LanguageSwitcher
   Projekte 2015       Projekte 2014       Projekte 2013       Projekte 2012       Projekte 2011       Projekte 2010       Projekte 2008       Projekte 2006/2007   

Abteilung III:

Wandel des Politischen im 20. Jahrhundert: Rechte, Normen, Semantik

Leitung: Stefan-Ludwig Hoffmann

Es ist eines der Paradoxa der Geschichte des 20. Jahrhunderts: das Nebeneinander von entfesselter staatlicher Disziplinar- und Tötungsmacht auf der einen und zerfallender Staatsgewalt – etwa durch die Entstehung transnationaler Normen und Rechte – auf der anderen Seite. Die Forschungsvorhaben der Abteilung Wandel des Politischen im 20. Jahrhundert gehen der Frage nach, wie diese scheinbar widersprüchlichen säkularen Prozesse zusammenhängen.
Lässt sich ein die Staaten und Machtblöcke übergreifender Wandel erkennen, im Zuge dessen sich politisches Handeln zunehmend an universellen Rechten und Normen orientiert bzw. auf eine Politisierung ihrer Verletzung zielt? Verlieren überkommene politische Ordnungsideen, die in Begriffen wie Territorium, Klasse oder Volk zum Ausdruck kommen, im Laufe des 20. Jahrhunderts an Geltung? Welche politisch-sozialen Leitbegriffe treten an ihre Stelle?
Gemeinsam ist den Forschungsvorhaben der Versuch, die Rechts- und Sozialgeschichte enger mit der Politischen Kulturgeschichte, der Transnationalen Geschichte und der Historischen Semantik zu verbinden. Eine Historisierung der Genese und Geltung der Menschenrechte etwa ist in dieser methodischen Verknüpfung besonders aussichtsreich.
Die übergreifende Fragestellung nach dem Wandel des Politischen ermöglicht darüber hinaus eine integrierte Perspektive auf die Geschichte Europas und der Welt im 20. Jahrhundert, auf Prozesse der Abwehr und Aneignung von normativen Ordnungen – diesseits und jenseits des Nationalstaats.

Alle Rechte an Texten, Bildern und sonstigen Inhalten liegen beim ZZF (2011).