Schriftenreihe »Zeithistorische Studien«
erscheint im Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien
Band 46 Jochen Laufer Pax Sovietica. Stalin, die Westmächte und die deutsche Frage 1941–1945 Köln/Weimar/Wien 2009, 639 S. ISBN 978-3-412-20416-7 Als einer der besten Kenner russischer Quellen zu Stalins Deutschlandpolitik geht Jochen Laufer in diesem Buch der Frage nach, worin und warum sich die dem Osten Deutschlands diktierte sowjetische Friedensordnung so fundamental von allen anderen Friedensregelungen nach dem Zweiten Weltkrieg unterschied. Er zeigt, dass mit der "Pax Sovietica" eine politische Ordnung an Realität gewann, die Stalin schon seit 1939 für den Osten Europas verfolgte. Seit dieser Zeit strebte er konstant nach der Durchsetzung und Anerkennung von Einflussgebieten, die außerhalb der Grenzen der UdSSR lagen. Anhand zahlreicher Fallstudien analysiert der Autor das Wechselspiel zwischen der Machtentfaltung der Roten Armee, dem Gestaltungswillen Stalins und der militärischen Schwäche seiner westlichen Koalitionspartner. Dabei bildeten die "Aufgliederung" Deutschlands bzw. dessen gemeinsame Besetzung durch die UdSSR, die USA und Großbritannien "Garanten" der Pax Sovietica.
Band 45 Peter Hübner/Christa Hübner Sozialismus als soziale Frage Sozialpolitik in der DDR und Polen 1968-1976 Köln/Weimar/Wien 2008, 520 S. ISBN 978-3-412-20203-3 Im Dezember 1970 erzwangen in Polen mächtige Proteste gegen Preiserhöhungen den Rücktritt des Parteichefs Wladyslaw Gomulka. Zugleich leitete in der DDR ein ZK-Plenum den Sturz Walter Ulbrichts ein. Die neuen Parteiführungen unter Edward Gierek und Erich Honecker orientierten sich an der bereits seit 1966 in der UdSSR als „Hauptaufgabe“ verfolgten Politik. Es ging darum, Wirtschaftswachstum möglichst unverzüglich in eine Anhebung des Lebensstandards umzumünzen, um auf diese Weise die Loyalität der Bürger zu sichern. Das Buch beleuchtet die sozialpolitischen Konfliktfelder und Entscheidungsprozesse zwischen 1968 und 1976 am Beispiel der DDR und Polens sowie mit einem vergleichenden Ausblick auf die Tschechoslowakei.
Band 44 José M. Faraldo, Paulina Gulinska-Jurgiel, Christian Domnitz (Hg.) Europa im Ostblock Vorstellungen und Diskurse (1945-1991) Europe in the Eastern Bloc Imaginations and Discourses(1945-1991) Köln/Weimar/Wien 2008, 407 S. ISBN 978-3-412-20029-9 Die kommunistischen Machthaber misstrauten der Idee der europäischen Einheit zutiefst. Der westeuropäische Integrationsprozess stellte in ihren Augen einen feindlichen Zusammenschluss imperialistischer Staaten dar, die unter der Führung der USA gegen das sozialistische Friedenslager kämpften. Der Band spürt in deutsch- und englischsprachigen Beiträgen den Europabildern und Europakonzepten in zahlreichen Ländern östlich des Eisernen Vorhangs nach. Die Autoren untersuchen offizielle Europa-Diskurse und oppositionelle Gegenvorstellungen in den einzelnen Warschauer Pakt-Staaten sowie in Emigrantenkreisen. Die Befunde zeigen, das im sozialistischen Lager nicht nur kritisch abwehrend, sondern oft auch zustimmend nachgedacht wurde. The Communist rulers profoundly distrusted the idea of European unification. For them the process of Western European integration was an alliance of imperialist states that fought under American leadership against the Socialist Block. Nevertheless, the idea of Europe did not completely disappear in State Socialism. This book traces concepts and images of Europe in different countries East of the Iron Curtain. Articles in German and English present the official discourses on Europe and the opposition’s counter-image of Europe, in the Warsaw Pact countries and in the émigré circles in Western Europe. The results are unambiguous and all point in the same direction: Europe was also reflected upon in the Socialist camp and even during Stalinist times images of Europe were not only critically defensive but often astoundingly approving and positive.
Band 43 Melanie Arndt Gesundheitspolitik im geteilten Berlin 1948–1961 Köln/Weimar/Wien 2009, 281 S. ISBN 978-3-412-20308-5 Berlin spielte im Kalten Krieg durch seine geographische Lage und seinen politischen Status eine Sonderrolle. Melanie Arndt zeigt dies am Beispiel der Gesundheitspolitik der Jahre 1948 bis 1961. Im geteilten Berlin waren die Handlungsspielräume der gesundheitspolitischen Akteure maßgeblich durch die Systemkonkurrenz abgesteckt. Diese gewährte einerseits Freiräume, die es in den Bezugsstaaten DDR und Bundesrepublik schon nicht mehr gab, und schränkte andererseits die Weiterführung auch von gemeinsam begonnenen innovativen Projekten ein.
Band 42 Annette Schuhmann (Hg.) Vernetzte Improvisationen Gesellschaftliche Subsysteme in Ostmitteleuropa und in der DDR Köln/Weimar/Wien 2008, 245 S. ISBN 978-3-412-20027-5 Parlamentarische Demokratien verfügen über eine relative Autonomie gesellschaftlicher Subsysteme. Staatssozialistische Systeme waren demgegenüber von einer umfassenden Verstaatlichungs- und Zentralisierungspolitik geprägt. Gleichwohl bildeten sich auch hier Subsysteme wie Tauschmärkte, Netzwerke, Patronagebeziehungen heraus. Sie entwickelten eine beträchtliche Eigendynamik und konnten in vielen Fällen Struktur- und Steuerungsdefizite ganz oder teilweise kompensieren Der vorliegende Band versammelt Fallstudien zu regionalen, politischen und wirtschaftlichen Netzwerkstrukturen in den ehemaligen sozialistischen Staaten Ostmitteleuropas und der DDR. Im Fokus der einzelnen Beiträge stehen Fragen nach der Entstehung von Netzwerkstrukturen und den Motiven ihrer beteiligten Akteure. Sie ermöglichen Einblicke in die Substrukturen zentralstaatlicher Plantwirtschaften, werfen die Frage nach zivilgesellschaftlichen Potentialen auf und beschreiben die Eigendynamik kompensatorischer Kooperationsformen in diktatorisch geprägten Gesellschaften.
Band 41 Mario Keßler (Hg.) Ossip K. Flechtheim Politischer Wissenschaftler und Zukunftsdenker (1909-1998) Köln/Weimar/Wien 2007, 294 S. ISBN 978-3-412-14206-3 Ossip K. Flechtheim (1909-1998) war Politologe, Rechtssoziologe, Historiker und Mitbegründer der Zukunftsforschung. Der in der Ukraine geborene Forscher und Universitätslehrer wirkte in Deutschland, der Schweiz und den USA. Sein Leben wurde durch die Brüche und Katastrophen des 20. Jahrhunderts geprägt. Flechtheim schrieb über Kardinalprobleme seiner Zeit: Krieg und Frieden, Demokratie und Diktatur, Faschismus und Antifaschismus, Kommunismus und Nord-Süd-Konflikt. Er war ein Wegbereiter des Faches Politische Wissenschaft in Deutschland und befasste sich schon früh mit dem Verhältnis von Ökonomie und Ökologie.
Band 40 Leonore Ansorg, Bernd Gehrke, Thomas Klein, Danuta Kneipp (Hg.) »Das Land ist still – noch!« Herrschaftswandel und politische Gegnerschaft in der DDR (1971–1989) Köln/Weimar/Wien 2009, 394 S. ISBN 978-3-412-14306-0 Häufig bleiben die Diskurse über Opposition in der DDR auf die achtziger Jahre beschränkt und blenden deren Entstehungsbedingungen in den vorangegangenen Jahrzehnten aus. Eine Geschichte politischer Gegnerschaft, die vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen nach Kontinuitäten und Brüchen, nach Abgrenzung und Integration fragt, muss dagegen einen umfangreicheren Zeitraum in den Blick nehmen. Die Beiträger dieses Bandes diskutieren die Entwicklung der Opposition in der DDR im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse und sich verändernder Protestformen in der Ära Honecker. Dabei werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sozialer Milieus in der Ausbildung politischer Gegnerschaft ebenso berücksichtigt wie die sich wandelnden Herrschaftstechniken der Staatsmacht. Damit wird die Geschichte der politischen Gegnerschaft in der DDR aus einer Perspektive dargestellt, die neben den politischen und sozialen auch die kulturellen Veränderungen der DDR-Gesellschaft in dieser Epoche in den Blick nimmt.
Band 39 Krijn Thijs Drei Geschichten, eine Stadt Die Berliner Stadtjubiläen von 1937 und 1987 Köln/Weimar/Wien 2008, 378 S. ISBN 978-3-412-14406-7 Dreimal feierte man im Berlin des 20. Jahrhunderts ein historisches Jubiläum, und jedesmal diente die Stadtgeschichte der Legitimation eines anderen politischen Systems: 1937 inszenierte das NS-Regime die 700-Jahrfeier der Reichshauptstadt, und 1987 begingen Ost- und West-Berlin ihre 750-Jahrfeiern in direkter Konkurrenz. Stolze Festzüge, aufwändige Ausstellungen, reiche Verlagsprogramme und wissenschaftliche Beweisführungen untermauerten die jeweils eigene Erzählung der Stadtgeschichte. Krijn Thijs vergleicht die nationalsozialistische, die liberal-demokratische und die staatssozialistische Variante der Geschichte Berlins. Untersucht werden die Inhalte und Formen der drei historischen Erzählungen sowie ihre Entstehung unter den jeweiligen Rahmenbedingungen in Diktatur und Demokratie. Jenseits der politischen und nationalen Überformungen zeigt sich dabei, dass sich Geschichte nicht beliebig neu konstruieren lässt: Gerade in ihrer gegenseitigen Abgrenzung blieben die Erzählungen stets auch aufeinander bezogen. Der Band spiegelt die Auseinandersetzung zwischen den großen Ideologien des 20. Jahrhunderts im lokalen Raum und erschließt damit zugleich die städtische Geschichtskultur Berlins in den 1930er und 1980er Jahren. Die Studie wurde im Jahr 2007 mit dem Research Prize der Praemium Erasmianum Foundation ausgezeichnet.
Band 38 Thomas Klein „Frieden und Gerechtigkeit!“ Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre. Köln/Weimar/Wien 2007, 548 S. ISBN 978-3-412-02506-9 Thomas Klein untersucht die Politisierung der Geschichte der „Unabhängigen Friedensbewegung" und der politisch-alternativen Gruppen in Ost-Berlin während der 80er Jahre. In diesem Zeitraum entwickelten pazifistische Gruppierungen innerhalb der evangelischen Kirche und Teile der in den 70er Jahren entstandenen politischen Opposition neue Formen der Zusammenarbeit, die in der „Unabhängigen Friedensbewegung" wirksam wurden. Der Autor untersucht die Inhalte des oppositionellen Handelns und das veränderte Selbstverständnis der Gruppen. Er zeigt auf, wie sich dieses Geflecht politisch alternativer Gruppen der unabhängigen Friedens-, Ökologie- und Menschenrechtsbewegung zum bedeutendsten Segment im oppositionellen Spektrum in der DDR entwickelte. Weitere Untersuchungsschwerpunkte sind der Wandel der staatlichen Repressions- und Herrschaftstechniken sowie die Ausnutzung der divergierenden Interessen der oppositionellen Akteure durch die Sicherheitsorgane oder andere Instanzen der Staatsmacht.
Band 37 Michael Lemke (Hg.) Schaufenster der Systemkonkurrenz Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg Köln/Weimar/Wien 2006, 418 S. ISBN-10 3-412-02606-9 /ISBN 978-3-412-02606-6 Schärfer und intensiver als an anderen Orten des Ost-West-Konflikts nahm der Kalte Krieg nach 1948 im Raum Berlin-Brandenburg die Züge einer vielschichtigen Systemkonkurrenz an. Dabei entstanden bis zum Mauerbau 1961 auf beiden Seiten der geteilten Region für jedermann erlebbare "Schaufenster" der Überlegenheit der eigenen politischen und gesellschaftlichen Ordnung über die jeweils andere. Doch gab es in der alltäglichen "Normalität" auch Ansätze für eine systemübergreifende regionale Gesellschaft in Berlin-Brandenburg? In den hier versammelten Beiträgen zu Politik, Wirtschaft und Sozialem, aber auch zu Kultur, Alltag und Umwelt wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Auseinandersetzung in ihrer Wechselbeziehung von Konfrontation und Wettbewerb zur Erhaltung oder zur Auflösung des historisch Gewachsenen beitrug. Die Analysen bieten lebendige Darstellungen des Konfliktes zwischen den als Alternativen wahrgenommenen Entwicklungen: fortschreitende Abgrenzung und Teilung oder Bewahrung regionaler Gemeinsamkeiten und Identitäten.
Band 36 Annette Schuhmann Kulturarbeit im sozialistischen Betrieb Gewerkschaftliche Erziehungspraxis in der SBZ/DDR 1946 bis 1970 Köln/Weimar/Wien 2006 Betriebe in der DDR hatten neben ihrem Produktionsauftrag eine Vielfalt von sozialen und kulturellen Funktionen zu erfüllen, wodurch der Arbeitsort eine zentrale Stellung im Alltag und Leben des Einzelnen erhielt. Hauptzielgruppe der betriebsgebundenen Kulturangebote war die Industriearbeiterschaft. Neben der Vermittlung einer stark selektiven Erzählung kommunistischer Arbeiter- und Widerstandsgeschichte sollte betriebliche Kulturarbeit die künstlerische Selbstbetätigung der Belegschaften fördern, die Freizeitbeschäftigung der Arbeiter lenken und inhaltlich am Gestaltungswillen der SED ausrichten. Die Autorin untersucht, wie die an Produktivitätssteigerung und politischer Erziehung orientierte betriebliche Kulturarbeit installiert wurde und wie die Belegschaften sie transformierten. Dabei wird ein Bild der alltäglichen Praxis betrieblicher Kulturarbeit sichtbar, das sich nur selten mit den Intentionen der Organisatoren in Partei und Gewerkschaft deckte.
Band 35 André Steiner (Hg.) Preispolitik und Lebensstandard Nationalsozialismus, DDR und Bundesrepublik im Vergleich Köln/Weimar/Wien 2006, 224 S. ISBN-10 3-412-30405-0/ISBN 978-3-412-30405-8 Spätestens der Zusammenbruch der DDR hat die Bedeutung eines vertretbaren Lebensstandards für die Stabilität und Legitimität sozialer Ordnungen unterstrichen. Um diese zu festigen, werden seit jeher die Verbraucherpreise und damit der Lebensstandard staatlich reguliert. Im 20. Jahrhundert erreicht dieses Phänomen jedoch neue Dimensionen. Die hier versammelten Beiträge fragen nach, wie in den Etablierungsphasen der beiden Diktaturen der deutschen Geschichte - dem Nationalsozialismus und der DDR - sowie der Demokratie der frühen Bundesrepublik die Preise instrumentalisiert werden, um den Lebensstandard der Bevölkerung unmittelbar zu beeinflussen und welche Ergebnisse dabei erreicht werden. Darüber hinaus werden Motive und Ziele, Instrumente und Methoden sowie Resultate und Konsequenzen für die Legitimität der jeweiligen Ordnungen vergleichend betrachtet.
Band 34 Burghard Ciesla Als der Osten durch den Westen fuhr Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in Westberlin Köln/Weimar/Wien 2006 Zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte gehört das Kapitel Eisenbahn in Westberlin zwischen 1945 und 1990. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übergaben die alliierten Sieger die Betriebsrechte für den gesamten Berliner Eisenbahnverkehr dem Transportunternehmen »Deutsche Reichsbahn« in der SBZ. Mit der Teilung der Stadt gehörten plötzlich Tausende Beschäftigte, Millionen Quadratmeter Fläche, Hunderte Kilometer Schienenwege, ein Netz von Anlagen und milliardenschwere Vermögenswerte inmitten von Westberlin zu einem sozialistischen Transportunternehmen. Im Kalten Krieg wurde die Reichsbahn schnell zum politischen Zankapfel. Während sich Westberlin sehr schnell eine »schnittige Moderne« zulegte, schien die kleine Dependance des größten sozialistischen Staatsbetriebes der DDR in eine Welt von Gestern zu versinken. Warum das so war und wie mehr als vierzig Jahre lang der »Osten« buchstäblich durch den »Westen« fuhr, schildert das Buch von Burghard Ciesla.
Band 33 Thomas Lindenberger (Hg.) Massenmedien im Kalten Krieg Akteure, Bilder, Resonanzen Köln/Weimar/Wien 2006 Der Kalte Krieg wurde nicht nur von Staatsmännern und Militärstrategen in den Spitzenetagen der politischen Macht geführt. In Ost und West machte er sich vielmehr in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bemerkbar. Der öffentlichen Kommunikation kam dabei eine zentrale Funktion zu: Filmemacher und Journalisten, Parteipolitiker und Kirchenvertreter, Wochenschauen und Fernsehstationen kommentierten und interpretierten, legitimierten und kritisierten die lebensbedrohliche Teilung der Welt. Durch den alltäglichen Medienkonsum war der Kalte Krieg im Leben des breiten Publikums präsent. Der ideologische Gegensatz von liberalen Demokratien und kommunistischen Diktaturen schlug sich in gegensätzlichen Vorstellungen von den Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens nieder, die in Massenmedien propagiert und diskutiert wurden. Die Beiträge der Autorinnen und Autoren über Spielfilme, Zeitungs- und Rundfunkjournalismus tragen zu einer neuen, kultur- und mediengeschichtliche Aspekte integrierenden Sichtweise des Kalten Krieges bei.
Band 32 Jan Claas Behrends Die erfundene Freundschaft Propaganda für die Sowjetunion in Polen und in der DDR Köln/Weimar/Wien 2006, 438 S. ISBN-10 3-412-23005-7/ISBN 978-3-412-23005-0 Zu den machtpolitischen Instrumenten kommunistischer Herrschaft zählten neben Repression und Gewalt auch Maßnahmen der Erziehung und Propaganda. Vor dem Hintergrund eines historisch belasteten Verhältnisses zu Russland mussten die kommunistischen Regime Osteuropas nach Kriegsende versuchen, ihrer Bevölkerung die enge Bindung an die UdSSR zu vermitteln. Die Freundschaftspropaganda für die Sowjetunion in Polen und Ostdeutschland steht im Zentrum dieser Studie. In transnationaler Perspektive werden die Strukturen der Staaten sowie der Diskurs und die gesellschaftliche Rezeption von Propaganda untersucht. Insbesondere betrachtet der Autor dabei die Rede über die Sowjetunion, die »Erfindung der Freundschaft« in den vierziger Jahren sowie den Führerkult um Stalin und fragt abschließend nach der Wirkungsmacht von Propaganda in der kommunistischen Diktatur.
Band 31 Peter Hübner/Christoph Kleßmann/Klaus Tenfelde (Hg.) Arbeiter im Staatssozialismus Ideologischer Anspruch und soziale Wirklichkeit Köln/Weimar/Wien 2005
Band 30 Sylvia Klötzer Satire und Macht Film, Zeitung, Kabarett in der DDR Köln/Weimar/Wien 2005