektors Jürgen Kocka in wenigen Jahren zu einer international anerkannten Einrichtung auf dem Gebiet der DDR-Forschung, die methodische Innovativität und publizistische Produktivität mit dem dezidierten Anspruch einer fachlichen Ost-West-Integration verband. Anfänglich in den Räumen der aufgelösten Akademie in Berlin beheimatet, zog der FSP Anfang 1993 nach Potsdam in ein eigenes Haus „Am Kanal“ um und nahm seither über die Fortführung seiner Arbeitsvorhaben hinaus zugleich Aufgaben in Lehre und Forschungsförderung für die Universität Potsdam wahr.

1996 erfolgte die Umgründung des Forschungsschwerpunkts zum Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF), das für eine Laufzeit von zunächst zwölf Jahren mit zehn Stellen zu einem Drittel vom Sitzland Brandenburg und – auf dem Wege der Projektförderung – zu maximal zwei Dritteln von der DFG finanziert wurde. Bis zur Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft am 1. Januar 2009 wurden am ZZF jährlich mehr als 20 selbstständige DFG-Forschungsprojekte bearbeitet, die vier thematisch und methodisch unterschiedlich ausgerichteten Projektbereichen zugeordnet waren. Schwerpunkte bildeten dabei etwa die Analyse der Mechanismen politischer Integration in Ost und West, Studien zu Opposition und Widerstand in der DDR, vergleichende Untersuchungen zu Arbeit und Wirtschaft in Mittelosteuropa sowie die Rolle von Ideologien und Mentalitäten im Kalten Krieg. Dazu kamen weitere Forschungsvorhaben aus Drittmittelprojekten anderer DFG-Programme und weiterer Stiftungen sowie Doktorandenstipendien, die am ZZF betreut wurden. Angesichts seiner stetigen personellen Expansion zog das ZZF 2001 in ein größeres Haus am Neuen Markt in Potsdam um.

Seit 1996 wurde das ZZF mit Christoph Kleßmann (bis 2004) und Konrad H. Jarausch (bis 2006) von zwei Direktoren geleitet. Gemeinsam etablierten sie das ZZF weiter in der zeitgeschichtlichen Forschungslandschaft und förderten seine breite innerdeutsche wie internationale Vernetzung. Zunächst den Themen und Problemen einer kritisch erneuerten und nun „Historischen DDR-Forschung“ verpflichtet, dehnte das Institut sein Arbeitsfeld mehr und mehr über die vergleichende Kommunismus- und Diktaturforschung hinaus auf die jüngere deutsche Zeitgeschichte im internationalen Kontext aus. Unter dem Ko-Direktorat von Martin Sabrow in der Nachfolge von Christoph Kleßmann seit 2004 und seiner alleinigen Leitung seit 2006 erfolgte eine behutsame thematische und diachrone Öffnung zur europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihren Signaturen, mit der das ZZF seine institutionelle Position in der Zeitgeschichtsforschung mit Schwerpunkt auf der Zeit nach 1945 erfolgreich festigte.
Auf der Grundlage einer positiven Bewertung des Wissenschaftsrats in den Jahren 2004 und 2006 wurde das ZZF zum 1. Januar 2009 in die Leibniz-Gemeinschaft und damit in die gemeinsame Wissenschaftsförderung von Bund und Ländern aufgenommen.

Mit dem Eintritt von Frank Bösch wird das ZZF seit 2011 wieder von zwei Direktoren geleitet. Frank Bösch, der durch sozial-, kultur- und mediengeschichtliche Studien hervorgetreten ist, hat seither die Erweiterung des ZZF-Portfolios auch auf die westeuropäische Geschichte und die Einbettung der deutschen Geschichte in grenzübergreifende Wandlungsprozesse maßgeblich befördert.

Thematisch kontinuierlich verbreitert, hat das ZZF seit nunmehr 25 Jahren die zeithistorische Forschung in Deutschland und darüber hinaus begleitet und geprägt.
 

 

 
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