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Vom Stasi-Gefängnis zum „Haus der Demokratie“.
Ausstellungsmodul der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert

Kooperationsprojekt mit dem Potsdam-Museum
Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kulturland Brandenburg, der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung sowie der Fördergemeinschaft Lindenstraße 54


Leitung und Bearbeitung: Jutta Götzmann, Hans-Hermann Hertle, Gabriele Schnell (Kuratorin), Peter Ulrich Weiß, Hannes Wittenberg

In der Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 verschränkt sich auf einzigartige Weise die Kontinuität politischer Verfolgung von 1933 bis 1989 mit der Geschichte der Überwindung der SED-Diktatur in der friedlichen Revolution des Jahres 1989/90. Das Ausstellungsmodul „Haus der Demokratie“ ist Teil der Gesamtausstellung in der Gedenkstätte. Seine Präsentation fügt sich in die Gestaltungsart der anderen Module ein, bricht diese jedoch zugleich mit neuen Gestaltungsmitteln auf, um den Sieg der Demokratie an diesem Ort zu veranschaulichen.

Für den Zeitraum der beiden deutschen Diktaturen sind mit diesem Ort die Schicksale Zehntausender politischer Opfer unmittelbar verbunden. Während der sowjetischen Besatzungsherrschaft (1945–1952) wurden Frauen und Männer vom sowjetischen Geheimdienst in der Mehrheit als angebliche „Konterrevolutionäre“ und „Spione“ inhaftiert, von sowjetischen Militärtribunalen verurteilt und schließlich seit 1952 als „Feinde“ der SED-Diktatur vom Staatssicherheitsdienst in Untersuchungshaft genommen.

Während der friedlichen Revolution im Herbst 1989 beschleunigten Potsdamer Bürgerrechtler mit einer Besichtigungs- und Kontrollaktion der Stasi-Bezirksverwaltung und des Stasi-Gefängnisses am 5. Dezember 1989 das Ende der Staatssicherheit. Die neuen Bewegungen übernahmen im Januar 1990 das „Lindenhotel“ als ihr Potsdamer „Haus der Demokratie“ und betrieben dort bis zum Sommer 1990 ihre Büros.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die oppositionellen Gruppen und ihre Protagonisten in der Stadt und im Bezirk Potsdam, die Formierung zu Bewegungen und Parteien im Herbst 1989 und ihre Entwicklung hin zu den Organisationen der demokratischen Umgestaltung, die das Ende des SED-Staates herbeiführten und die Herstellung der deutschen Einheit ermöglichten.

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