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Zur Zeit findet keine Filmreihe statt, aber diese Seite bietet Informationen über die vergangenen Filmreihen.




Im Herbst 2006 fand eine Filmreihe zum Thema Ungarn 1956 statt

„...wie ein Maulwurf im Sonnenschein, so gehen wir durch die stockfinstre Nacht...” Filme über die 1950er Jahre, den Aufstand in Ungarn 1956 und dessen Nachleben

Im Ostblock nannte man es offiziell »Konterrevolution« – heute trägt das Ereignis wieder den Namen, der beschreibt, was es wirklich war: Revolution und Freiheitskampf, ein ungarischer Volksaufstand gegen die kommunistischeDiktatur und die Vorherrschaft Moskaus. Das Jahr 1956 gehört zu den wichtigsten Zäsuren in der ungarischen Geschichtenach 1945. Zwar wurde die Revolution niedergeschlagen, aber jene Oktobertagebestimmten die Kompromisse, die die ungarische Staats- und Parteiführungin den folgenden drei Jahrzehnten mit ihren Bürgern schließen musste, um sich überhaupt behaupten zu können. Die Filmreihe zeigt nicht nur Bilder, die an die Ereignisse im Herbst 1956 erinnern. Sie erzählt über den Personenkult und das Elend der 1950-er Jahre, aber auch überdie Zeiten nach der Revolution zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Veranschaulicht werden der Weg zur Revolution und das Leben im darauffolgenden sozialistischen Alltag. In die Reihe wurden auch zwei nicht-ungarischeFilme aufgenommen, die auf parallele Geschehnisse in Osteuropa hinweisen.


Programm



Die schwierige Vergangenheit

In den bisherigen Teilen der Filmreihe „Schwierige Vergangenheit“, die das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) seit 1999 veranstaltet, wurden Spielfilme aus den ehemaligen sozialistischen Ländern (einschließlich DDR) präsentiert, die sich mit deutscher und europäischer Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen. Die Schwerpunkte bildeten die NS-Zeit, die unmittelbare Nachkriegszeit und die Zeit des „Tauwetters“/Entstalinisierung: dargestellt wurde, wie nationale Sichtweisen einzelner Länder diese Themen mit Mitteln des Spielfilms ihren Zuschauern angeboten und zum öffentlichen Nachdenken via Kino angeregt haben.


Die Struktur der Filmreihe – Einführung durch einen Experten, Filmvorführung und anschließende Diskussion mit den Zuschauern - hob die Reihe über die bloße Präsentation selten gezeigter oder vergessener Filme hinaus.


2003: In Teil IV der Reihe präsentiert das ZZF solche Spielfilme, die sich auf komische / heitere / satirische Weise mit dem NS-Regime, dem II. Weltkrieg und der NS-Besatzung auseinandersetzen. Die Orientierung der Filmreihe auf Komisches assoziiert den oft zitierten Gedanken, dass der Tragödie die Komödie / Farce folge und dass die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide. (Von fern her wird dabei an Filme wie „Der große Diktator“/Chaplin oder „Sein oder nicht sein“/Lubitsch oder jüngst „Das Leben ist schön“/Benigni erinnert). Gezeigt wird, inwieweit im historischen und filmischen Verständnis der ehemaligen sozialistischen Länder komische Sichten auf dieses Thema Raum finden konnten und mit welchen Filmmitteln diese Kinematographien eine komische Annäherung an dieses wohl schwierigste Feld der Vergangenheit versucht haben. In den Diskussionen mit den Zuschauern wird Antwort auf die Frage gesucht, ob und inwieweit die Zuschauer dieser heiteren Annäherung folgen können.


Programm


2002: In Teil III stellt die Filmreihe prägnante Spielfilme aus osteuropäischen Ländern zum Thema Entstalinisierung vor. Die ausgewählten Werke zeigen, daß und wie - die Filmkunst dabei helfen konnte und wollte, Frustrationen aufzubrechen, die erstarrten Gesellschaften zu öffnen und die Durchsetzung der Menschenrechte zu unterstützen. Über ihren künstlerischen Eigenwert hinaus bilden sie besondere zeithistorische Zeugnisse, die im aktuellen Kinobetrieb keinen nennenswerten Platz mehr finden.
Darstellungs- und Überzeugungskraft und Resonanz der Filme waren auch immer an Reputation und gestalterisches Vermögen der Autoren und Regisseure gebunden. Ebenso gehörte die Werkgeschichte aller dieser Filme selbst mit zum Prozeß der Entstalinisierung (Umgang mit der Zensur, Tabuisierungen und Tabu-Brüche, Kinoeinsatz und Zuschauerresonanzen) und kann heute daraufhin befragt werden. Experten führen in alle Filme ein; im Anschluß an die Vorführungen besteht für die Zuschauer die Möglichkeit zur Diskussion mit Regisseuren und Experten.


Programm


2000/2001: In Teil II werden diesmal vor allem Spielfilme aus Osteuropa ins Blickfeld gerückt. Die noch frischen Erinnerungen an Konzentrations- und Vernichtungslager in den unmittelbaren Nachkriegsjahren werden in dem deutschen Film "Morituri" und dem polnischen "Die letzte Etappe", die Erfahrungen russischer Soldaten mit den deutschen Besatzern in "Ein Menschenschicksal" thematisiert. Unterschiedliche nationale Perspektiven auf die Geschichte des Widerstands vermitteln der DEFA-Film "Stärker als die Nacht", der rumänische "Die Donau brennt" und der tschechische "Das höhere Prinzip". Abschluss der Reihe bildet der ungarische Film "Kalte Tage". Er brach mit der Tabuisierung der Kollaboration in der Okkupationszeit und berührt in seiner Sicht auf die Verstrickung "einfacher Soldaten" in Greueltaten an Zivilisten auch höchst aktuelle Diskussionen über die Bewertung der deutschen Wehrmacht.


Programm


1999: In Teil I wurden von Mai bis Dezember 1999 Spielfilme aus der DDR und aus Osteuropa gezeigt. Sie gaben Einblicke in die künstlerischen Auseinandersetzungen mit Krieg und nationalsozialistischer Vergangenheit. Historiker und Filmwissenschaftler führen in Zeit- und Produktionsumstände ein, Regisseure, Schnittmeister und Autoren waren zu einigen Filmvorführungen anwesend. Die DEFA-Filme der sechziger und siebziger Jahre (Die gefrorenen Blitze, Koffer mit Dynamit, Die Russen kommen, Jakob der Lügner) stehen für die Bemühungen von Filmkünstlern und Autoren um eine massenwirksame, glaubhafte Darstellung und Vermittlung des Antifaschismus der DDR, insbesondere für junge Zuschauer. Die Filme aus Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der UdSSR der fünfziger und frühen sechziger Jahre spiegeln die doppelte Auseinandersetzung mit dem deutschen Kriegsgegner und mit Problemen in der eigenen, stalinistisch überformten Gesellschaft wider.


Programm


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