"Die Geburt des Zeitzeugen".
Ein Symposion des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts
und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam
Donnerstag, 18. Dezember | Freitag, 19. Dezember | Samstag, 20. Dezember 2008
Rosensäle der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 27, 07743 Jena
Die Frage nach der Bedeutung der "Mitlebenden" (Hans Rothfels) für die Produktion historischen Wissens hat die Zeitgeschichtsforschung bereits im Moment ihrer Neuerfindung nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Doch mit der wachsenden Medialisierung von Geschichte seit den siebziger Jahren hat sich das Spannungsverhältnis zwischen Zeitzeugenschaft und Zeitgeschichte verschärft - und die "authentische Stimme" des Zeitzeugen einen immer größeren Einfluss auf die öffentliche Präsentation historischer Themen erlangt.
Nicht ohne Grund konzentrieren sich die meisten Untersuchungen zur Rolle des Zeitzeugen bisher auf den Holocaust, denn in der Erinnerung der Überlebenden sind alle Dimensionen von Zeitzeugenschaft präsent. Gerade die Debatten der letzten Jahre um die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und die Gewalterfahrungen in den kommunistischen Diktaturen Osteuropas haben aber deutlich gemacht, dass die Figur des Zeitzeugen als Phänomen der öffentlichen Geschichtskultur ihrem historischen Entstehungskontext längst entwachsen ist. Die "Geburt" des Zeitzeugen nach 1945 und seine Entwicklung seitdem bedarf deshalb der systematischen Reflexion: wie ist in dieser langfristigen Perspektive seine gewachsene Bedeutung zu verstehen? Ist sie lediglich Ausdruck veränderter medialer Produktionslogiken? Oder liegen die Ursachen tiefer: in generationellen Umbrüchen, in den Konjunkturzyklen einer - jedenfalls mit dem Blick auf Nationalsozialismus und Holocaust - zunehmend transnationalen Erinnerungskultur? Und was bedeutet der Aufstieg des Zeitzeugen für das Verhältnis von Geschichte und Erinnerung? Diesen Fragen geht das Symposion des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam nach.
Anmeldung
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail:
Jena.Center@uni-jena.de
Nähere Auskünfte:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Historisches Institut
Fürstengraben 13
07743 Jena
www.JenaCenter.uni-jena.de
Tel.: 03641 / 94 44 58
Fax: 03641 / 94 44 46
Programm (PDF)
Veranstalter
Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Workshop
"Geerbte Geschichte"?
Faschismus und Krieg in Literatur und Film um 1969
Freitag, 21. November | Samstag, 22. November | Sonntag, 23. November 2008
Altes Rathaus
Potsdam Forum
Am Alten Markt, 14667 Potsdam
Der Workshop soll die vergleichende Untersuchung des Beitrags von Veröffentlichter Erinnerung an Faschismus und Krieg in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften fortsetzen, die für die Jahre 1950 und 1960 durch internationale Konferenzen im November 2006 und 2007 begonnen worden sind.
Simone Barck, die am 17. Juli 2007 starb, hatte die erste Tagung mit organisiert und war bis zu ihrem plötzlicheh Tod an der Vorbereitung des zweiten Workshops beteiligt. Schon in ihrem ersten Buch "Antifa-Geschichte(n). Eine literarische Spurensuche in der DDR der 1950er und 1960er Jahre" (2003) hatte sie programmatisch darauf hingewiesen, dass der "Antifa-Diskurs in der DDR auf osmotische und zugleich diffuse Weise mit demjenigen in der BRD verbunden war und blieb".
Anmeldung
Der Eintritt zur Konferenz ist frei. Selbstverständlich sind Sie auch zu einzelnen Vorträgen willkommen. Wir bitten dennoch um Anmeldung bis zum 17. November 2008 per E-Mail unter : annettschramm@gmx.de
Abgeschlossen wir die Konferenz durch eine Matinee im Filmmuseum Potsdam. Der Eintritt hierfür kostet 5,00 Euro und ermäßigt 4,00 Euro.
Nähere Auskünfte:
Prof. Dr. Helmut Peitsch
Universität Potsdam
Institut für Germanistik
Am Neuen Palais 10, Haus 5
14469 Potsdam
Sekretariat: Pia Gerdaus
Tel.: 0331 / 977 42 14
Fax: 0331 / 977 42 46
E-Mail: pgerdaus@uni-potsdam.de
Programm des Workshops (PDF)
Veranstalter
Institut für Germanistik der Universität Potsdam
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Workshop
Nationale Medienkulturen und politische Kommunikation im 20. Jahrhundert
(Christoph Classen, Thomas Mergel, Daniel Siemens)
Freitag, 31. Oktober | Samstag, 1. November 2008
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
Im Rahmen dieser zweitägigen Konferenz sollen die vorherrschenden Vorstellungen der Medialisierung als "großem" historischem Prozess und von der daraus resultierenden Angleichung der miteinander vernetzten nationalen Gesellschaften kritisch hinterfragt werden. In den mehr als dreizehn Beiträgen sollen mit Hilfe einer national vergleichenden Perspektive die verschiedenen, oftmals national begrenzten Auffassungen und Wirkungsweisen von Medien- und Politiksystemen analysiert und zuneinander ins Verhältnis gesetzt werden. Das Ziel besteht darin, die jeweiligen politischen Medienkulturen im Spannungsfeld zwischen transnational wirkenden Prozessen und nationalen politischen Kulturen zu situieren.
Dabei wird auch das Verhältnis von Politik und Medien thematisiert: Unter welchen Umständen und in welcher Weise trugen Massenmedien zur Politisierung von Gesellschaften bei? Wie "politisch" verstanden sich die Medien selbst, und wie wurden sie von Rezipienten und Berufspolitikern eingeschätzt?
Um eine Anmeldung bis 21.10.2008 wird gebeten bei:
Dr. Christoph Classen
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/28991-17
Fax: 0331/28991-60
classen@zzf-pdm.de
Programm (PDF)
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Humboldt-Univerität zu Berlin
Universität Bielefeld
Der Prager Frühling 1968
Zivilgesellschaft – Medien – Politische und kulturelle Transferprozesse
Internationale wissenschaftliche Konferenz im Rahmen des Projekts
Tschechische Wegkreuzungen der europäischen Geschichte 1918 – 1938 – 1948 – 1968
15.-17. Juni 2008 in Prag, Senatssaal des Parlaments der Tschechischen Republik
Die Konferenz ist eine gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, des Instituts für Zeitgeschichte an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Sie ist Teil des Projekts 68/89 – Kunst. Zeit. Geschichte im Rahmen von „Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes.
Die Konferenz findet unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Vorsitzenden des Senats der Tschechischen Republik, Petr Pithart, und des Präsidenten der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Václav Paces, statt.
Konferenzsprachen: Deutsch, Tschechisch, Englisch mit Simultanübersetzung
Ansprechpartner:
und
Anmeldung unter:
E-Mail:
Tel.: 0331/2899157
Fax: 0331/2899140
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist die Teilnehmerzahl begrenzt.
Tagungsprogramm (PDF)

Human Rights in the Twentieth Century: Concepts and Conflicts,
Workshop in Berlin,
Social Science Research Center (WZB),
June 19-21, 2008,
sponsored by the Fritz-Thyssen-Stiftung, the Zentrum für Zeithistorische Forschung and the WZB
This international workshop brings together scholars and researchers working on the history of human rights in the twentieth century. Our intention is to showcase ongoing research on human rights that traverses national histories and moral narratives. While all disciplines are invited to participate in the discussion, a special emphasis is placed on analyzing human rights as history.
The workshop is less concerned with the normative intentions than the actual workings of human rights regimes and rhetorics since the 1940s. The goal is to place the emergence of transnational moral and legal concepts within the context of the contingent and violently conflictual history of the past century. In particular, we would like to ask when, how and why human rights became the global currency of political claim-making and counter claim-making.
Organizers:
(ZZF), in conjunction with Dieter Gosewinkel (WZB)
Draft Program
conference report (PDF)