LanguageSwitcher

Bücher 2016 | Bücher 2015 | Bücher 2014 | Bücher 2013 | Bücher 2012 | Bücher 2011 | Bücher 2010 | Bücher 2009 | Archiv

 

 

Publikationen 2016


 

 

 

 

 

  

Der Titel erscheint am 15.12.2016

 

Helen Thein / Helmut Peitsch (Hg.)

Lieben, was es nicht gibt.
Literatur, Pop und Politik bei Ronald M. Schernikau


Verbrecher Verlag, Berlin 2016, 368 Seiten
ISBN 9783957322005
 

Ronald M. Schernikau (1960–1991) veröffentlichte sein Debüt »Kleinstadtnovelle« noch vor dem Abitur. Da hatte er schon Erlebnisse für mehr als einen Roman gesammelt: In der DDR geboren, von der Mutter in den Westen geschmuggelt, zu einem Vater, der längst eine neue Familie hatte. Schwul zu sein, war eine weitere Facette dieses Andersseins, das sich als Mittendrin verstand. Nach einem Studium am Literaturinstitut in Leipzig ließ er sich 1989 in die DDR rückeinbürgern.
An seinem letzten Buch, der »legende«, schrieb er acht Jahre lang, bis zu seinem Tod. 2017 soll das Buch wieder lieferbar sein, als erster von drei Bänden einer Werkausgabe, die im Verbrecher Verlag erscheinen wird. In Vorbereitung dieser Schernikau-Werkausgabe wurde im Jahr 2015 aus Perspektiven des Verlagswesens, der Literatur und Wissenschaft, des Journalismus und der Popkultur auf die Relevanz und das Wirken dieses Autors geblickt. Dieser Band dokumentiert die Tagung im Literaturforum im Brecht-Haus und erscheint in der Schriftenreihe lfb Texte.

Link zur Buchvorbestellung beim Verbrecher Verlag
 


 

 

Henning Türk

Ludwig Andreas Jordan und das Pfälzer Weinbürgertum
Bürgerliche Lebenswelt und liberale Politik im 19. Jahrhundert

Bürgertum Neue Folge Studien zur Zivilgesellschaft - Band 012

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, 424 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-525-36851-0
ebook: ISBN 978-3-647-36851-1
 

Die Studie porträtiert Ludwig Andreas Jordan als Protagonisten einer Schicht wohlhabender ländlicher Gutsbesitzer in der Pfalz, welche die Umbrüche des 19. Jahrhunderts unter liberalen Vorzeichen mitgestalteten. Ludwig Andreas Jordan war nicht nur ein pfälzischer Weingutsbesitzer, sondern entwickelte vor allem als Vertreter des »Weinbürgertums« politische und wirtschaftliche Initiativen, seine Umwelt im liberalen Sinne umzugestalten. Jordans Lebenswelt steht exemplarisch für diese Schicht von Großwinzern, deren Machtstellung im Lokalen wurzelte, aber bis auf die nationale Ebene reichte. Auf der Basis von privaten Tagebüchern, Briefen und staatlichen Quellen liefert die Studie neue Impulse zur Bürgertumsforschung und zur Geschichte des Liberalismus.

Link zur Buchbestellung bei der Verlagsgruppe
Vandenhoeck & Ruprecht

 


 

 

Gerhard Sälter / Johanna Dietrich / Fabian Kuhn

Die vergessenen Toten
Todesopfer des DDR-Grenzregimes von der Teilung bis zum Mauerbau (1948-1961)

Ch. Links Verlag, Berlin 2016, 312 Seiten, Abb. s/w: 80
ISBN 978-3-86153-933-9
 

28 Jahre, in denen die Mauer stand, haben die Zeit der Teilung Berlins seit 1948 nahezu in Vergessenheit geraten lassen. Doch auch vor 1961 gab es ein Grenzregime der DDR, das zahlreiche Opfer gefordert hat. Zwischen 1948 und 1961 kamen an den Berliner Grenzen 39 Menschen ums Leben, darunter ein West-Berliner Polizeibeamter, zwei amerikanische Soldaten und zwei DDR-Polizisten. Die meisten der zivilen Todesopfer wurden im Zusammenhang mit Grenzkontrollen von Polizisten der DDR erschossen. Im Buch werden erstmals die Biographien der Toten und die Umstände ihres Todes geschildert, wobei die Ermittlungen in Ost und West einbezogen sowie der öffentliche Umgang mit den Opfern behandelt werden.

Link zur Buchbestellung beim Ch. Links Verlag

 

Zur Bucherscheinung der Artikel "Es gab weitere Opfer. Ungeklärte Todesfälle des DDR-Grenzregimes" von Hannes Schwenger, in: Der Tagesspiegel, vom 02. November 2016
(Der Beitrag ist nicht online.)


 

 

 

 

 

 

 

 

Jens Gieseke / Andrea Bahr

Die Staatssicherheit und die Grünen

Ch. Links Verlag, Berlin 2016, 360 Seiten
ISBN 978-3-86153-842-4
 

Als die Grünen 1980 die politische Bühne betraten, waren Aktivistinnen wie Petra Kelly für die DDR zunächst umworbene Partner in der Friedensbewegung. Doch als Verfechter eines blockübergreifenden Politikansatzes wurden die Grünen mit ihren Wahlerfolgen im Westen zunehmend unbequem. Die DDR-Führung versuchte, gegen die grüne Doppelstrategie von offiziellem Dialog mit den SED-Oberen und Basiskontakten zur Unterstützung der DDR-Opposition vorzugehen. Die vorliegende Studie ordnet das Vorgehen der Staatssicherheit in den Kontext der SED-Westpolitik ein und beschreibt die vielfältigen Versuche, die grünen Aktivisten geheimdienstlich unter Kontrolle zu bringen. Jens Gieseke und Andrea Bahr analysieren dazu das Netz von nachrichtendienstlichen Quellen und Abhörtechnik sowie die Informationslieferungen über die Grünen an die SED-Führung. Zugleich untersuchen sie die Anfälligkeit einzelner grüner Politiker für kommunistische Einflüsse.

Link zur Buchbestellung beim Ch. Links Verlag

 

Buchbesprechung "ZuträgerInnen aus dem Parteiinneren" von Pascal Beucker, in: taz.die tageszeitung, vom 30. Oktober 2016


 

 

 

 

 

 

 

 

Christoph Classen (Hg.)

Transnational Broadcasting in Europe 1945-1990
Jg. 2 (2016), Heft 1

in der Reihe: Spiel. Neue Folge. Eine Zeitschrift zur Medienkultur

 

Peter Lang Verlag, Bern 2016
ISSN 0722-7833
 

Funkmedien wie Radio und Fernsehen können nationale Grenzen scheinbar ungehindert überschreiten. Diese technische Eigenschaft hat im 20. Jahrhundert große Faszination ausgeübt, die man auf alten Radioskalen an den Namen exotischer Sender ablesen kann. Dem technischen Versprechen stand jedoch in Europa traditionell eine politische Haltung gegenüber, die Rundfunk als nationale staatliche Angelegenheit begriff und ihn für die Integration nach innen in den Dienst zu nehmen versuchte. Grenzüberschreitende Sender wurden nicht selten technisch oder auf politischer Ebene bekämpft – zumal während des Kalten Krieges. Das Themenheft widmet sich mittels Fallstudien unter anderem zu Radio Luxemburg, den sogenannten "Piratensendern" und dem DDR-Rundfunk dem Spannungsverhältnis zwischen der inhärenten Transnationalität des Rundfunks einerseits und den nationalen bzw. blockbezogenen Ordnungs- und Einhegungsbemühungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Link zum Peter Lang Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Sabrow (Hg.)

Die schwierige Einheit

in der Reihe: Helmstedter Colloquien

 

Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2016, 218 Seiten
ISBN 978-3-946-28101-6
 

Der vorliegende Band der Helmstedter Colloquien dokumentiert in für den Druck überarbeiteter Form die einzelnen in der Aula der einstigen Universität gehaltenen Vorträge auf den 21. Helmstedter Universitätstagen. Sie befassten sich unter dem Thema „Die schwierige Einheit“ mit dem Zusammenwachsen der geteilten deutschen Nation nach 1989, aber auch mit den Grenzen der Annäherung und den fortwirkenden Bürden der Teilungsgeschichte. Die einzelnen Beiträge analysieren die Hoffnung auf ein zweites Wirtschaftswunder, die den Weg in die Einheit begleitete; sie diskutieren die Veränderungen im Parteiensystem und die sozialstaatlichen Belastungen der staatlichen Vereinigung, sie mustern Konfliktfälle wie den deutsch-deutschen Kunststreit und die Debatte um den Begriff „Unrechtsstaat“, und sie fragen nach den Folgen des Umbruchs von 1989/90 für die Generationsbildung. Den Abschluss bilden die Eröffnungsbeiträge einer Podiumsdiskussion, die unter dem Titel „Vereint – aber nicht vereinigt? Die deutsche Einheit zwischen Mythos und Modell“ die verschiedenen Perspektiven auf die deutsche Einigungsgeschichte seit 1990 gegeneinander hielt.

Link zur Bestellung bei der Akademischen Verlagsanstalt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Sabrow

Erich Honecker
Das Leben davor
1912-1945

C.H. Beck Verlag, München 2016, 623 Seiten, 23 Abbildungen
ISBN 978-3-406-69809-5
 

Nichts verkörpert die DDR so sehr wie das maskenhafte Gesicht Erich Honeckers und dessen kommunistische Musterbiographie, die ihm der Parteiapparat maßschneiderte. Martin Sabrow zeigt auf der Grundlage zahlreicher unbekannter Quellen, welche überraschenden Brüche und Nebenwege das Leben des saarländischen Jungkommunisten prägten. Erich Honecker (1912 – 1994) war von frühester Kindheit an fest im kommunistischen Milieu des Saarlands verwurzelt, und doch war er als Teenager auch offen für neue Orientierung. Er fuhr nach Pommern, um Bauer zu werden, kehrte für eine Dachdeckerlehre in die Heimat zurück, studierte an der Parteihochschule in Moskau und ging 1933 in den Widerstand. Erstmals werden diese Stationen detailliert nachgezeichnet, und sie eröffnen überraschende Ausblicke, etwa auf Honeckers enges Verhältnis zu Herbert Wehner oder seine Beteiligung an einem Terroranschlag. 1935 musste der Jungfunktionär untertauchen. Was machte er monatelang in Paris? Wie kam es zu seinem konspirativen Einsatz in Berlin und wie zu seiner Verhaftung? Von Rätseln umrankt war bisher auch, wie es Honecker gelang, wenige Wochen vor Kriegsende zu fliehen und bald darauf unbehelligt ins Gefängnis zurückzukehren. Die bahnbrechende Jugendbiographie des Revolutionärs und Überlebenskünstlers endet im Mai 1945, als Honecker eher zufällig Zugang zu Ulbricht fand und der Kaderabteilung seinen kommunistischen Lebenslauf einreichte, über den fortan die Partei wachte.

Link zur Bestellung beim C.H. Beck Verlag


Rezensionen (Auswahl)


Buchbesprechung "Antifaschist mit Wachmeisterin" von Petra Weber,
in: FAZ, 25. Oktober 2016
(Der Beitrag ist leider nicht online)


Buchbesprechung "Der rote Trommler" von Siegfried Prokop, in:
neues deutschland, 21. Oktober 2016
(Der Beitrag ist leider nicht online.)


Buchbesprechung "Das unbekannte Leben des jungen Erich Honecker"
von Marc Reichwein, in: Die Welt, 03. Oktober 2016

Buchbesprechung "Warum Honecker 1945 in die NS-Haft zurückkehrte" von Sven Felix Kellerhoff, in: Die Welt, 27. September 2016

 

Rezension "Kämpfte Honecker nur aus Eigeninteresse?"
von Roland Mischke, in: Saarbrücker Zeitung, 26. September 2016
 

Buchvorstellung im Beitrag Erich Honecker: Neue Biographie beleuchtet sein Leben vor der DDR  MDR Fernsehen - artour, 22. September 2016 | 22.05 Uhr

Rezension Biografie Erich Honecker
In jungen Jahren keinesfalls der Musterkommunist

von Henry Bernhard, gesendet von Deutschlandfunk, 19. September 2016. Bernhard lobt in seinem Beitrag die Biographie als "hervorragend recherchiertes und gläzend geschriebenes Buch". Dieses Werk setze Maßstäbe. 


Buchbesprechung
Hauptsache Geld für Kino und Kondome von Wolfgang David, in: Sächsische Zeitung, 19. September 2016


"Das Buch überzeugt durch originelle Beobachtungen, Sinn für Ironie und kluge Analyse."

Rezension "Eingefrorener Erfahrungsschatz", von Klaus Wiegrefe in DER SPIEGEL 37/2016, S. 44-45 (Der Artikel ist leider noch nicht online)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Schmitt

Internet im Kalten Krieg
Eine Vorgeschichte des globalen Kommunikationsnetzes

transcript Verlag, Bielefeld 2016, 250 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3681-9
 

Das Internet ist das dominante Kommunikationsmedium des 21. Jahrhunderts. Nicht zuletzt die Ereignisse um die Enthüllungen von Edward Snowden haben gezeigt, dass es sich zu einem Netzwerk der Freiheit wie auch der Überwachung entwickelt hat. Wo aber liegen seine Ursprünge? Martin Schmitt bietet eine dringend notwendige Neueinordnung der Geschichte des Internet, indem er dessen Entstehung in den USA von 1967-1975 historisiert. Er verdeutlicht, wie das Internet als kybernetisches System im Kalten Krieg zwischen Gegenkultur, Wissenschaft und Militär konzipiert wurde und dass es von Anfang an sowohl emanzipatorische wie auch überwachende Tendenzen bediente. Erst durch den Blick auf seine Geschichte kann die Wirkungsweise des Internet in der Gegenwart verstanden werden.

Link zur Bestellung beim transcript Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Annette Vowinckel

Agenten der Bilder
Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert

Band 2 der Reihe VISUAL HISTORY: BILDER UND BILDPRAXEN IN DER GESCHICHTE

Wallstein Verlag, Göttingen 2016, 480 Seiten
ISBN 978-3-8353-1926-4
 

Wie verändert der Ansturm der Bilder im 20. Jahrhundert politisches Handeln und Öffentlichkeit?
Fotografiegeschichte wird oft als Geschichte der Bilder geschrieben. Wer aber fotografiert unter welchen Bedingungen und für wen? Wer wählt Fotografien zur Publikation aus (und verwirft oder zensiert andere), und wer nutzt sie zu welchem Zweck? Annette Vowinckel beschreibt die an der Bildproduktion beteiligten Berufsgruppen der Fotojournalisten und Bildredakteure als »Agenten der Bilder«.
Sie zeigt, wie im vergangenen Jahrhundert Fotografien im öffentlichen Raum als Argumente eingesetzt wurden, welche unterschiedlichen Verwendungen Fotografie in der freien Presse, in staatlichen Organisationen, in Armeen und im politischen Diskurs fanden. Dabei hinterfragt sie auch, welche Rolle ethische und editorische Entscheidungen spielten. Anhand konkreter Beispiele - wie etwa Fotografien von Politikern oder aus dem Vietnamkrieg - erläutert die Historikerin, wie sich deren Verwendung über Landes-, Sprach- und Systemgrenzen hinweg auf die Formation visueller Öffentlichkeiten im 20. Jahrhundert auswirkte.


Link zur Bestellung beim Wallstein Verlag


Buchbesprechung "Gefährliche Bilder" von Rudolf Walther, in: Süddeutsche Zeitung, vom 29. November 2016

 

 

 

Sarah Willner, Georg Koch, Stefanie Samida (Hrsg.)

Doing History 

Performative Praktiken in der Geschichtskultur
(Edition Historische Kulturwissenschaften, Band 1)

Waxmann Verlag, Münster/New York 2016, 268 Seiten
ISBN 978-3-8309-3269-7

 

Doing History - körperbezogene und emotionale Perfürmanzen spielen in der populären Geschichtskultur eine herausragende Rolle. Dennoch wurde die Inszenierung einer "lebendigen" Vergangenheit bisher nur im Kontext von Schulen, Gedenkstätten und Museen einer kritischen Beurteilung unterzogen. Dieser Band schließt nun auch Formen außerhalb der traditionellen Bildungsprte mit ein und nimmt die dort hergestellten, aufgeführten und ausgehandelten Geschichtserfahrungen in ihrer Bedeutung für die verschiedenen Akteure ernst. Die Beiträge aus Kultur-, Geschichts- und Medienwissenschaft konzentrieren sich auf die körperlichen Praktiken, die Materialität der beteiligten Dinge und das Erleben in diesen Feldern, die sich an der Vergangenheit orientieren und doch immer auf die Gegenwart bezogen sind. Dabei wird deutlich, wie sich Deutungshoheiten über Geschichte verschieben, sich gegenseitig inspirieren und provozieren können.


Link zur Bestellung beim Waxmann Verlag

 

 

 

 

Thomas Lindenberger und Martin Sabrow (Hg.)

German
 Zeitgeschichte 

Konturen eines Forschungsfeldes

Wallstein Verlag, Göttingen 2016, 312 Seiten
ISBN 978-3-8353-1912-7

 

Reflexionen und Positionen der deutschen Zeitgeschichte im transatlantischen Dialog.
Zeitgeschichte boomt. Und sie tut es nach 1989 in besonderem Maße in dem Land, das im 20. Jahrhundert fünf unterschiedliche staatliche und gesellschaftliche Ordnugnen erfahren hat: Deutschland. Welche Auswirkungen sind aus dieser besonderen Prägung für die deutsche Zeitgeschichtsschreibung erwachsen? In den hier versammelten Studien wird diesem Problem aus deutscher wie transatlantischer perspektive nachgegangen, um den Ort der deutschen Zeitgeschichtsschreibung näher zu bestimmen.


Link zur Bestellung beim Wallstein Verlag

 

 

 

 

Mario Keßler

Alfred Meusel
Soziologe und Historiker zwischen Bürgertum und Marxismus (1896-1960)

Karl Dietz Verlag, Berlin 2016, 208 Seiten
ISBN 978-3-320-02330-0

 

Der Soziologe und spätere Historiker Alfred Meusel gehörte zu einer Generation junger Intellektueller, die aus einer behüteten Bürgerlichkeit herausgerissen wurde und den Ersten Weltkrieg an der Front erleben musste. Soziologen erinnern an Alfred Meusel als einen Vertreter der zweiten Generation nach solchen Gründervätern der Disziplin wie Max Weber, Georg Simmel oder Ferdinand Tönnies. Vor 1933 gehörte Meusel zu den bekannten deutschen Intellektuellen. Mit 30 Jahren in Aachen außerordentlicher, mit 34 Jahren ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre und Soziologie, war er einer der jüngsten Ordinarien in der Weimarer Republik. Im englischen Exil hatte Meusel weniger Glück; er bemühte sich nach 1933 vergebens um eine Anstellung an einer Universität. Er steckte jedoch nicht auf. Nach Kriegsende wurde der Heimkehrer als erster Marxist auf einen deutschen historischen Lehrstuhl berufen. An der Humboldt-Universität und als Direktor des Museums für Deutsche Geschichte – siehe Coverabbildung – wurde er ein prominenter, wenn auch teilweise umstrittener Historiker in der Frühzeit der DDR.


Link zur Bestellung beim Karl Dietz Verlag


Rezension "Gewürzt mit eigenem Erleben" von Peter Hoffmann, in: Neues Deutschland, 22. November 2016


 

 

 

Sonderausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung
Schriftenreihe (Bd. 1636), erschienen 2016

Frank Bösch (Hrsg.)

Geteilte Geschichte
Ost- und Westdeutschland 1970 - 2000

Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, 492 Seiten
ISBN 978-3-8389-0636-2

 

Trotz der Systemkonkurrenz und der ideologischen Gegnerschaft von Demokratie und Diktatur bis 1989 waren West- und Ostdeutschland während der Periode der Teilung eng aufeinander bezogen. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts hatten sich die beiden Staaten in Deutschland gefestigt. Zugleich markiert der Beginn der 1970er-Jahre ein Klima wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Auf die Reformen im Westen hatte der Osten Antworten zu finden. Diesseits wie jenseits der Mauer galt es, ökonomisch wie politisch auf Krisen, auf die beginnende Globalisierung und die schärfere Tonart im globalen Konflikt zwischen Nord und Süd zu reagieren. Die Beiträge dieses Buches leuchten in gesamtdeutsche Differenzen, Parallelen und Bezüge, die auch den Vereinigungsprozess in Wirtschaft und Gesellschaft, im Arbeitsleben, in Bildung und Sport, in den Sozialstrukturen sowie bei den Herausforderungen der Digitalisierung bestimmten.


Link zur Bestellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung

 

 

 

 

Hans-Hermann Hertle

The Berlin Wall Story
Biography of a Monument

Ch. Links Verlag, 2nd edition, updated, May 2016, 248 pages
ISBN 978-3-86153-650-5

 

Where did the Berlin Wall actually stand? Why was it built? How did people keep managing to escape across it - and how many died in the attempt? Why did it come down in the end? Numerous previously unknown photographs document the construction of this barrier system of barbed wire, alarm fences and concrete.Spectacular escape stories and shocking deaths are chronicled here in words and images, as are the dramatic events surrounding the construction and the fall of the Wall. A stunning survey of the Berlin Wall - the central symbol of the Cold War.


Link zur Bestellung beim Ch. Links Verlag

 

 

 

 

Elke Kimmel/Claudia Schmid-Rathjen

Waldsiedlung Wandlitz
Eine Region und die Staatsmacht

 

Ch. Links Verlag, 2016, 64 Seiten
ISBN 978-3-86153-905-6

 

 

Die Waldsiedlung Wandlitz war auf keiner offziellen Landkarte verzeichnet und trotzdem bekannt - sowohl in der DDR-Bevölkerung als auch in der Bundesrepublik. Der Name Wandlitz wurde zum Symbol für den Politik- und Lebensstil der SED-Machtelite, für deren Privilegien und zunehmende Abschottung von der Lebensrealität der DDR-Bevölkerung.

Der historisch-kritische Überblick über die Geschichte der Waldsiedlung vermittelt Einblicke in die Lebenswelt der Politbüromitglieder, ihrer Familien und des für sie zuständigen Wach- und Dienstpersonals und benennt die Auswirkungen auf die Region.

Link zur Bestellung beim Ch. Links Verlag

 

 

 

 

 

 

Jürgen Danyel/Elke Kimmel

Waldsiedlung Wandlitz
Eine Landschaft der Macht

Ch. Links Verlag, 2016, 228 Seiten
ISBN 978-3-86153-876-9

 

 

Die Waldsiedlung Wandlitz bei Bernau war ein Symbol für den abgehobenen Politik- und Lebensstil der SED-Führung und für deren Abschottung von der DDR-Realität. Das Buch liefert erstmals einen historisch-kritischen Überblick über die Geschichte der ab 1958 errichteten und bis Anfang 1990 genutzten Wohnsiedlung für das SED-Politbüro. Anhand von neuem Quellenmaterial gibt das Werk Einblicke in die alltägliche Lebenswelt, die »Sonderversorgung« und das Sicherheitsregime in der vom Ministerium für Staatssicherheit betreuten Siedlung. Auch »Freizeitobjekte« und Jagdgebiete außerhalb von Wandlitz sowie die Protokollstrecke nach Berlin werden in Bild und Text beschrieben. 

Um »Wandlitz« rankten sich viele Gerüchte und Mythen, und die Privilegien der DDR-Führungsschicht sorgten für Unmut in der Bevölkerung. Die Autoren beleuchten, warum das Thema so große politische Sprengkraft erlangte und im Herbst 1989, nachdem Medienvertreter erstmals hinter die Mauern der Waldsiedlung blicken durften, mit zur Erosion der SED-Herrschaft beitrug.

Link zur Bestellung beim Ch. Links Verlag


Rezension "Leben in Wandlitz" in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), 27. August 2016 (pdf)

Buchbesprechung im Tagesspiegel, Rubrik "Lesestoff", 25. Mai 2016, Seite 21, Autor: Matthias Schlegel (Beitrag ist nicht online)   

 

 

 

 

 

 

 

Raul Hilberg

Anatomie des Holocaust
Essays und Erinnerungen

hg. Walter H. Pehle und René Schlott
 

S. Fischer Verlage, 2016, 336 Seiten
ISBN 978-3-10-002505-0

 

Der große Historiker Raul Hilberg hat mit seinem Werk ›Die Vernichtung der europäischen Juden‹ die Erforschung des Holocaust maßgeblich geprägt. Auch sein Buch ›Täter, Opfer, Zuschauer‹ ist in der Debatte um die Geschichte des Nationalsozialismus bis heute zentral.

Der 2007 verstorbene Doyen der Holocaust-Forschung hat einen reichhaltigen Fundus an wichtigen Texten hinterlassen, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Im Band ›Anatomie des Holocaust‹ liegt nun erstmals eine Auswahl dieser Texte auf Deutsch vor. Es geht darin um bis heute kontroverse Fragen zur Geschichte des Holocaust, etwa die Rolle der Judenräte, die Motive der Deutschen für die Verfolgung und Ermordung der Juden und die Frage der moralischen Verantwortung.

Zugleich runden sehr persönliche Texte das Bild ab: So beschreibt Raul Hilberg seine bewegende Reise nach Auschwitz als Mitglied der Holocaust-Kommission 1979 und erzählt, wie er seine Arbeit als Holocaust-Forscher empfunden hat. Ein Band, der uns den Menschen und Historiker Raul Hilberg neu entdecken lässt.


Link zur Bestellung bei S. Fischer Verlage


Buchbesprechung "Das Vermächtnis Raul Hilbergs" von Matthias Arning, in: Frankfurter Rundschau, 24. Oktober 2016
 

Rezension von Christoph Dieckmann, erschienen auf:
H-Soz-Kult, 30. September 2016

Rezension "Jenseits des Schulenstreits" von Nicolas Berg, in: Einsicht 16 Bulletin des Fritz Bauer Instituts, Oktober 2016, S. 75-76 (pdf)

Buchbesprechung "Die Verwalter der Endlösung" von Rudolf Walther, in:
die tageszeitung, 21. September 2016

Rezension "Mord als bürokratisches Phänomen" von Harald Loch, in:
Neues Deuschland,,3./4. September 2016 (Beitrag leider nicht online)

Rezension "Raul Hilber, ein Vorbild nach wie vor" von Jan Feddersen, in: taz (Druckausgabe), 27./28. August 2016 (Der Betrag ist nicht kostenlos online.)

Vorstellung als "buch des monats" von Sabine Lueken, in: konkret 8/2016 (leider nicht online)

 

Buchbesprechung "Der Historiker, der die Holocaust-Forschung prägte" von Michael Wildt, in: Süddeutsche Zeitung vom 31. Juli 2016.

Rezension von Rudolf Walther, in: FALTER, 22/16 

Buchkritik von Rudolf Walther im SWR2 vom 7. Juli 2016.

 

 

 

 

 

Thomas Werneke

Die Stimme der Vernunft
Menchenrechtssprache als Teil des Politischen während des Ost-West-Konflikts, 1961-1973

erschienen in der Reihe: Europe plurielle / Multiple Europes - Band 56
 

Peter Lang Verlag, 2016, 340 Seiten ,
ISBN 978-2-87574- 339-8 br


Wie wurden Menschenrechte zum erfolgreichen Bestandteil politischer und ideologischer Argumentation während der 1960er und 1970er Jahre? Zur Beantwortung dieser Frage untersucht das Buch die Verwendungsweisen von Menschenrechtssprache in der professionellen Sphäre der Politik. Drei historische Ereignisse liefern die Grundlage für die semantische und rhetorische Untersuchung von Menschenrechtssprache im Kalten Krieg. Der Vietnamkrieg dient als Langzeitereignis. Er wird durch den Berliner Mauerbau im August 1961 und den Prager Frühling 1968 ergänzt. Das Buch liefert somit auch einen Beitrag zur Kulturgeschichte der Politik im Kalten Krieg.

Link zur Bestellung beim Peter Lang Verlag

 

 

 

 

Christian Mentel und Niels Weise

Die zentralen deutschen Behörden und der Nationalsozialismus

Stand un Perspektiven der Forschung

hg. von Frank Bösch, Martin Sabrow und Andreas Wirsching

Institut für Zeitgeschichte Berlin - München/Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, 2016, 187 Seiten
ISBN  978-3-00-052243-7

 

 

Die Studie bietet eine zusammenfassende Bestandsaufnahme der von Bundesministerien und oberen Bundesbehörden unterstützten Forschungsprojekte zur Geschichte der eigenen Institutionen, die neben der NS-Zeit auch den Umgang mit dieser Vergangenheit in der Nachkriegszeit thematisieren. Darüber hinaus macht sie Vorschläge, bei welchen bislang noch nicht berücksichtigten Einrichtungen eine Untersuchung besonders lohnenswert sein könnte, und skizziert mögliche Perspektiven der weiteren Behördenaufarbeitung.



Zum Download:
Christian Mentel und Niels Weise: Die zentralen deutschen Behörden und der Nationalsozialismus. Stand und Perspektiven der Forschung, hg. von Frank Bösch, Martin Sabrow und Andreas Wirsching, München/Potsdam 2016
(pdf)


Druckexemplare verschickt das ZZF auf Anfrage an Interessenten/innen, 
senden Sie eine Email an:
Marion Schlöttke, Bereich Öffentlichkeitsarbeit: schloettke@zzf-potsdam.de

Artikel von Sven-Felix Kellerhof für "Welt-Online" über die NS-Vergangeheit der Lufthansa und den Mehrwehrt von "Metastudien" zur NS-Aufarbeitung.

 

 

Martin Sabrow und Achim Saupe (Hrsg.)

Historische Authentizität

Wallstein Verlag, 2016, 128 Seiten
ISBN 978-3-8535-1529-7

 

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit zielt aktuell in einer nie gekannten Deutlichkeit auf historische Authentizität. Sie ist begleitet von der Suche nach dem vermeintlich »Echten« und dem Bestreben, das »Originale« zu erhalten. Dies zeigt sich etwa in der Wertschätzung des »Zeitzeugen«, des »authentischen Ortes« oder des »authentischen Objekts«.
Die Erforschung dieses Phänomens und dem damit verbundenen Bestreben zur Autorisierung von Vergangenheit durch Authentisierung stehen im Mittelpunkt des Leibniz-Forschungsverbunds »Historische Authentizität«.
Die vorliegende erste Publikation des Forschungsverbunds beschäftigt sich ausgehend von einem transdisziplinären Ansatz u. a. mit der auratischen Aufladung von Museumsdingen und dem Begriff des Weltkulturerbes, dem modernen Authentizitätsbegriff und einem vormodernen Verständnis von Authentizität. Ebenso wird nach den wissenschaftlichen Herausforderungen gefragt, die die zeitgenössische Sehnsucht nach historischer Authentizität aufwirft.


Link zur Bestellung beim Wallstein Verlag

 

 

Jens Gieseke und Klaus Bachmann (Hrsg.)

The Silent Majority in Communist and Post-Communist States
Opinion Polling in Eastern and South-Eastern Europe


Peter Lang Edition, 2016, 238 Seiten
ISBN 978-3-631-66668-5

 

This book takes stock of opinion polls in communist and post-communist states, presents specific case studies and answers the question how opinion polls under conditions of censorship and lack of media pluralism differ from those in liberal democratic societies. These polls were mostly used by the ruling establishment to observe shifts in popular opinion and to anticipate protests. They were hardly presented publicly to inform citizens about the prevailing views in their society. Today, these polls often display stories about everyday life, opinion shifts and the legitimacy of state institutions which cannot be derived from other sources.

Contents:
Klaus Bachmann/Jens Gieseke: Introduction – Jirí Šubrt: Mapping the Beginnings of Public Opinion Research in the Czech Lands after World War II – Dragomir Pantic/Zoran Pavlovic: Public Opinion Research in Serbia in the Non-pluralist Period – Jens Gieseke: East German Popular Opinion. Problems of Reconstruction – Oleg Manaev: Public Opinion Polling in Authoritarian States: The Case of Belarus – Klaus Bachmann: Constructing a national myth - the case of the Warsaw Uprising in post-war Poland – Patryk Wasiak: The Appropriation of Social Opinion Survey Research by the State Apparatus in Late State-socialist Poland – Piotr Tadeusz Kwiatkowski: Martial Law in Poland from 1981 to 1983 in View of Public Opinion Polls Conducted by Official Institutions and Underground Organizations – Michal Wenzel: Estimating Trade Union Membership between 1980 and 2012 Using Polling Data – Michael Meyen: Surveys on Media Usage in the German Democratic Republic (GDR) Institutions, Validity, and Outcomes – Hans Erxleben: The Dilemma of the Party’s Own Opinion Research in the GDR. Insights from a Former SED Pollster.


Link zur Bestellung bei Peter Lang Edition

 

 

Jutta Braun und Michael Schäbitz (Hrsg.)

Von der Bühne auf die Straße
Theater und Friedliche Revolution in der DDR


Vorwerk 8 Verlag, 2016, 184 Seiten
ISBN 978-3-940384-74-4

 

Die Publikation beschreibt erstmals den Anteil des Theaters der DDR am gesellschaftlichen Aufbruch in den 1980er Jahren. Hierbei wird die ambivalente Rolle der Künstler zwischen eingeübter Anpassung und dem immer wieder aufflackernden Geist des Widerspruchs gezeigt. Der Band basiert zum einen auf umfangreichem Archivmaterial, vor allem aus der Sammlung »Theater in der Wende« der Akademie der Künste in Berlin, deren besondere Entstehungsgeschichte und Potenzial vorgestellt werden. Zum anderen haben die Herausgeber eine Reihe von Interviews mit Schauspielern, Regisseuren, Dramatikern, Schriftstellern, Bühnenbildnern und weitere Zeitzeugen geführt, darunter Ruth Reinecke / Annekathrin Bürger / Johanna Schall / Ulrike Poppe / Peter Sodann / Christoph Hein / Henning Schaller / Alexander Weigel und Wolfgang Engel. Theater in der späten DDR war immer wieder Ersatzöffentlichkeit, diente als Raum für kritische Auseinandersetzung im systematisch zensierten öffentlichen Diskurs. Gleichzeitig erfolgten immer wieder Steuerungsversuche und Eingriffe durch Partei und Staatssicherheit. Zeitlose Werke von Klassikern wie Shakespeare oder Schiller dienten der kritischen Kommentierung des Zeitgeschehens. Ebenso verfassten DDR-Autoren wie Christoph Hein, Volker Braun und Heiner Müller brisante Parabeln des Alltags im Sozialismus. Im Jahr 1989 verwob sich schließlich immer stärker das Geschehen auf der Bühne mit der Unruhe im Land. Das Engagement der Theaterleute aus dem ganzen Land kulminierte schließlich in der Vorbereitung und Mitgestaltung der Demonstration am 4. November 1989 in Berlin, einem Meilenstein auf dem Weg zum Sturz des SED-Regimes und den ersten freien Wahlen in der DDR im März 1990. Der Band enthält wissenschaftliche Betrachtungen zum Theater in der späten DDR und zur Vorbereitung der Demonstration am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. Auszüge aus Interviews mit damaligen Protagonisten illustrieren das Theaterschaffen in der späten DDR ebenso wie Untersuchungen zu zwölf herausragenden Inszenierungen aus den 1980er Jahren. Zahlreiche Fotos und Dokumente ergänzen und vervollständigen das Bild einer ebenso vielschichtigen wie widersprüchlichen Zeit.


Link zur Bestellung beim Vorwerk 8 Verlag

 

 

Mario Keßler

Revolution und Konterrevolution
Studien über Gewalt und Humanität aus dem Jahrhundert der Katastrophen


trafo Wissenschaftsverlag, 2016, 268 Seiten
ISBN 978-3864640810

 

Die Schlüsselwörter dieser Aufsatzsammlung, Revolution und Konterrevolution, die ihr auch den Titel gaben, haben Menschen oft beschäftigt. Eine Revolution ist dann unvermeidlich, wenn die vormals Herrschenden sich mit „halben“ Reformen zufriedengeben, um ihre Macht zu retten. Rechtzeitige Reformen, die eine Gesellschaft modernisieren, können hingegen überkommene Macht- und Besitzverhältnisse noch lange bewahren. Manche Historiker betonen, dies sei einer der Lektionen gewesen, die der Kapitalismus besonders seit 1945 gelernt habe. Es waren Unvermögen und Mangel an Willen zur Reform, der dem sowjetischen Entwicklungsmodell, wie wir heute wissen, den Weg in die falsche Richtung wiesen.

Revolution und Konterrevolution bestimmten das Leben Theodor Bergmanns zwischen Gewalt und Humanität. Um diese Antipoden geht es in den Aufsätzen des hier vorliegenden Buches. Neben Sachthemen wenden sie sich auch Freunden und Genossen des Jubilars zu, so Paul Böttcher, Ernst Engelberg, Wolfgang Ruge, Gert Schäfer und Nathan Steinberger, mit denen Theo Bergmann gemeinsam arbeitete, kämpfte und bisweilen auch stritt. Von wenigen älteren Beiträgen abgesehen, entstanden die hier wieder oder erstmals abgedruckten Essays in den Jahren 2010 bis 2016. Sie wurden in Einzelfällen behutsam ergänzt und, wo nötig, mit Anmerkungen versehen.


Link zur Bestellung beim trafo-Wissenschaftsverlag

 

 

Jutta Braun (Hrsg.)

Forum II der Zeitschrift Historical Social Research 40 (2015) 4:
Football History. Selected Contributions to Sport in Society

GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften2016
ISSN 0172-6404

 

Verschiedene Anlässe haben in den letzten Jahren eine Neuinterpretation der deutschen Fußballgeschichte bewirkt: Hierzu gehört zunächst die historische Zäsur der Jahre 1989/1990, die erstmal den Blick und den methodisch unverstellten Zugriff auf die Fußballgeschichte Ostdeutschlands freigab. Hierzu gehört jedoch auch die Vergabe der Fußball-WM 2000 an die Bundesrepublik Deutschland, in deren Folge eine akademisch wie politisch-gesellschaftlich intensivierte Beschäftigung mit der Fußballhistorie einsetzte. Der Band fasst die in dieser Folge entstandenen Neubewertungen der WM-Siege von 1954 und 1974 sowie der Geschichte der Bundesliga zusammen. Zugleich weitete sich im Zuge der europäischen Integration die Perspektive auf eine integrierte europäische Fußballgeschichte: dies gilt nicht allein für deren kulturelle Substanz, etwa in Gestalt „europäischer Erinnerungsorte“, sondern auch für rasante ökonomische Dynamik europäischer Wettbewerbe. Auch die Diskursgeschichte des Fußballs tritt zunehmend schärfer zu Tage: Als Folie zur Hebung der Heimatmoral während des Zweiten Weltkriegs, als erinnerungspolitischer Anker oder aber schlicht als Quelle griffiger Stereotype wurde und wird das Fußballspiel so immer wieder zu einem Gesellschaftsspiel.


Link zur Bestellung bei GESIS - Leibniz Institut für Sozialforschung

 

 

Werner Plumpe und André Steiner (Hrsg.)

Der Mythos von der postindustriellen Welt
Wirtschaftlicher Strukturwandel in Deutschland 1960 bis 1990

Wallstein, 2016, 277 Seiten
ISBN 978-3-8353-1809-0

 

Der wirtschaftliche Strukturwandel gehört zu den am häufigsten herangezogenen Erklärungsmustern für die Umbrüche im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Im vorliegenden Band werden die gängigen Bilder vom Verschwinden der Industrie und dem Aufstieg des Dienstleistungssektors auf den Prüfstand gestellt. Dazu werden mit dem Maschinenbau, der Tonträgerindustrie und der Tourismusbranche drei historisch-vergleichende Fallstudien für die Bundesrepublik und die DDR vorgelegt, die jeweils der Industrie bzw. dem Dienstleistungssektor zuzuordnen oder zwischen diesen beiden Sektoren angesiedelt sind. Alle drei Branchen verändern sich im Strukturwandel des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts erheblich, zählen aber weder zu dessen Verlierern noch zu den großen Gewinnern und wurden deshalb wissenschaftlich wie politisch bislang unzureichend wahrgenommen. Insbesondere wird gezeigt, wie der Strukturwandel – als ein makroökonomisches Konstrukt – in den Branchen wahrgenommen, vorangetrieben und verarbeitet wurde. Dabei zeigt sich, dass manche gewohnte Annahme in Frage gestellt werden muss. 


Link zur Bestellung beim Wallstein Verlag

 

 


André Steiner

Die Planwirtschaft in der DDR
Aufstieg und Niedergang

Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, 2016, 132 Seiten
ISBN 978-3-943588-71-2


Die Geschichte der DDR ist ohne die Entwicklung ihrer Wirtschaft nicht zu verstehen. Diese wiederum wurde durch das infolge des Zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland etablierte Wirtschaftssystem einer zentralistischen Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild geprägt. Die Planwirtschaft wurde von ihren Protagonisten als Alternative zum westlichen marktwirtschaftlichen System verstanden.Mit ihr wollte man Krisen, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit verhindern.


Link zur Bestellung bei der LPB Thüringen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Rechte an Texten, Bildern und sonstigen Inhalten liegen beim ZZF (2011).