Stabilität vs. Systemkrise - die DDR im Jahre 1987
Eine gemeinsame Konferenz des ZZF, der Koordinationsstelle des Projektverbunds Zeitgeschichte Berlin-Brandenburg und der LStU Berlin
5.12. 2006, 10.00 - 18.00 Uhr
Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte Potsdam
Als Erich Honecker im September 1987 nach Bonn reiste, galt die DDR in den Augen der meisten Zeitgenossen in Ost und West als stabiler Staat. Dass sich gleichzeitig die krisenhaften Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft der DDR beschleunigten, wurde zwar wahrgenommen, aber noch nicht als Anfang vom Ende interpretiert. Erst im Rückblick wird deutlich, wie brüchig die realsozialistische (Schein-)Normalität in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war.
Seit dem Ende der SED-Diktatur ist intensiv nach den Ursachen der Friedlichen Revolution geforscht worden. Bis heute mangelt es jedoch an systematischen Untersuchungen zu den mittelfristigen Bestimmungsfaktoren der Systemkrise von 1989, die auch die Wechselbeziehungen zwischen der zentralen, regionalen und lokalen Ebene berücksichtigen. Diesen Fragen und Zusammenhängen sollen die Teilnehmer auf dem eintägigen zeitgenössischen Workshop am Beispiel des Jahres 1987 nachgehen. Ziel ist es, aktuelle Forschungsergebnisse zu präsentieren und neue Untersuchungsperspektiven mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum der Friedlichen Revolution 2009 zu entwickeln. Dabei sollen möglichst viele Bereiche der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung angesprochen werden. Folgenden drei Themenkomplexen messen die Veranstalter besondere Bedeutung bei:
* Herschaftsstrategien und Herrschaftspraxis
* Alltag in der Diktatur
* Opposition und Widerstand
Der Workshop richtet sich an interessierte DDR-Forscher und Mitarbeiter von Museen, Gedenkstätten und Archiven
Anmeldung bis zum 1. 12. 2006 bei Jens Schöne (LStU)
Tagungsprogramm (PDF)
Internationale wissenschaftliche Konferenz
Die Ungarische Revolution 1956
Kontext – Wirkung – Mythos
Berlin, 4. bis 6. Oktober 2006
in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Berlin-Gendarmenmarkt
Eine Veranstaltung des Collegium Hungaricum Berlin, der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam in Zusammenarbeit mit Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte. Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

Die ungarische Revolution von 1956 markiert eine wichtige Zäsur in der ungarischen Geschichte und darüber hinaus in der deutsch-deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte. Neben dem 17. Juni 1953, dem „Prager Frühling“ 1968, der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc 1980 in Polen und den friedlichen Revolutionen 1989 gehört sie zu den wichtigsten Massenprotesten in den Ländern des Ostblocks. Ähnlich wie 1953 in der DDR und 1968 in der Tschechoslowakei wurde der ungarische Aufstand gewaltsam durch das militärische Eingreifen der Sowjetunion beendet.
Ermutigt durch das vom XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 ausgehende „Tauwetter“ und die Arbeiterdemonstrationen im polnischen Posen demonstrierten und kämpften seit dem 23. Oktober 1956 hunderttausende Menschen in Budapest und vielen weiteren Orten Ungarns für freie Wahlen, die Freilassung aller politischen Häftlinge, die Abschaffung der Zensur und den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen. Am 1. November stellte sich die Regierung unter Ministerpräsident Imre Nagy auf die Seite der Aufständischen und beschloss den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt und die Neutralität des Landes.
In der offiziellen Erinnerungspolitik der Ära Kádár wie auch in den anderen Ländern des Ostblocks wurden die Ereignisse von 1956 verdrängt, weitestgehend tabuisiert oder als Konterrevolution interpretiert. Gegen diese Deutung richtete sich die inoffizielle Tradierung des Aufstandes innerhalb der ungarischen Emigration und der Opposition im Land. Nach dem Umbruch von 1989/90 wurden die Ereignisse des Jahres 1956 in Ungarn zum Gegenstand heftiger innenpolitischer Kontroversen, die teilweise bis in die Gegenwart andauern.
Die internationale Konferenz „Die ungarische Revolution 1956: Kontext – Wirkung – Mythos“ stellt den Stand der Forschung und insbesondere neuere Forschungsergebnisse zur Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte dieses Schlüsselereignisses der ungarischen Geschichte vor. Die traditionelle politikgeschichtliche Perspektive auf die Ereignisse wird durch neuere sozial- und kulturgeschichtliche Ansätze erweitert. In einer transnationalen Perspektive werden die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Krisensituationen im Ostblock in den Blick genommen. Die Tagung nimmt den 50. Jahrestag des Aufstandes zum Anlass, um nach dessen Stellenwert in der europäischen Erinnerungslandschaft zu fragen.
Tagungsprogramm (PDF)
From Samizdat to Tamizdat
Dissident media crossing borders before and after 1989
Institut für die Wissenschaften vom Menschen,Vienna in co-operation with
Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Vienna, 12-15 September, 2006
Tagungsprogramm (PDF)
Germany and the East - Trans-Atlantic Summer Institute in German Studies (TASI)
20.07.2006-04.08.2006
Center for Metropolitan Studies an der Technischen Universität Berlin
The Trans-Atlantic Summer Institutes provide a unique forum for graduate-level students in Germany and North America to collaborate in the exploration of advanced topics relating to Germany and its role in Europe. Each summer, twelve German and twelve North American graduate-level students work intensively for three weeks and explore in depth questions that will enrich their dissertations in German Studies. The Summer Institutes also aim to make a major contribution to the training of the next generation of experts on Germany and Europe. They introduce German students to the American university and the larger academic culture of the United States; North American students will acquire a similar familiarity with the German setting. They therefore foster the international discussions and collaborations that are fundamental to the scholarly enterprise. As a student in the Summer Institute, you will learn how to combine the best aspects of training in both countries—the close attention to archival sources and their interpretation in Germany with the broad trans-disciplinary readings that characterize North American scholarship.
Tagungsprogramm (PDF)
Conference
Underground Publishing and the Public Sphere
27. - 29. Juli 2006
im Wissenschaftzentrum Berlin
The conference is a first-time attempt at investigating the phenomenon of political underground literature in a comparative and transnational perspective. The enterprise seeks to bring together experts on the theory of public sphere, historians of absolutism and experts on underground publishing in modern dictatorships such as Nazism and Communism. The geographical framework for case studies shall reach roughly from France to Russia, but is open to include non-European cases such as Communist China or Apartheid South Africa. Senior experts and young scholars will be given the opportunity to present new original research. National surveys are as much in demand as detailed studies on social, intellectual, and cultural aspects of underground publishing or on theoretical questions concerning the structural change of the public sphere. The influence of counter publics on the revolutions of 1789 and 1989 may also be a question of debate.
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Workshop
Personelle Netzwerkstrukturen in sozialistischen Gesellschaften sowjetischen Typs (1945-1989): Grundannahmen und Forschungsbefunde
10. Juli 2006 im Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
Das seit dem seit dem Sommer 2004 am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam bearbeitete Projekt „Netzwerke lokaler Eliten in der DDR in den 1970er und 1980er Jahren“ zielt mit seinem Frageansatz auf die Funktionsweise jener lokalen Kooperationsbeziehungen, mit deren Hilfe unter den Bedingungen des Realsozialismus ein „Ressourcenhandel“ außerhalb der zentralisierten Planung organisiert wurde, um vor allem soziale Probleme in Betrieben und Wohnorten zu entschärfen oder zu lösen.
Nachdem im Juni 2005 ein erster Workshop zu diesem Themenkreis methodische Fragen ins Zentrum stellte, soll die Fortsetzung im Juli 2006 die empirischen Befunde stärker in den Mittelpunkt rücken.
Als Themenschwerpunkte sind vorgesehen:
* Demokratischer Zentralismus und Netzwerke: ein Funktionsdilemma?
* Handlungsdeterminanten: Lokale und regionale Milieus und Traditionen
* Fallbeispiele aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur
* Generalisierungen: Netzwerkphänomene im Vergleich
Das Forschungsinteresse richtet sich primär auf die Geschichte der DDR, doch sollen mit diesen thematischen Akzenten auch komparative Perspektiven auf ost- und westeuropäische Entwicklungen erschlossen werden. Beiträge zu dem einen oder anderen Schwerpunkt sind ebenso erwünscht wie andere, die diesen Problemen in komplexen Fallstudien aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur nachgehen.
Kontakt: Dr. Annette Schuhmann (
)
Tagungsprogramm (PDF)
Workshop
"Das Rad der Geschichte eignet sich nicht für unsere Strassen!"
Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland
vom 30. Juni bis 1. Juli 2006
im Tagungsraum des Instituts, Am Neuen Markt 9d
Seit "Perestrojka" und "Glasnost" ist in Russland eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte möglich. Der Staat verlor in den letzten fünfzehn Jahren schrittweise sein alleiniges Deutungsmonopol über Vergangenheitsfragen und wurde zu einem unter mehreren geschichtspolitischen Akteuren in einer stellenweise sehr heterogenen Erinnerungslandschaft. Der Siegeszug, auf dem sich das methodische Konzept von Erinnerung und Gedächtnis in der Geschichtswissenschaft inzwischen befindet, ist somit auch an der Erforschung der russischen und sowjetischen Geschichte nicht spurlos vorübergegangen. Mit der Konferenz soll nun erstmals der Versuch unternommen werden, ausgewählte Aspekte von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland in interdisziplinärer Perspektive zu analysieren.
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Tagung
"1968 als Erinnerungsort"
vom 19. - 20. Mai 2006
im Tagungsraum des Instituts, Am Neuen Markt 9d
Die in Kooperation des DVPW-Arbeitskreises "Politik und Geschichte" mit dem ZZF veranstaltete Tagung "1968 als Erinnerungsort" soll die Frage diskutieren, welche Erzählungen, Bilder und Mythen von "1968" existieren, welche Akteure sie in welchen Kontexten geprägt haben bzw. prägen und inwieweit sie das historische Ereignis überlagern, reduzieren oder instrumentalisieren. Die bisherigen Interpretationen bewegen sich bekanntlich zwischen der Auffassung, 1968 habe eine Revolution stattgefunden, und der Position, es habe sich lediglich um einen Reformimpuls gehandelt. Zu diesem Deutungsspektrum gehören ebenso das Verständnis von "1968" als der Geburtsstunde einer systemoppositionellen Bewegung und die Meinung, es habe sich im Gegensatz dazu um die bis dato ausstehende, zivile Neugründung der Demokratie gehandelt.
Tagungsprogramm (PDF)
Konferenz
Herrschaft und Charisma. Zum Wandel des Politischen im 20. Jahrhundert
vom 4. bis 6. Mai 2006
im Konferenzsaal des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Am Neuen Markt in Potsdam
Mit der Tagung soll der Versuch unternommen werden, die in den Geschichtswissenschaften traditionell auf Führerpersönlichkeiten beschränkte Diskussion des Charisma-Konzepts zu erweitern und dabei sozial- und kulturwissenschaftliche Anregungen aufzunehmen. Um dieser Themenstellung gerecht zu werden, wurde eine Struktur der Tagung erarbeitet, die es erlaubt, anhand von zentralen Begriffen die charismatische Aufladung der Sphäre des Politischen in den unterschiedlichen Herrschaftsformen des 20. Jahrhunderts zu erörtern.
Tagungsprogramm (PDF)
Workshop
"Welfare State Regimes, Public Education and Child Care – Theoretical Concepts for a Comparison of East and West"
vom 31. März bis 1. April 2006 am ZZF in Potsdam
Der Workshop und eine Tagung 2007 in Köln widmen sich einem höchst aktuellen politischen Thema - der Ganztagsschule - dessen Diskussion sie historische Tiefenschärfe geben wollen. Die systematische Vergleichperspektive wird die spezifische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland erklären helfen und kann dadurch auch Hinweise darauf geben, wo bei einer erfolgreichen Reform angesetzt werden müsste.
Veranstalter: Prof. Dr. Karen Hagemann (Projektleitung, University of North Carolina at Chapel Hill / Technische Universität Berlin), Prof. Allemann-Ghionda (Universität Köln) und Prof. Konrad Jarausch (ZZF)
Eine PDF-Datei mit den biographische Angaben zu den Referentinnen und Referenten finden Sie hier.
Eine PDF-Datei mit den Abstracts der Vorträge hier.
Interessierte Teilnehmer an diesem Workshop melden sich bitte unter der Email-Adresse
an oder benutzen das Anmeldformular unter www.time-politics.com/Potsdam_anmeldeformular1.pdf
Eine PDF-Datei mit den Hinweisen zum Veranstaltungsort und zur Anreise finden Sie hier
Pressestimmen: Juliane Schoenherr, Hilfe für "Rabenmütter", in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 5. April 2006 unter http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/05.04.2006/2446988.pnn
Tagungsprogramm (PDF)

Workshop
Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg 1948-1975. Wissenschaft, Technik, Kultur und Alltag im "Schaufenster"
vom 27. bis 28. Januar 2006 am ZZF in Potsdam
Die Veranstaltung fügt sich als ein geschichtswissenschaftliches Experten-Podium in die Workshopreihe am ZZF über die Spezifika des Kalten Krieges im Verflechtungs- und Teilungsraum Berlin-Brandenburg ein. Anhand neuer Forschungsergebnisse zu ausgesuchten Bereichen der regionalen Systemauseinandersetzung wird zum einen die Tragfähigkeit der in den letzten Jahren entwickelten Ideen und Konzepte (Konkurrenz und "Schaufenster") erprobt. Zum anderen dient der Workshop der Diskussion von institutionell übergreifenden Fachproblemen und weiterführenden Fragen und somit auch der Klärung des Problems, wie sich die Perspektiven der einschlägigen Forschung gestalten könnten. Gleichfalls sollen die Möglichkeiten von Kooperationsbeziehungen zwischen den mit der Problematik befassten Institutionen und Wissenschaftlern weiter erörtert werden.
Interessierte Teilnehmer an diesem Workshop melden sich bitte unter der Email-Adresse
an.
Tagungsprogramm (PDF)
Call for Papers für das IV. Potsdamer Doktorandenforum
"Europäischer Kulturtransfer im 20. Jahrhundert"
vom 28. bis 29. April 2006 am ZZF in Potsdam
Am 28./29. April 2006 findet das IV. Potsdamer Doktorandenforum zum Thema "Europäischer Kulturtransfer im 20. Jahrhundert" statt. Da der Kulturtransfer angesichts der gegenwärtigen Transnationalisierung historischer Forschung in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses rückt, möchte das IV. Potsdamer Doktorandenforum vielfältige Arbeiten des akademischen Nachwuchses auf dem Gebiet des raum- und gesellschaftsübergreifenden kulturellen Austausches im europäischen 20. Jahrhundert zusammenführen. Auf dem Doktorandenforum soll Kulturtransfer sich keinesfalls ausschließlich auf eine sogenannte "Hochkultur" intellektueller Eliten beziehen, sondern auch alltagsweltliche und wirtschaftliche Dimensionen der Begegnung und des Austausches zwischen unterschiedlichen Gesellschaften erfassen.
Call for Papers (PDF)