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Schriftenreihe
»Zeithistorische Studien«

erscheint im Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien

 


 

Band 56

Monika Mattes
Das Projekt Ganztagsschule
Aufbrüche, Reformen und Krisen in der Bundesrepublik Deutschland (1955-1982)


Köln Weimar und Wien 2015, 254 Seiten
ISBN 978-3-412-22376-2

Ein Schultag, der um die Mittagszeit endet, gehörte bis zum "PISA-Schock" zu den stabilsten Einrichtungen in der alten Bundesrepublik; im internationalen Vergleich bedeutete er jedoch einen Sonderweg. Nur ein verschwindend geringer Teil aller Schülerinnen und Schüler des allgemeinbildenden Schulwesens besuchte eine ganztägig geführte Schule. Monika Mattes schildert in ihrem Buch die Geschichte des Reformprojekts Ganztagsschule in der Bundesrepublik Deutschland der 1950er- bis 1980er-Jahre, wobei der Bogen von den frühen bildungspolitischen Aufbrüchen über die reformeuphorischen Hochkonjunkturen bis zur Rückbesinnung auf traditionelle Bildungsvorstellungen reicht. Ihre Studie verknüpft die Rekonstruktion der pädagogischen Debatten mit den Diskursen um die Geschlechterrollen und den sozialkultu­rellen Wandel und bezieht die DDR-Entwicklung in vergleichender Perspektive mit ein.


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Band 55

Tilmann Siebeneichner
Proletarischer Mythos und realer Sozialismus
Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse in der DDR

Köln Weimar und Wien 2014, 579 Seiten
ISBN 978-3-412-22377-9

Die "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" in der DDR waren eine im kommunistisch beherrschten Teil Europas einzigartige Organisation. Als betrieblich organisierte Parteimiliz dienten sie nicht nur dem praktischen Schutz der SED, sondern zugleich der Legitimation ihrer Herrschaft. Zwar wurden die Kampfgruppen auf breiter Basis erst im Anschluss an den Aufstand vom 17. Juni 1953 gegründet. Doch war ihre Botschaft – zum Arbeiter gehöre das Gewehr – so alt wie die kommunistische Bewegung selbst. Die Studie geht der Frage nach, inwieweit die Anwendung von politisch motivierter Gewalt, wie sie die Kampfgruppen repräsentierten, in der DDR gerechtfertigt wurde und welchem zeitlichen Wandel der proletarische Kampfmythos unterlag.


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Emmanuel Droit: Vorwärts zum neuen Menschen?

Band 54

Emmanuel Droit
Vorwärts zum neuen Menschen?
Die sozialistische Erziehung in der DDR (1949 - 1989)


Köln Weimar und Wien 2013, 380 Seiten
ISBN 978-3-412-22209-3

Die Schule bildete in der "Erziehungsdiktatur" der DDR den Kern eines Projektes zur radikalen Transformation der Gesellschaft. Sie sollte maßgeblich dazu beitragen, den neuen sozialistischen Menschen zu schaffen. Für die Leitungsorgane der SED war die Schule damit eines der Hauptinstrumente des "Social Engineering". Diese Ambition stieß jedoch an Grenzen, und nach einem Jahrzehnt radikaler Transformationen verwandelte sich die Schule vor allem in ein Werkzeug zur Kontrolle von Jugendlichen und zur Konsolidierung der SED-Herrschaft. Am Beispiel von Ostberlin wird in diesem Buch untersucht, was "Erziehung" im Land des real existierenden Sozialismus be­deutete und in welchem Maße die Einführung eines sozialistischen Bildungssystems zu einer effektiveren Machtausübung der SED führte.


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Band 53

Enrico Heitzer
Die Kampftruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU)
Widerstand und Spionage im Kalten Krieg 1948-1956

Köln Weimar und Wien 2014, 550 Seiten
ISBN 978-3-412-22133-1

Die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (KgU) galt in Ost und West lange Zeit als Inkarnation des Antikommunismus und der Feindschaft gegen die DDR. 1948 als Reaktion auf die Entlassungswelle aus den sowjetischen Speziallagern gegründet und 1959 während der zweiten Berlin-Krise aufgelöst, entfaltete die KgU nicht nur humanitäre Aktivitäten, verbreitete Flugblätter oder war nachrichtendienstlich tätig, sondern beförderte – und praktizierte zeitweise auch – Gewalt als Widerstandsmittel gegen die Staatsführung. Enrico Heitzer untersucht die Entstehung, den organisatorischen Aufbau und die Handlungsfelder dieser privat geführten, aber politisch höchst wirkungsvollen Organisation.


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Rezension von Martin Jander in dem Blog "Publikative.org" vom 27.02.2015


Buchbesprechung von Otto Langels  "Widerstand und Spionage im Kalten Krieg"
vom 13.04.2015, Deutschlandfunk in der Sendung "Andruck"


Buchbesprechung von Peter Brandt "Militanter Antikommunismus" in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe 6/2015 (Juni 2015), S. 121-123
(Artikel ist kostenpflichtig online abrufbar.)

 

Band 52

Anke Fiedler
Medienlenkung in der DDR

Köln Weimar und Wien 2014, 496 Seiten
ISBN 978-3-412-21055-7

Für die Medienlenkung in der DDR ist es bezeichnend, dass Freund- und Feindbilder mehrfach gewechselt wurden. Während Franz Josef Strauß in den DDR-Medien der 1960er Jahre noch als "Draht­zieher der Revanchepolitik" galt, wurde zwei Jahrzehnte später nur noch Positives über den Bayern berichtet. Und umgekehrt fielen befreundete "Bruderstaaten" wie Polen oder die UdSSR Ende der 1980er Jahre plötzlich in Ungnade. Personen kamen und gingen und einzelne Lenkungs­instanzen lösten sich entweder ganz auf oder wurden Makulatur. Wie und warum diese Prozesse in Gang gesetzt wurden und wer am Ende das Sagen hatte, ist Thema dieses Buches. Dabei werden auch die Machtkämpfe nachgezeichnet, die hinter den Kulissen stattfanden.


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Rezension von Franziska Schubert in der Frankfurter Rundschau vom 08.05.2014


 

Mario Keßler: Ruth Fischer

Band 51

Mario Keßler
Ruth Fischer
Ein Leben mit und gegen Kommunisten (1895-1961)


Köln Weimar und Wien 2013, 759 Seiten
ISBN 978-3-412-21014-4

Ruth Fischer (1895–1961) war 1924/25 weltweit die erste Frau an der Spitze einer Massenpartei: der Kommunistischen Partei Deutschlands. Wie niemand sonst stand sie für die Angleichung der KPD an das autoritäre sowjetische Parteimodell. Später wurde sie – von Hitler und Stalin verfolgt – zur leidenschaftlichen Antikommunistin, die in den USA sogar gegen ihre Brüder Gerhart und Hanns Eisler sowie gegen Bertolt Brecht aussagte. Zuletzt suchte sie wieder Anschluss an eine undogmatische Linke.
Ruth Fischers bewegtes Leben wird in dieser Biographie auf der Grundlage bisher unerschlossener Archivquellen, darunter FBI-Akten, erstmals ausführlich dargestellt. Das Buch zeigt exemplarisch, wie Kommunismus und Antikommunismus sich im Kalten Krieg in einer Person verschränken konnten.


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Rezension von Detlef Claussen in der taz vom 08.06.2014
(leider nicht online)

 

Rezension von David Begrich in: ak Nr. 589, 17.12.2013
(leider nicht online)

Rezension von Jens Flemming in: literaturkritik.de,
Ausgabe August 2013



Rezension von Klaus Kinner im Neuen Deutschland am 21.3.2013


Rezension von Ronny Noak im Portal für Politikwissenschaft am 18.6.2013

 

Rezension von Rüdiger Zimmermann im Archiv für Sozialgeschichte am 03.09.2013
 

«[...] historisch-politisch stößt Mario Kesslers tau­frische Ruth-Fischer-Biographie ins Zentrum vor.» Poetenladen.de


«[...] erschöpfend, facettenreich und eindringlich.» Literaturkritik.de

Besprechung im österreichischen Rundfunk

 
Rezension von Michael Hollmann in der FAZ am 30.9.2013
"KPÖ-Mitglied Nummer eins"



Rezension von Felix Pankonin im Bulletin des Simon Dubnow Institut, XIV 2012, S. 25-28 (PDF)

 

 

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Band 50

Christopher Görlich
Urlaub vom Staat
Tourismus in der DDR


Köln Weimar und Wien 2012, 290 Seiten
ISBN 978-3-412-20863-9

Urlaub in der DDR war im doppelten Wortsinne "Urlaub vom Staat". Im Jahr 1947 rief der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund den "Feriendienst" ins Leben, um den Tourismus in das neue politische System einzubinden. Während die Bürger diese Einrich­tung gern in Anspruch nahmen, setzten sie den politischen Ordnungsvorstellungen zugleich eigensinnige Interpretationen des Urlaubs entgegen, die oft im Gegensatz zu den staatlichen Vorgaben standen. Anhand bisher unveröffentlichter Quellen untersucht Christopher Görlich die spannungsreiche Geschichte des organisierten Tourismus in der SBZ/DDR und beschreibt den langen Aushandlungsprozess zwischen Bürgern und Staat, in dessen Verlauf sich die Vorstellung eines ›sozialistischen Urlaubs‹ als Utopie herausstellte.


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Rezension in Die Welt / Welt am Sonntag

vom 12./13. Januar 2013

Rezension in ZfG, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 1/2013 (61. Jahrgang)

 

 

 

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Band 49

Dominik Trutkowski
Der geteilte Ostblock
Die Grenzen der SBZ/DDR zu Polen und der Tschechoslowakei


Köln Weimar und Wien 2011, 204 Seiten
ISBN 978-3-412-20673-4

Die Geschichte der DDR ist auch eine Geschichte ihrer Grenzen. Die deutsch-deutsche Grenze im Westen wurde von der SED zur Trennlinie zwischen den Systemen erklärt. Die "Friedens- und Freundschaftsgrenzen" zu Polen und der Tschechoslowakei galten dagegen als Ausdruck für die Überwindung des Nationalsozialismus innerhalb der "brüderlich vereinten" sozialistischen Staatengemeinschaft. Dass diese Einheit des Ostblocks aber im wahrsten Sinne des Wortes ihre Grenzen hatte, zeigt das vorliegende Buch. Mit ihm liegt erstmals eine umfassende historische Untersuchung zu den Ostgrenzen der DDR und dem dort herrschenden Grenzregime vor.


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Band 48

Michael Lemke
Vor der Mauer
Berlin in der Ost-West-Konkurrenz 1948 bis 1961


Köln Weimar und Wien 2011, 753 Seiten
ISBN 978-3-412-20672-7

Das geteilte, bis zum Mauerbau aber noch offene Berlin war im Kalten Krieg der Schauplatz einer in dieser Unmittelbarkeit einzigartigen Systemkonkurrenz. Der ZZF-Historiker Michael Lemke untersucht, mit welchen Absichten diese Rivalität von Ost- und West-Berlin in Gesellschaft und Politik gestaltet wurde, wie sie den Alltag der Sektorenstadt beeinflusste und wie deren Bewohner darauf reagierten. Auf breiter Quellenbasis belegt der Autor, dass dieser politische, soziale und kulturelle Wett­bewerb paradoxerweise mehr zum Erhalt als zur Auflösung der traditionellen Berliner Verflech-tungen beitrug. Er schildert die Befindlichkeiten der politischen Kontrahenten und der vom Konflikt Betroffenen sowie die Kontaktversuche in der geteilten Stadt und die damit verbundenen Skurrilitäten. Wie er zeigen kann, wurden die vielfältigen innerstädtischen Beziehungen in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre für die SED ein eigenständiges Motiv zum Bau der Mauer.


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Band 47

Tobias Schulz
»Sozialistische Wissenschaft«
Die Berliner Humboldt-Universität
(1960-1975)

Köln Weimar und Wien 2010, 328 Seiten
ISBN 978-3-412-20647-5

Das Buch beschreibt die Entwicklung einer »sozialistischen Wissenschaft« an den Hochschulen der DDR am Beispiel der Humboldt-Universität zu Berlin. Die so genannte 3. Hochschulreform 1968/69 stellte dabei einen markanten Einschnitt dar, in deren Folge sich die zentralen Strukturen und Verfahrensweisen herausbildeten, die das Wissenschaftssystem der DDR bis 1989/90 prägten. Die Entwicklung war gekennzeichnet durch Ambivalenzen zwischen den Erfordernissen einer Modernisierung und einer gleichzeitigen Ideologisierung der Universität. Diese ergaben sich aus den politischen Zielvorstellungen der SED an die Institution Universität, aus den Herausforderungen, die sich dem Bildungssystem jeder modernen Industriegesellschaft seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts stellten, und aus der institutionellen Eigenlogik des spezifischen Raumes der Universität.


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Rezension im Journal of Modern History 4 (2012)
 

Cover ZS Nr. 46

Band 46

Jochen Laufer
Pax Sovietica.
Stalin, die Westmächte und die deutsche Frage 1941–1945


Köln Weimar und Wien 2009, 639 Seiten
ISBN 978-3-412-20416-7

Als einer der besten Kenner russischer Quellen zu Stalins Deutschlandpolitik geht Jochen Laufer in diesem Buch der Frage nach, worin und warum sich die dem Osten Deutschlands diktierte sowjetische Friedensordnung so fundamental von allen anderen Friedensregelungen nach dem Zweiten Weltkrieg unterschied. Er zeigt, dass mit der "Pax Sovietica" eine politische Ordnung an Realität gewann, die Stalin schon seit 1939 für den Osten Europas verfolgte. Seit dieser Zeit strebte er konstant nach der Durchsetzung und Anerkennung von Einflussgebieten, die außerhalb der Grenzen der UdSSR lagen. Anhand zahlreicher Fallstudien analysiert der Autor das Wechselspiel zwischen der Machtentfaltung der Roten Armee, dem Gestaltungswillen Stalins und der militärischen Schwäche seiner westlichen Koalitionspartner. Dabei bildeten die "Aufgliederung" Deutschlands bzw. dessen gemeinsame Besetzung durch die UdSSR, die USA und Großbritannien "Garanten" der Pax Sovietica.


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Cover ZS Nr. 45

Band 45

Peter Hübner/Christa Hübner
Sozialismus als soziale Frage
Sozialpolitik in der DDR und Polen 1968-1976

Köln Weimar und Wien 2008, 520 Seiten
ISBN 978-3-412-20203-3

Im Dezember 1970 erzwangen in Polen mächtige Proteste gegen Preiserhöhungen den Rücktritt des Parteichefs Wladyslaw Gomulka. Zugleich leitete in der DDR ein ZK-Plenum den Sturz Walter Ulbrichts ein. Die neuen Parteiführungen unter Edward Gierek und Erich Honecker orientierten sich an der bereits seit 1966 in der UdSSR als „Hauptaufgabe“ verfolgten Politik. Es ging darum, Wirtschaftswachstum möglichst unverzüglich in eine Anhebung des Lebensstandards umzumünzen, um auf diese Weise die Loyalität der Bürger zu sichern.
Das Buch beleuchtet die sozialpolitischen Konfliktfelder und Entscheidungsprozesse zwischen 1968 und 1976 am Beispiel der DDR und Polens sowie mit einem vergleichenden Ausblick auf die Tschechoslowakei.


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Cover ZS Nr. 44

Band 44

José M. Faraldo, Paulina Gulinska-Jurgiel, Christian Domnitz (Hg.)
Europa im Ostblock
Vorstellungen und Diskurse (1945-1991)

Europe in the Eastern Bloc
Imaginations and Discourses(1945-1991)

Köln Weimar und Wien 2008, 407 Seiten
ISBN 978-3-412-20029-9

Die kommunistischen Machthaber misstrauten der Idee der europäischen Einheit zutiefst. Der westeuropäische Integrationsprozess stellte in ihren Augen einen feindlichen Zusammenschluss imperialistischer Staaten dar, die unter der Führung der USA gegen das sozialistische Friedenslager kämpften. Der Band spürt in deutsch- und englischsprachigen Beiträgen den Europabildern und Europakonzepten in zahlreichen Ländern östlich des Eisernen Vorhangs nach. Die Autoren untersuchen offizielle Europa-Diskurse und oppositionelle Gegenvorstellungen in den einzelnen Warschauer Pakt-Staaten sowie in Emigrantenkreisen. Die Befunde zeigen, das im sozialistischen Lager nicht nur kritisch abwehrend, sondern oft auch zustimmend nachgedacht wurde.

The Communist rulers profoundly distrusted the idea of European unification. For them the process of Western European integration was an alliance of imperialist states that fought under American leadership against the Socialist Block. Nevertheless, the idea of Europe did not completely disappear in State Socialism. This book traces concepts and images of Europe in different countries East of the Iron Curtain. Articles in German and English present the official discourses on Europe and the opposition’s counter-image of Europe, in the Warsaw Pact countries and in the émigré circles in Western Europe. The results are unambiguous and all point in the same direction: Europe was also reflected upon in the Socialist camp and even during Stalinist times images of Europe were not only critically defensive but often astoundingly approving and positive.


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Cover ZS Nr. 43

Band 43

Melanie Arndt
Gesundheitspolitik im geteilten Berlin 1948–1961


Köln Weimar und Wien 2009, 281 Seiten
ISBN 978-3-412-20308-5

Berlin spielte im Kalten Krieg durch seine geographische Lage und seinen politischen Status eine Sonderrolle. Melanie Arndt zeigt dies am Beispiel der Gesundheitspolitik der Jahre 1948 bis 1961. Im geteilten Berlin waren die Handlungsspielräume der gesundheitspolitischen Akteure maßgeblich durch die Systemkonkurrenz abgesteckt. Diese gewährte einerseits Freiräume, die es in den Bezugsstaaten DDR und Bundesrepublik schon nicht mehr gab, und schränkte andererseits die Weiterführung auch von gemeinsam begonnenen innovativen Projekten ein.


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Cover ZS Nr. 42

Band 42

Annette Schuhmann (Hg.)
Vernetzte Improvisationen
Gesellschaftliche Subsysteme in Ostmitteleuropa und in der DDR

Köln Weimar und Wien 2008, 245 Seiten
ISBN 978-3-412-20027-5

Parlamentarische Demokratien verfügen über eine relative Autonomie gesellschaftlicher Subsysteme. Staatssozialistische Systeme waren demgegenüber von einer umfassenden Verstaatlichungs- und Zentralisierungspolitik geprägt. Gleichwohl bildeten sich auch hier Subsysteme wie Tauschmärkte, Netzwerke, Patronagebeziehungen heraus. Sie entwickelten eine beträchtliche Eigendynamik und konnten in vielen Fällen Struktur- und Steuerungsdefizite ganz oder teilweise kompensieren
Der vorliegende Band versammelt Fallstudien zu regionalen, politischen und wirtschaftlichen Netzwerkstrukturen in den ehemaligen sozialistischen Staaten Ostmitteleuropas und der DDR. Im Fokus der einzelnen Beiträge stehen Fragen nach der Entstehung von Netzwerkstrukturen und den Motiven ihrer beteiligten Akteure. Sie ermöglichen Einblicke in die Substrukturen zentralstaatlicher Plantwirtschaften, werfen die Frage nach zivilgesellschaftlichen Potentialen auf und beschreiben die Eigendynamik kompensatorischer Kooperationsformen in diktatorisch geprägten Gesellschaften.

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Cover ZS Nr. 41

Band 41

Mario Keßler (Hg.)
Ossip K. Flechtheim
Politischer Wissenschaftler und Zukunftsdenker (1909-1998)

Köln Weimar und Wien 2007, 294 Seiten
ISBN 978-3-412-14206-3

Ossip K. Flechtheim (1909-1998) war Politologe, Rechtssoziologe, Historiker und Mitbegründer der Zukunftsforschung. Der in der Ukraine geborene Forscher und Universitätslehrer wirkte in Deutschland, der Schweiz und den USA. Sein Leben wurde durch die Brüche und Katastrophen des 20. Jahrhunderts geprägt.
Flechtheim schrieb über Kardinalprobleme seiner Zeit: Krieg und Frieden, Demokratie und Diktatur, Faschismus und Antifaschismus, Kommunismus und Nord-Süd-Konflikt. Er  war ein Wegbereiter des Faches Politische Wissenschaft in Deutschland und befasste sich schon früh mit dem Verhältnis von Ökonomie und Ökologie.

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Cover ZS Nr. 40

Band 40

Leonore Ansorg, Bernd Gehrke, Thomas Klein, Danuta Kneipp (Hg.)
»Das Land ist still – noch!«
Herrschaftswandel und politische Gegnerschaft in der DDR (1971–1989)

Köln Weimar und Wien 2009, 394 Seiten
ISBN 978-3-412-14306-0

Häufig bleiben die Diskurse über Opposition in der DDR auf die achtziger Jahre beschränkt und blenden deren Entstehungsbedingungen in den vorangegangenen Jahrzehnten aus. Eine Geschichte politischer Gegnerschaft, die vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen nach Kontinuitäten und Brüchen, nach Abgrenzung und Integration fragt, muss dagegen einen umfangreicheren Zeitraum in den Blick nehmen. Die Beiträger dieses Bandes diskutieren die Entwicklung der Opposition in der DDR im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse und sich verändernder Protestformen in der Ära Honecker. Dabei werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sozialer Milieus in der Ausbildung politischer Gegnerschaft ebenso berücksichtigt wie die sich wandelnden Herrschaftstechniken der Staatsmacht. Damit wird die Geschichte der politischen Gegnerschaft in der DDR aus einer Perspektive dargestellt, die neben den politischen und sozialen auch die kulturellen Veränderungen der DDR-Gesellschaft in dieser Epoche in den Blick nimmt.

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Cover ZS Nr. 39

Band 39

Krijn Thijs
Drei Geschichten, eine Stadt
Die Berliner Stadtjubiläen von 1937 und 1987

Köln Weimar und Wien 2008, 378 Seiten
ISBN 978-3-412-14406-7

Dreimal feierte man im Berlin des 20. Jahrhunderts ein historisches Jubiläum, und jedesmal diente die Stadtgeschichte der Legitimation eines anderen politischen Systems: 1937 inszenierte das NS-Regime die 700-Jahrfeier der Reichshauptstadt, und 1987 begingen Ost- und West-Berlin ihre 750-Jahrfeiern in direkter Konkurrenz. Stolze Festzüge, aufwändige Ausstellungen, reiche Verlagsprogramme und wissenschaftliche Beweisführungen untermauerten die jeweils eigene Erzählung der Stadtgeschichte. Krijn Thijs vergleicht die nationalsozialistische, die liberal-demokratische und die staatssozialistische Variante der Geschichte Berlins. Untersucht werden die Inhalte und Formen der drei historischen Erzählungen sowie ihre Entstehung unter den jeweiligen Rahmenbedingungen in Diktatur und Demokratie. Jenseits der politischen und nationalen Überformungen zeigt sich dabei, dass sich Geschichte nicht beliebig neu konstruieren lässt: Gerade in ihrer gegenseitigen Abgrenzung blieben die Erzählungen stets auch aufeinander bezogen. Der Band spiegelt die Auseinandersetzung zwischen den großen Ideologien des 20. Jahrhunderts im lokalen Raum und erschließt damit zugleich die städtische Geschichtskultur Berlins in den 1930er und 1980er Jahren. Die Studie wurde im Jahr 2007 mit dem Research Prize der Praemium Erasmianum Foundation ausgezeichnet.

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Band 38

Thomas Klein
„Frieden und Gerechtigkeit!“
Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre.

Köln/Weimar/Wien 2007, 548 S.
ISBN 978-3-412-02506-9

Thomas Klein untersucht die Politisierung der Geschichte der „Unabhängigen Friedensbewegung" und der politisch-alternativen Gruppen in Ost-Berlin während der 80er Jah­re. In diesem Zeitraum entwickelten pazifistische Gruppie­rungen innerhalb der evangelischen Kirche und Teile der in den 70er Jahren entstandenen politischen Opposition neue Formen der Zusammenarbeit, die in der „Unabhängigen Friedensbewegung" wirksam wurden. Der Autor unter­sucht die Inhalte des oppositionellen Handelns und das veränderte Selbstverständnis der Gruppen. Er zeigt auf, wie sich dieses Geflecht politisch alternativer Gruppen der unabhängigen Friedens-, Ökologie- und Menschenrechts­bewegung zum bedeutendsten Segment im oppositionellen Spektrum in der DDR entwickelte.

Weitere Untersuchungsschwerpunkte sind der Wandel der staatlichen Repressions- und Herrschaftstechniken sowie die Ausnutzung der divergierenden Interessen der opposi­tionellen Akteure durch die Sicherheitsorgane oder andere Instanzen der Staatsmacht.



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Band 37

Michael Lemke (Hg.)
Schaufenster der Systemkonkurrenz
Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg

Köln/Weimar/Wien 2006, 418 S.
ISBN-10 3-412-02606-9 /ISBN 978-3-412-02606-6

Schärfer und intensiver als an anderen Orten des Ost-West-Konflikts nahm der Kalte Krieg nach 1948 im Raum Berlin-Brandenburg die Züge einer vielschichtigen Systemkonkurrenz an. Dabei entstanden bis zum Mauerbau 1961 auf beiden Seiten der geteilten Region für jedermann erlebbare "Schaufenster" der Überlegenheit der eigenen politischen und gesellschaftlichen Ordnung über die jeweils andere. Doch gab es in der alltäglichen "Normalität" auch Ansätze für eine systemübergreifende regionale Gesellschaft in Berlin-Brandenburg? In den hier versammelten Beiträgen zu Politik, Wirtschaft und Sozialem, aber auch zu Kultur, Alltag und Umwelt wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Auseinandersetzung in ihrer Wechselbeziehung von Konfrontation und Wettbewerb zur Erhaltung oder zur Auflösung des historisch Gewachsenen beitrug. Die Analysen bieten lebendige Darstellungen des Konfliktes zwischen den als Alternativen wahrgenommenen Entwicklungen: fortschreitende Abgrenzung und Teilung oder Bewahrung regionaler Gemeinsamkeiten und Identitäten.


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Band 36

Annette Schuhmann
Kulturarbeit im sozialistischen Betrieb
Gewerkschaftliche Erziehungspraxis in der SBZ/DDR 1946 bis 1970

Köln/Weimar/Wien 2006

Betriebe in der DDR hatten neben ihrem Produktionsauftrag eine Vielfalt von sozialen und kulturellen Funktionen zu erfüllen, wodurch der Arbeitsort eine zentrale Stellung im Alltag und Leben des Einzelnen erhielt. Hauptzielgruppe der betriebsgebundenen Kulturangebote war die Industriearbeiterschaft. Neben der Vermittlung einer stark selektiven Erzählung kommunistischer Arbeiter- und Widerstandsgeschichte sollte betriebliche Kulturarbeit die künstlerische Selbstbetätigung der Belegschaften fördern, die Freizeitbeschäftigung der Arbeiter lenken und inhaltlich am Gestaltungswillen der SED ausrichten. Die Autorin untersucht, wie die an Produktivitätssteigerung und politischer Erziehung orientierte betriebliche Kulturarbeit installiert wurde und wie die Belegschaften sie transformierten. Dabei wird ein Bild der alltäglichen Praxis betrieblicher Kulturarbeit sichtbar, das sich nur selten mit den Intentionen der Organisatoren in Partei und Gewerkschaft deckte.


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Band 35

André Steiner (Hg.)
Preispolitik und Lebensstandard
Nationalsozialismus, DDR und Bundesrepublik im Vergleich

Köln/Weimar/Wien 2006, 224 S.
ISBN-10 3-412-30405-0/ISBN 978-3-412-30405-8

Spätestens der Zusammenbruch der DDR hat die Bedeutung eines vertretbaren Lebensstandards für die Stabilität und Legitimität sozialer Ordnungen unterstrichen. Um diese zu festigen, werden seit jeher die Verbraucherpreise und damit der Lebensstandard staatlich reguliert. Im 20. Jahrhundert erreicht dieses Phänomen jedoch neue Dimensionen. Die hier versammelten Beiträge fragen nach, wie in den Etablierungsphasen der beiden Diktaturen der deutschen Geschichte - dem Nationalsozialismus und der DDR - sowie der Demokratie der frühen Bundesrepublik die Preise instrumentalisiert werden, um den Lebensstandard der Bevölkerung unmittelbar zu beeinflussen und welche Ergebnisse dabei erreicht werden. Darüber hinaus werden Motive und Ziele, Instrumente und Methoden sowie Resultate und Konsequenzen für die Legitimität der jeweiligen Ordnungen vergleichend betrachtet.


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Band 34

Burghard Ciesla
Als der Osten durch den Westen fuhr
Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in Westberlin

Köln/Weimar/Wien 2006

Zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte gehört das Kapitel Eisenbahn in Westberlin zwischen 1945 und 1990. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übergaben die alliierten Sieger die Betriebsrechte für den gesamten Berliner Eisenbahnverkehr dem Transportunternehmen »Deutsche Reichsbahn« in der SBZ. Mit der Teilung der Stadt gehörten plötzlich Tausende Beschäftigte, Millionen Quadratmeter Fläche, Hunderte Kilometer Schienenwege, ein Netz von Anlagen und milliardenschwere Vermögenswerte inmitten von Westberlin zu einem sozialistischen Transportunternehmen. Im Kalten Krieg wurde die Reichsbahn schnell zum politischen Zankapfel. Während sich Westberlin sehr schnell eine »schnittige Moderne« zulegte, schien die kleine Dependance des größten sozialistischen Staatsbetriebes der DDR in eine Welt von Gestern zu versinken. Warum das so war und wie mehr als vierzig Jahre lang der »Osten« buchstäblich durch den »Westen« fuhr, schildert das Buch von Burghard Ciesla.

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Band 33

Thomas Lindenberger (Hg.)
Massenmedien im Kalten Krieg
Akteure, Bilder, Resonanzen

Köln/Weimar/Wien 2006

Der Kalte Krieg wurde nicht nur von Staatsmännern und Militärstrategen in den Spitzenetagen der politischen Macht geführt. In Ost und West machte er sich vielmehr in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bemerkbar. Der öffentlichen Kommunikation kam dabei eine zentrale Funktion zu: Filmemacher und Journalisten, Parteipolitiker und Kirchenvertreter, Wochenschauen und Fernsehstationen kommentierten und interpretierten, legitimierten und kritisierten die lebensbedrohliche Teilung der Welt. Durch den alltäglichen Medienkonsum war der Kalte Krieg im Leben des breiten Publikums präsent. Der ideologische Gegensatz von liberalen Demokratien und kommunistischen Diktaturen schlug sich in gegensätzlichen Vorstellungen von den Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens nieder, die in Massenmedien propagiert und diskutiert wurden. Die Beiträge der Autorinnen und Autoren über Spielfilme, Zeitungs- und Rundfunkjournalismus tragen zu einer neuen, kultur- und mediengeschichtliche Aspekte integrierenden Sichtweise des Kalten Krieges bei.

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Band 32

Jan Claas Behrends
Die erfundene Freundschaft
Propaganda für die Sowjetunion in Polen und in der DDR

Köln/Weimar/Wien 2006, 438 S.
ISBN-10 3-412-23005-7/ISBN 978-3-412-23005-0

Zu den machtpolitischen Instrumenten kommunistischer Herrschaft zählten neben Repression und Gewalt auch Maßnahmen der Erziehung und Propaganda. Vor dem Hintergrund eines historisch belasteten Verhältnisses zu Russland mussten die kommunistischen Regime Osteuropas nach Kriegsende versuchen, ihrer Bevölkerung die enge Bindung an die UdSSR zu vermitteln. Die Freundschaftspropaganda für die Sowjetunion in Polen und Ostdeutschland steht im Zentrum dieser Studie. In transnationaler Perspektive werden die Strukturen der Staaten sowie der Diskurs und die gesellschaftliche Rezeption von Propaganda untersucht. Insbesondere betrachtet der Autor dabei die Rede über die Sowjetunion, die »Erfindung der Freundschaft« in den vierziger Jahren sowie den Führerkult um Stalin und fragt abschließend nach der Wirkungsmacht von Propaganda in der kommunistischen Diktatur.

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Band 31

Peter Hübner/Christoph Kleßmann/Klaus Tenfelde (Hg.)
Arbeiter im Staatssozialismus
Ideologischer Anspruch und soziale Wirklichkeit

Köln/Weimar/Wien 2006, 438 S.
ISBN-978-3-412-18705-7

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, einer Zeit, in der Arbeit knapp zu werden scheint und die Beschäftigungskrise zum politischen Thema geworden ist, erneuert sich auch das Interesse an der Geschichte der Arbeit und der Arbeiterexistenz. Insbesondere geraten dabei die Länder des in den achtziger Jahren zerfallenen sowjetischen Blocks in den Blick. Am Beispiel der DDR im ostmitteleuropäischen Vergleich fragen die in diesem Band versammelten Beiträge nach der sozialen Realität des politisch postulierten "Arbeiterstaates". Dabei stehen die folgenden Themen im Vordergrund: Beziehung zwischen Führungseliten und Arbeiterschaft – Konflikt und Arrangement; Arbeitsbeziehungen und -verhältnisse zwischen ökonomischen und politischen Zwängen; Arbeiterexistenz als soziales Privileg und lebenspraktische Beschränkung; betriebliche und außerbetriebliche Segmente der Lebenswelt im Funktionszusammenhang.

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Band 30

Sylvia Klötzer (Hg.)
Satire und Macht
Film, Zeitung, Kabarett in der DDR


Köln/Weimar/Wien 2005, 438 S.
ISBN-978-3-412-15005-1

Satirische Kritik, die sich auf die DDR richtete, widersprach dem Optimismus, den die SED in ihren Medien verbreiten ließ. Und dennoch war die Partei gezwungen, satirische Kurzfilme, Berufskabaretts und eine Satirezeitung, deren verkaufte Auflage eine halbe Million erreichte, zu etablieren. Worin bestand dieses Paradox DDR-Satire? Wie kam es zum ersten satirischen Großprojekt in der DDR, der DEFA-Stacheltier-Produktion? Weshalb gab es in den siebziger Jahren eine zweite Gründerzeit für Kabaretts? Worin unterschied sich der frühe Eulenspiegel vom späten? Die Untersuchungen zur frühen und späten Satire in der DDR richten sich auf satirische Kurzfilme, die DEFA-Stacheltiere, die Satirezeitschrift Eulenspiegel und Kabarettprogramme des Potsdamer Kabaretts am Obelisk, der Dresdner Herkuleskeule und des Leipziger Studentenkabaretts Rat der Spötter. In den Blick genommen werden Grenzbereiche: Die ersten satirischen Unternehmungen und späte Satiren im letzten Jahrzehnt der DDR, Phasen, in denen Funken sprühten, die in Höhepunkten und Niederlagen endeten.

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Band 29

Christian Th. Müller/Patrice G. Poutrus (Hg.)
Ankunft - Alltag - Ausreise
Migration und interkulturelle Begegnung in der DDR-Gesellschaft


Köln/Weimar/Wien 2005, 341 S.
ISBN 978-3-412-14605-4
 
Für alle modernen Gesellschaften stellt die interkulturelle Begegnung, wie sie vor allem aus der Zuwanderung resultiert, eine fundamentale Herausforderung dar. In diesem Band wird diskutiert, inwieweit die Ausreisegesellschaft DDR den Umgang mit unterschiedlichen Gruppen von Migranten – von Vertriebenen über sowjetische Soldaten bis hin zu politischen Emigranten und fremden Arbeitskräften – gestaltete. Die Rede über die Fremden in der DDR war durch eine Mixtur aus Propaganda, Gerüchten und tradierten Stereotypen gekennzeichnet. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Alltag der DDR-Gesellschaft beleuchten die Beiträge die daraus resultierenden Beziehungen und Konflikte zwischen Fremden und Einheimischen. Sie arbeiten die Dynamik wechselnder Bündnisse von Fremden, Staatsmacht und Bevölkerung in Solidaritätspolitik, Arbeitswelt sowie bei Verteilungskonflikten um knappe Güter heraus. Ein weitgehend unbearbeitetes Feld der historischen DDR- und Kommunismusforschung wird hiermit erschlossen.

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Band 28

Thomas Heimann
Bilder von Buchenwald
Die Visualisierung des Antifaschismus in der DDR (1945-1990)


Köln/Weimar/Wien 2005, 256 S.
ISBN 978-3-412-09804-9
 
Wie kein zweiter Gedächtnisort prägte die Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar den antifaschistischen Kanon und die Erinnerungspolitik in der DDR. Ebenso nachhaltig beeinflußten die Kino- und Fernsehadaptionen des Romans "Nackt unter Wölfen" die Vorstellungen vom heroischen Kampf der Buchenwald-Häftlinge um ihre Selbstbefreiung. Weitere Kinofilme und Fernsehbeiträge popularisierten in der Folgezeit diese Lesart der Ereignisse. Der Band zeichnet das Entstehen der filmischen Bilder nach und setzt Gedenkpolitik und Bildproduktion zueinander in Beziehung. Anhand alten und neuen Archivmaterials rekonstruiert der Autor den Entstehungs- und Gebrauchskontext der in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald gezeigten Einführungsfilme. Dabei weist er Ausblendungen unbearbeiteter Erinnerungen von ehemaligen Buchenwald-Häftlingen nach und dokumentiert vielschichtige, widersprüchliche Kontrollmechanismen des offiziellen Geschichtsbildes.

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Band 27

Christoph Classen
Faschismus und Antifaschismus
Die nationalsozialistische Vergangenheit im ostdeutschen Hörfunk (1945-1953)


Köln/Weimar/Wien 2004, 384 S.
ISBN 978-3-412-15403-5
 
Das antifaschistische Selbstverständnis der DDR gehört seit 1990 zu den umstrittensten Aspekten ihrer Geschichte. Doch im Rahmen der politisch aufgeladenen Debatte war die genaue historische Analyse oft nur wenig gefragt. Die vorliegende Studie untersucht nun auf der Grundlage des seinerzeit wichtigsten Massenmediums, des Radios, die öffentliche Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit während der Nachkriegsjahre. Wie wurden Krieg, Verfolgung und Widerstand dargestellt, was war jeweils sagbar und was nicht? Welche politischen und kulturellen Faktoren einerseits und welche biografischen Erfahrungen andererseits prägten das öffentlich verbreitete Geschichtsbild? Zugleich wird die Unterordnung des ostdeutschen Rundfunks unter den Parteiapparat der SED dargestellt und die Frage nach den gesellschaftlichen Wirkungen des Radios aufgeworfen. Die Untersuchung zeigt, daß die Durchsetzung eines kommunistisch dominierten Geschichtsbildes zunächst auf große Schwierigkeiten stieß und daß die Absicht, die sozialistische Umgestaltung mit Hilfe des Radios zu forcieren, weitgehend scheiterte.

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Band 26

Ulrich Pfeil
Die "anderen" deutsch-französischen Beziehungen
Die DDR und Frankreich 1949-1990


Köln/Weimar/Wien 2004, 704 S.
ISBN 978-3-412-04403-9
 
Im Januar 1988 wird der SED-Generalsekretär Erich Honecker in der französischen Hauptstadt mit allen staatlichen Ehren empfangen. Die DDR scheint einen neuen Gipfel internationaler Anerkennung erklommen zu haben. Doch als der französische Staatspräsident François Mitterand am 20. Dezember 1989 zu seinem Gegenbesuch in die DDR kommt, ist Honecker schon nicht mehr an der Macht und der SED-Staat bereits dem Abgrund nahe. Diese Reise gibt bis heute Anlass zu Spekulationen über Frankreichs Haltung zur deutschen Wiedervereinigung und zum Platz der DDR in der französischen Deutschlandpolitik. Paris hatte "Pankow" bis 1973 offiziell mit diplomatischer Missachtung behandelt und seine Beziehungen zur Bundesrepublik schrittweise ausgebaut, so dass viele ab den 1970er Jahren vom "couple franco-allemand" sprachen. Neue Archivfunde dokumentieren jedoch, dass auch die DDR in der Deutschlandpolitik Frankreichs eine zentrale Rolle spielte. Heute zeigt sich, dass man es auf politisch-diplomatischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene mit einer asymmetrischen und dynamischen Dreiecksgeschichte im Ost-West-Konflikt zu tun hatte.

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Band 25

Siegfried Lokatis
Der rote Faden
Kommunistische Parteigeschichte und Zensur unter Walter Ulbricht


Köln/Weimar/Wien 2003, 391 S.
ISBN 978-3-412-04603-3
 
Warum widmete Walter Ulbricht zehn Jahre lang seine knapp bemessene Freizeit parteigeschichtlichen Fragen? Hatte das Politbüro nichts Besseres zu tun, als über die Redaktion der Briefe Thälmanns zu beraten? Was stand dahinter, wenn Otto Grotewohls fünfbändige Geburtstagsausgabe an einer einzigen Fußnote scheiterte, und weshalb schmolz die Pieck-Ausgabe von fünfzehn Bänden auf sechs zusammen? Welche Geheimnisse verbargen sich hinter dem Streit um den richtigen "Charakter der Novemberrevolution", was durfte man wann über Stalins "Personenkult" schreiben, und warum lautete die einzig richtige Reihenfolge "Karl und Rosa"? Im ideologischen Kernbereich der SED konnte jedes falsche Komma ein politischer Fehler sein und ein gestrichener Name einen Kurswechsel andeuten. "Der rote Faden" führt den Leser in ein untergegangenes Diskurs-Labyrinth, in dem parteigeschichtliche Texte sehr, sehr ernst genommen wurden. Im Mittelpunkt steht dabei die achtbändige "Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung" von 1966, eine mit einzigartigem Aufwand fabrizierte und verbreitete "Heilige Schrift" der SED.

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Band 24

Mario Keßler
Arthur Rosenberg
Ein Historiker im Zeitalter der Katastrophen (1889-1943)


Köln/Weimar/Wien 2003, 335 S.
ISBN 978-3-412-04503-6
 
In seinem kurzen Leben behauptete sich der Historiker und Politiker Arthur Rosenberg (1889-1943) auf verschiedenen Gebieten. Geboren und aufgewachsen im kaiserlichen Berlin, erwarb er sich früh einen guten Ruf als Althistoriker. Nach dem Bruch mit seinem Herkunftsmilieu, dem assimilierten jüdischen Bürgertum und der deutschnationalen Gelehrtenwelt, wurde er ab 1918 ein führender kommunistischer Politiker, der dem Reichstag und der KPD-Spitze angehörte und dort ultralinke Positionen vertrat. Mitte der zwanziger Jahre gelangte er zu einer realistischeren politischen Haltung und verließ 1927 die KPD. In den folgenden Jahren profilierte er sich als Zeithistoriker und unabhängiger Marxist. Er starb 1943 im New Yorker Exil. Seine Bücher über Aufstieg und Fall der Weimarer Republik, zur Geschichte des Bolschewismus und über Demokratie und Sozialismus übten und üben noch immer einen bemerkenswerten Einfluss auf die intellektuellen Debatten zu diesen Themen aus. Die vorliegende Biographie Arthur Rosenbergs zeichnet auch seine wechselvollen Positionen zum Judentum und zum Zionismus nach.

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Band 23

Thomas Lindenberger
Volkspolizei
Herrschaftspraxis und öffentliche Ordnung im SED-Staat 1952-1968


Köln/Weimar/Wien 2003, 503 S.
ISBN 978-3-412-02003-3
 
Wie in jeder modernen Gesellschaft gab es in der DDR eine "öffentliche", uniformierte Polizei, die im Alltag für "Ordnung und Sicherheit" sorgen sollte. In den Forschungen zur Geschichte der zweiten deutschen Diktatur stand ihre Bedeutung bislang im Schatten der allgegenwärtigen Geheimpolizei, der Stasi. Die vorliegende Studie stellt die erste auf unveröffentlichte Quellen gestützte wissenschaftliche Monografie zur Geschichte der Deutschen Volkspolizei dar. Direkt den Weisungen der SED-Sicherheitspolitiker unterstellt, war dieses "Organ" der "Arbeiter-und-Bauern-Macht" ein wichtiges Bindeglied zwischen dem SED-Staat und seinen Bürgern. Fast ausschließlich aus Arbeiterkreisen rekrutiert, sollte die "VP" nicht nur politisch zuverlässig, sondern auch eine Polizei "aus dem Volk und für das Volk" sein. Oberstes Motto ihrer Arbeitsweise war die "enge Verbindung zur Bevölkerung". Ihre Symbolfigur, der "Abschnittsbevollmächtigte", kurz "ABV", verkörperte gerade auf dem Land als gutmütig-gestrenger "Dorfsheriff" die harmoniesüchtige Utopie einer "sozialistischen Polizei". Deren repressiv-autoritäre Kehrseite wird anhand der Überwachung und Drangsalierung jugendlicher "Rowdys" und "Beatfans" dargestellt.

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Band 22

Bernd Stöver
Die Befreiung vom Kommunismus
Amerikanische "Liberation Policy" im Kalten Krieg 1947-1991


Köln/Weimar/Wien 2002, 992 S.
ISBN 978-3-412-03002-5
 
Die amerikanische Liberation Policy, die ab 1947 maßgeblich vom späteren US-Außenminister John Foster Dulles entwickelt wurde, forderte eine Befreiung der kommunistisch beherrschten Staaten. Mit dem Regierungsantritt Dwight D. Eisenhowers rückte sie in der öffentlichen Wahrnehmung in den Rang einer offiziellen Strategie. Die historische Forschung hat die Befreiungspolitik allerdings lange Zeit als reine Rhetorik verstanden, die allenfalls eine Funktion in der US-Innenpolitik erfüllen sollte. Die mittlerweile freigegebenen Unterlagen zeigen, dass diese Sichtweise nicht mehr haltbar ist. Der vorliegende Band analysiert auf der Basis amerikanischer, west- und ostdeutscher sowie osteuropäischer Quellen umfassend und gründlich die Entstehung, Karriere, Praxis und Wirkung dieses Offensivkonzepts, das in den Jahren unmittelbar vor dem Ende desKalten Krieges unter Ronald Reagan seine offizielle Renaissance erlebte.

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Band 21

Arnd Bauerkämper
Ländliche Gesellschaft in der kommunistischen Diktatur
Zwangsmodernisierung und Tradition in Brandenburg nach 1945


Köln/Weimar/Wien 2002, 641 S.
ISBN 978-3-412-16101-9
 
Das Buch zeigt, inwiefern es den Machthabern in der SBZ/DDR gelang, auf dem Land eine neue "sozialistische" Gesellschaft zu errichten. Über die Agrarpolitik des Regimes hinaus behandelt die Studie die Auswirkungen von Bodenreform und Kollektivierung, insbesondere in Brandenburg. Dabei geht es auch um den Umgang gesellschaftlicher Gruppen und einzelner Dorfbewohner mit den politischen Eingriffen sowie um die Reaktionen der Menschen auf den Wandel ihrer Lebenswelt. Die Durchsetzung der Bodenreform und die schwierige Bildung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften werden ebenso untersucht wie die Not der Neubauern, das Lavieren der Funktionäre auf dem Lande, die Vertreibung der "Großbauern" und der Wandel innerhalb der Landarbeiterschaft.

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Band 20

Thomas Klein
"Für die Einheit und Reinheit der Partei"
Die innerparteilichen Kontrollorgane der SED in der Ära Ulbricht


Köln/Weimar/Wien 2002, 501 S.
ISBN 978-3-412-13401-3
 
Das Buch bietet einen historischen Abriss der innerparteilichen Kontrollorgane der SED bis 1971 und ihrer Vorgeschichte. Die Kontrollorgane spielten im Prozess der Stalinisierung der SED und später während ihrer poststalinistischen Transformation und "Modernisierung" eine besondere Rolle. Sie galten als innerparteiliche "politische Polizei" bzw. als Wächter über "Einheit und Reinheit". Die Wirkungsgeschichte dieser Organe - insbesondere ihre Funktion bei den Parteisäuberungen, bei der Verfolgung von oppositionellen und widerständigen Sozialdemokraten und Kommunisten, bei der "Immunisierung" der SED gegen abweichende politische Konzeptbildungen und bei der Konditionierung ihrer Kader und Mitglieder - wird über den gesamten Untersuchungszeitraum dargestellt und in die allgemeine Partei- und Gesellschaftsgeschichte eingebettet. Besonderer Wert wird auf die Entschlüsselung der "internen Logik" dieser Organe sowie auf die Entwicklung ihrer Handlungsmaximen gelegt. Aus der Vielzahl von Fallbeispielen und Einzelschicksalen entsteht ein plastisches Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit in der DDR.

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Band 19

Patrice G. Poutrus
Die Erfindung des Goldbroilers
Über den Zusammenhang zwischen Herrschaftssicherung und Konsumentwicklung in der DDR


Köln/Weimar/Wien 2002, 240 S.
ISBN 978-3-412-14400-5
 
Das Buch behandelt die Entstehungs- und Bedeutungsgeschichte des Brathähnchens - des Goldbroilers - vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der DDR. Der Aufbau einer industriellen Geflügelzucht und -mast diente dem Zweck, entstandene Versorgungslücken bei Fleisch durch Geflügel zu ersetzen. Anhand dieses historischen Sonderproblems aus der Entwicklung der DDR-Gesellschaft wird das spannungsvolle Verhältnis von totalem Macht- und Gestaltungsanspruch der SED und dem "Eigen-Sinn" der Bevölkerung dargestellt.

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Band 18

Mario Keßler
Exilerfahrung in Wissenschaft und Politik
Remigrierte Historiker in der frühen DDR


Köln/Weimar/Wien 2001, 367 S.
ISBN 978-3-412-14300-8
 
Remigranten bildeten die zentrale Personengruppe in der Gründergeneration der DDR-Historiker. Worin bestand ihr Beitrag zur Etablierung einer marxistisch-leninistischen Geschichtswissenschaft? Wie konnten sie unter den Bedingungen der Diktatur ihre Erfahrungen des Exils nutzen? Wie agierten die Remigranten im Spannungsfeld zwischen parteipolitischen Vorgaben und wissenschaftlicher Arbeit? Wie stellten sie sich zu ihren bundesdeutschen Kollegen? Wieweit deformierte der Missbrauch der Geschichte als Legitimationswissenschaft ihre Arbeit? Das Buch enthält biographische Studien zu Ernst Engelberg, Jürgen Kuczynski, Alfred Meusel, Hans Mottek, Karl Obermann, Arnold Reisberg, Wolfgang Ruge, Albert Schreiner und Leo Stern.

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Band 17

Michael Lemke
Einheit oder Sozialismus?
Die Deutschlandpolitik der SED 1949-1961


Köln/Weimar/Wien 2001, 546 S.
ISBN 978-3-412-14200-1
 
Plante die SED mit ihrer Deutschlandpolitik tatsächlich eine Wiedervereinigung als Übertragung des Modells DDR auf die Bundesrepublik? Oder gab das propagierte Einheitsziel von Anfang an lediglich die nationale Ummäntelung für die Ostintegration der DDR ab? Die politikgeschichtliche Monographie von Michael Lemke untersucht die Deutschlandpolitik der SED im Kontext des Kalten Krieges. Der Autor stellt verschiedene Phasen der SED-Deutschlandpolitik vor und geht der Frage nach, wie sich im Zusammenhang mit sowjetischen, bundesdeutschen und anderen äußeren wie inneren Faktoren die deutschlandpolitischen Interessen und Handlungsspielräume der SED wandelten. So wird untersucht, ob parteiintern tatsächlich eine gesamtdeutsche Alternative zum Aufbau des Sozialismus in Ostdeutschland wahrgenommen wurde. Dabei erhärtet sich die These, dass die SED frühzeitig versuchte, gesamtdeutsche Experimente der Sowjetunion zu verhindern und dass verschiedene innere Bedingungen von Partei, Staat und Gesellschaft eine eigenstaatliche Entwicklung der DDR lange Zeit hemmten.

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Band 16

Christoph Kleßmann/Bernd Stöver (Hg.)
1953 - Krisenjahr des Kalten Krieges in Europa


Köln/Weimar/Wien 1999, 246 S.
ISBN 978-3-412-03799-4
 
Der Tod Stalins, der Kampf seiner Nachfolger sowie die Aufstände in der Tschechoslowakei und in der DDR markieren die dramatischen Eckpunkte des Krisenjahres 1953. Das Jahr schien aber auch neue Spielräume für die Satellitenstaaten der Sowjetunion zu versprechen und verstärkte dort wie im Westen Erwartungen auf ein Tauwetter im Kalten Krieg oder gar auf einen inneren Zerfall des sowjetischen Imperiums. Inwieweit war Moskau damals zu Zugeständnissen bereit? Hätte man möglicherweise sogar die DDR, das "ungeliebte Kind", freigegeben? In welcher Weise reagierte der Westen auf die Schwäche des Sowjet-Imperiums? Hat er 1953 eine weitere Chance verpaßt? Antworten auf diese Fragen geben die Autoren dieses Bandes.

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Band 15

Peter Hübner (Hg.)
Eliten im Sozialismus
Beiträge zur Sozialgeschichte der DDR


Köln/Weimar/Wien 1999, 476 S.
ISBN 978-3-412-13898-1
 
Der Band präsentiert die Ergebnisse der zeithistorischen Elitenforschung über die sowjetische Besatzungszone und die DDR. Die Beiträge beleuchten eine breites Themenspektrum, das den Elitenwechsel nach 1945, die Konstituierung neuer Macht- und Funktionseliten, ihren Wandel und die Auswirkungen des 1989/90 einsetzenden Transformationsprozesses umfaßt. Die Autoren beschreiben die Kontinuitäten und Brüche in der Entwicklung der DDR-Eliten und untersuchen die Rolle von Tradition und Mentalität im Elitenwandel. Anhand detaillierter Studien zu einzelnen Führungsgruppen des SED-Regimes, zu den verschiedenen Segmenten der Macht- und Verwaltungsapparate, zu Expertenkreisen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur entsteht ein differenziertes Bild von Karrierebedingungen und politischen Haltungen dieser Personengruppen.

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Band 14

Martin Sabrow (Hg.)
Geschichte als Herrschaftsdiskurs
Der Umgang mit der Vergangenheit in der DDR


Köln/Weimar/Wien 1999, 476 S.
ISBN 978-3-412-13798-4
 
Gegenstand dieses Bandes sind die Denkmuster und Leitbilder, mit denen unter den Bedingungen einer sozialistischen Diktatur Vergangenheit in Geschichte verwandelt wurde. Die Autoren thematisieren Zensurpraktiken und Herrschaftswissen, filmische Kriegserinnerungen und wissenschaftliche Meistererzählungen, um hinter den unterschiedlichen Präsentationsformen und Gattungen die gemeinsamen Ordnungsvorstellungen und Konstruktionsgrenzen auszumachen, die die historische Wirklichkeit der DDR ausmachten. Aus dem Inhalt: Widerstands-Geschichte und Helden-Berichte; Kriegsbilder im frühen DDR-Film; "Befreiung" im DDR-Hörfunk; Remigranten in der frühen DDR-Geschichtswissenschaft; Die Geschichte des Hochschullehrbuchs deutsche Geschichte; Meinungsstreit und Herrschaftsdiskurs; Geschichtswerkstatt Zensur

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Band 13

Michael Lemke (Hg.)
Sowjetisierung und Eigenständigkeit in der SBZ/DDR (1945-1953)


Köln/Weimar/Wien 1999, 365 S.
ISBN 978-3-412-13698-7
 
Acht Zeitgeschichtler untersuchen auf der Grundlage neuen Quellenmaterials aus deutschen, russischen, amerikanischen und tschechischen Archiven den Modus der Übertragung des sowjetischen Modells auf die SBZ/DDR und auf andere Staaten im europäischen Machtbereich der UdSSR nach 1945. Dabei werden das Spannungsverhältnis zwischen sowjetischen und nationalen Interessen sowie das Wesen und die Formen der Kooperation zwischen Sowjets und linken nationalen Parteien und Organisationen analysiert. Die Autoren beschäftigt besonders die Frage nach den eigenen Motiven für eine Übernahme sowjetischer Vorbilder. Schwerpunkte des Bandes bilden die Analyse der Transformation kommunistischer in stalinistische Parteien und ein Vergleich von Sowjetisierungsbedingungen, Methoden und Instrumentarien im Prozeß der kommunistischen Machtergreifung. Dabei wird auch der in der Forschung bislang vernachlässigten Frage nach den Unterschieden zwischen der Sowjetisierung und anderen Formen sowjetischen Einflusses nachgegangen.

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Band 12

Thomas Lindenberger (Hg.)
Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur
Studien zur Gesellschaftsgeschichte der DDR


Köln/Weimar/Wien 1999, 370 S.
ISBN 978-3-412-13598-0
 
Geschichte der DDR das ist nicht nur die Geschichte der SED und des von ihr diktatorisch gelenkten Staates, sondern vor allem die Geschichte der Menschen, die in und mit diesem Staat gelebt haben. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit, in der Öffentlichkeit, fast überall wurden ihre sozialen Beziehungen durch die SED reglementiert, vereinnahmt oder eingeschränkt und zerstört. Als soziale Praxis betrachtet, erschöpfte sich die Herrschaft der Einheitssozialisten dabei keineswegs in Akten der Repression und Verfolgung. Diese waren immer flankiert von fürsorglicher und erzieherischer Zuwendung. Die DDR-Bürger hatten verschiedene Möglichkeiten, mit den Bevormundungen, aber auch Anforderungen und Mitmach-Angeboten umzugehen. Das Spektrum reichte von idealistischem Engagement und Opportunismus über "unpolitische Distanz" bis hin zur verbissenen Verteidigung der persönlichen Sphäre gegen als zu weit empfundene Eingriffe. Die Autoren spüren diesen unterschiedlichen Deutungen und Verhaltensweisen gegenüber politischer Herrschaft im DDR-Alltag nach und rekonstruieren jenen individuellen wie sozialen Eigen-Sinn, der neben und jenseits der kommunistischen Herrschaftsideologie zum Leben in der DDR gehörte.

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Band 11

Sonja Häder
Schülerkindheit in Ost-Berlin
Sozialisation unter den Bedingungen der Diktatur (1945-1958)


Köln/Weimar/Wien 1998, 383 S.
ISBN 978-3-412-13997-1
 
Die Studie behandelt die Bildungsgeschichte der SBZ und der frühen DDR in einer neuen Perspektive. Sie analysiert nicht nur den Strukturwandel des ostdeutschen Bildungswesens zwischen 1945 und 1958 vor dem Hintergrund der sich konstituierenden SED-Diktatur, sondern fragt auch nach den sozialen Folgen, den kulturellen Vermittlungen und mentalen Wirkungen parteistaatlicher Erziehungsmethoden. Am Beispiel einer der ältesten Ostberliner Schulen aus dem "Scheunenviertel" werden Lebenswelten und Erfahrungen von Schulkindern untersucht bzw. Einblicke in ihren Alltag zwischen Familie, Straßenclique und Pioniergruppe gegeben. Neben neu erschlossenen archivalischen Quellen, auch einer Reihe von Sozialstatistiken, bilden ausführliche retrospektive Interviews mit Zeitzeugen sowie zahlreiche Fotografien die Quellenbasis.

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