Ehrenkolloquium für Prof. Dr. Michael Lemke
»Berlin und Brandenburg im Kalten Krieg«
Einführungsvorlesung
"1989" und die Rolle der Gewalt
Prof. Dr. Martin Sabrow
Die Einführungsvorlesung eröffnet die Öffentliche Ringvorlesung
"Das Wunder von 1989. Der Umbruch im Ostblock und die Rolle der Gewalt"
Donnerstag, 29. Oktober 2009 | 19:00 Uhr
Konferenzraum des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam
Eintritt frei
Wie friedlich war die „friedliche Revolution“, und welche Rolle spielte Gewalt beim Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Ostmittel- bzw. Südosteuropa? Wie lässt sich das „Wunder“ erklären, dass eine der tiefgreifendsten Veränderungen der jüngsten Geschichte weitgehend unblutig verlief? Das Zentrum für Zeithistorische Forschung, die Universität Potsdam und das Bundesministerium des Inneren veranstalten von Oktober bis Dezember 2009 eine Ringvorlesung zum Thema „Das Wunder von 1989 – Der Umbruch im Ostblock und die Rolle der Gewalt“. Potsdamer und auswärtige Fachhistoriker beleuchten die Vorgänge, die zum Ende der kommunistischen Herrschaft in Europa führten. Dabei fragen sie nach dem Stellenwert des Einsatzes von Gewalt in der DDR und in den anderen Staaten des sowjetischen Satellitensystems. Die Vorträge eröffnen eine weite Perspektive auf die historischen Ereignisse in der DDR, den baltischen Staaten, der Sowjetunion und Rumänien.
Veranstalter:
Weitere Vorträge der Veranstaltungsreihe, jeweils donnerstags 19.00 - 21.00 Uhr:
Der Flyer zur Öffentlichen Ringvorlesung (29. Oktober bis 10. Dezember 2009) als PDF
- 5. November 2009
Die Politik Bonns zwischen Krisenmanagement und Risikoabschätzung
Prof. Dr. Manfred Görtemaker
Universität Potsdam
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
- 12. November 2009
1989 - gewaltfrei? Handlungsoptionen und Handlungslogiken der Wendedynamik in Ostmittel- und Südosteuropa
Prof. Dr. Peter Haslinger
Herder-Institut Marburg
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
- 19. November 2009
Das MfS und die Gewaltfrage
Dr. Jens Gieseke
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
- 26. November 2009
"Wenn die Weltgeschichte um die Ecke biegt..."
Michail Gorbatschow und der Untergang des sowjetischen Imperiums
Privatdozent Dr. Stefan Creuzberger
Universität Potsdam
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
- 3. Dezember 2009
Die NVA und die Gewaltfrage im Herbst 1989
Major Heiner Bröckermann M.A.
Militärgeschichtliches Forschungsamt Potsdam
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
- 10. Dezember 2009
Putsch oder Revolution? Der Sturz der kommunistischen Diktatur in Rumänien
Dr. Peter Ulrich Weiß
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Ort: Veranstaltungsraum des ZZF, Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
Vortrag
Matthew Hilton (University of Birmingham)
"Non-governmental Organisations and Modern Politics"
Donnerstag, 22. Oktober 2009 | 17:00 Uhr
Centre Marc Bloch Berlin, Saal 114
Schiffbauerdamm 19
10117 Berlin
Diesen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache hält Prof. Dr. Matthew Hilton im Rahmen des Institutskolloquiums des ZZF. Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten: info@cmb.hu-berlin.de
Matthew Hilton is Professor of Social History at the University of Birmingham and Co-Director of the Centre for Contemporary Governance and Citizenship in the UK. He is currently collaborating with Dr Nicholas Crowson to research the role of non-governmental organizations in Britain since 1945. This is a Leverhulme Trust funded project which runs until 2011. Matthew Hilton’s background is in the social and cultural history of modern Britain. His first book was on the history of smoking in British popular culture. Since then he has examined many different aspects of the history of consumer society and the politics of consumption. In recent years, his interests have become more international and he has published on consumer activism in Malaysia and at the global level.
Kontakt: Dr. Stefan-Ludwig Hoffmann (hoffmann@zzf-pdm.de)
Veranstalter:
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
in Kooperation mit dem
Centre Marc Bloch Berlin
Podiumsdiskussion
"Nach Diktatur und Massengewalt - wer sind die Opfer und wer die Täter"
Freitag, 16. Oktober 2009 | 18:00 Uhr
Berlin Graduate School of Social Sciences
Luisenstr. 56
10115 Berlin-Mitte
mit Dr. des. Regina Mühlhäuser (Hamburger Institut für Sozialforschung),
Dr. Jens Gieseke (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und
Prof. Dr. Christoph Marx (Universität Duisburg-Essen)
Moderation: Dr. Ingrid Wehr (Universität Freiburg)
Die Podiumsteilnehmer/-innen diskutieren mit Blick auf unterschiedliche Länder und Praktiken die Frage, wie nach autoritären Regimes und gewaltsamen Konflikten mit den Tätern und Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen umgegangen wird. Hierbei sollen jedoch nicht allein die konkreten Praktiken von Vergangenheitsaufarbeitung im Vordergrund stehen. Vielmehr sollen auch die Konstruktion und Zuschreibung von Opfer- und Täteridentitäten in diesem Prozess hinterfragt werden. Dabei sollen auch die jeweiligen Probleme angesprochen werden, die sich aus der stets mitlaufenden (Re-)Konstruktion von Geschichte und ihren unterschiedlichen Deutungsmustern ergeben.
Die Podiumsdiskussion eröffnet die zweieinhalbtägige Nachwuchstagung „Opferbilder – Täterbilder“. Sie richtet sich an Doktorandinnen und Doktoranden, die sich sowohl mit Prozessen der Aufarbeitung von Vergangenheit in außereuropäischen Regionen beschäftigen, als auch die europäischen Debatten mit einbeziehen.
Veranstalter:
AVARnet NachwuchwissenschaftlerInnennetzwerk "Aufarbeitung von Vergangenheit in außereuropäischen Regionen"
in Kooperation mit
dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam,
der Berlin Graduate School of Social Sciences und
dem German Institute of Global and Area Studies
Die Podiumsdiskussion ist öffentlich. Keine Anmeldung erforderlich.
Podiumsdiskussion
"Wir bleiben hier, verändern wollen wir!"
mit den Potsdamer Aktivisten der friedlichen Revolution
Olaf Grabner, Detlef Kaminski, Prof. Dr. Reinhard Meinel und Carola Stabe
Donnerstag, 8. Oktober 2009 | 19:00 Uhr
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert"
Lindenstr. 54
14467 Potsdam
Eintritt: 3 €
Moderation: Thomas Wernicke, HBPG
Die Massenproteste, die im Herbst 1989 auf die Flucht- und Ausreisewelle folgten, führten innerhalb kurzer Zeit zum Sturz der Parteidiktatur in der DDR. Die Podiumsdiskussion gilt der Vorgeschichte und dem Verlauf der friedlichen Revolution in Potsdam. Welche Themen standen im Vordergrund? Aus welchen Kreisen kamen Widerstand und oppositionelle Aktivitäten – und welche Bedeutung kam den Kirchen zu? Wie entstand aus dem Engagement zunächst einzelner eine breite Massenbewegung? Und wie gelang es, die Herrschaft der SED einzugrenzen und schließlich zu überwinden?
Olaf Grabner, Jg. 1966, damals Gärtner bei Bornimer Staudenkulturen Karl Foerster, heute Obergärtner und Verwalter des Nepal-Himalaya-Pavillons in Wiesent/Bayern
Detlef Kaminski, Jg. 1954, damals Dipl.-Ing. für technische Gebäudeausrüstung, Mitglied der Gruppe KONTAKTE und des Sprecherrats des Neuen Forums, heute Geschäftsführer
Prof. Dr. Reinhard Meinel, Jg. 1958, damals wiss. Mitarbeiter am Zentralinstitut für Astrophysik der Akademie der Wissenschaften, Erstunterzeichner des Neuen Forums, heute Professor für theoretische Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carola Stabe, Jg. 1955, damals Lehrerin für Russisch und Geschichte, ARGUS-Gründerin, heute freiberufliche Projektmitarbeiterin und Drehbuchautorin
Thomas Wernicke, Jg. 1958, damals wiss. Mitarbeiter im Potsdam-Museum, Mitglied der Arbeits¬gruppe Zeitgeschichte des Neuen Forums, Vorsitzender der SVV-Fraktion Neues Forum/ARGUS, heute Leiter der Abteilung Ausstellungen/wissenschaftliche Vorhabenplanung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und Potsdam-Museum in Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte
Einladung zur Veranstaltung als PDF
Weitere Termine der Veranstaltungsreihe Herbst 2009 des ZZF und des Potsdam Museums:
(Der Flyer zur Veranstaltungsreihe als PDF)
- 5. November 2009
Das Ende der DDR-Staatssicherheit. Vortrag von Thomas Wernicke (HBPG), anschließen Podiumsdiskussion mit Christian Grauer, Manfred Kruczeck, Jes Möller, Gisela Rüdiger und Volker Wiedersberg. Moderation: Gabriele Schnell (Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55")
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 3. Dezember 2009
Ausstellungseröffnung: Das "Lindenhotel" als Potsdamer "Haus der Demokratie"
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Buchvorstellung
"Der erste Riss in der Mauer.
September 1989 - Ungarn öffnet die Grenze"
von Andreas Oplatka
Donnerstag, 17. September 2009 | 19:00 Uhr
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert"
Lindenstr. 54
14467 Potsdam
Eintritt: 3 €
Dr. Hans-Hermann Hertle (ZZF Potsdam) im Gespräch mit dem Autor Prof. Dr. Andreas Oplatka.
Am 2. Mai 1989 begann in Ungarn die Demontage des „Eisernen Vorhangs“. Am 19. August flüchteten mehr als 600 DDR-Bürger während eines paneuropäischen Picknicks in Sopron über Österreich in die BRD. Und am 10. September 1989 verkündete das ungarische Fernsehen, dass sich die ungarische Regierung dazu entschlossen habe, die bis dahin streng bewachte Grenze zu Österreich für DDR-Flüchtlinge zu öffnen. Damit wurde eine Kettenreaktion ausgelöst, die zur Vereinigung Deutschlands, zum Zerfall der Sowjetunion und zur Aufhebung der Teilung Europas führte. Andreas Oplatka hat das einschlägige Quellenmaterial zu der Vorgeschichte und den Hintergründen der ungarischen Grenzöffnung ausgewertet und zahlreiche Gespräche mit damaligen Hauptakteuren geführt, wie etwa mit Michail Gorbatschow, dem ungarischen Ministerpräsidenten Miklos Nemeth und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. In seiner spannenden Studie zeigt Andreas Oplatka auf, wie aus Missverständnissen und en passant gefällten Entschlüssen, aus Zufällen und aus der Hartnäckigkeit verzweifelter Menschen eine Entwicklung in Gang kommen konnte, die das geteilte Deutschland und Europa von Grund auf verändert hat. Und er demonstriert auf packende Weise, dass es nicht immer die Weltmächte sind, die Weltgeschichte machen.
Prof. Dr. Andreas Oplatka, geb. 1942 in Budapest, Emigration mit den Eltern nach dem Volksaufstand von 1956, Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik in Zürich und Wien, 1968 Promotion in Zürich. 1968-2004 Auslandsredakteur und Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Skandinavien (1970-1974), Frankreich (1977-1983), der Sowjetunion (1983-1987) und in Ostmitteleuropa (1996-2002). 2004 Habilitation am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Gegenwärtig Dozent für osteuropäische Geschichte an der Universität Wien und Dozent für Kommunikationswissenschaft und Kulturgeschichte an der deutschsprachigen Andrássy Universität in Budapest. Veröffentlichungen u.a.: Der Eiserne Vorhang reisst. Ungarn als Wegbereiter, Zürich 1990; „Nachrufe auf den Ostblock – zehn Essays“, Wien 1998; Graf Stephan Szechenyi. Der Mann, der Ungarn schuf, Wien 2004; Der erste Riss in der Mauer, Wien 2009.
Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und Potsdam-Museum
Einladung zur Veranstaltung als PDF
Weitere Termine der Veranstaltungsreihe Herbst 2009 des ZZF und des Potsdam Museums:
(Der Flyer zur Veranstaltungsreihe als PDF)
- 8. Oktober 2009
"Wir bleiben hier, verändern wollen wir!". Podiumsdiskussion mit den Potsdamer Aktivisten der friedlichen Revolution Olaf Grabner, Detlef Kaminski, Prof. Dr. Reinhard Meinel und Carola Stabe. Moderation: Thomas Wernicke (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, HBPG).
Kooperationsveranstaltung mit dem HBPG
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 5. November 2009
Das Ende der DDR-Staatssicherheit. Vortrag von Thomas Wernicke (HBPG), anschließen Podiumsdiskussion mit Christian Grauer, Manfred Kruczeck, Jes Möller, Gisela Rüdiger und Volker Wiedersberg. Moderation: Gabriele Schnell (Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55")
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 3. Dezember 2009
Ausstellungseröffnung: Das "Lindenhotel" als Potsdamer "Haus der Demokratie"
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Buchpräsentation und Zeitzeugengespräch
"Weggesperrt"
von Grit Poppe
Donnerstag, 3. September 2009 | 19:00 Uhr
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert"
Lindenstr. 54
14467 Potsdam
Eintritt"margin: 10px;" class="Grundtext">Moderation: Hendrik Röder, Brandenburgisches Literaturbüro
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Herbst 2009 des Potsdam-Museums und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam stellt Grit Poppe ihren neuen Roman "Weggesperrt" vor. In dem Roman für Jugendliche und Erwachsene, der 1988/89 in der DDR spielt, wird die 14-Jährige Anja "weggesperrt". Nach der Verhaftung ihrer Mutter durch die Stasi gerät Anja in einen Jugendwerkhof und erlebt dort Schikanen und Gewalt. Als Anja die Demütigungen nicht mehr aushält und ausrastet, wird sie in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau verlegt - eine Einrichtung der "Jugendhilfe", in der Heranwachsende hinter Schloss und Riegel mit Arbeit, Sport, Drill und harten Strafen diszipliniert und umerzogen werden sollten.
Anschließend findet ein Zeitzeugengespräch mit Kerstin Kuzia und Stefan Lauter statt.
Kerstin Kuzia, Jahrgang 1967, kam nach Aufenthalten in Heimen und Jugendwerkhöfen als 16-Jährige in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.
Stefan Lauter, Jahrgang 1967, geriet bereits als Schüler in Konflikt mit dem SED-Staat. Er trat aus der FDJ aus, engagierte sich in der Jungen Gemeinde und wurde 1985 wegen "renitenten Verhaltens" vom Jugendwerkhof Freital in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau verlegt.
Grit Poppe, Jahrgang 1964, studierte am Literaturinstitut Leipzig und engagierte sich im Herbst 1989 in der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt". Die Mitbegründerin des Brandenburgischen Landesverbandes von "Demokratie Jetzt" und dessen erste Landesgeschäftsführerin arbeitet heute als freiberufliche Autorin. Grit Poppe schreibt Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Veranstalter: Potsdam-Museum, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Brandenburgisches Literaturbüro
Weitere Termine der Veranstaltungsreihe Herbst 2009 des ZZF und des Potsdam Museums:
(Der Flyer zur Veranstaltungsreihe als PDF)
- 17. September 2009
"Der Riss in der Mauer" - Die ungarische Grenzöffnung und ihre Folgen für die DDR. Buchvorstellung und Gespräch mit dem Schweizer Autor Prof. Andreas Oplatka (Zürich/Budapest) und Dr. Hans-Hermann Hertle (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 8. Oktober 2009
"Wir bleiben hier, verändern wollen wir!". Podiumsdiskussion mit den Potsdamer Aktivisten der friedlichen Revolution Olaf Grabner, Detlef Kaminski, Prof. Dr. Reinhard Meinel und Carola Stabe. Moderation: Thomas Wernicke (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, HBPG).
Kooperationsveranstaltung mit dem HBPG
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 5. November 2009
Das Ende der DDR-Staatssicherheit. Vortrag von Thomas Wernicke (HBPG), anschließen Podiumsdiskussion mit Christian Grauer, Manfred Kruczeck, Jes Möller, Gisela Rüdiger und Volker Wiedersberg. Moderation: Gabriele Schnell (Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55")
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Eintritt: 3 €
- 3. Dezember 2009
Ausstellungseröffnung: Das "Lindenhotel" als Potsdamer "Haus der Demokratie"
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
19.00 Uhr
Buchpräsentation
"Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989.
Ein biographisches Handbuch"
Hrsg. vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer
Projektleiter: Dr. Hans-Hermann Hertle (ZZF) und Dr. Maria Nooke (Stiftung Berliner Mauer)
Mitarbeit: Udo Baron, Christine Brecht, Martin Ahrends, Lydia Dollmann
Zahlreiche Todesfälle an der Berliner Mauer sind durch die Medien bekannt geworden. Doch bis heute sind die Zahl, die Identität und das Schicksal der Todesopfer weitgehend unbekannt. Wie viele Menschen kamen zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer tatsächlich ums Leben? Wer waren diese Menschen? Wie kamen sie zu Tode? Das biographische Handbuch „Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989“, in dem Dr. Hans-Hermann Hertle (ZZF) und Dr. Maria Nooke (Stiftung Berliner Mauer) die Ergebnisse ihres gleichnamigen Dokumentationsprojektes festgehalten haben, gibt Antworten auf diese Fragen. Es dokumentiert die Lebensgeschichten und Todesumstände der Maueropfer und ordnet sie in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. Den öffentlichen und politischen Reaktionen auf die Todesfälle wird dabei ebenso nachgegangen, wie den Konsequenzen, die das DDR-Grenzregime für die Schützen sowie die militärischen und politischen Befehlsgeber nach 1990 hatte. Die Autoren haben dazu neben den einschlägigen Archiven alle Verfahrensakten und die Stasi-Unterlagen systematisch ausgewertet und dieses Material durch Interviews mit Angehörigen und Zeitzeugen ergänzt.
Zur Vorstellung des Handbuches laden wir Sie herzlich ein:
Dienstag, 11. August 2009 | 19:30 Uhr
Gedenkstätte Berliner Mauer
Bernauer Str. 111
13355 Berlin
Programm:
Einführung: Dr. Hans-Hermann Hertle, ZZF
Podiumsdiskussion:
Dr. Erardo C. Rautenberg, Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg
Dr. Heribert Schwan, WDR
Prof. Dr. Peter Steinbach, Universität Mannheim
Dr. Maria Nooke, Gedenkstätte Berliner Mauer
Moderation: Dr. Christoph Links, Verleger
Weitere Informationen
Dr. Hans-Hermann Hertle
Tel.: 0331-289 91-31
eMail: hertle@zzf-pdm.de
Vortrag
Andreas Wirsching (Universität Augsburg)
"Durchbruch des Fortschritts?
Die Diskussion über die Computerisierung in der Bundesrepublik"
Donnerstag, 16. Juli 2009 | 17:00 Uhr
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Veranstaltungsraum
Am Neuen Markt 9 d
14467 Potsdam
Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums des ZZF. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Kurzbeschreibung des Vortrags
Neuere Forschungen zeigen, dass gegen Mitte der 1970er Jahre eine erste Phase der „Planungseuphorie“ zu Ende ging. Im Kontext von Ölpreis- und Wirtschaftskrise versiegten Fortschrittsoptimismus und Planungsorientierung. Im selben Zuge schien die auf Rationalisierung, Fortschritt und Effizienz verpflichtete Moderne ihre Einheitlichkeit und Verbindlichkeit zu verlieren; es begann das Zeitalter der „Postmoderne“. Demgegenüber argumentiert der Vortrag, daß sich bereits im Verlauf der 1980er Jahre ein neues, Fortschritts- und Planungsparadigma durchsetzte. Ihm entsprach ein zunehmend kritikresistenter Technokratismus, der sich in entscheidender Weise aus den Innovationen der Neuen Technologien speiste. Seine erhebliche Durchsetzungmacht läßt sich exemplarisch an der Diskussion um die „Computerisierung“ der Bundesrepublik demonstrieren. Langfristige Folgen dieser Entwicklung bestanden einerseits in der Neuformierung kultureller Deutungsmuster, andererseits in neuen ideologischen Versuchungen, die gemeinhin mit dem (wenig glücklichen) Sammelbegriff „Neo-Liberalismus“ bezeichnet werden. Der Vortrag setzt diese jüngeren und jüngsten Entwicklungen in eine perspektivische Beziehung zur ersten Phase der „Planungseuphorie“ der 1960er Jahre und fragt nach spezifischen Unterschieden, aber auch nach möglichen Gemeinsamkeiten.
Zum Referenten
Andreas Wirsching, geb. 1959 in Heidelberg, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg und forscht zur vergleichenden deutschen, französischen und britischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Veröffentlichungen sind u.a. Parlament und Volkes Stimme. Unterhaus und Öffentlichkeit im England des frühen 19. Jahrhunderts, Göttingen 1990; Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und Frankreich 1918-1933/39. Berlin und Paris im Vergleich, München 1999; Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, München 2008; Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert, München 2001; Frankreich. Daten, Fakten, Dokumente, Tübingen 2003 (mit Stefan Grüner); Abschied vom Provisorium. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1982-1990, München 2006; Auf dem Weg in eine neue Moderne? Die Bundesrepublik Deutschland in den siebziger und achtziger Jahren, München 2009 (mit Thomas Raithel und Andreas Rödder).
Vortrag
Peter Longerich (University of London)
"Zur Biographie Joseph Goebbels'"
Donnerstag, 25. Juni 2009 | 17:00 Uhr
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Veranstaltungsraum
Am Neuen Markt 9 d
14467 Potsdam
Diesen öffentlicher Vortrag in deutscher Sprache hält Prof. Peter Longerich im Rahmen des Institutskolloquiums des ZZF.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Kurzbeschreibung des Vortrags
Mit Joseph Goebbels gelangte eine narzistisch schwer gestörte Person an die Spitze des Propagandaapparats einer modernen Diktatur. Welche individuellen Handlungsspielräume ergaben sich beim Versuch, die vollkommene „Einheit von Führung und Volk“ zu evozieren? Auf der Basis neu zugänglicher Quellen portraitiert Peter Longerich Hitlers Chefpropagandisten als Person und nationalsozialistischen Funktionsträger.
Zum Referenten
Peter Longerich ist Professor of Modern German History am Royal Holloway College der University of London und Autor zahlreicher Bücher über das „Dritte Reich“, u.a.: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop, München 1987; Hitlers Stellvertreter. Führung der NSDAP und Kontrolle des Staatsapparates durch den Stab Heß und Bormanns Partei-Kanzlei, München 1992; Politik der Vernichtung. Eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung, München 1998; Der Ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur „Endlösung“, München 2001; „Davon haben wir nichts gewusst!“ Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933–1945, München 2006; Heinrich Himmler: Eine Biographie, München 2008.
Vortrag
Alan E. Steinweis (University of Vermont)
"Neue Forschungen zum Novemberpogrom 1938"
Donnerstag, 18. Juni 2009 | 17:00 Uhr
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Veranstaltungsraum
Am Neuen Markt 9 d
14467 Potsdam
Diesen öffentlicher Vortrag in deutscher Sprache hält Prof. Alan E. Steinweis im Rahmen des Institutskolloquiums des ZZF. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Kurzbeschreibung des Vortrags
Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf die bisherige Historiographie zum Novemberpogrom 1938 und richtet sein Augenmerk besonders auf die Mitwirkung „ganz normaler Deutscher“ daran. Die Analyse von Nachkriegsprozessen gegen am Pogrom Beteiligte, so die These von Alan Steinweis, stützt den Befund, dass der Beitrag der Bevölkerung zur antisemitischen Verfolgung größer war, als die Forschung dies bisher angenommen hat.
Zum Referenten
Alan E. Steinweis ist Professor of History, Direktor des Carolyn and Leonard Miller Center for Holocaust Studies an der University of Vermont und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte NS-Deutschlands, u.a: Ideology, and Economics in Nazi Germany: The Reich Chambers of Music, Theater, and the Visual Arts. 2 Aufl. 1996; Studying the Jew: Scholarly Antisemitism in Nazi Germany, 2. Aufl. 2008; A German Pogrom: The Kristallnacht in History and Memory, im Druck 2009.
Eröffnung der Dauerausstellung
"Die Pankower Machthaber.
Der Majakowskiring und das Schloss Schönhausen nach 1945"
Donnerstag, 11. Juni 2009 | 15:00 Uhr
Torhäuser der Schlossanlage Schönhausen
Ossietzkystr. 44-45
13187 Berlin
Ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam mit dem Museumsverbund Pankow
- gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Verein "Für Pankow" sowie die Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Die Dauerausstellung
... dokumentiert die Geschichte des ehemaligen Wohnviertels der SED-Machtelite in Berlin-Niederschönhausen und des Schlosses Schönhausen als politischen Repräsentationsort der DDR. Das sogenannte Städtchen und das ehemalige Hohenzollernschloss spielten eine zentrale Rolle bei der Formierung des SED-Herrschaftssystems nach 1945. Pankow wurde mit ihnen zu einem Ort der Macht: Hier bereiteten Spitzenfunktionäre im engsten Kreis wichtige politische Entscheidungen vor und trafen Absprachen mit der sowjetischen Besatzungsmacht.
Das von der Bevölkerung abgeschottete Areal wurde ähnlich wie später die Waldsiedlung Wandlitz zu einem Symbol für das gestörte Verhältnis der politischen Repräsentanten der DDR zum eigenen Volk. Die Ausstellung in Berlin-Pankow widmet sich dem politischen Selbstverständnis der DDRFührung, beleuchtet deren Inszenierung in der Öffentlichkeit und gibt Einblicke in den Lebensalltag der Spitzenfunktionäre. Sie zeigt zudem, dass die Begriffe „Pankow“ („Pankoff“) bzw. „Pankower Machthaber“ zu Chiffren für die Wahrnehmung der SED-Herrschaft in der Bundesrepublik während des Kalten Krieges wurden. Die Ausstellung dokumentiert aber auch das andere Pankow, in dem sich in den 1980er-Jahren Bürgerproteste gegen das Wettrüsten und die einseitige offizielle Friedenspropaganda artikulierten und das 1989/90 zum Schauplatz der Beratungen des Zentralen Runden Tisches und der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen auf dem Schlossareal wurde.
Programm- und Informationsflyer (PDF)
Bericht und Fotos von der Ausstellungseröffnung (PDF)
Vortrag
Eckart Conze (Philipps-Universität Marburg)
"Sicherheit als Leitbegriff einer Geschichte der Bundesrepublik"
Donnerstag, 11. Juni 2009 | 17:00 Uhr
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Veranstaltungsraum
Am Neuen Markt 9 d
14467 Potsdam
Öffentlicher Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums des ZZF. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Kurzbeschreibung des Vortrags
Die sechzigjährige Geschichte der Bundesrepublik lässt sich als Geschichte der Suche nach Sicherheit erzählen. Welche Sicherheiten braucht ein Mensch, um sich in seiner Welt heimisch zu fühlen? Eckart Conze skizziert das vergangenheitsbezogene Sicherheitsstreben in der Ära Adenauer, den optimistischen Glauben an die Sicherheit von Fortschritt und Wachstum in den sechziger und frühen siebziger Jahren und die Zeit wachsender Unsicherheit in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. "Sicherheit" als analytischer Leitbegriff einer Geschichte der Bundesrepublik kann ganz unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit integrieren: Die Geschichte internationaler Beziehungen und Verflechtungen, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Ansätze und kulturgeschichtliche Fragestellungen, von denen in den letzten Jahren viele fruchtbare Anregungen ausgegangen sind.
Zum Referenten
Eckart Conze ist seit 2003 Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Seminar für Neuere Geschichte der Philipps-Universität
Marburg. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören die deutsche, europäische und internationale Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit 2005 ist Eckart Conze Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Auswärtigen Amts in der Zeit des Nationalsozialismus und in der frühen Bundesrepublik .
Workshop
Sozialgeschichte der Arbeit "nach dem Boom"
Deutschland und Europa seit den siebziger Jahren"
Donnerstag, 28. Mai 2009/Freitag, 29. Mai 2009
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Veranstaltungsraum
Am Neuen Markt 9 d
14667 Potsdam
Kurzbeschreibung des Workshops
Übergang zur „postindustriellen Gesellschaft“, „Krise der Arbeitsgesellschaft“, „Strukturbruch“: an Beschreibungen der Zäsur in der Mitte der 1970er Jahre mangelt es nicht. „Arbeit“ steht im Zentrum der Kontroverse, wie die Epoche „nach dem Boom“ gedeutet werden kann, gehörte doch die Veränderung der industriellen Lebenswelt, der Untergang alter Industrien und der Siegeszug der Mikroelektronik zu den Kennzeichen der Epoche. Wie könnte eine Geschichte dieser Umbruchzeit aussehen? Der Workshop, den das Zentrum für Zeithistorische Forschungen Potsdam und das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts gemeinsam veranstalten, fragt nach der deutschen und europäischen Geschichte dieses Transformationsprozesses. Der Blick richtet sich sowohl nach West- als auch nach Osteuropa. Am Beispiel der „Geschichte der Arbeit“ diskutieren die Referentinnen und Referenten die Fra
ge, welchen Beitrag eine erneuerte Sozialgeschichte für die unmittelbare Vorgeschichte unserer Gegenwart leisten kann.
Organisation: Dr. Winfried Süß (ZZF Potsdam) und Dr. Dietmar Süß (Friedrich-Schiller-Universität zu Jena)
Programm (PDF)
WDR 3 Resonanzen berichtete am 28. Mai 2009 über die sozialgeschichtliche Tagung (Autor: Michael Schornstheimer)
Bericht und Fotodokumentation vom Workshop finden Sie als PDF im Bereich "News-Chronik" auf unserer Website
Anmeldung
Teilnahme am Workshop nach vorheriger Anmeldung per E-Mail bis zum 25. Mai 2009 bei
Dr. Winfried Süß: Suess@zzf-pdm.de oder
Dr. Dietmar Süß: suess@uni-jena.de
Kontakt und weitere Informationen
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331-28991 57
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Friedrich-Schiller-Universität zu Jena
Geschichtsforum 1989|2009
"Europa zwischen Teilung und Aufbruch"
28.-31. Mai 2009 in Berlin
Das ZZF ist Mitveranstalter des "Geschichtsforum 1989|2009 - Europa zwischen Teilung und Aufbruch", das zu Pfingsten in Berlin-Mitte zu einer lebendigen und disziplinenübergreifenden Auseinandersetzung mit der Zeitenwende 1989 einlädt
1989 wurde mit dem Fall der Berliner Mauer und den friedlichen Revolutionen in der DDR und Ostmitteleuropa ein neues Kapitel in der europäischen Geschichte aufgeschlagen. 2009 jähren sich diese Ereignisse zum zwanzigsten Mal. Aus diesem Anlass laden die Veranstalter zu einem viertägigen internationalen Geschichtsfest ein, an dem sich mehr als 100 Partnerorganisationen, Projekte und Initiativen aus Deutschland und Europa beteiligen. Über 100 Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie ein vielfältiges Kulturprogramm u.a. mit Filmen, Theateraufführungen, Lesungen und Musik-Performances ermöglichen den Besuchern eine lebendige Auseinandersetzung mit dem Umbruch von 1989, seiner Vorgeschichte und seiner Bedeutung für die Gegenwart.
Das Geschichtsfest wendet sich an Wissenschaftler, Kulturschaffende, Vertreter aus Bildung, Politik, Medien sowie an Schüler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltungen finden in der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Deutschen Historischen Museum und dem Maxim Gortki Theater statt.
Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung, Kulturstiftung des Bundes, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
in Kooperation mit:
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin,
Gegen Vergessen für Demokratie e. V.
Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler
Eine komplette Übersicht über das Programm finden Sie unter http://www.geschichtsforum09.de
Programm-Flyer (PDF)
Bericht und Fotodokumentation von den Sektionen des ZZF auf dem Geschichtsforum finden Sie als PDF im Bereich "News-Chronik" auf unserer Website
Nähere Auskünfte:
Dr. Irmgard Zündorf
Tel. 0331/289 91-13
Email: zuendorf@zzf-pdm.de
Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam lädt im Rahmen des Geschichtsforums am 29. und 30. Mai 2009 zu einer Podiumsdiskussion und sieben Sektionen ein:
Zentrale Podiumsdiskussion
"Den Kommunismus erzählen"
Freitag, 29. Mai 2009 | Beginn: 16.00 Uhr
Schlüterhof im Deutschen Historischen Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin
u.a. mit Prof. Dr. Martin Sabrow (Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam),
Dr. Jens Bisky (Journalist und Publizist, Berlin),
Prof. Dr. Werner Bramke (Historiker, Leipzig),
Irina Liebmann (Schriftstellerin, Berlin),
Hertha Müller (Schriftstellerin, Berlin),
Moderation: Jürgen König (Journalist Deutschlandradio Kultur, Berlin)
Der Zusammenbruch des europäischen Kommunismus hat eine Fülle autobiographischer Reflexionen hervorgebracht, die von unbeirrter Rechtfertigung bis zu selbstkritischer Abkehr reichen und von dem Bedürfnis zeugen, das Ende des Projektes Sozialismus persöhnlich zu verarbeiten. Welche Erzähl- und Bewältigungsmuster, welche "Narrative des Kommunismus" sind dabei entstanden, und wie groß ist ihre Bedeutung heute für die Wahrnehmung der DDR in medialen Geschichtsvermittlungen und im öffentlichen Gedenken?
Informationen zur Podiumsdiskussion auf der Website des Geschichtsforums...
"1989 als Medienrevolution? Die Rolle des Fernsehens"
Freitag, 29. Mai 2009 | 18:00 - 19:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Hegelplatz, Raum 1102
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin
Teilnehmer:
Klaus Bresser, ehem. Chefredakteur beim ZDF
Dr. Thomas Schuhbauer, Cinecentrum Hamburg
Moderation: Dr. Hans-Hermann Hertle, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Die Bedeutung der Medien beim Zusammenbruch des Kommunismus 1989-91 gehört zu den wissenschaftlich eher wenig untersuchten Aspekten des Umbruchs. Dies gilt paradoxerweise, obwohl sich zeitgenössische Beobachter und Medientheoretiker darüber einig sind, dass die Dynamik der Ereignisse ohne die transnationale Bedeutung der elektronischen Medien, namentlich des Fernsehens, kaum hätte entstehen können. Weder Spitzhacken noch Panzer hätten die Mauer zum Einsturz gebracht, sondern das Fernsehen, meint etwa der französische Philosoph und Medientheoretiker Paul Virilio, und diese Einschätzung trifft sich mit der Beobachtung, dass eine klare Unterscheidung zwischen politischen Ereignissen und ihren medialen Repräsentationen im Verlauf der Krise praktisch unmöglich wurde. Es spricht demnach alles dafür, die Medien und insbesondere das Fernsehen nicht als Beiwerk sondern als konstitutiven Faktor der friedlichen Revolution zu begreifen. Dies möchte die Veranstaltung mit einem doppelten Zugriff tun: Der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Klaus Bresser, wird dabei die Bedeutung der Westmedien analysieren, Dr. Thomas Schuhbauer (Cinecentrum Hamburg) wird auf das DDR-Fernsehen eingehen.
Organisation: Dr. Christoph Classen, Dr. Jürgen Danyel und Dr. Hans-Hermann Hertle
Informationen zu dieser Veranstaltung auf der Website des Geschichtsforums...
"Vorher - Nachher. Die DDR und ihr Ende in lebensgeschichtlichen Erzählungen
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 09:30 - 11:00 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Hauptgebäude, Raum 3086
Unter den Linden 6
10117 Berlin
Teilnehmer:
Prof. Dr. Rainer Eckert, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Prof. Dr. Dorothee Wierling, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg
Welchen Platz nehmen die DDR und ihr Ende in lebensgeschichtlichen Erzählungen, wie sie durch die Methode der Oral History erhoben werden, ein? Sind solche Erinnerungen nicht stark subjektiv gefärbt, abhängig von der Erzählsituation und deshalb als historische Quelle ungeeignet? Oder sind solche Erinnerungen besonders dicht, anschaulich und authentisch, näher an der historischen Wahrheit als die trockene und distanzierte Darstellung der Historiker, die sich überwiegend auf die Aktenüberlieferung stützen? Die Veranstaltung wird sich mit diesen Fragen am Beispiel von drei Forschungsprojekten zur Oral History der DDR befassen. Dabei wird es vor allem darum gehen, wie der zeitliche und mentale Abstand vom Geschehenen die Erzählungen beeinflusst und was wir vielleicht trotzdem daraus lernen können. Der Vortrag von Prof. Dr. Dorothee Wierling (Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg) wird von Prof. Dr. Rainer Eckert (Forum Zeitgeschichte Leipzig) kommentiert.
Organisation: Christiane Lahusen
Informationen zur Sektion auf der Website des Geschichtsforums ...
"DDR-Autobiographie als Ort sozialistischer Identitätspolitik
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 11:00 - 12:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Hauptgebäude, Raum 3086
Unter den Linden 6
10117 Berlin
Teilnehmer:
Prof. Dr. Volker Depkat, Universität Regensburg
Prof. Dr. Martin Sabrow, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Der Workshop geht anhand autobiographischer Texte von Parteifunktionären, Intellektuellen und Künstlern der Frage nach, wie DDR-Autobiographen vom Kommunismus erzählen, wie sie ihr Leben in der DDR schildern, und wie sie das Phänomen DDR in ihre lebensgeschichtlichen Zusammenhänge einordnen. Volker Depkat, Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg und Autor des Buches "Lebenswenden und Zeitenwenden: Deutsche Politiker und die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts", wird einen Überblick über die Memoirenliteratur in der DDR geben, sich allgemein mit dem Wert von Autobiographie als historische Quelle beschäftigen, um dann am Beispiel konkreter Texte die Art und Weise, wie DDR-Autobiographen vom Kommunismus erzählen, herauszuarbeiten. Im Zentrum stehen die Autobiographien von Max Burghardt, Karl Laux, Max Seydewitz und Heinz Willmann, allesamt vor dem Zusammenbruch der DDR verfasst. Sie erzählen vom Kommunismus mithin nicht schon im Wissen um das Scheitern der DDR. Das ermöglicht tiefe Einblicke in die lange Zeit offene Zukunft der deutsch-deutschen Beziehungsgeschichte zwischen 1945 und 1991. Im Anschluss an den Vortrag von Volker Depkat wird Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung, die Ausführungen kommentieren, um die allgemeine Diskussion zu eröffnen.
Organisation: Christiane Lahusen
"Die DDR im Spielfilm"
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 14:00 - 15:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Hauptgebäude, Raum 3086
Unter den Linden 6
10117 Berlin
Teilnehmer:
Dr. Ralf Schenk, Berlin: Die DDR im deutschen Spielfilm seit 1989. Merkmale und Desiderata
Dr. Matthias Steinle, Universität Sorbonne Nouvelle-Paris III: Goodbye Lenin – welcome crisis! Die DDR im Dokudrama des historischen Event-Fernsehens
Dr. Lu Seegers, Justus-Liebig-Universität Gießen: „Das Leben der Anderen“ – Zur Karriere eines „Erinnerungsfilms“.
Moderation: Dr. Christoph Classen, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
In der Erinnerungskultur, die sich auf die DDR bezieht, nehmen Filme eine wichtige Rolle ein. Werke wie „Sonnenallee“, „Good bye Lenin“ und „Das Leben der Anderen“ zählen nicht nur zu den erfolgreichsten deutschen Filmen überhaupt, sie wurden auch von umfangreichen publizistischen Debatten über die „richtige“ Erinnerung an die ostdeutsche Diktatur begleitet. Allgemein wird angenommen, dass gerade Spielfilme historische Vorstellungen besonders stark prägen. Die geplante Sektion soll daher überblicksartig und anhand von Beispielen die Besonderheiten filmischer Repräsentationen der DDR-Vergangenheit seit 1990 analysieren und dabei Filmbeispiele einbeziehen. Welche Bilder des ostdeutschen Staates haben uns Spielfilme seit 1990 vermittelt und was kam dabei kaum vor? Haben sich diese Bilder im Laufe von 20 Jahren verändert? Korrespondieren sie mit andern politischen, wissenschaftlichen oder literarischen Auseinandersetzungen? Oder folgten sie eher medienspezifischen und ökonomischen Tendenzen der Eventkultur? Warum konzentrierte sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf einige, wenige Filme, während andere praktisch ohne öffentliche Resonanz blieben?
Organisation: Dr. Christoph Classen
Informationen auf der Website des Geschichtsforums ...
"Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die DDR im geschichtskulturellen Diskurs"
DDR-Geschichte als Zeitgeschichte ist nach wie vor Streitgeschichte und im Fluss. Im Spannungsfeld geschichtswissenschaftlicher Forschung, geschichtskultureller Legitimations- und Identifikationsbemühungen aber auch individueller Erinnerungsbedürfnisse löst sich ihr Bild in unterschiedliche, ja konträre DDR-Geschichten auf. Die 1990 noch avisierte Aufarbeitung der DDR-Geschichte folgt daher nur begrenzt geschichtspolitischen Sinnstiftungen, sondern sie erweist sich als vielstimmiger geschichtskultureller Diskurs. Zweifelsohne werden auch im Jubiläumsjahr 2009 Versuche unternommen, die Koordinaten der Erinnerung an die DDR im deutschen und europäischen Kontext neu zu bestimmen. Daher sollte das Jubiläum nicht zuletzt dazu genutzt werden, die Modi des Umganges mit DDR-Geschichte im Gesamtsystem der bundesrepublikanischen Geschichtskultur kritisch zu analysieren und die intendierten Sinnstiftungsmuster zu hinterfragen. Erst nach Analyse des geschichtskulturellen Diskurssystems lassen sich neue Perspektiven für die historisch-politische Bildung entwickeln und begründen. Dies verlangt die Integration geschichtswissenschaftlicher und geschichtsdidaktischer Fragestellungen, da nur so die Dimensionen der Forschung, der Vermittlung und Rezeption vernetzt diskutiert werden können.
Die drei Sektionen verfolgen daher zwei zentrale Anliegen: Erstens sollen ausgehend von einer Bestandsaufnahme der wissenschaftlichen und politischen Debatten die medialen und institutionalisierten Formen der Vermittlung von DDR-Geschichte in ihren Wechselwirkungen untersucht werden. Zweitens sollen zukunftsfähige Perspektiven für die historisch-politische Bildung durch vernetzende Betrachtung unterschiedlicher Bildungsträger (Schule, Museum, Gedenkstätten) entwickelt und diskutiert werden. Die inhaltliche Struktur der Sektionen folgt geschichtskulturellen Schlüsseldiskursen der letzten 20 Jahre. Diese Strukturentscheidung ermöglicht zum einen die systematische Vernetzung der Dimensionen Forschung, Vermittlung und Rezeption. Zum anderen können so die institutionell und medial gebundenen Spezifika der Vermittlung von DDR-Geschichte auch exemplarisch vergleichend betrachtet und divergierende Sinnstiftungsmuster im Spannungsfeld von Wissenschaft und historisch-politischer Bildung, individuellen Erinnerungsbedürfnissen und kommerziellen Interessen thematisiert werden.
Organisation: Priv.-Doz. Dr. Thomas Schaarschmidt und Prof. Dr. Saskia Handro (Universität Münster)
1) "Konkurrierende Geschichten? Diktatur und Alltag"
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 14:00 - 15:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Hegelplatz, Raum 1401
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin
Teilnehmer:
Dr. Heidi Behrens, Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, Essen: Zu komplex und zu kontrovers? Perspektiven politischer Buildung an Orten der DDR-Geschichte
Dr. Sabine Moller, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Diktatur und Familiengedächtnis. Wie Schüler die DDR sehen, und was Historiker dabei übersehen
Prof. Dr. Martin Sabrow, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam: Zeitgeschichte im Zeichen der Aufarbeitung – Chancen und Probleme
Prof. Dr. Thomas Großbölting, Universität Münster: Zwischen Sonnenallee, Schurkenstaat und Desinteresse – Geschichtspolitische Aporien im Umgang mit dem DDR-Erbe
Die DDR kann im Paradigma der Totalitarismustheorie als Fortsetzung der deutschen Diktaturgeschichte im 20. Jahrhundert und gleichzeitig als Pendant zur Erfolgsgeschichte der bundesrepublikanischen Demokratie dargestellt werden (antitotalitärer Grundkonsens). Die „erlebte“ und häufig kommunikativ tradierte Normalität des Alltags (Internetchat, Familiengedächtnis, Ostalgie-Shows, Kommerzialisierung) lässt sich in dieses Muster nur begrenzt integrieren. Als Gegenerzählung zur ostalgischen Rückschau steht die Erinnerung an widerständiges und nonkonformes Verhalten in der DDR, die sich problemlos in die Meistererzählung deutscher Diktaturerfahrung einfügt. Die geschichtskulturellen Verarbeitungsmuster dieser parallelen, aufeinander bezogenen und folglich in einem ständigen Spannungsverhältnis stehenden Diskurse können in den alten und neuen Bundesländern nicht nur entlang der getrennten Erinnerungsgemeinschaften, sondern auch zeitlich und medial differenziert werden (z.B. Filme, Literatur, Museen/Gedenkstätten, Geschichtswerkstätten, juristische Aufarbeitung, StUG, politische Debatten).
2) "Friedliche Revolution oder Untergang auf Raten? Das Ende der DDR im Diskurs
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 16:00 - 17:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Helgelplatz, Raum 1401
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin
Teilnehmer:
Prof. Dr. Marko Demantowsky, Ruhr-Universität Bochum: Der Diskurs um das Berliner Nationaldenkmal. Neue Botschaft auf altem Postament?
Dr. Meik Zülsdorf-Kersting, Universität Osnabrück: Angekommen. Die friedliche Revolution in der Bild-Zeitung.
Alexandra Tacke, Humboldt-Universität zu Berlin: Die Mauer im Kopf: Mauerbau und Mauerfall im kollektiven Gedächtnis
Prof. Dr. Saskia Handro, Universität Münster: Geschichtsbild oder Geschichtsbewusstsein? 1989 in Schulbüchern
Das „Ende“ der DDR könnte je nach historischer Kontextualisierung zum positiven Integrationskern eines gesamtdeutschen kulturellen Gedächtnisses avancieren. Werden im Jubiläumsjahr 2009 die Weichen der öffentlichen Erinnerung neu gestellt? Anders als Jubiläumsreden am „Tag der deutschen Einheit“ suggerieren, ist der historische Ort des Jahres 1989 im kulturellen Gedächtnis der Deutschen keineswegs unumstritten. Dies bestätigt bereits ein Blick in die Lehrpläne der Bundesländer: „Wende“, „Umbruch“ „friedliche Revolution“, „demokratische Revolution“, „Epochenjahr“ – diese und andere Begriffe stehen für das Bestreben, die vielschichtigen Ereignisse des Jahres 1989 und ihre Folgen für die deutsche Geschichte nach 1989 historisch zu deuten und zugleich in einer neu zu konstruierenden gesamtdeutschen Geschichte zu verorten. Eine Analyse des Deutungswandels des „Epochenjahres 1989“ im kommunikativen Gedächtnis, auf Lehrplan- und Schulbuchebene aber auch in Inszenierungen der bundesdeutschen Gedenkkultur (Gedenkreden) und Medienlandschaft (Literatur) ist somit Voraussetzung für eine kritische Reflexion der geschichtskulturellen Inszenierungsmodi im Jubiläumsjahr und für die Diskussion von zukunftsfähigen Perspektiven im Bereich der historisch-politischen Bildung.
3) "Wächst zusammen, was zusammengehört?
Integration durch geschichtskulturellen Diskurs
Sonnabend, 30. Mai 2009 | 18:00 - 19:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Hegelplatz, Raum 1401
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin
Teilnehmer:
Prof. Dr. Bodo von Borries, Universität Hamburg: "Katastrophenmeldungen" und "Alltagsernüchtigungen"? Empirische Studien und pragmatische Überlegungen
Prof. Dr. Thomas Lindenberger, Ludwig-Boltzmann-Institut, Wien: Kino als Aufarbeitung? Fiktion und Genre im DDR-Erinnerungsfilm
Abschließend kommentieren die Beiträge der drei Sektionen zur "Aufarbeitung der Aufarbeitung":
Prof. Dr. Michele Barricelli, Universität Hannover
Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Potsdam
Im Zuge der politischen Integration von Ost und West ist gleichzeitig die Frage nach Möglichkeiten gesamtdeutscher historischer Orientierungen jenseits getrennter Geschichten gestellt. Während im geschichtswissenschaftlichen Konzept der „asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte“ Potentiale zur Überwindung der getrennten Geschichten aufgezeigt werden, erweisen sich diese Prozesse im außerwissenschaftlichen Diskurs als wesentlich ambivalenter. Im Spannungsfeld von kommunikativem und kulturellem Gedächtnis werden ganz heterogene Narrationen deutsch-deutscher Geschichte generiert, deren Analyse Einblicke in die Komplexität historischer Sinnbildungsprozesse verspricht und letztlich auch die Eigenlogik unterschiedlicher Inszenierungs- und Verarbeitungsmodi deutsch-deutscher Geschichte diskutierbar macht.
Informationen zur Sektion auf der Website des Geschichtsforums ...
Veranstaltungsreihe in Potsdam 2009
Forum Neuer Markt, 2. April bis 4. Dezember 2009
"Umbruch 1989-1991 – Zentrum und Peripherie"
Die Reihe wird veranstaltet vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam in Kooperation mit:
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung (BLZpB), Deutsches Kulturforum östliches Europa, Einstein Forum, Filmmuseum Potsdam, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA), Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ), Potsdam-Museum | Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55", URANIA-Verein "Wilhelm Foerster"
Kurzbeschreibung der Veranstaltungsreihe
Die Revolutionen von 1989 bis 1991 in der DDR sowie in den sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas markieren einen tiefgreifenden Einschnitt in der jüngsten europäischen Geschichte. Zwanzig Jahre nach dieser Zäsur bietet sich die Gelegenheit, die damaligen Ereignisse in Erinnerung zu rufen und kritisch zu reflektieren. Worin bestand der „Herbst 1989“? Wer war maßgeblich an den Umbrüchen beteiligt? Wie wurde und wird die Geschichte dieser Revolutionen in den vergangenen 20 Jahren aufgearbeitet?
Die Veranstaltungsreihe in der Landeshauptstadt Brandenburgs lädt vom 2. April bis zum 4. Dezember 2009 zu 28 Podiumsdiskussionen, Lesungen, Buchvorstellungen und Vorträgen ein. Die Reihe gibt Einblicke in die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte des Umbruchs 1989-91 und schlägt den Bogen von den lokalen Ereignissen in Potsdam bis hin zu den Erfahrungen in den östlichen Nachbarstaaten Deutschlands.
Programm-Flyer (PDF)
Nähere Auskünfte zur Reihe:
Dr. Irmgard Zündorf
Tel. 0331/289 91-13
Email: zuendorf@zzf-pdm.de
Vortrag
Hans-Hermann Hertle:
"Die Medien und der Mauerfall"
Mittwoch, 6. Mai 2009 | Beginn: 19.00 Uhr
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG)
Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam
Eintritt: 3,00 Euro
Die West-Medien haben über die politische Entwicklung in der DDR im Sommer und Herbst 1989 umfassend informiert und diese kommentiert. Sie haben durch ihre immer dichter werdende Berichterstattung in der Anfangsphase Akteure geschützt und Zulauf mobilisiert und dadurch Ereignisse verstärkt und beschleunigt; in diesem Sinne waren Sie ein "Transmissionsriemen" der Revolution, aber nicht ihr Motor.
Anders lagen die Dinge jedoch in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989: Es waren die West-Medien, die den Ansturm Zehntausender Ost- und Westberliner auf die Grenzübergänge und auf das Brandenburger Tor entfachten - ihre Berichterstattung führte den Fall der Mauer maßgeblich herbei.
Der Vortrag, illustriert mit Filmmaterial, demonstriert, wie das geschah - und warum es geschehen konnte.
Hans-Hermann Hertle, Dr. phil., geb. 1955, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dort zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Hans-Hermann Hertle ist Autor zahlreicher Bücher zur Sozial- und Zeitgeschichte sowie Dokumentarfilme, darunter "Als die Mauer fiel - 50 Stunden, die die Welt veränderten", ARD-Fernsehdokumentation 1999 (zusammen mit Gunther Scholz); "Damals in der DDR. Der Alltag im Arbeiter- und Bauernsstaat", 2004 (zusammen mit Stefan Wolle); Die Berliner Mauer. Monument des Kalten Krieges. The Berlin Wall. Monument of the Cold War", 2007 (in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung; "Chronik des Mauerfalls", 11. Aufl. Berlin 2009.
Eröffnungsvortrag der Veranstaltungsreihe in Potsdam 2009
Martin Sabrow:
"Wende" oder "Revolution"?
Der Herbstumbruch 1989 und die Geschichtswissenschaft
Donnerstag, 2. April 2009 | Beginn: 19.00 Uhr
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG)
Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam
Eintritt: 3,00 Euro
Der Vortrag von Martin Sabrow eröffnet die Veranstaltungsreihe "Umbruch 1989-1991 - Zentrum und Peripherie", die vom 2. April bis zum 4. Dezember 2009 zu 28 Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Lesungen und Buchvorstellungen in Potsdam einlädt.
Vortrag von Martin Sabrow (PDF)
Zur Person
Martin Sabrow, geb. 1954, ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Potsdam. Er ist Mitherausgeber der Studie „Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte“ (2007).
Podiumsdiskussion
"Die Erfahrung Tschernobyl in der belarussischen Politik und Gesellschaft"
Donnerstag, 2. April 2009 | 19.00 Uhr
Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau"
Minsk, Prospekt Gazety Pravda 11
Begrüßung und Vorstellung des Projekts "Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl"
Dr. Melanie Arndt, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Podiumsdiskussion mit
Tamara Belookaja, Belarussisches Komitee "Die Kinder Tschernobyls"
Inge Christensen, Projektkoordinator UNDP
Sergej Tarsjuk, Internationale Stiftung zur Entwicklung der ländlichen Gegend
Moderation: Dr. Astrid Sahm, Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau"
Die Katastrophe im Atomkraftwerk von Tschernobyl am 26. April 1986 stellt nicht nur ein ökologisches Desaster dar, sie wurde gleichzeitig auch zu einem Katalysator gesellschaftlicher und politischer Mobilisierungen. Ungeachtet dessen, dass das Atomkraftwerk abgeschaltet wurde und keine Energie mehr produziert, übt „Tschernobyl“ weiterhin einen beachtlichen Einfluss auf die Umwelt, die Gesundheit, die Gesellschaft und die Politik aus. „Tschernobyl“ ist zu einer besonderen Erfahrung geworden - zu einem Bestand an (Un-)Wissen und einer Grundlage für die Entscheidungsfindung in den Bereichen der Ökologie, des Gesundheitsschutzes sowie der nachhaltigen Entwicklung des verstrahlten Territoriums. Nicht zuletzt dadurch ist Tschernobyl von besonderem Interesse sowohl für die wissenschaftliche Forschung, als auch für die öffentliche Diskussion.
Das internationale Forschungsprojekt „Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl“, das gemeinsam vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, der Ludwig-Maximilians- Universität München, der Europäischen Humanistischen Universität Vilnius sowie der Kievo-Mohyla-Akademie durchgeführt wird, untersucht den Einfluss der Katastrophe auf die Politik und Gesellschaft in Belarus, der Ukraine, Litauen, Deutschland und Russland. Im Rahmen des Projektes findet die öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Die Erfahrung Tschernobyl in der belarussischen Politik und Gesellschaft“ statt. Auf dem Podium werden Experten und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen sowie internationaler Projekte miteinander diskutieren.
Organisation:
Zentrum für Zeithistorische Foschung Potsdam, Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau", Internet-Journal "Novaja Evropa" mit Unterstützung der VolkswagenStiftung
Projektleiterin und Kontakt:
Dr. Melanie Arndt: arndt@zzf-pdm.de
Weitere Informationen:
www.after-chernobyl.de
Vortrag
Petra Fuchs:
"Ich rechne für jeden Fall 20 Minuten"
Zur Tätigkeit des Potsdamer Erbgesundheitsgerichtes in der Zeit von 1934-1944
Dienstag, 10. März 2009 | Beginn: 19.00 Uhr
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Vortragsraum
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam
Moderation: Silvija Kavcic
Kurzbeschreibung
Vor 75 Jahren, am 10. März 1934, wurde im Amtsgerichtsgebäude in der Lindenstaße 54/55 die erste Verhandlung des Potsdamer Erbgesundheitsgerichts abgehalten. Mehr als 4.000 Urteile zur Unfruchtbarmachung gegen den Willen der betroffenen Männer, Frauen und Kinder gehen allein auf die Tätigkeit des Potsdamer Erbgesundheitsgerichts zurück. Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 war eines der ersten Gesetze, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlassen wurden. Es bildete die Grundlage für die Zwangssterilisation von insgesamt 350.000 bis 400.000 Menschen in Deutschland und in den besetzten Gebieten. Die Urteile, die während der zehnjährigen Wirkungszeit des Potsdamer Erbgesundheitsgerichts ausgesprochen wurden, betrafen psychisch und physisch Kranke, geistig und körperlich Behinderte, aber auch sozial Schwache und gesellschaftliche Randgruppen, zu denen vor allem Patient/innen aus den brandenburgischen Landesheil- und Pflegeanstalten Potsdam und Brandenburg-Görden sowie Fürsorgezöglinge gehörten. Über die Opfer dieser rassenhygienischen Maßnahme, die auch jüdische Bürger/innen aus Potsdam und der Provinz Brandenburg sowie Ausländer/innen traf, ist in der breiteren Öffentlichkeit nach wie vor wenig bekannt. Bis heute kämpfen die wenigen noch lebenden um die Anerkennung als NS-Verfolgte und um ihre Rehabilitation durch die Aufhebung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“.
Zur Referentin und zur Moderatorin
Dr. Petra Fuchs ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin an der Charité Berlin. Dort forscht sie zum fürsorgerischen,pädagogischen und medizinischen Umgang mit Kindern im Grenzbereich zwischen „gesund“ und „geisteskrank“ zur Zeit der Weimarer Republik im Raum Berlin-Brandenburg. Zuletzt erschien der von ihr mitherausgegebene und mit dem Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus gewürdigte Band „Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst“. Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“, 2. Aufl., Göttingen 2008.
Dr. Silvija Kavcic ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZZF, wo sie an einem Recherche- und Forschungsprojekt zur Geschichte des Volksgerichtshofes in Potsdam (1943-1945) in Verbindung mit dem ehemaligen Haft- und Gerichtsort Lindenstraße 54 arbeitet, das vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem Ministerium für Wissenschaft , Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert wird.
Nähere Auskünfte:
Dr. Hans-Hermann Hertle
Tel. 0331/289 91-31
Email: hertle@zzf-pdm.de