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News-Archiv

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19. Dezember 2009



Zeithistoriker Prof. em. Dr. Christoph Kleßmann mit dem Verdienstorden
der Bundesrepublik Deutschland geehrt

 

Jann Jakobs ehrt Prof. Dr. Christoph Kleßmann

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs ehrte den Zeithistoriker Christoph Kleßmann am Samstag im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
In seiner Ansprache vor den Angehörigen und Freunden des Geehrten würdigte der Oberbürgermeister dessen Verdienste auf fachlichem Gebiet, um den Ruf der Landeshauptstadt und um das Zusammenleben in der Stadt.
Professor Christoph Kleßmann war bis zu seiner Emeritierung 2003 Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Während seiner Tätigkeit als Direktor des ZZF bzw. am Forschungsschwerpunkt Zeithistorische Studien habe er sich um die Förderung des deutsch-deutschen Zusammenwachsens auf wissenschaftlichem Gebiet verdient gemacht, führte Jann Jakobs aus. Zu diesem Zweck habe sich Christoph Kleßmann zudem in zahlreichen Wissenschaftlichen Beiräten und in verschiedenen Vereinigungen engagiert, so zum Beispiel im Deutschen Historikerverband, im Wissenschaftlichen Beirat der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, in der Fachkommission Zeitgeschichte im Johann-Gottfried-Herder-Forschungsbeirat in Marburg, in der Fachkommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, im Wissenschaftlichen Beirat der Hamburger Forschungsstelle für Zeitgeschichte, im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und bis 1999 auch als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Archive der Parteien und Massenorganisationen in Berlin.

Mit seinen Leistungen, so der Oberbürgermeister, habe Christoph Kleßmann maßgeblich den Ruf des Zentrums für Zeithistorische Forschung geprägt und sich damit auch um den guten Ruf der Landeshauptstadt Potsdam als Stadt der Wissenschaft verdient gemacht.

Verdient gemacht hat sich Prof. Dr. Kleßmann auch um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen sowie mit seinen Bemühungen, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu schlagen. Darüber hinaus engagiert er sich bürgerschaftlich in seinem Heimatort Groß Glienicke.

Bild: ZZF/Hans-Hermann Hertle



November 2009



ZZF-Forscherin für Leibniz-Nachwuchspreis nominiert


Friederike Kind-Kovács wurde für ihre Dissertation zum Thema “Out of the drawer and into the West: Tamizdat from the Other Europe and its vision and practice of a transnational literary community (1956-1989)" für den Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft nominiert und gehörte damit zu den “erfolgreichen Sieben” in der Endrunde.

Kind-Kovács war von 2003 bis 2007 Doktorandin im Projektbereich „Massenmedien im Kalten Krieg“ und ist seit Februar 2009 Akademische Rätin am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas der Universität Regensburg. In ihrer Dissertation entwickelt sie einen neuen Blick auf die transnationalen intellektuellen Verflechtungen über den Eisernen Vorhang hinweg. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Praxis des „Tamizdat“ (wortwörtlich: der „Dort-[im Westen]Verlag“). Um die verschlungenen und vielfältigen Handlungsweisen und Netzwerke zu rekonstruieren, die es möglich machten, das im Laufe vor allem der siebziger und achtziger Jahre immer mehr unter dem Kommunismus lebende Schriftsteller und Künstler im Westen auch außerhalb der Emigrantenöffentlichkeiten veröffentlicht, gelesen und diskutiert wurden, verbindet diese Arbeit Ansätze der Institutions- und Akteurs-Analyse mit Methoden der Oral History und Netzwerkanalysen. Auf diese Weise kann sie zeigen, wie quer zu nationalen und systematischen Grenzen in den Jahrzehnten vor dem Revolutionsjahr 1989 eine zwar auf die intellektuellen Eliten begrenzte, aber zugleich transnational und bewusst europäische literarische Gemeinschaft entstand, die den historischen Vergleich mit der „république des léttres“ im vorrevolutionären Frankreich des 18. Jahrhunderts nicht zu scheuen braucht.

Friederike Kind-Kovács bahnbrechende Studie zum „Tamizdat“ ist somit ein Beitrag zum historischen Verständnis des Entstehens einer europäischen Zivilgesellschaft, wie sie sich seit dem späten Kalten Krieg in ersten Ansätzen entwickelte und heute, nach dem Niedergang der kommunistischen Diktaturen, zunehmen konsolidiert.

Der Leibniz-Nachwuchspreis wird jährlich für die besten Doktorarbeiten aus Leibniz-Instituten in den Kategorien „Geistes- und Sozialwissenschaften“ sowie „Natur- und Technikwissenschaften“ vergeben und ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Die Auswahl der Preisträger trifft eine zwölfköpfige Jury unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Treusch (Präsident der Jacobs University Bremen) aus den Vorschlägen der wissenschaftlichen Fachsektionen der Leibniz-Gemeinschaft.

Auf ihrer Jahrestagung in Rostock hat die Leibniz-Gemeinschaft Angelika Sturm vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) und Alexander Petring vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mit dem Leibniz-Nachwuchspreis 2009 ausgezeichnet. 

Bild: Leibniz-Gemeinschaft/David Ausserhofer




Oktober 2009


Einführungsvortrag der öffentlichen Ringvorlesung „Das Wunder von 1989. Der Umbruch im Ostblock und die Rolle der Gewalt.“


Die friedliche Kapitulation

Martin Sabrow ging in seinem Vortrag über „1989 und die Rolle der Gewalt“ vor allem Erklärungsmustern des „Wunders im Wunder von `89“ nach und verwies dabei gleichzeitig auf die noch folgenden Vorträge innerhalb der Ringvorlesung „Das Wunder von 1989. Der Umbruch im Ostblock und die Rolle der Gewalt“, die vom ZZF und der Universität Potsdam gemeinsam veranstaltet wird. Insgesamt wird sich die Reihe dem Verlauf und der Erklärung des Umbruchs von 1989 widmen, der zum Ende der kommunistischen Herrschaft in Europa führte.




Oktober 2009



Sabrow HU


Nachwuchstagung "Opferbilder - Täterbilder",

16. bis 18. Oktober 2009 in Berlin


Blickwinkel erweitert und
Probleme verdeutlicht

Die Konstruktion von Täter- und Opferbildern im Prozess der Vergangenheitsaufarbeitung stand im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung des Nachwuchswissenschaftler-Innennetzwerks zur Aufarbeitung von Vergangenheit in außereuropäischen Regionen AVARnet, die in Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung, der Berlin Graduate School of Social Sciences, dem German Institute of Global and Area Studies und der Universität Marburg durchgeführt wurde.





Oktober 2009

 

Sabrow HU



52. Studienwoche des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts Trento
in Zusammenarbeit mit dem ZZF


Nachdenken über die DDR.
Internationale und multidisziplinäre Perspektiven 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus






Die vom 13. bis 16. Oktober 2009 durchgeführte Studienwoche bildete den Höhepunkt einer mehrmonatigen Veranstaltungsfolge, in der Ausstellungen, Filmabende, Theateraufführungen und Lesungen zum „Nachdenken über die DDR“ anregten. Das breit gefächerte Programm bot dem italienischen Publikum einen Einblick in ein Thema, das bisher außerhalb von Spezialistenkreisen kaum wahrgenommen wurde. Zusammen mit der Veranstaltungsfolge des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts leistete die Studienwoche damit einen wichtigen Beitrag zum transnationalen Gedankenaustausch über die Geschichte des europäischen Kommunismus und seine Nachwirkungen bis in die Gegenwart.








September 2009

ZZF nimmt beim Förder-Ranking 2009 der DFG Spitzenposition ein

Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) haben ihre Drittmittel aus Fördergeldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Zeitraum 2005 bis 2007 um mehr als 60 Prozent gegenüber dem vorherigen Erhebungszeitraum steigern können. Wie aus dem am 10. September 2009 veröffentlichten Bericht »Förder-Ranking 2009« der DFG hervorgeht, erhöhten sich die DFG-Bewilligungen für die 86 Leibniz-Einrichtungen auf 158,5 Millionen Euro (2002-2004: 98 Millionen Euro). Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, seit 2009 Vollmitglied in der Leibniz-Gemeinschaft, nimmt unter den Forschungsinstituten aller nicht-universitären Einrichtungen in seinem Fachgebiet eine Spitzenposition ein. "Am erfolgreichsten beim Einwerben von Fördermitteln aller nicht-universitären Einrichtungen war in den Geisteswissenschaften das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam mit 5,3 Millionen Euro und gehört damit zum Spitzentrio", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der WGL zur aktuellen Veröffentlichung des DFG-Rankings.



 

September 2009

Geschichtsmagazin DAMALS ehrt Veröffentlichung des ZZF

Im Wettbewerb um die besten historischen Bücher 2008/2009 des Geschichtsmagazins DAMALS wurde in der Kategorie „Thema des Jahres: Mauer und Wiedervereinigung 1961/1989“ das Buch „Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989“ von Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke mit dem dritten Platz ausgezeichnet. In der Jury saßen renommierte Wissenschaftler wie Prof. Ulrich Herbert von der Universität Freiburg und Vertreter der Medien, wie Dr. Franziska Augstein von der Süddeutschen Zeitung oder Dr. Günter Müchler vom Deutschlandfunk. In dem historischen Handbuch werden die Lebensgeschichten und Todesumstände der Mauertoten in Text und Bild dokumentiert und in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet.

Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke: Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Ein biographisches Handbuch. Ch. Links Verlag, Berlin 2009

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August 2009



Dokumentationsprojekt »Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989«

ZZF Potsdam und Stiftung Berliner Mauer
stellen Biografien von 136 Mauertoten vor

Präsentation Mauertote

Maria Nooke, Martin Sabrow, Axel Klausmeier,
Bernd Neumann, Hans-Hermann Hertle und Christoph Links
(v.l.) präsentieren das biografische Handbuch


Die Schicksale von 136 Todesopfern an der Berliner Mauer sind erstmals wissenschaftlich dokumentiert. Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und die Stiftung Berliner Mauer haben auf einer Pressekonferenz am 11. August, kurz vor dem Jahrestag des Mauerbaus, die Ergebnisse ihres gemeinsamen Dokumentationsprojekts „Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989“ vorgestellt: Das biografische Handbuch  (Ch. Links Verlag) dokumentiert auf 528 Seiten 136 Todesfälle an der Berliner Mauer, ihre Hintergründe und Zusammenhänge. Zudem können Besucher der Gedenkstätte Berliner Mauer die 136 Biografien, ergänzt um zahlreiche Wort-, Bild-, Ton- und Filmdokumente u.a. zu den Reaktionen in Ost und West sowie zur juristischen Aufarbeitung ab dem 13. August 2009 über ein interaktives Terminal abrufen. Im Internet sind die biografischen Texte zu den Todesopfern auf der Internetseite www.chronik-der-mauer.de unter der Rubrik „Opfer der Mauer“ abrufbar.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der die Forschungsarbeit für das biografische Handbuch mit 280.000 Euro finanziert hat, sagte, dass mit der Dokumentation die Opfer ihre Würde wieder erhielten. „Es geht darum, an diesen Biografien aufzuzeigen, welches die Mechanismen der Diktatur und Folgen waren. Ich danke dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie den Projektleitern Frau Dr. Nooke und Herrn Dr. Hertle für ihre beeindruckende Arbeit. Über ein solches Thema zu forschen ist nicht einfach. Forschung hat unparteiisch, hat objektiv zu sein. Die vorgelegte Studie erfüllt diese Forderung untadelig“, so Bernd Neumann.
Der Direktor des ZZF, Martin Sabrow, betonte in seiner Ansprache, dass das Projekt das Ziel verfolgt habe, mit Hilfe präziser definierter Kriterien eindeutige Zahlen über die Todesopfer an der Berliner Maure zu ermitteln und den dahinterstehenden Biografien dem Vergessen zu entziehen. „Ich hielte es für wünschenswert, dass nach unserem Pilotprojekt auch eine entsprechende Untersuchung zu den Todesopfern an der innerdeutschen Grenze insgesamt durchgeführt werden kann“, sagte Martin Sabrow.
Die Projektleiter Maria Nooke (Gedenkstätte Berliner Mauer) und Hans-Hermann Hertle (ZZF) hoben hervor, dass sie mit ihrer Forschungsarbeit dazu beitragen wollten, nach Jahrzehnten der Ausgrenzung, des erzwungenen Schweigens, der Instrumentalisierung, aber auch des Wegschauens in Ost und West die Erinnerung an die Todesopfer zu bewahren.






Juni 2009

 

ZZF vergibt erstmals ein »Young Eastern European Fellowship«:
Petru Weber forscht im kommenden Wintersemester in Potsdam


Das vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) zum ersten Mal ausgeschriebene Young Eastern European Fellowship hat Petru Weber erhalten. Das Fellowship ermöglicht jungen Postdoktoranden aus Osteuropa einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt am ZZF.  Das Young Eastern European Fellowship ist Teil des internationalen Gastwissenschaftlerprogramms des ZZF, das von der Leibniz-Gemeinschaft gefördert wird.
Petru Weber ist Assistant Professor am Lehrstuhl für Rumänische Studien der Universität Szeged (Ungarn) und hat 2007 mit einer Studie zu "Regime Changes, Public Memory and the Pursuit of Justice. The Case of German-Speaking Jews in Bukowina 1920-1960" promoviert. Von 2002 bis 2005 war er Promotionsstudent an der University of Sussex in Brighton und von 2005 bis 2007 Stipendiat am Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas der Freien Universität Berlin. Sein Forschungsthema für die Zeit seines Aufenthalts am ZZF im Wintersemester 2009/2010 lautet "Die Rolle der Medien im politischen Spannungsfeld zweier Bruderstaaten des Ostblocks: Rumänien und Ungarn im Vergleich".






Juni 2009


Call for Papers

Workshop, June 10–13, 2010
»A New Global Morality? The Politics of Human Rights and Humanitarianism in the 1970s«

Organizers:
Jan Eckel (University of Freiburg) and Samuel Moyn (Columbia University),
in conjunction with Stefan-Ludwig Hoffmann (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

In recent years, historians have discovered the 1970s as a transformative phase in the history of international politics, giving rise to new perceptions of global problems and new styles of international action, which reshaped the politics of states and non-state actors alike. The surge of human rights and humanitarianism can be understood as both an expression of and a catalyst for this global shift. This exploratory workshop will bring together scholars working in the field in order to pool results and debate explanation for what appears to be a discontinuous moment in the evolution of human rights and humanitarianism as concepts and political practices.
Some possible areas of focus for presentations include: the histories of international institutions, the percolation of human rights in domestic politics and as a foreign policy ethic, the rise of new forms of popular and private advocacy, the relegitimization of international intervention, the explosion of “dissidence” and its international reception, the agitation around Latin American authoritarianism, new visibility for human catastrophe in Africa and Asia, the selectivity of moral responses framed as either based on rights or on humanitarianism, or the trajectory of international law.
The focus of the workshop is on the 1970s in the broader sense of a transformative period that marks a break with the patterns underlying international politics in the early Cold War and decolonization eras. Proposals that examine the meaning of human rights and humanitarianism outside a North Atlantic perspective (including the reception of North Atlantic advocacy in southern locales) are especially to be welcomed. The main goal of the event is not simply to share knowledge but fit various new research ventures into a larger explanatory framework.
The workshop will be held at the Freiburg Institute for Advanced Studies, which will also cover all costs.

If you are interested in presenting a paper, please send a short abstract of your proposed paper (at a maximum of 500 words), an abstract of your ongoing research related to the subject of the workshop (at a maximum of 500 words), and a curriculum vitae. The deadline for submissions is September 1, 2009. Participants will then be asked to submit a position paper by April 1, 2010. The workshop will be held in English.

Please send your abstracts and curriculum vitae to:
Dr. Jan Eckel
E-Mail: jan.eckel@geschichte.uni-freiburg.de






Mai 2009


Geschichtsforum 1989|2009
"Europa zwischen Teilung und Aufbruch"
vom 28. – 31. Mai 2009 in Berlin-Mitte


6000 Besucher nahmen am Geschichtsforum
zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution teil

 


„Die Mischung aus kulturellen und populär-wissenschaftlichen Angeboten hat sich als erfolgreiches Konzept für das Geschichtsforum erwiesen“, lautet das positive Fazit von Dr. Irmgard Zündorf, Koordinatorin beim Mitveranstalter Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) für die viertägige Großveranstaltung. An dieser nahmen insgesamt 6000 Besucher teil. Über einhundert Institutionen und Initiativen aus Deutschland und Europa hatten an die 150 Veranstaltungen angeboten: Wissenschaftliche Diskussionen fanden sich neben Jugendworkshops, multimediale Performances neben Ausstellungen, Lesungen neben Fachvorträgen. Sie ermöglichten den Besuchern eine lebendige Auseinandersetzung mit dem Umbruch von 1989, seiner Vorgeschichte und seiner Bedeutung für die Gegenwart. Das ZZF hatte als Mitveranstalter die zentrale Podiumsdiskussion "Den Kommunismus erzählen" vorbereitet sowie am Zweiten und dritten Veranstaltungstag acht Sektionen angeboten.

 






Mai 2009

Für eine neue Sozialgeschichte der Arbeit


Wissenschaftler aus ganz Deutschland trafen sich am 28. und 29. Mai in Potsdam zu einem interdisziplinären Workshop, zu dem das Zentrum für Zeithistorische Forschung und das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts eingeladen hatten. Sie diskutierten über die Folgen des Wandels der industriellen Lebenswelt, des Untergangs der alten Industrien und des Siegeszuges neuer Beschäftigungsformen und Technologien für die Sozialgeschichte der Arbeit seit den siebziger Jahren.


Bilder und Bericht vom Workshop (PDF)

Programm (PDF)






Mai 2009



Sabrow HU



ZZF Direktor Martin Sabrow zum Professor
an der Humboldt-Universität zu Berlin ernannt




Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, ist am 19. Mai 2009 zum Professor im Fachgebiet Neueste und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) ernannt worden. Die Ernennungsurkunde nahm er vom Präsidenten der HU, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies, entgegen.





April 2009


Die Zukunft der Zeitgeschichtsforschung

Promovierende aus Deutschland und Europa trafen sich am 24./25. April
zum 7. Potsdamer Doktorandenforum zur Zeitgeschichte in Potsdam


Unter dem Titel »Epochenwende? Wandlungsprozesse der 1970er Jahre im politischen Diskurs« wandte sich das Potsdamer Doktorandenforum in diesem Jahr den sozioökonomischen und soziokulturellen Transformationen der vergangenen Jahrzehnte zu.
Wie wurden der Strukturwandel und seine Folgeerscheinungen zeitgenössisch analysiert und gedeutet? Wie beeinflusst die Reflexion der Epochenwende die überlieferten Rahmenbedingungen und die Themen des politischen Diskurses? Welche neuen Fragen wurden gestellt, welche Antworten entwickelt? Welche Zäsursetzungen erscheinen mit Blick auf Politik-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte plausibel?
Diesen und anderen Fragen gingen die etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach und kamen zu einem selbstbewussten Ergebnis: Man dürfe die eigenen Untersuchungen nicht zu eilig und ungeprüft einer der Zeitzeugenschaft entspringenden Interpretation der derzeitigen Doktorvätergeneration unterordnen.





März 2009


Gelungene Auftaktveranstaltung des ZZF als neu
aufgenommenes Institut der Leibniz-Gemeinschaft

Welche Probleme und Möglichkeiten ergeben sich für die Darstellungsformen der Zeitgeschichtsschreibung aus der Fülle des Bild-, Ton- und Filmmaterials? In welchen medialen Formaten wird sich die Wissenschaftsdisziplin Zeitgeschichte angesichts der rasanten Medienentwicklung künftig präsentieren?
Diesen und anderen Fragen gingen die mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der wissenschaftlichen Konferenz "Zeitgeschichte schreiben in der Gegenwart. Narrative - Medien - Adressaten" nach. Mit der Veranstaltung am 20. und 21. März in Potsdam stellte sich das Zentrum für Zeithistorische Forschung als neu aufgenommenes Institut der Leibniz-Gemeinschaft vor und leistete zugleich einen Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2009 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

 



März 2009

PNN Sabrow


Konzept zur Erinnerungskultur in Brandenburg

»Platz für die Brüche«


In Ergänzung zu dem Konzept der Landesregierung zur Erinnerungskultur in Brandenburg schlägt der Direktor des ZZF, Prof. Dr. Martin Sabrow, ein Potsdamer "Forum Alltagskultur" vor. Dazu könnte das Rechenzentrum in der Dortustraße genutzt werden. Das Ensemble aus Schloss Cecilienhof und den Gedenkstätten in der Lindenstraße und in der Leistikowstraße solle zu einem Potsdamer Erinnerungsort des Kalten Krieges und der Europäischen Teilung ausgebaut werden, regte er in einem Interview mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) vom 18.03.2009 an.

Zum Artikel in den PNN (PDF) ...




Februar 2009

 

ZZF vergibt Leibniz Summer Fellowships für 2009

Im Rahmen seines durch die Leibniz-Gemeinschaft geförderten internationalen Gastwissenschaftlerprogramms vergibt das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in diesem Jahr drei Summer Fellowships. Für die Summer Fellowships, mit denen sich ein zweimonatiger Gastaufenthalt an einem der führenden Forschungseinrichtungen der europäischen Zeitgeschichte verbindet, wählte das ZZF Christina von Hodenberg (London), Caitlin Murdock (Long Beach) und Thomas Pegelow Kaplan (Davidson) aus. Darüber hinaus erhält Jane Caplan (Oxford) eine Einladung als Senior Fellow für einen einmonatigen Forschungsaufenthalt am ZZF.

Dr. Christina von Hodenberg ist Reader in European History am Queen Mary College der University of London. Für die Zeit ihres Aufenthalts am ZZF wird sie ein Projekt zu “Fernsehserien und sozialer Wandel im internationalen Vergleich 1965-1978“ bearbeiten.

Caitlin Murdock, PhD, ist Assistant Professor am History Department der California State University Long Beach. Während der Zeit am wird sie sich mit einem Projekt zu “Radiation Exposure and the Politics of Public Health in Central Europe” beschäftigen.

Dr. Thomas Pegelow Kaplan ist Assistant Professor am History Department des Davidson College in North Carolina. Das für den Aufenthalt am ZZF vorgeschlagene Projekt lautet „Political Activism and Representation of Genocide in West Germany and the United States”.

Prof. Jane Caplan, PhD, ist Professor of Modern European History am St. Anthony’s College der University of Oxford. Sie wird am ZZF die Arbeit zur ihrem Forschungsprojekt „Totale Erfassung’? Registration, Identification and Recognition in Nazi Germany (1933-1945) fortsetzen.




Februar 2009

FAZ Artikel



Zur Studie "Das DDR-Bild von Schülern: ein Ost-West-Vergleich"

»Wie, der Schüler kennt den
Dicken mit der Zigarre nicht?«


Das Geschichtswissen der Fünfzehnjährigen lasse wieder einmal zu wünschen übrig. Doch die Aufregung über eine versetzungsgefährdende Unkenntnis der DDR sei fehl am Platz, meint der Direktor des ZZF, Prof. Dr. Martin Sabrow, in seinem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 4. Februar 2009.

Zum Artikel in der FAZ (PDF) ...


Januar 2009

 

Presse-Information

Vom »Haus des Terrors« zum »Haus der Demokratie«

Ausstellung zur friedlichen Revolution im Potsdamer »Lindenhotel« eröffnet Ende 2009


Über die friedliche Revolution in Potsdam wird es Ende 2009 eine Ausstellung in der "Gedenkstätte Lindenstraße 54/55" geben. In sechs Stationen sollen Ursachen, Vorgeschichte und Verlauf des Umbruchs von 1989/90 im ehemaligen Bezirk Potsdam dokumentiert werden. "Damit wird endlich auch die Landeshauptstadt ihren spezifischen Erinnerungsort zu 1989 haben", betont Hans-Hermann Hertle vom Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF).

Im Mittelpunkt sollen die ehemaligen oppositionellen Akteure und ihr Beitrag zur Überwindung der Diktatur stehen. Die Präsentation wird gemeinsam vom Potsdam-Museum und dem ZZF erarbeitet. Die Ausstellungsmacher knüpfen dabei an die Geschichte des Ausstellungsortes an. So wurde das "Lindenhotel" im Januar 1990 auf Beschluss des Runden Tisches von den neuen Bewegungen und Parteien übernommen, die hier ihre ersten Büros einrichteten. Als Potsdamer "Haus der Demokratie" etablierte sich das Gebäude, das bis dahin dem Ministerium für Staatssicherheit als Untersuchungsgefängnis diente, rasch zur zentralen Anlaufstelle der demokratischen Kräfte im Bezirk. Das Engagement, das von hier ausging, machte den friedlichen Umbruch in Potsdam unumkehrbar.

Für die Direktion des Potsdam Museums, Jutta Götzmann, ist das Ausstellungsvorhaben ein entscheidender Beitrag zur Entwicklung der Gedenkstätte Lindenstraße. Gefördert wird das Ausstellungsprojekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kulturland Brandenburg sowie der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Im Kreis der Ausstellungsmacher ist man zuversichtlich, die noch fehlenden Mittel für dieses in Potsdam bislang einmale Projekt zügig einwerben zu können.

Weitere Informationen:

Dr. Hans-Hermann Hertle

(0331) 28991-31




Januar 2009

Artikel in der FAZ



Gedenkjahr 2009:

»Das Unbehagen an der Aufarbeitung«


Die Zeitgeschichte habe ihren Gewinn an öffentlicher Aufmerksamkeit im gleichen Maße mit dem Verlust an fachlicher Autonomie und reflexiver Distanz zu bezahlen, lautet die These, die Prof. Dr. Martin Sabrow in seinem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am 12. Januar 2009 aufstellt. Im Artikel beschreibt der Direktor des ZZF, wie die Wissenschaft von der Zeitgeschichte im Zeitalter der boomenden Erinnerungskultur und im Supergedenkjahr 2009 einzuordnen ist.

Zum Artikel in der FAZ (PDF) ...


Januar 2009

taz Interview Sabrow



Martin Sabrow im taz-Interview


Ein stärkeres Bewusstsein für die Vielschichtigkeit der SED-Diktatur und ihres Unterganges sowie ein besseres Verständnis für die Veränderung der Geschichtskulturen in unserer Zeit erwartet Prof. Dr. Martin Sabrow vom Gedenkjahr 2009. Es werde vermutlich kontrovers debattiert werden, wem die Erinnerung an 1989 gehört, sagte der Direktor des ZZF im Interview mit der taz, das am 3./4. Januar 2009 erschien.

Zum Interview in der taz (PDF) ...



 

 


 


Dezember 2008

Junior Fellowships »German-Jewish History of the
20th Century and Contemporary History of Israel«
(Univ. Jerusalem; ZZF Potsdam)


With funding from the
ALFRED FREIHERR VON OPPENHEIM-STIFTUNG and the
AKADEMISCHES AUSLANDSAMT, UNIVERSITY OF POTSDAM,
the RICHARD-KOEBNER-MINERVA-CENTER for GERMAN HISTORY,
HEBREW UNIVERSITY OF JERUSALEM,
and the ZENTRUM FUER ZEITHISTORISCHE FORSCHUNG, POTSDAM

are pleased to invite applications for

2 Junior Fellowships

for the academic year 2008/2009.
The Junior Fellowships are awarded to graduate students specializing in German-Jewish History of the 20th Century, or the Contemporary History of Israel. The Fellowships are available to doctoral candidates at universities in Israel and Germany. They are designed to enable doctoral candidates with an outstanding academic achievement in advanced stages of their dissertation to pursue their individual research abroad in Jerusalem or Potsdam/Berlin.
Fellows are expected to reside in Jerusalem or Potsdam/Berlin for four consecutive months between February and July 2009. The monthly stipend is EUR 1,200. Additionally, fellows will receive a one-time payment of EUR 500 for costs of materials and supplies. The funding is supposed to cover all expenses, including travel, housing, and insurance. The grants may not be interrupted. The Richard-Koebner-Minerva-Center and the ZZF will provide office space, access to the internet and other relevant facilities. The fellows are invited to participate in the intellectual life of the two institutions, and will be expected to present their project in a seminar or colloquium.
Applicants should have an interest in cultural and social history and must have completed a university degree, at least M.A., M.Sc. (or the equivalent) in History or in the Humanities and Social Sciences with an emphasis on Contemporary History.
The Richard-Koebner-Minerva Center and the ZZF strive to increase the presence of women in academia and strongly encourage female applicants for the fellowships listed above. Equal opportunities and consideration will be extended to disabled applicants as well.

The application deadline is January 30, 2009. Decisions will be announced not later than February 10, 2009. All applications must include

1. A letter of interest;
2. A curriculum vitae (including a list of publications, if any; copies of university certificates; registration as a doctoral candidate);
3. A project proposal not exceeding five pages (1,500 words);
4. A letter of recommendation by their academic adviser which shall evaluate the current state of work.

Applications shall be submitted either in English or in German. Please send all materials, except for the reference letter, in one e-mail and as Word or PDF files to:


Achim Saupe
e-mail: saupe@zzf-pdm.de saupe@zzf-pdm.de

The letter of recommendation should be addressed to the ZZF and sent directly to Achim Saupe by e-mail. It is the responsibility of the applicant to ensure that the reference letter is sent. For further information on the Richard-Koebner-Minerva-Center, please refer to Koebner.huji.ac.il, on the Zentrum fuer Zeithistorische Forschung, please refer to zzf-pdm.de. Additional inquiries about the fellowship program should be directed by e-mail to Achim Saupe.





Dezember 2008

Leibniz Summer Fellowships 2009

The Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam, Germany, is pleased to invite applications for two LEIBNIZ SUMMER FELLOWSHIPS in 2009 to study German and European History in the 20th century. These two-month fellowships provide an opportunity to pursue individual research in Germany while participating in the academic life of one of Germany’s major research centres on History.
Founded in 1996, the ZZF covers a broad scope of Contemporary European History with a special focus on the GDR and the Federal Republic of Germany, East-West German relations, and the Cold War in Europe. The ZZF library holds approx. 75.000 items and subscribes to more than 100 periodicals. From 2009 onwards the ZZF will be member of the Leibniz-Gemeinschaft (WGL).
Applicants must have at least postdoctoral status with an outstanding academic record. They are expected to pursue their own research. However applicants whose interests relate to projects of the major research groups at the ZZF will be preferred. Further details on the research areas at the ZZF can be found at zzf-pdm.de/projects 2008. Fellowship holders will be assigned to a research group and asked to present their current project in a seminar or colloquium.
Fellowships for the LEIBNIZ SUMMER FELLOWSHIPS vary between EUR 4.000 and EUR 8.000 for a two month grant period, depending on experience. If it is necessary to take a leave from the home institution a larger fellowship might be possible. The funding is supposed to cover all expenses including travel, housing, and insurance. Fellows are expected to reside in Berlin or Potsdam for two consecutive months between March and October 2009. The ZZF will provide office space and other relevant facilities.

The application deadline is January 31, 2009. Decisions will be announced not later than February 15, 2008. Applications must include

• a letter of interest;
• a curriculum vitae (including a list of publications);
• a project proposal not exceeding 1.500 words;
• a letter of recommendation.

Please send your application to:

Mr Albrecht Wiesener
– Leibniz Summer Fellowships –
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Germany

Applications or recommendations by e-mail or fax will not be accepted. The letter of recommendation should be sent under separate cover. For further information regarding the Zentrum für Zeithistorische Forschung, please refer to zzf-pdm.de.
For further questions about the fellowship program please contact Mr Albrecht Wiesener, e-mail: fellowship@zzf-pdm.de. fellowship@zzf-pdm.de.





Version française

Leibniz Bourses d'Été 2009
Appel à candidatures

Le Centre de recherches en histoire du temps présent (Zentrum für Zeithistorische Forschung) de Potsdam aura le plaisir de distribuer deux Leibniz Bourses d'Été en 2009 à des chercheurs désirant travailler sur l’histoire allemande et européenne du XX siècle. Ces bourses de deux mois donnent aux chercheurs invités la possibilité de mener leurs recherches à Potsdam ou à Berlin ainsi que de participer à la vie intellectuelle de l’un des principaux centres de recherches historiques allemands. Fondé en 1996, le ZZF se consacre principalement à l’histoire européenne du temps présent, en particulier à la RDA et à la RFA, aux relations entre les deux Allemagnes et à la guerre froide en Europe. Sa bibliothèque contient plus de 75.000 ouvrages et il souscrit à plus d’une centaine de périodiques.
Les postulants doivent être au minimum en post-doctorat et faire preuve de la qualité de leur parcours scientifique. Ils sont libres de poursuivre leurs propres travaux mais priorité sera accordée aux postulants dont les thèmes d’intérêt concordent avec ceux des principaux groupes de recherches et/ou projets individuels mis en œuvre au ZZF. Plus d’informations sur les regroupements thématiques du Centre peuvent être trouvés sur la page www.zzf-pdm.de. Les candidats retenus seront orientés vers l’un de ces groupes de recherches et invités à présenter leur projet lors d’un séminaire ou d’une conférence.
Le montant des bourses varie entre 4.000 € et 8.000 € selon l’expérience et la réputation universitaire du chercheur et ce, pour une période de deux mois non-renouvelable. Il couvre tous les frais, y compris transport, logement et assurances. Les bénéficiaires doivent résider à Berlin ou Potsdam pendant deux mois consécutifs entre mars et octobre 2009. Le ZZF leur fournira un bureau et tout autre équipement nécessaire.

La date limite pour l’envoi des dossiers est le 31 janvier 2009. La décision sera connue au plus tard le 15 février 2009. Les candidats non-allemands sont clairement prioritaires. Le postulant devra impérativement avoir reçu son titre de docteur au moment de sa nomination. Les dossiers doivent comprendre:

• une lettre de candidature;
• un curriculum vitae avec liste de publications;
• un projet de recherches de 5 pages (ou 1.500 mots) maximum;
• une lettre de recommandation.

Les dossiers doivent être envoyés à:

M. Albrecht Wiesener
– Bourses d’Été (Summer Fellowships) –
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Allemagne

Les dossiers et la lettre de recommandation envoyés par e-mail ou fax ne seront pas acceptés. La lettre de recommandation doit être adressées par courrier séparé. Pour plus d’informations sur le Zentrum für Zeithistorische Forschung, voir www.zzf-pdm.de. Si vous désirez d’autres renseignements au sujet de ces bourses, veuillez également contacter M. Albrecht Wiesener par e-mail à l’adresse fellowship@zzf-pdm.de. fellowship@zzf-pdm.de.





Dezember 2008


Friederike Kind-Kovács verteidigte erfolgreich ihre Dissertation
und geht im Sommersemester 2009 an die Universität Regensburg


Am 9. Dezember 2008 hat Friederike Kind-Kovács, von 2003 bis 2007 Doktorandin im Projektbereich "Massenmedien im Kalten Krieg", an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam erfolgreich ihre Dissertation zum Thema "Out of the drawer and into the West": Tamizdat from the Other Europe and its vision and practice of a transnationational literary community (1956-1989)" mit "magna cum laude" (Note der Disputation: "summa cum laude") verteidigt.
Gegenstand ihrer Arbeit ist die Geschichte des literarisch-politischen Untergrundes in ostmittel- und osteuropäischen kommunistischen Diktaturen, den sogenannten Samizdat-Autoren, und jenen Verlegern, Publizisten und Schriftstellern im Westen, die Samizdat-Literatur als Tamizsdat (tam=dort) im Westen veröffentlichten. Die Entstehung dieser gemeinsamen litarischen Öffentlichkeit im Europa des Kalten Krieges leistete einen wichtigen Beitrag, so Kind-Kovács These, zur Entstehung eines blockübergreifenden Transfers von politischen Ideen, die herkömmliche Vorstellungen von einer vollständigen Isolierung von Ost und West durch den "Eisernen Vorhang" in Frage stellen (mehr zu der These unter: www.zzf-pdm.de/site/386/default.aspx).
Die Arbeit wurde gemeinsam von Prof. Dr. Thomas Lindenberger, Projektleiter am ZZF Potsdam, und Prof. Dr. Marsha Siefert, History Dept. an der Central European Unviersity Potsdam, betreut.
Frau Kind-Kovács wird im Sommersemester 2009 eine Stelle als akademische Rätin am Institut für die Geschichte Südost- und Osteuropas der Universität Regensburg (Lehrstuhl von Prof. Ulf Brunnbauer) antreten.




Dezember 2008

Zentrum für Zeithistorische Forschung wird Leibniz-Institut


Logo der Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft hat das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) auf ihrer Jahrestagung am 28. November 2008 einstimmig als neues Mitglied aufgenommen. Das ZZF wird ab Januar 2009 gemeinsam von Bund und Ländern gefördert. Dadurch, so der geschäftsführende Direktor des Instituts, Prof. Dr. Martin Sabrow, sei die Fortführung der Forschungsarbeiten des ZZF institutionell gesichert.

Das Zentrum versteht die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft als Anerkennung einer zeithistorischen Forschungsarbeit, die das Institut seit seiner Gründung 1992 als Forschungsschwerpunkt Zeithistorische Studien unter seinem ersten Direktor Jürgen Kocka und seit 1996 in seiner heutigen Gestalt unter seinen Direktoren Christoph Kleßmann und Konrad H. Jarausch geleistet hat. Zugleich, so Sabrow, interpretiert das ZZF die Entscheidung, das Institut als einziges der sechs ehemaligen Geisteswissenschaftlichen Zentren in die Leibniz-Gemeinschaft zu überführen, als Auftrag zur weiteren Steigerung seiner Forschungsrelevanz und öffentlichen Ausstrahlung, um mit seinen Mitteln der ständig wachsenden Bedeutung von Geschichte und Gedächtnis in unserer Zeit gerecht zu werden.

Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V., kurz "Leibniz-Gemeinschaft", vereint heute unter ihrem Dach 82 Einrichtungen, die Forschung betreiben oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Rund 6.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Wirtschafts-, Raum- und Lebenswissenschaften ebenso wie in der Mathematik , den Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie der Umweltforschung. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute mehr als 14.000 Menschen bei einem Jahresetat von über einer Milliarde Euro.




November 2008

Abschlussbericht der Expertenkommission "Mittel- und
langfristige Perspektiven für den Waldfriedhof Halbe" vorgelegt

 

Mittel- und langfristige Perspektiven für den Waldfriedhof Halbe

Am 10. November 2008 wurde im Brandenburger Landtag der Abschlussbericht der von Prof. Dr. Günter Morsch geleiteten Expertenkommission "Mittel- und langfristige Perspektiven für den Waldfriedhof Halbe" im Beisein des Landtagspräsidenten Gunter Fritsch der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Arbeitsgruppe haben 15 Experten aus Wissenschaft, Gedenkstätten und Initiativen sowie Vertreter zuständiger Behörden Empfehlungen zum weiteren Umgang mit dem Waldfriedhof formuliert. Die Expertenkommission empfiehlt u.a. die Einrichtung einer Open-Air Ausstellung auf dem Vorplatz des Friedhofs; die Vernetzung von Einrichtungen und Gedenkstätten, die sich mit der Endphase des Zweiten Weltkriegs beschäftigen; die Professionaliserung der pädagogischen Arbeit der seit 2005 in Halbe existierenden Denkwerkstatt sowie die Bereitstellung eines umfassenden Informationsangebots zum Waldfriedhof im Internet. Mit einer differenzierten Geschichtsdarstellung soll die komplexe "Gemengelage" des Waldfriedhofs thematisiert werden. Der Mythos der "Kesselschlacht" soll dekonstruiert werden, um der Vereinnahmung des Ortes durch Rechtsextremisten entgegenzuwirken. Das ZZF wurde in der Arbeitsgruppe durch Dr. Jürgen Danyel vertreten.




November 2008

 

ZZF-Wissenschaftlerin Petra Fuchs erhält Forschungspreis
zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus

 

Cover Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst

Dr. Petra Fuchs erhält in diesem Jahr zusammen mit den Mitgliedern einer 12köpfigen Forschergruppe den    Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Damit wird der im vergangenen Jahr aus ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt hervorgegangene Band "'Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst'. Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen 'Euthanasie'" gewürdigt. Den Preis verleihen das Bundesgesundheitsministerium, die Kassenärztliche Vereinigung und die Bundesärztekammer gemeinsam am 5. November 2008 in Berlin.

Derzeit forscht Dr. Petra Fuchs am ZZF zur Geschichte des ehemaligen Potsdamer Haft- und Gerichtsortes Lindenstr. 54/55 in der Zeit des Nationalsozialismus, wobei das besondere Interesse den Opfern der rassisch und politisch motivierten NS-Strafjustiz in Potsdam gilt. Dieses Projekt wird im Rahmen der nationalen Gedenkstättenkonzeption vom Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert.

 


Oktober 2008

 

 

Prof. Dr. Martin Sabrow antwortete am 22. Oktober 2008 in der Süddeutschen Zeitung auf
die dort am 4./5. Oktober veröffentlichte Kritik am Masterstudiengang »Public History«

Artikel Martin Sabrows in der SZ

Artikel Martin Sabrows "Historiker und Öffentlichkeit", in: Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2008 (PDF)




 

Oktober 2008

ZZF zu Gast im Schloß Bellevue


Besuch in Bellevue

Am 16. Oktober 2008 empfing Bundespräsident Horst Köhler die Hausleitung des ZZF zu einem ausführlichen Gespräch über Fragen der deutschen und europäischen Zeitgeschichte. Er ließ sich über die Struktur und das Forschungsprofil des ZZF informieren, begrüßte die Aufnahme des Instituts in die institutionelle Förderung im Rahmen der Wissenschafts-Gemeinschaft-Leibniz und sprach ihm seine nachdrückliche Anerkennung aus.
Schwerpunkte der zweistündigen Unterredung bildeten Fragen der DDR-Aufarbeitung und des Umgangs mit ihren unterschiedlichen Erinnerungsmilieus sowie die Entwicklungstendenzen des Geschichtsbewusstseins im zusammenwachsenden Europa.

 

 

September 2008

Präsident der Leibniz-Gemeinschaft besuchte  das ZZF

WGL-Präsident Rietschel: »Leibniz-Gemeinschaft ermöglicht
dem ZZF Ausbau seiner exzellenten Forschungsarbeit«


Sabrow und Rietschel

Prof. Dr. Martin Sabrow (li.), Direktor des ZZF, und Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel
im Gespräch mit den Mitarbeiter(inne)n des ZZF

Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel, Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL), besuchte am 18. September 2008 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Das Treffen stand im Zusammenhang mit der im November 2007 von der Bund-Länder-Kommission beschlossenen Aufnahme des ZZF in die Leibniz-Gemeinschaft und dem Beginn der gemeinsamen Förderung durch den Bund und die Länder ab Anfang 2009. Dadurch werde, so Rietschel, das Institut in die Lage versetzt, seine exzellenten Forschungen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte fortzuführen und weiter auszubauen. Rietschel begrüßte das Institut als neues Mitglied der Sektion A (Bildungsforschung, Geschichts- und Sprachwissenschaft) der WGL und betonte die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Forschung zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Probleme.



 

September 2008

Ausschreibung

2 Promotionsstipendien
(Sozial-, Kultur- und Erfahrungsgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas im 20. Jahrhundert)

Der Lehrstuhl Geschichte Osteuropas der Humboldt-Universität zu Berlin und das Doktorandenkolleg „Herrschaft im 20. Jahrhundert“ am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam schreiben gemeinsam zum 1.12.2008 zwei Promotionsstipendien zur Erforschung der Sozial-, Kultur- und Erfahrungsgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas im 20. Jahrhundert aus. Gefördert werden können innovative Forschungsprojekte, die sich etwa mit dem Charakter kommunistischer Herrschaft und dem autobiographischen Umgang mit Gewalt- und Diktaturerfahrung befassen.

Die Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium in Höhe von 1.000,- EUR. Die Laufzeit der Stipendien beträgt 36 Monate.

Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird ein ausgeprägtes Interesse an sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen erwartet. Den Stipendiaten wird ein Arbeitsplatz am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam zur Verfügung gestellt. Von den Stipendiaten wird sowohl die Beteiligung am Doktorandenkolleg „Herrschaft im 20. Jahrhundert. Gesellschaftsgeschichtliche Perspektiven“ am ZZF Potsdam als auch der regelmäßige Besuch des Kolloquiums am Lehrstuhl Geschichte Osteuropas der Humboldt-Universität zu Berlin erwartet.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist ein überdurchschnittlicher Studienabschluss im Fach Geschichte oder in einer Sozial- oder Geisteswissenschaft in Verbindung mit einem zeithistorischen, ost- bzw. ostmitteleuropäischen Studienschwerpunkt.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbungen mit folgenden Unterlagen:

- Motivationsschreiben
- Lebenslauf mit Zeugnissen (unbeglaubigte Kopien)
- eine Projektbeschreibung (8-10 Seiten) mit vorläufiger Gliederung
- einen detaillierten Arbeitsplan mit Angabe von voraussichtlichen Archivaufenthalten und Forschungsreisen
- ein Gutachten eines Hochschullehrers über die Studienleistung des Bewerbers

in zweifacher Ausführung an:

Prof. Dr. Martin Sabrow
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Bewerbungsschluss ist der 31.10.2008.

 

 

September 2008

Neuerscheinung

Enrico Heitzer

"Affäre Walter" 
Die vergessene Verhaftungswelle


Metropol Verlag  Berlin 2008, 205 S.
ISBN 978-3-940938-11-4

Am 8. September 1951 wurde „Fred Walter“ in Ost-Berlin von der sowjetischen Geheimpolizei festgenommen. „Walter“ war Mitarbeiter der anti-kommunistischen „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU), im Frühjahr 1951 aber zum amerikanischen Geheimdienst übergewechselt. Nur Stunden später begann eine heute nahezu vergessene Verhaftungswelle, die den Namen ihres mutmaßlichen Verursachers erhielt – „Affäre Walter“. Bei dieser Aktion, die nach Gründung der DDR wohl die meisten Todesopfer gefordert hat, wurden etwa 200 Personen festgenommen. Sie hatten Flugblätter gegen das kommunistische Regime verteilt und Informationen gesammelt. In einer Reihe von Geheimprozessen fällten sowjetische Militärtribunale nach bisheriger Kenntnis ca. 50 Todesurteile; mindestens 43 Menschen wurden in Moskau erschossen oder starben im Lager.
Enrico Heitzer, dessen Buchprojekt von der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird, legt die erste Gesamtdarstellung der Verhaftungsaktion vor, ergänzt um eine DVD mit weiterführenden Informationen, Zeit-zeugeninterviews sowie pädagogischen Materialien.

Der Autor ist assoziierter Doktorand am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig. 

 

 

September 2008

Ausstellung

»Gesichter des Prager Frühlings. 1968 in der tschechoslowakischen Fotografie«

Die Ausstellung ist zu sehen vom 4. bis 27. September 2008 in den Bahnhofspassagen, Mall im Bereich des Eingangs Lange Brücke, Babelsberger Str. 16, 14473 Potsdam
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9.30 bis 20.00 Uhr


Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Slowakischen Republik und der Tschechischen Republik, den Botschaften beider Republiken in Deutschland sowie ihrer Kulturinstitute in Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und ist von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Beteiligt haben sich darüber hinaus das Institut für Zeitgeschichte an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und das Historische Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

Im Jahr 1968 versuchten in der Tschechoslowakei die Reformer um Alexander Dubcek dem Sozialismus ein „menschliches Antlitz“ zu geben und leiteten einen weitreichenden Prozess der Demokratisierung ein. Er wurde von der gesamten Gesellschaft voran getrieben und löste überall im Ostblock Hoffnung auf Veränderung aus. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Vertrages am 21. August 1968 setzte dieser Entwicklung ein gewaltsames Ende. Die Bilder des Prager Frühlings und seiner Niederschlagung sind aus der europäischen Erinnerung an 1968 nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Aufnahmen sind zu Ikonen der internationalen Fotografiegeschichte geworden. Die Fotoausstellung zeigt die vielen Gesichter des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufbruchs in der Tschechoslowakei im Jahr 1968, nimmt dessen Vorgeschichte und Akteure in den Blick. Sie vermittelt einen visuellen Eindruck von der damals in der tschechoslowakischen Bevölkerung herrschenden Atmosphäre der Zuversicht und Hoffnung.

Die Erinnerung an den Prager Frühling wurde besonders nachhaltig durch die Bilder vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes am 21. August 1968 und von den Protesten der tschechoslowakischen Bevölkerung geprägt. Unter den Bedingungen der Okkupation gelangten die Aufnahmen tschechoslowakischer Fotografen oft auf abenteuerlichen Wegen ins Ausland und wurden damit zu eindrücklichen Zeugen für die gewaltsame Beendigung des tschechoslowakischen Experiments.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Arbeiten einer ganzen Reihe tschechischer und slowakischer Fotografen u.a. von Vladimir Lammer, Dagmar Hochová-Reihardtová, Daniela Sýkorová, Jan Bartušek, Miroslav Hucek, Václav Toužimský, Pavol Breier, Tibor Borský, die den gesellschaftlichen Wandel und kulturellen Aufbruch in der Tschechoslowakei in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre begleiteten und auch in der Zeit nach dem Einmarsch am 21. August 1968 fotografiert haben. Neben den Arbeiten der genannten Fotografen bietet die Ausstellung einen Überblick über den Verlauf des Prager Frühlings, seiner Niederschlagung und seinen Stellenwert in der Geschichte europäischer Demokratiebewegungen.


 

Juli 2008

»Hedwig Bollhagen war weder Anhängerin noch Förderin des Nationalsozialismus«

ZZF stellt Gutachten der Berliner Historikerin Dr. Simone Ladwig-Winters zu den „Arisierungs“-Vorwürfen gegen die Keramikerin Hedwig Bollhagen vor

Öffentlich erhobene Vorwürfe, die die Keramikerin Hedwig Bollhagen in die Nähe einer überzeugten Nazi-Anhängerin gerückt haben, treffen nicht zu. Dennoch zogen die HB-Werkstätten in Gründung und Aufbau Nutzen aus den Umständen der nationalsozialistischen Machtetablierung. Dies ist das Ergebnis eines von Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, am 14. Juli 2008 der Öffentlichkeit vorgestellten Gutachtens.

Die Biographie der brandenburgischen Keramikerin Hedwig Bollhagen und die Geschichte ihrer Werkstätten während der NS-Zeit waren im Frühjahr 2008 Gegenstand einer heftigen öffentlichen Debatte. Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam wurde daraufhin vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Jann Jakobs, um fachliche Unterstützung gebeten und beauftragte seinerseits die Berliner Historikerin Dr. Ladwig-Winters mit der Erstellung eines Gutachtens.

Das Gutachten zeichnet ein klares Bild der Gründungsphase der HB-Werkstätte für Keramik Marwitz, auch wenn aufgrund einer lückenhaften Quellenüberlieferung die Rolle von Hedwig Bollhagen im Nationalsozialismus nicht in jeder Hinsicht vollständig aufgeklärt werden konnte. Der wichtigste Komplex der 99 Seiten umfassenden Expertise untersucht den gegen Hedwig Bollhagen erhobenen „Arisierungs“-Vorwurf und kommt zu dem Schluss, dass Bollhagen zwar von den antijüdischen Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Etablierungsphase wirtschaftlich profitiert, sie aber nicht gezielt zu ihrem Vorteil genutzt hat.





Juli 2008

Neuerscheinung

Peter Hübner
Christa Hübner

Sozialismus als soziale Frage 
Sozialpolitik in der DDR und Polen 1968-1976

Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 2008, 520 S.
ISBN 978-3-412-20203-3

Im Dezember 1970 erzwangen in Polen mächtige Proteste gegen Preiserhöhungen den Rücktritt des Parteichefs Wladyslaw Gomulka. Zugleich leitete in der DDR ein ZK-Plenum den Sturz Walter Ulbrichts ein. Die neuen Parteiführungen unter Edward Gierek und Erich Honecker orientierten sich an der bereits seit 1966 in der UdSSR als „Hauptaufgabe“ verfolgten Politik. Es ging darum, Wirtschaftswachstum möglichst unverzüglich in eine Anhebung des Lebensstandards umzumünzen, um auf diese Weise die Loyalität der Bürger zu sichern.
Das Buch beleuchtet die sozialpolitischen Konfliktfelder und Entscheidungsprozesse zwischen 1968 und 1976 am Beispiel der DDR und Polens sowie mit einem vergleichenden Ausblick auf die Tschechoslowakei.





Forschungspraktika für Examenskandidaten


Auch im Sommersemester 2008 bietet das ZZF zwei StudentInnen während der Anfertigung der Examensarbeit die Möglichkeit, Einblick in den Wissenschaftsbetrieb an einem außeruniversitären Institut und zugleich inhaltliche Unterstützung in der Bearbeitung des eigenen Projektes zu erhalten. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2008.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der PDF-Datei.





November 2007

 



Beginn der gemeinsamen Bund-Länder-Förderung für ZZF ab Jahresanfang 2009

In ihrer Sitzung am 19.11.2007 hat die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung eine Reihe von Änderungen bei der Förderung von Leibniz-Einrichtungen beschlossen. Mit der Zustimmung der Kommision zur geplanten Fusion der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchronstrahlung (BESSY) und des Hahn-Meitner-Instituts zu einem neuen Helmholtz-Zentrum, scheidet BESSY aus der Leibniz-Gemeinschaft aus. Damit wird Platz für den Beginn der gemeinsamen Bund-Länder-Förderung von fünf neuen Leibniz-Einrichtungen ab dem Jahr 2009. Neben dem ZZF betrifft dies das Deutsche Rheumaforschungszentrum Berlin (DRFZ), die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main, das Zentrum für Marine tropenökologie an der Universität Bremen (ZMT) und das Museum für Naturkunde Berlin (MfN)



September 2007


Dialog der Disziplinen.
Die Zeitgeschichte im Blick der Nachbarwissenschaften

Vortragsreihe des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Verbindung mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und der Humboldt-Universität zu Berlin

17.09.-13.12.2007.

Zwischenbilanz vom 7. August 2007 (PDF)

August 2007


Forschungsprojekt „Die Todesopfer an der Berliner Mauer, 1961-1989“.


Zwischenbilanz vom 7. August 2007 Ein Kooperationsprojekt des Vereins Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam


Denkmal für die Maueropfer in Berlin-Treptow, Kiefholzstraße
(Aufnahme: 2005) Foto: Hans-Hermann Hertle



Zwischenbilanz vom 7. August 2007 (PDF)

Liste von 133 Todesopfern (PDF)

Kurzportraits von 133 Todesopfern (PDF)

Juli 2007


Zum Tod von Dr. sc. Simone Barck


Am 17. Juli 2007 ist unsere Kollegin Simone Barck plötzlich und nach kurzer Krankheit verstorben.

Simone Barck war Mitarbeiterin der ersten Stunde am damaligen Forschungsschwerpunkt und heutigem Zentrum für Zeithistorische Forschung. Sie hat die Arbeit des Instituts über 15 Jahre hinweg mitgeprägt und zusammen mit Siegfried Lokatis einen buch- und zensurgeschichtlichen Arbeitsschwerpunkt aufgebaut, der für das interdisziplinäre Profil des Instituts bis heute bedeutsam ist.

Es ist noch gar nicht recht vorstellbar, dass Simone Barck nicht mehr unter uns ist. Ihr großes Engagement für das Institut und das Miteinander von Kollegen aus Ost und West, ihre wissenschaftliche Neugier, ihre immerwache Bereitschaft, anderen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, all dies wird uns allen sehr fehlen. Wir werden sie und ihr Wirken für das ZZF nicht vergessen. Die Beisetzung wird auf Wunsch von Simone Barck im engsten Familienkreis auf Usedom stattfinden.

Prof. Dr. Martin Sabrow, geschäftsführender Direktor

Juli 2007


Stellungnahme von Prof. Sabrow zur Gedenkstättenkonzeption des Bundes

Öffentliche Stellungnahme von Prof. Dr. Martin Sabrow zum Entwurf einer neuen Gedenkstättenkonzeption des Bundes durch den BKM am 22. Juni 2007


1. Der Entwurf markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer zukunftsfähigen gesamtstaatlichen Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Er nimmt die Empfehlungen der von der Vorgängerregierung eingesetzten Expertenkommission zur DDR-Aufarbeitung weitgehend auf. Hervorzuheben ist besonders, dass das vom BKM vorgelegte Papier die geschichtspolitische Balance in der öffentlichen Auseinandersetzung mit den beiden deutschen Diktaturen wahrt, indem es die institutionelle Förderung der NS-Aufarbeitung stärkt und gleichzeitig die Voraussetzungen für die Bildung eines DDR-bezogenen Geschichtsverbundes schafft. Dies gilt insbesondere für die endlich erreichte Aufnahme der KZ-Gedenkstätten Dachau, Bergen-Belsen, Neuengamme und Flossenbürg in die institutionelle Bundesförderung und für das Bemühen um eine systematische Ordnung und Vernetzung der in den vergangenen 17 Jahren geschaffenen Einrichtungen zur DDR-Aufarbeitung im Bereich von Archiven, Ausstellungen und Bildungsinstitutionen. Mit dem vorliegenden Entwurf liegt nun eine tragfähige Grundlage vor, um die öffentliche Auseinandersetzung mit den beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts auf ein Niveau zu bringen, das dem Stand der Fachwissenschaft und der öffentlichen Gedenkkultur in Deutschland angemessen ist. Gerade mit Blick auf den zwanzigsten Jahrestag der friedlichen Revolution 2009 sollte diese Chance politisch rasch genutzt werden. Ungeachtet dieses insgesamt überzeugenden Ansatzes weist der vorliegende Entwurf zugleich aber noch deutliche Schwächen auf, die in der weiteren öffentlichen und politischen Erörterung behoben zu werden verdienen.

2. Dies gilt besonders für eine Reihe von Institutionalisierungsvorschlägen. So bleibt der Entwurf im Themenbereich „Überwachung und Verfolgung“ mit dem Vorschlag einer Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten Hohenschönhausen und Normannenstraße auf halbem Weg stehen. Damit wird die Chance vergeben, die erarbeitete Kompetenz der BStU nach einer zukünftigen Umstrukturierung zu nutzen, um die angestrebte Zusammenarbeit der Gedenkstätten Hohenschönhausen und Normannenstraße voranzutreiben und zu einem Ausstellungs- und Bildungszentrum von europäischer Ausstrahlung zu entwickeln. Im Themenbereich „Teilung und Grenze“ greift der Vorschlag einer Landesstiftung „Berliner Mauer“ zu kurz. Er ist geeignet, die Sorge vor einer Berlin-Zentrierung der öffentlichen Diktaturaufarbeitung zu verstärken. Vor allem die Bedeutung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn legt es nahe, auch hier mutiger zu sein und die geplante Institutionalisierung zu erweitern. Sie sollte vielmehr als Länderstiftung „Innerdeutsche Grenze Berliner Mauer“ für weitere Bundesländer geöffnet werden.

3. Ein zentraler Mangel des Entwurfs liegt weiterhin darin, dass er die Rolle und die Eigenständigkeit der Zeithistorie als Fachwissenschaft nicht angemessen aufnimmt. Die Trennung von wissenschaftlicher Erkenntnis und geschichtspolitischem Bekenntnis wird zwar eingangs unterstrichen, in der Folge aber nicht durchgehalten und sogar mit dem Ziel einer „erinnerungspolitischen Aufarbeitung“ wieder zusammengeführt. Ebenso verwischt der Entwurf die für die Selbstständigkeit der wissenschaftlichen Zeithistorie grundlegende Trennung zwischen Forschung und Forschungsförderung, wenn er der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur neben der begrüßenswerten Ausweitung ihrer Förderungsmöglichkeiten in Zukunft eigene Forschungsaufgaben zuschreibt. Das Papier setzt auf diese Weise einen Trend zur weiteren Verlagerung der zeithistorischen Forschung von den Universitäten hin zur öffentlichen Aufarbeitung fort, der nicht ohne Folgen für die fachhistorische Grundlagenforschung bleiben wird und in der Konsequenz die Eigenständigkeit der Zeithistorie gegenüber staatlicher Geschichtspolitik und öffentlicher Geschichtskultur in Frage stellt. Auch um dem entgegenzuwirken, sollte die geplante „Ständige Konferenz der Leiter der Berliner NS-Gedenkorte“ um die Position eines Universitätsvertreters ergänzt werden, der den Stellenwert dieser Konferenz über die Schlichtung von Interessenkonflikten hinaus zu heben in der Lage ist. Auffällig ist schließlich das Ungleichgewicht des Beratungsgremiums, das der BKM für geschichtspolitische Fragen einrichten will. Dass in ihm unter den großen zeitgeschichtlichen Instituten zwar das Institut für Zeitgeschichte München, nicht aber das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam vertreten sein soll, erneuert nur mit umgekehrtem Vorzeichen einen Missgriff, der bereits der Expertenkommission entgegengehalten worden war.

4. Den Entwurf kennzeichnet des Weiteren eine strukturelle Reduzierung der beiden Diktatursysteme des 20. Jahrhunderts auf ihr Gewalt- und Bedrohungspotential. Er fällt damit hinter den Stand der Forschung zurück. Im ungewollten Ergebnis droht die Gedenkstättenkonzeption damit der nächsten Generation ein verzerrtes Bild der Wirkungsmacht undemokratischer Herrschaft zu überliefern, die im einen Fall eben nicht allein „NS-Terrorherrschaft“ und im anderen nicht allein „SED-Unrecht“ war, sondern in beiden Fällen auf erschreckende Weise auch Normalität produzierte. Dies wird am deutlichsten dort, wo der Entwurf die „vermeintlichen“ und in Anführungsstriche gesetzten „Bindungskräfte“ des SED-Staats auf das „Angst-Anpassungssyndrom des Alltags“ reduziert. Eine solche Vereinfachung wird weder dem Phänomen moderner Mobilisierungsdiktaturen gerecht noch der Debatte um das Votum der Expertenkommission. Sie verfehlt mit dieser dichotomischen Auflösung einer vielschichtigen ostdeutschen Erfahrungswelt schon im Ansatz die explizit formulierte Absicht, jeder Ostalgie entgegenzuwirken.

5. Folgerichtig ordnet der Entwurf dem Komplex „Herrschaft Gesellschaft Alltag“ in der kommunistischen Diktatur keinen eigenen Ort zu und lässt auch die alltagsgeschichtliche Sammlung in Eisenhüttenstadt unberücksichtigt. Entsprechende Themen sollen stattdessen im ehemaligen „Tränenpalast“ untergebracht werden, der thematisch aber vor allem dem Thema „Grenze und Grenzverkehr“ gewidmet ist. Die Bedeutung der Parteiherrschaft und die in der DDR-Forschung wie in zahlreichen Ausstellungen so mühsam herausgearbeitete Interaktion von Herrschaft und Gesellschaft bliebe auf diese Weise auch in Zukunft unterbelichtet.

Prof. Dr. Martin Sabrow

Juni 2007


Trennlinie zwischen öffentlichem Gedenken und Fachwissenschaft nicht verwischen

Stellungnahme von Prof. Dr. Martin Sabrow zum „Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion zur Verantwortung des Bundes für die Erinnerung und Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in der DDR“


Das Positionspapier stellt einen in seiner Absicht begrüßenswerten Versuch dar, den gegenwärtigen gedenkpolitischen Stillstand in Bezug auf die kommunistische Diktatur zu überwinden. Es ist geeignet, die von den Empfehlungen der von mir geleiteten „Expertenkommissin zur Schaffung eines Geschichtsverbundes ‚Aufarbeitung der SED-Diktatur’“ ausgelöste Diskussion in politisches Handeln zu überführen und die überfällige Umsetzung der - gegebenenfalls zu modifizierenden - Kommissionsempfehlungen voranzutreiben.

Zugleich aber trennt es die unterschiedlichen Herangehensweisen von Fachhistorie und Geschichtskultur nicht scharf genug. Die Arbeit wissenschaftlicher Einrichtungen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte kann nicht Gegenstand gedenkpolitischer Parteiempfehlungen sein. Das von mir geleitete Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam hat die ihm im SPD-Papier vorgeschlagene Entwicklung hin zur Erforschung der europäischen Zeitgeschichte unter besonderer Berücksichtung kommunistischer Diktaturen längst vollzogen. Es betreibt seine zeitgeschichtlichen Forschungen überparteilich und in einem Netzwerk gleichgerichteter Fachinstitute wie dem Institut für Zeitgeschichte München/Berlin, der Hamburger Forschungsstelle Zeitgeschichte und dem Hannah-Arendt-Institut in Dresden. Die wissenschaftliche Leistungsstärke dieser Institute beruht maßgeblich auf ihrer Unabhängigkeit von öffentlichen Aufarbeitungskonjunkturen und staatlicher Gedenkpolitik. Die Entwicklung und Durchführung der Forschungsprojekte auch des ZZF geht aus der fachwissenschaftlichen Diskussion hervor und unterliegt der kontinuierlichen Prüfung von Drittmittelgebern und fachinternen Evaluierungsinstanzen wie dem Wissenschaftsrat.

Eine Verwischung dieser Trennlinie zwischen öffentlichem Gedenken und Fachwissenschaft hilft weder der zeithistorischen Forschung noch der gesellschaftlichen Gedenkkultur.

Prof. Dr. Martin Sabrow

April 2007


„50 Klassiker der Zeitgeschichte“ erschienen


Nach 1945 konstituierte und profilierte sich die deutsche Zeitgeschichtsforschung vor allem durch die Auseinandersetzung mit Erstem Weltkrieg, Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Erst später trat die Geschichte von Bundesrepublik und DDR als wichtiges Untersuchungsfeld hinzu. Bis 1989 stand die Forschung zudem im Spannungsfeld der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz. Zentrale Bücher wie Friedrich Meineckes Die deutsche Katastrophe (1946), Fritz Fischers Griff nach der Weltmacht (1961) oder Joachim C. Fests Hitler. Eine Biographie (1973) waren nicht allein von innerwissenschaftlichem Interesse, sondern lösten auch breitere gesellschaftliche Debatten aus. Viele dieser Bücher werden bis heute oft zitiert; ihre prägnanten Titel sind mitunter zu Chiffren einer Epoche geworden (z.B. Die Unfähigkeit zu trauern).

50 solcher Klassiker werden im vorliegenden Band aus heutiger Sicht neu gelesen – als Dokumente ihrer jeweiligen Entstehungszeit, aber auch als Referenztexte mit Impulsen bis in die Gegenwart. Das Spektrum der chronologisch geordneten Werke reicht von Ernst Fraenkels Der Doppelstaat (1941) bis zu den Begleitbänden der beiden »Wehrmachtsausstellungen« (1995/2002).

Dieses Buch richtet sich an alle, die sich für deutsche Geschichte und Historiographiegeschichte im 20. Jahrhundert interessieren. Die hier versammelten Essays renommierter Historikerinnen und Historiker machen die methodischen und thematischen Wandlungen der Forschung ebenso deutlich wie die Wandlungen der Nachkriegsgesellschaft, an die die Werke adressiert waren. Nicht zuletzt lädt dieses Buch dazu ein, die vorgestellten Bände wieder oder erstmals selbst zu lesen.

Jürgen Danyel (Hg.), Jan-Holger Kirsch (Hg.), Martin Sabrow (Hg.), 50 Klassiker der Zeitgeschichte, 1. Auflage, Göttingen 2007, 247 S., 19,90 €, ISBN 978-3-525-36024-8

Verlagsseite zum Buch mit Inhaltsverzeichnis

März 2007


Dokumentation der Materialien der "Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes ´Aufarbeitung der SED-Diktatur´" erschienen


15 Jahre nach dem Ende der Diktatur wird heftig darüber gestritten, wie an die DDR erinnert werden soll. Kritiker halten das Votum der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission für »Diktaturverharmlosung«, Bürgerrechtler sehen ihr Anliegen im wissenschaftlichen Diskurs neutralisiert. Zur Schließung vorgeschla­gene Einrichtungen protestieren, Gedenkstätten mit neuem Auftrag distanzieren sich. Die Frage nach der »richtigen« Erinnerung an 40 Jahre Diktatur polarisiert und aktiviert längst planiert geglaubte Frontverläufe aus den Zeiten des Kalten Kriegs.

Im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht ist soeben eine Dokumentation erschienen, die die Empfehlungen, das Protokoll der öffentlichen Anhörung sowie die Presseberichte zu diesem kontrovers diskutierten Thema in einem Band zusammenfasst.

Herausgegeben wird der Band von der »Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes >Aufarbeitung der SED­Diktatur<«: Martin Sabrow (Vorsitzender), Rainer Eckert, Monika Flacke, Klaus-Dietmar Henke, Roland Jahn, Freya Klier, Tina Krone, Peter Maser, Ulrike Poppe, Hermann Rudolph.

Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte, hrsg. von Martin Sabrow, Rainer Eckert, Monika Flacke, Klaus-Dietmar Henke, Roland Jahn, Freya Klier, Tina Krone, Peter Maser, Ulrike Poppe und Hermann Rudolph, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-36299-0, 447 S.

Verlagsseite zum Buch

Pressestimmen zur Diskussion am 27. März 2007 im ZZF:
Märkische Allgemeine Zeitung 29.03.2007, Lothar Krone

Märkische Allgemeine Zeitung 29.03.2007, Jan Bosschaart



Februar 2007

Bernd Stövers „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 – 1991“ für Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse nominiert


Das im März 2007 erschienene Buch „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 – 1991“ (Verlag C.H. Beck, München 2007)  von Prof. Dr. Bernd Stöver wurde auf der Leipziger Buchmesse 2007 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert.

Der „Preis der Leipziger Buchmesse“ wird in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. Zu den Juroren gehören mit Juryvorsitzenden Martin Lüdke (SWR), Franziska Augstein (Süddeutsche Zeitung), Richard Kämmerlings (FAZ), Ulrich Greiner (Die ZEIT), Sigrid Löffler (LITERATUREN), Uwe Justus Wenzel (NZZ) und Michael Hametner (MDR) renommierte Fachleute und Literaturkritiker.

Die Auszeichnung der besten Frühjahrs-Bücher in den Kategorien „Belletristik“, „Sachbuch/Essayistik“ und „Übersetzung“ ist zu gleichen Teilen mit insgesamt 45.000 Euro dotiert. Unterstützt wird der „Preis der Leipziger Buchmesse“ durch den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Leipzig. Partner ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB). Medienpartner ist die Wochenzeitschrift „Die ZEIT“.

Eine Hörprobe aus Bernd Stövers „Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 – 1991“ ist auf LITERATURPORT verfügbar.


Pressestimme in DIE ZEIT (13/2007) vom 22. März 2007 von Claus Leggewie:

[…] Stöver setzt uns in die Raumkapseln der Astronauten, die seinerzeit die Erde von fern betrachten und als Ganzes in den Blick nehmen konnten. Weil das Kalkül des Kalten Krieges keine Unfälle duldete (sie hätten zur Selbstzerstörung geführt), war kaum Platz für Zufälle, aber für eine unendliche Ausdifferenzierung des Ost-West-Codes in Subsysteme und Nebenschauplätze, wo heiße Stellvertreterkriege die Regel waren. Stöver behält nicht nur alle möglichen Konfliktorte im Auge, sondern spielt die Systemkonkurrenz auch faktenreich und anschaulich auf kultureller und technologischer Ebene durch. Alle Instrumente des totalen Krieges wurden benutzt – mit der Ausnahme der Atomwaffe.
[…] Stövers großer Wurf, der die Geschichtsschreibung des Kalten Kriegs »defragmentiert« und differenziert, weist trotz seiner akademischen Rest-Sprödigkeit inhaltlich wie methodisch in die Zukunft. Und er macht die Bewertung der fraglichen Epoche nicht von aktuellen Sichtweisen abhängig, sondern umgekehrt die Aktualität im Licht der Erzählungen des cold war begreiflich. Will sagen: Putin ist gewiss kein »Musterdemokrat«, er kann aber auch außenpolitisch kein Stalin mehr sein. Deshalb erlebt die Welt keine Neuauflage des Kalten Krieges, und die Politik ließe sich zu fatalen Fehlschlüssen verleiten, wenn sie die Machtkonkurrenz mit Russland, den Nuklearkonflikt mit Iran und die Normenkonflikte mit dem radikalen Islam in dieses überholte Schema presste oder das alte Nullsummenspiel samt Raketenzählerei und Dauer-njet im Sicherheitsrat wieder aufnähme.
[…]


Zum Artikel



Februar 2007


Ausstellung in der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert eröffnet

Am 21. Februar 2007 wurde die vom Zentrum für Zeithistorische Forschung und dem Potsdam-Museum gemeinsam erarbeitete Ausstellung „Die Lindenstraße 54/55 als sowjetisches Geheimdienst- und Stasi-Untersuchungsgefängnis“ eröffnet. Sie wurde gefördert durch die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Landeshauptstadt Potsdam, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Mittelbrandenburgische Sparkasse sowie die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, den Verein der Förderer und Freunde des ZZF und die Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54".
Kuratorin der Ausstellung ist Gabriele Schnell.
Mehr als 500 Menschen, darunter über 100 ehemalige Häftlinge und ihre Angehörigen, nahmen an der Eröffnungsveranstaltung in der Potsdamer Nikolaikirche und dem sich daran anschließenden Empfang des Oberbürgermeisters teil.
Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 10 - 18 Uhr geöffnet.
Anmeldung für Gruppenführungen unter Tel.: (0331) 289 68 03.


Pressestimmen (PDF)



Oktober 2006


Forschungspraktika für Examenskandidaten

Auch im Sommersemester 2007 bietet das ZZF zwei StudentInnen während der Anfertigung der Examensarbeit die Möglichkeit, Einblick in den Wissenschaftsbetrieb an einem außeruniversitären Institut und zugleich inhaltliche Unterstützung in der Bearbeitung des eigenen Projektes zu erhalten. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2007.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der PDF-Datei.



Juli 2006


Wissenschaftsrat empfiehlt Aufnahme des ZZF in die Leibniz-Gemeinschaft

Der Wissenschaftsrat hat in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme empfohlen, das ZZF „in die gemeinsame Förderung durch Bund und Länder nach der Ausführungsvereinbarung Forschungseinrichtungen“ aufzunehmen.

Der Wissenschaftsrat begründet seine Empfehlung damit, dass das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam „sehr gute wissenschaftliche Arbeit (leistet) und sowohl national als auch international großes Ansehen auf dem Gebiet der zeitgeschichtlichen Forschung (genießt). Seine Arbeit ist überregional bedeutsam und es besteht ein hohes gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an seiner Förderung.“ Der Wissenschaftsrat fordert in diesem Zusammenhang, dass das ZZF eine bessere Ausstattung erhält und die Zahl seiner institutionellen und administrativen Stellen erhöht wird.

Das ZZF wird mit der Umsetzung dieser Empfehlung nach dem Institut für Zeitgeschichte München/Berlin zur zweiten zeitgeschichtlichen Forschungseinrichtung der sogenannten „Blauen Liste“ der Leibniz-Gemeinschaft. Sofern die Bund-Länder-Kommission für Forschungsförderung und Bildungsplanung sich diesem Votum an­schließt, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft zugesichert, die Weiterführung der am ZZF betriebenen Forschungsprojekte bis zum Zeitpunkt seiner Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft durch eine Überbrückungsfinanzierung zu sichern.


Die Empfehlung des Wissenschaftsrats (PDF)


Presse-Information des ZZF zur Empfehlung (PDF)



Juli 2006


DFG setzt die Förderung von Zeitgeschichte-online bis Ende 2007 fort

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft setzt die Förderung des Projekts Zeitgeschichte-online für weitere 20 Monate fort. Ein entsprechender, gemeinsam mit dem Projektverbund Clio online gestellter Fortsetzungsantrag vom 20.12. 2005 wurde von der Stiftung bewilligt. Diese Entscheidung ist ein weiterer wichtiger Schritt zu einer Verstetigung des Projekts am ZZF.



Juni 2006


Peter Longerich stellte sein Buch "Davon haben wir nichts gewusst!" vor

Am 7. Juni stellte der Historiker Peter Longerich im ZZF sein im Siedler Verlag erschienenes neues Buch "Davon haben wir nichts gewusst! Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945" vor. Die nach Kriegsende von den damals lebenden Zeitgenossen in fast stereotyper Form erhobene Beteuerung vor 1945 nichts von der „Endlösung der Judenfrage“ gewusst zu haben , ist in den vergangenen Jahrzehnten durch die nachgeborenen Generationen immer stärker in Zweifel gezogen worden. Peter Longerich findet - auf der Grundlage neuer, bisher nicht ausgewerteter Quellen - aus der Sicht des Historikers Antworten auf die umstrittene Frage nach dem Wissen der Deutschen von der “Endlösung“ und ihre Einstellung zur Judenverfolgung.
Longerich wies in seinem einführenden Beitrag darauf hin, dass die Judenverfolgung im Deutschen Reich nicht nur in aller Öffentlichkeit stattfand, sondern dass das NS-Regime ab Ende 1941 immer wieder gezielte Hinweise auf die "Vernichtung" der Juden gab. Die konkreten Einzelheiten des Massenmordes unterlagen zwar strikter Geheimhaltung, doch diese wurde immer wieder durchbrochen. Durch seine Propagandapolitik versuchte das Regime der Bevölkerung zu signalisieren, dass sie zu Mitwissern und Komplizen eines Verbrechens ungeheuerlichen Ausmaßes geworden und ihr Schicksal auf Gedeih und Verderb mit der Existenz des Regimes verbunden war.
Für "Davon haben wir nichts gewusst!" wertete Peter Longerich in einer bisher nicht erreichten Breite und Vielfalt einschlägige Dokumente aus: Er hat die antisemitische Propaganda des Regimes analysiert, sich mit alliierten Rundfunkprogrammen und Flugblättern befasst, alle noch vorhandenen geheimen NS-Stimmungsberichte zur "Judenfrage" analysiert und zusätzlich Informationen aus Tagebüchern, Gerichtsakten, Aufzeichnungen ausländischer Besucher und anderen Quellen zusammengetragen.



Mai 2006


Buchpräsentation: Gerüchte machen Geschichte

Am 30. Mai 2006 luden die Bibliothek des ZZF und das Militärgeschichtliche Forschungsamt zu der Buchpräsentation Gerüchte machen Geschichte mit den Autoren Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff.

Gerüchte und Falschmeldungen begleiten die Menschheitsgeschichte von Beginn an. Ihre politischen und militärischen Folgen waren oft gravierend, aber nur selten sind die Ursachen der Entstehung und Verbreitung restlos aufgeklärt worden.
Die beiden Autoren stellten ihr jüngst bei Christoph Links erschienenes Buch vor und zeigten wie Fehlinformationen und Gerüchte im Spannungsfeld zwischen Politik, Medien und Öffentlichkeit ihren Lauf nahmen. Dabei wählten sie Fälle aus der Zeitgeschichte aus, die für Deutschland von zentraler Bedeutung waren - vom Ersten Weltkrieg über die NS-Zeit und den Kalten Krieg bis in die jüngste Gegenwart.



Mai 2006


Tagung zu "1968 als Erinnerungsort"

Vom 19.-20. Mai 2006 fand im ZZF die gemeinsam vom DVPW-Arbeitskreises "Politik und Geschichte" und dem Institut ausgerichtete Tagung "1968 als Erinnerungsort" statt. Auf ihr wurde die Frage diskutiert, welche Erzählungen, Bilder und Mythen von "1968" existieren, welche Akteure sie in welchen Kontexten geprägt haben bzw. prägen und inwieweit sie das historische Ereignis überlagern, reduzieren oder instrumentalisieren. Bisherigen Interpretationen bewegen sich zwischen der Auffassung, 1968 habe eine Revolution stattgefunden, und der Position, es habe sich lediglich um einen Reformimpuls gehandelt. Zu diesem Deutungsspektrum gehören ebenso das Verständnis von "1968" als der Geburtsstunde einer systemoppositionellen Bewegung und die Meinung, es habe sich im Gegensatz dazu um die bis dato ausstehende, zivile Neugründung der Demokratie gehandelt.


Tagungsprogramm (PDF)



Mai 2006


Debatten über "Herrschaft und Charisma"

Vom 4. bis 6. Mai 2006 fand im ZZF die Tagung "Herschaft und Charisma. Zum Wandel des Politischen im 20. Jahrhundert statt". Ziel der zweitätigen Veranstaltung war es, die in den Geschichtswissenschaften traditionell auf Führerpersönlichkeiten beschränkte Diskussion des Charisma-Konzepts zu erweitern und dabei sozial- und kulturwissenschaftliche Anregungen aufzunehmen. Anhand von zentralen Begriffen wurde die charismatische Aufladung der Sphäre des Politischen in den unterschiedlichen Herrschaftsformen des 20. Jahrhunderts erörtert. Prof. Dr. Martin Sabrow betonte in seinen einführenden Bemerkungen, dass es darum gehe, einen "erweiterten Charismabegriff (zu) nutzen, um ihn einerseits mit anderen Kategorien der Kulturgeschichtsforschung wie Öffentlichkeit, Sakralisierung und Propaganda zu verknüpfen und ihn andererseits von der bevorzugt mit ihm verbundenen Herrschaftsform der plebiszitären Diktatur, gleichviel, ob in ihrer cäsaristischen oder totalitären Ausprägung, zu trennen. Das Charismakonzept soll uns im Gegenteil dazu dienen, um die Systemgrenzen zwischen Diktatur und Demokratie zu überspringen und nicht nur die vergleichs- und transfergeschichtlichen Beziehungen zwischen den europäischen Links- und Rechtsdiktaturen des 20. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen, sondern zugleich nach den Entstehungsbedingungen und Wirkungen charismatischer Autorität in den unterschiedlichen politischen Ordnungen zu fragen."


Einführung von Prof. Dr. Martin Sabrow (PDF)



März 2006


Germany and the East
Trans-Atlantic Summer Institute in German Studies (TASI)

Wie in den vergangenen drei Jahren findet auch im Sommer 2006 - vom 20. Juli bis 4. August - ein "Transatlantic Summer in German Studies" (TASI) in Zusammenarbeit des Center for German and European Studies (Minnesota) und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) statt. Diese zweiwöchige auf deutsch und englisch durchgeführte Sommerschule wird dieses Jahr in Berlin unter dem Oberthema "Germany and the East" durchgeführt. Doktoranden aus Deutschland bzw. Europa, die sich für die Teilnahme bewerben wollen, wenden sich bitte an Priv.-Doz. Dr. Thomas Lindenberger.


Weitere Informationen siehe PDF-Datei



3 Summer Fellowships German and European History after 1945

The ZZF is pleased to invite applications for three Summer Fellowships in 2006 to study German and European History after 1945. These two-month fellowships provide an opportunity to pursue individual research projects in the Berlin/Brandenburg area and participate in the intellectual life of one of Germany’s major research centers on Contemporary History.


For further information see PDF-file



Das vierte Potsdamer Doktorandenforum

Am 28./29. April 2006 findet zum vierten Mal das Potsdamer Doktorandenforum statt. Das Thema lautet "Europäischer Kulturtransfer im 20. Jahrhundert". Dazu werden zehn Doktoranden aus dem In- und Ausland ihre Projekte zur Diskussion stellen.


Weitere Informationen zum Doktorandenforum

Programm siehe PDF-Datei



Februar 2006


Festveranstaltung aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des ZZF
am Dienstag, 21. Februar 2006, Am Neuen Markt, 14467 Potsdam

15.00 Uhr Tag der Offenen Tür (ZZF)

Bücherstand und Info-Stand mit Kaffee und Kuchen (Foyer)

Zeitgeschichte im Internet - Online-Präsentation (Erdgeschoß)

Vorträge und Buchvorstellungen (Seminarraum)

15.00 Uhr Priv.-Doz. Dr. Sylvia Klötzer
Satire und Macht. Kabarett in der DDR

15.30 Uhr Priv.-Doz. Dr. Árpád v. Klimó/ Dr. Patrice Poutrus
Buchvorstellung: Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert

16.00 Uhr Dipl.-Pol. Danuta Kneipp
Berufsverbote und Widerstand in der DDR

16.30 Uhr Priv.-Doz. Dr. Siegfried Lokatis
Der unbekannte Leser (mit Filmvorführung)

17.00 Uhr Prof. Dr. Christoph Kleßmann/Dr. Peter Lautzas
Buchvorstellung: Teilung und Integration. Die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte als wissenschaftliches und didaktisches Problem


18.00 Uhr Podiumsdiskussion (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte)



Humboldt auf Abwegen? Die Zukunft der außeruniversitären Forschung und das Beispiel der Zeitgeschichte

Begrüßung:
Prof. Dr. Konrad H. Jarausch, Direktor des ZZF

Moderation:
Prof. Dr. Étienne François, TU Berlin/Sorbonne Paris, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des ZZF

Es diskutieren:
Prof. Dr. Ulrich Herbert, Universität Freiburg
Dr. Johann Komusiewicz, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Prof. Dr. Martin Sabrow, Geschäftsführender Direktor des ZZF
Prof. Dr. Wolfgang Schieder, Universität Köln
Prof. Dr. Günther Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

20.00 Uhr Empfang (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte)


Programm als PDF-Datei

Pressestimmen: "Erhebliche Lernprozesse". Zehn Jahre Zeithistorisches Zentrum Potsdam: Konrad H. Jarausch zur deutsch-deutschen Geschichte. Interview mit Jan Klixmüller, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 22. Februar 2006, S. 27.



Januar 2006


Wissenschaftsrat empfiehlt dauerhafte Sicherung des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung

Stellungnahme des ZZF zu den Empfehlungen des Wissnschaftsrats zur Entwicklung und Förderung der Geistenwissenschaften in Deutschland

Der Wissenschaftsrat hat sich in seinen gestern der Öffentlichkeit vorgestellten "Empfehlungen zur Entwicklung und Förderung der Geisteswissenschaften in Deutschland" für eine dauerhafte Sicherung des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam ausgesprochen. Durch seine methodisch vielfältig angelegten Forschungen zur Geschichte der DDR im europäischen Kontext sowie durch seine intensive öffentliche Wirkung, so der Wissenschaftsrat, habe "das ZZF nicht nur in grundlegender Weise zu einer Modernisierung und methodischen Pluralisierung der zeithistorischen Forschung beigetragen, sondern auch eine hervorragende Stellung im öffentlichen zeitgeschichtlichen Diskurs übernommen". Der Wissenschaftsrat empfiehlt daher dem Land Brandenburg, "erstens die Grundfinanzierung weiter zu führen und zweitens, den eingeschlagenen Weg zur Aufnahme des ZZF in die Blaue Liste (Erläuterung: den Kreis der dauerhaft von Bund und Ländern finanzierten Institute) - und in der weiteren Perspektive der Leibniz-Gemeinschaft - weiter zu verfolgen".

In einer ersten Stellungnahme begrüßten die Direktoren des ZZF, Prof. Dr. Martin Sabrow und Prof. Dr. Konrad Jarausch, die uneingeschränkt positive Empfehlung des Wissenschaftsrats für das ZZF als Anerkennung seiner in den letzten zehn Jahren geleisteten Arbeit auf dem Gebiet der Zeitgeschichte.
Sie mache den Weg in eine institutionell gesicherte Zukunft frei. Diese Entwicklung sei nicht möglich gewesen ohne die nachhaltige Unterstützung durch das Land Brandenburg, dessen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) unter seiner Ministerin Frau Prof. Johanna Wanka ebenso wie unter ihren Vorgängern ungeachtet der schwierigen Finanzlage stets an seiner Bereitschaft zur Finanzierung der Grundausstattung des ZZF festgehalten habe.
Das Votum des Wissenschaftsrats bereite den Boden, um das ZZF nach dem Auslaufen der jetzigen Förderstruktur Ende 2007 in enger Verbindung mit den Universitäten in der Hauptstadtregion als eine führende Forschungseinrichtung der deutschen und europäischen Zeitgeschichte dauerhaft zu etablieren und damit dem wachsenden gesellschaftlichen Bedürfnis nach historischer Selbstverständigung und Orientierung mit den Mitteln der Wissenschaft gerecht zu werden.


Presse-Information des ZZF als PDF-Datei


Link zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrats unter:
http://www.wissenschaftsrat.de/Veroffentlichungen/veroffentlich.htm



Dezember 2005


Forschungspraktika für Examenskandidaten

Das ZZF bietet im Jahr 2006 erstmalig zwei bzw. vier StudentInnen während der Anfertigung der Examensarbeit die Möglichkeit, Einblick in den Wissenschaftsbetrieb an einem außeruniversitären Institut und zugleich inhaltliche Unterstützung in der Bearbeitung des eigenen Projektes zu erhalten.


Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der PDF-Datei.



Podiumsdiskussion
"Zwischen Kaltem Krieg und Neuer Weltordnung:
Europäische und globale Sicherheitspolitik für das 21. Jahrhundert"

Nicht erst seit den Anschlägen des 11. September 2001 und dem amerikanisch-europäischen Streit um den Irak-Einsatz wird über eine globale Sicherheitspolitik diskutiert. In welcher Weise bestimmen (möglicherweise überholte) Vorstellungen und Bilder von Krieg und Frieden, Sicherheit und Unsicherheit im 20. Jahrhundert unsere Konzepte für die Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts? Müssen für die neue Weltordnung nach dem Ende des Kalten Krieges nicht völlig neue Konzepte entwickelt werden?

Wir laden Sie herzlich ein, an einer gemeinsam vom Zentrum für Zeithistorische Forschung und dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt veranstalteten Podiumsdiskussion über diese Fragen teilzunehmen.

Termin: 7. Dezember 2005, 17.00 bis 19.00 Uhr
Ort: ZZF-Bibliotheksgebäude, Vortragssaal, Am Neuen Markt 9d.

Podiumsteilnehmer:

Prof. Dr. Manfred Görtemaker (Universität Potsdam)
Containment und Intervention: Globale Sicherheitspolitik im Kalten Krieg
Prof. Dr. Martin Sabrow (ZZF)
Lehren aus der Vergangenheit: Geschichtsbilder als Vorstellungswelten für Sicherheitspolitik?
Prof. Dr. Herfried Münkler (Humboldt-Universität, Berlin)
Vom Partisanenkrieg zum Terrorismus: „Kleine“ und „große“, „neue“ und „alte“ Kriege des kurzen 20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Beatrice Heuser (MGFA)
Auf dem Weg zu den Fronten des 19. Jahrhunderts? Staatenbünde und Nationalstaaten im 21. Jahrhundert
Prof. Dr. Martin van Creveld (Hebrew University, Jerusalem; z.Zt. Gastforscher am ZZF und MGFA)
Wie man mit Aufständen fertig wird

Moderation: Dr. Bernd Stöver (Universität Potsdam/ZZF)


Pressestimme:

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 14. Dezember 2005 wird die Diskussion von Jan Klixmüller besprochen: "[...] Zeithistoriker Prof. Martin Sabrow, Direktor des ZZF, hatte als „Fachfremder“ nur einige Randbemerkungen zur Sicherheitspolitik. Wie immer allerdings reichlich durchdacht und gut in den Kontext eingebunden. Seine These: In sicherheitspolitischen Krisenzeiten neigen politisch Handelnde dazu, sich in historischen Analogien zu ergehen. Geradezu mit einem Tunnelblick würden sie sich darauf versteifen, dass der Schlüssel zu gegenwärtigen Problemen in der Geschichte zu finden ist. Im Rückblick sage uns die Geschichte wiederum, dass dem allerdings nicht so ist.
[...] Wirklich interessant wurde es zum Ende der Diskussion. Manfred Görtemaker erinnerte daran, dass sich Sicherheitspolitik nicht nur in militärischen Maßnahmen erübrige. Sei doch der Kalte Krieg durch Entspannungspolitik aufgelöst worden. „Der Islamismus ist nicht durch Kampf aus der Welt zu schaffen“, so Görtemaker. Da bräuchte es andere Mittel. Aus dem überfüllten Zuschauerreihen kam dann ein Schlusswort: Der Kalte Krieg sei vom Westen gewonnen worden, weil dieser seine wirtschaftliche und kulturelle Überlegenheit ausgespielt habe. Hier liege ein Chance, gegen den Islamismus anzutreten, vor allem auch unter Einbeziehung der Frauen in den islamischen Ländern.



November/Dezember 2005


Politik und Religion in der Moderne

Eine Vortrags- und Filmreihe am Forum Neuer Markt Potsdam veranstaltet vom ZZF Potsdam und dem Filmmuseum Potsdam in Kooperation mit dem Einstein Forum, dem Forschungszentrum Europäische Aufklärung und dem Moses Mendelssohn Zentrum


Pressestimmen zur Vortragsreihe:

Donnerstag, 1. Dezember, 19 Uhr
Ist der »islamische Fundamentalismus« modern?
Prof. Dr. Udo Steinbach (Deutsches Orient-Institut, Hamburg)

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 3. Dezember 2005 wird der Vortrag von Carsten Dippel kommentiert: „[…] Die radikale Umwandlung von Staat und Gesellschaft erinnere, so Steinbach, an die totalitären Herausforderungen des 20. Jahrhunderts von Faschismus und Kommunismus. Khomeini als Führer einer revolutionären Avantgarde wirkte wie eine Art „Lenin des Islam“. Die iranische Revolution sei eine Antwort auf die Herausforderungen der Moderne gewesen, der Versuch, Volksherrschaft im Einklang mit religiöser Tradition zu formulieren. Dieses Projekt, wie die jüngsten Entwicklungen zeigten, sei jedoch gescheitert. Offen bleibe, wohin sich der Iran in den kommenden Jahren entwickeln wird. […] Und Europa? So offen der Prozeß des EU-Beitritts der Türkei sei, Steinbach sieht für beide Seiten große Chancen. Europa könne nur bestehen, wenn es sich öffne, eine quasi „osmotische“ Beziehung – ökonomisch, wie politisch – mit dem Mittelmeerraum eingehe. So schloss der Politologe mit dem leidenschaftlichen Plädoyer für ein multireligiös verfasstes Europa, denn wenn es sich abschotte, werde es „keine Zukunft haben“.“

Donnerstag, 10. November, 19 Uhr
Der Streit um die Werte: Islam, Menschenrechte und Demokratie
Prof. Dr. Gudrun Krämer (Freie Universität Berlin, z. Zt. Max Weber Kolleg, Erfurt)

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 16. November 2005 wird der Vortrag von Carsten Dippel kommentiert: „[…] Krämer benannte wesentliche Defizite des heutigen Islam, die sowohl aus westlicher als auch aus innerislamischer Sicht bestünden: ein erheblicher Mangel an Freiheit und Wissen sowie die weitverbreitete Diskriminierung der Frau. Der Verweis auf diese Defizite werde jedoch in weiten Teilen der islamischen Gesellschaft eher als Anmaßung von außen aufgenommen. Es gebe ihn dennoch, den kritischen innerislamischen Diskurs um Menschenrechte und Demokratie, um Werte an sich. Im Westen nehme man das selten wahr, da die Debatte in Sprachen geführt werde, die hierzulande kaum jemand beherrsche. […]“



November 2005


Workshop "Europa im Ostblock"


Der Workshop "Europa im Ostblock. Vorstellungswelten und Kommunikationsräume im Wandel" fand vom 3. bis 5. November 2005 am ZZF in Potsdam statt. Auf der von der Volkswagen-Stiftung geförderten Veranstaltung wurde erstmals der Versuch unternommen, Zugänge zu Europavorstellungen östlich des "Eisernen Vorhangs" auf ihre Tragfähigkeit zu prüfen. Zur Debatte standen das Verhältnis zwischen Berufungen auf ein "Europa" und nationalen Ideen, die Bedeutung der von ostmitteleuropäischen Exilanten entwickelten Föderalismuskonzepte und der Stellenwert von Europavorstellungen in der Geschichte der ostmitteleuropäischen Staatssozialismen. Methodisch wurde debattiert, inwiefern die Untersuchung von Europavorstellungen mit einem positivistischen Europabegriff als Analysewerkzeug vonstatten gehen kann oder ob es vielmehr eine Vielzahl parallel bestehender Europasemantiken zu untersuchen gilt.

Eingeladen waren Wissenschaftler aus Ost- und Westeuropa, die die Geschichte von Europaideen bearbeiten. Die genauen Ergebnisse des Workshops werden in einem Tagungsbericht auf H-Soz-u-Kult und im Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien vorgestellt. Die auf dem Workshop präsentierten Beiträge werden in überarbeiteter Form in einem Sammelband der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Tagungsbericht von Sabine Schön, H-Soz-u-Kult, 05.12.2005



Oktober 2005


Konferenz "Folgen des Koreakrieges"


Zwischen dem 13. und 16. Oktober 2005 fand im ZZF Potsdam eine gemeinsam mit dem Institute for Korean Historical Studies in Seoul veranstaltete wissenschaftliche Konferenz unter dem Thema "Folgen des Koreakrieges: Wahrnehmungen, Wirkungen und Erinnerungskultur in Europa und Korea" statt. Referenten aus Deutschland und Korea diskutierten über drei Tage engagiert über die Stellung des Koreakrieges im globalen Kalten Krieg, die Möglichkeiten des Vergleichs, aber auch die erheblichen Unterschiede in der seiner Wahrnehmung und Wirkung.



Buchvorstellung: "Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe"

Am 27. Oktober 2005 wurde im Zentrum für Zeithistorische Forschung das neue Buch von Dr. Ernst Piper "Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe" vorgestellt. Es diskutierten Prof. Dr. Manfred Görtemaker und der Autor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Martin Sabrow.



Symposium "Leinwand zwischen Tauwetter und Frost:
Der osteuropäische Spiel- und Dokumentarfilm im Kalten Krieg"


Dieses internationale Symposion veranstaltete das ZZF Potsdam vom 20. bis 23.Oktober 2005. Auf der Veranstaltung wurde erstmals der Versuch unternommen, die nationalen Filmkulturen Osteuropas vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in der Perspektive eines transnationalen Vergleichs zu analysieren. Eingeladen waren Historiker sowie Kultur- und Sozialwissenschaftler aus Ost und West. So war ein bisher einzigartiges Forum geschaffen, um das Rahmenthema unter interdisziplinären Aspekten und mit verschiedenen Zugängen zu diskutieren und sich so der gesellschaftlichen Funktion von Filmen in den Ländern Osteuropas während des Kalten Krieges sowohl zeitlich also auch inhaltlich umfassend zu nähern. Behandelt wurden die Rolle des Films als Herrschafts- und Repräsentationsmittel, Filmöffentlichkeiten und Zensur, verschiedene Aspekte von "Kulturaußenpolitik" sowie die Funktion sozialistischer Filmfestivals im Kalten Krieg.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden demnächst im Potsdamer Bulletin zusammenfassend veröffentlicht. Ebenso geplant ist die Herausgabe eines Sammelbandes, in dem einzelne Beiträge der Konferenz einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden sollen.

Tagungsbericht von Simone Schlindwein, H-Soz-u-Kult, 11.11.2005



August 2005


"Volk und Welt" in Potsdam

Die Bibliothek des Zentrums für Zeithistorische Forschung zeigt vom 25.08 - 20.09. 2005 eine Wanderausstellung des Eisenhüttenstädter Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, die unter dem Titel "Fenster zur Welt. Der Verlag Volk und Welt und die Zensur internationaler Literatur in der DDR" an den einstigen Leitverlag der DDR für internationale Gegenwartsbelletristik erinnert.

Programm

Pressestimmen zur Ausstellung "Volk und Welt"

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 6. September 2005 wird die Ausstellung von Heidi Jäger besprochen: "[...] Die derzeit im Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) gezeigte kleine Ausstellung "Fenster zur Welt" weiß viele solche aberwitzig klingenden Zensurschrullen zu erzählen. Die Ausstellungsmacher stöberten im Archiv des 2001 liquidierten Verlages Volk und Welt, der in DDR-Zeiten als Begriff für den Blick nach außen galt. Autoren wie Aitmatow, Dürrenmatt, Frisch, Musil, Kishon, Neruda oder Camus brachten über ihn ihre Stimme in die abgeschottete Republik – falls sie der Zensur im stetig zähen Ringen abgetrotzt werden konnte.

Die Idee, diese einstigen Verlagsinterna im Nachhinein öffentlich zu machen, kam von dem Verlagsforscher des ZZF, Siegfried Lokatis. "Als laut wurde, dass der Verlag zu macht, war davon natürlich auch das Archiv bedroht. In einem Rettungsteam mit Studenten verhinderten wir, dass das Material im Container verschwindet." Stattdessen kam ein Teil davon in die Akademie der Künste und das gesamte Bucharchiv ins Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR e.V. nach Eisenhüttenstadt. "Der dortige Direktor regte schließlich eine Ausstellung mit diesem spannendem Material an." Das stieß bei Lokatis auf offenen Ohren, der gerade bei Volk und Welt um die interessantesten Fälle für die Zensurforschung wusste. [...]



" Pressekonferenz zum Projekt "Die Toten an der Berliner Mauer"

Todesopfer an der Berliner Mauer: Zahlen - Schicksale - Gedenken.

Der Verein Berliner Mauer und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam stellen am 10. August 2005 um 11.00 Uhr im Dokumentationszentrum Berliner Mauer ihr gemeinsames Projekt zu den Mauertoten vor.

Auch 44 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer existieren keine gesicherten Angaben über die tatsächliche Anzahl der Todesopfer. Der Öffentlichkeit sind die Namen der meisten Opfer, ihre Biographien, die Motive, die sie zur Flucht veranlassten, die Umstände, unter denen sie ums Leben kamen, die Art und Weise, wie mit ihnen und ihren Angehörigen nach ihrem Tode umgegangen wurde, bis heute weitgehend unbekannt. Es existieren lediglich mehrere Listen mit stark differierenden Zahlenangaben. Dieses Defizit soll durch eine umfassende Forschungsarbeit des Vereins Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam behoben werden. An ersten Fallbeispielen werden auf der Pressekonferenz die Probleme der Recherche und Auswertung von Informatio-nen zu Maueropfern verdeutlicht und Kriterien für die Einordnung als Mauertote vorgestellt.

Die Ergebnisse des Projektes werden der Öffentlichkeit bereits in der Forschungsphase im In-ternet unter "www.chronik-der-mauer.de" zugänglich gemacht – einer gemeinsamen Website der Bundeszentrale für politische Bildung, des ZZF Potsdam und von Deutschlandradio.

Des Weiteren wird in der Bernauer Straße mit dem 13. August diesen Jahres eine neue Form des Opfergedenkens begonnen. Vorgesehen ist ein tägliches Ritual in der Kapelle der Versöh-nung, in dem das Schicksal eines Toten vorgestellt wird. Ziel ist es, dem bürgerschaftlichen Gedenken eine Plattform zu geben und die Erinnerung an die Toten der Mauer zu bewahren.

Das Forschungsprojekt wird vorgestellt von:

Dr. Gabriele Camphausen, Vorsitzende des Vereins Berliner Mauer
Prof. Dr. Martin Sabrow, Leiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Dr. Hans-Hermann Hertle, Projektleiter, ZZF
Christine Brecht, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Vorstellung des Opfergedenkens durch:

Manfred Fischer, Verein Berliner Mauer und Vertreter der Evangelischen Kirche
Moderation: Maria Nooke, Projektleiterin, Verein Berliner Mauer

Pressestimmen zum Projekt "Die Toten an der Berliner Mauer"

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 11. und 17. August 2005 berichtet Jan Klixmüller über das Projekt: [...] Historiker des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) gehen zur Zeit den Todsfällen an der Berliner Mauer nach. 44 Jahre nach dem Bau der Mauer rückt ein gemeinsames Forschungsprojekt des ZZF und des Dokumentationszentrums Berliner Mauer die Opfer des Grenzregimes in den Blickpunkt. Nach Zahlen des ZZF gelten 138 Todesfälle an der Berliner Mauer von 1961 bis 1989 als gesichert, weitere 106 Verdachtsfälle werden in den kommenden zwei Jahren von den Historikern überprüft. Kulturstaatsministerin Christina Weiss gab für das Projekt 260 000 Euro.

Im Ministerium für Staatssicherheit der DDR wurde keine vollständige Liste über die Mauertoten geführt, die unklare Zahlenlage wollen die Historiker nun klären. Doch es gehe nicht um "ein Buhlen um die richtige Gesamtopferzahl", wie ZZF-Direktor Martin Sabrow betont. Vielmehr will man die Biografien der Opfer in den Mittelpunkt der Gedenkkultur rücken. Um die Opfer aus der Anonymität zu holen und vor dem Vergessen zu bewahren, recherchiert man nun ihre Lebensläufe, Fluchtmotive und Umstände ihres Todes. Während die spektakulären Fälle der Jahre 1961/62 in Berlin, etwa der von Peter Fechter, weitgehend bekannt sind, blieben zahlreiche Schicksale von Mauertoten bislang unbekannt. [...]

Wieso erst nun, 15 Jahre nach dem Fall der Mauer der Blick der Öffentlichkeit und auch der Forschung auf die Opfer des Grenzregimes fällt, können auch die Historiker nicht eindeutig beantworten. ZZF-Direktor Sabrow spricht von einem "Perspektivenwechsel". "Nachdem wir 1989 die Mauer physisch und mental abgetragen haben, besinnen wir uns erst heute auf die Menschen, die an ihr zu Tode kamen". Ein normaler Vorgang, so der Historiker, es brauche immer Zeit und Abstand bis man "das Monströse" an sich heranlassen könne. Die Mauer ist für die Forscher ein klassischer Täter-Opfer-Ort. "Überraschend, dass diesem Ort bislang so wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde", sagt Sabrow, sicherlich auch mit Blick auf die Streitereien um Mauer-Gedenkstätten in Berlin. Die Arbeit der Historiker soll den geschichtsträchtigen Ort zwischen Potsdam, Pankow und Mahlow in das öffentliche Bewusstsein zurück holen. [...]

In der Ausgabe die tageszeitung vom 11. August 2005 berichtet Philipp Gessler: [...] Auch weil die DDR dies immer vertuschte, ist die Zahl der Mauertoten fast 16 Jahre nach Fall des mörderischen "antiimperialistischen Schutzwalls" noch unbekannt. Dieses Forschungslücke wollen der Verein Berliner Mauer und das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) schließen. Der Verein, der auch das Dokumentationszentrum Berliner Mauer an der Bernauer Straße betreibt, und die Potsdamer Zeithistoriker wollen innerhalb von zwei Jahren Licht in dieses geschichtliche Dunkel bringen - etwa auch über die Motive der Flucht Mundts. Der Bund unterstützt sie finanziell.

Wie der Projektleiter Hans-Hermann Hertle erläuterte, sei den nun tätigen Forschern ein "einmaliger Quellenzugang" möglich, nämlich vor allem die Akten der Berliner Staatsanwaltschaft zu den im vergangenen Jahr beendeten Prozessen gegen die Mauerschützen. Insgesamt 244 Fälle sollen zunächst näher untersucht werden. "Ein Stück weit Grundlagenforschung" sei nötig zur Frage der Mauertoten, sagte Martin Sabrow, Leiter des ZZF. Es gehe nicht darum, jährlich eine möglichst hohe Opferzahl zu publizieren, betonte er mit einem Seitenhieb auf Hildebrandt und ihre jährliche Pressekonferenz zur Anzahl der Toten. Am Ende des Forschungsprojekts soll ein Buch publiziert werden und eine Internetseite stehen. Dort sollen alle Toten der Berliner Mauer, ihr Leben und der Hintergrund ihres Todes beleuchtet werden. Die Versöhnungsgemeinde will zudem vom 13. August bis zum 9. November in der Versöhnungskirche auf dem früheren Mauerstreifen an der Bernauer Straße wochentags um 12 Uhr für jeden Mauertoten eine Andacht abhalten - die Ehrung der Toten ist ebenfalls ein zentrales Anliegen des Projekts. [...]



Juli 2005


Projektverbund Zeitgeschichte Berlin-Brandenburg gegründet

Die Aufarbeitung der beiden deutschen Diktaturen leidet an einer zu geringen Abstimmung und Kooperation von Zeitgeschichtsforschung und Gedenkstätten.

Aus diesem Grund wurde jetzt mit finanzieller Unterstützung der Länder Berlin und Brandenburg ein "Projektverbund Zeitgeschichte Berlin-Brandenburg" ins Leben gerufen, der am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) angesiedelt ist. Er will sich dem Dialog von akademischer Forschung und Gedenkstättenpraxis widmen und Impulse für die Entwicklung und Durchführung von zeithistorischen Verbundprojekten geben.

Dazu zählen zunächst Forschungen zu den Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs in Seelow und Halbe, zu den Speziallagern und Haftorten der sowjetischen Besatzungszeit, zum DDR-Grenzregime in und um Berlin sowie dem Spannungsverhältnis der gegensätzlichen Erinnerungskulturen in der deutschen Hauptstadtregion.

Die Mitgliedschaft im Projektverbund steht allen an einer solchen zeithistorischen Forschungskooperation interessierten Kolleginnen und Kollegen offen. Ansprechpartner ist die von Dr. Thomas Schaarschmidt geleitete Koordinationsstelle des Projektverbunds am ZZF in Potsdam (0331/6207193).



Expertenkommission zur Schaffung eines Geschichtsverbundes
"Aufarbeitung der SED-Diktatur"

'Die Beauftragte für Kultur und Medien, Frau Christina Weiß, hat im April 2005 eine Experten-kommission berufen, durch die ein Gesamtkonzept für die Schaffung eines Geschichtsverbundes "Aufarbeitung der SED-Diktatur" erarbeitet werden soll. Aufgabe der Kommission ist, den Stand der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit festzustellen und eine langfristige Perspektive zu einer nationalen "Erinnerungslandschaft" im europäischen Kontext zu entwickeln.

Bis Oktober 2005 sollen schon vorhandene Institutionen begutachtet und auf ihre Integrati-onsmöglichkeit in einen Geschichtsverbund geprüft werden, wobei der Umgang mit den Sach-zeugnissen und historischen Überresten des SED-Staates und seiner Gesellschaft im Mittelpunkt stehen werden. Gegenstand der Bestandsaufnahme sind vor allem Gedenkstätten und Erinne-rungsorte, Museen und Ausstellungen, archivische Sammlungen und Dokumentationen, aber auch Institutionen der politischen Bildung und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen von überregionaler Bedeutung. Die Ergebnisse dieser ersten Phase sollen voraussichtlich im Oktober der Öffentlichkeit auf einer Fachkonferenz in Berlin vorgestellt und diskutiert werden. Voraus-sichtlich bis Ende Februar 2006 will die Kommission ihr endgültiges Votum formuliert haben und auf einem abschließenden öffentlichen Symposium zur Diskussion stellen.

In die Kommission sind folgende ausgewiesene Fachexperten für die DDR berufen: Dr. habil Rainer Eckert, Dr. Monika Flacke, Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke, Roland Jahn, Freya Klier, Tina Krone, Prof. Dr. Peter Maser, Ulrike Poppe, Dr. Hermann Rudolpf. Als Vorsitzender fungiert Prof. Dr. Martin Sabrow. Die Expertenkommission ist organisatorisch am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam angesiedelt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Dr. des. Irmgard Zündorf
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: 0331-2899113

E-Mail: zuendorf@zzf-pdm.de

Pressestimme:

In der Ausgabe Der Tagesspiegel vom 15. Dezember 2005 wird die Kommission von Matthias Schlegel besprochen: "[...] Sabrow, der das Gremium von Beginn an leitet, spricht von einer "Erinnerungslandschaft", um deren Struktur und Ausformung es dabei gehe. Sie sei zu professionalisieren, ohne dass es dabei zu Substanzverlusten und zentralisierender Überformung komme. Insgesamt 39 Einrichtungen hat die Expertenrunde in den Blick genommen – 32 waren angeschrieben worden, sieben hatten sich selbst gemeldet, um in die Betrachtung einbezogen zu werden. Zunächst wurden diese zum Teil sehr unterschiedlichen Einrichtungen nach vergleichbaren Kriterien katalogisiert: ihre Ziele, materielle und personelle Ausstattung, Archive, Drittmitteleinwerbungen und anderes mehr. Die daraus gewonnenen Übersichten bildeten die Grundlage für die Diskussionen des Gremiums. Dem Ist-Zustand jeder Einrichtung wurde der Soll-Zustand gegenübergestellt.
Inhaltlich sind die Untersuchungen in folgende Bereiche gegliedert: Anatomie der Diktatur (Partei, Staat, Sicherheitsapparat), Widerstand und Opposition, Überwachung/Verfolgung/Repression, Alltag in der durchherrschten Gesellschaft sowie schließlich die DDR in europäischer und globaler Dimension.
Mit fertigen Empfehlungen für den Geschichtsverbund kann und will Sabrow noch nicht dienen. Die Kommission wird einen ersten Zwischenbericht im Februar 2006 vorlegen, vor den Sommerferien will sie ihr abschließendes Votum formuliert haben. Das wird sich auf drei Bereiche beziehen: auf Ausstellungsfragen und die Arten der Visualisierungen, auf Archivfragen und auf die politische Bildung. [...]
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/15.12.2005/2236047.asp



Finanzierung am Neuen Markt sicher

In der Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 27. Juli 2005 berichtet die Zeitung darüber, dass die vier Geisteswissenschaftlichen Zentren am Neuen Markt, darunter auch das Zentrum für Zeithistorische Forschung, auch in diesem Jahr eine finanzielle Unterstützung zur Sicherung ihrer Forschungsarbeit durch das Brandenburger Wissenschaftsministerium erhalten. "[...] 'Die erfolgreiche und überregional anderkannte Forschungstätigkeit der vier Zentren kann durch die Landesförderung kontinuierlich fortgesetzt und ausgebaut werden', heißt es in der Mitteilung des Ministeriums."



Februar 2005


Amtseinführung von Prof. Dr. Martin Sabrow als neuer Direktor des ZZF


Am 24. Februar 2005 wurde Prof. Dr. Martin Sabrow als neuer Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in sein Amt eingeführt. In einem Schreiben an den Ko-Direktor Prof. Dr. Konrad H. Jarausch bezeichnete Ministerpräsident Matthias Platzek die Berufung Sabrows als einen "Zugewinn" für die Einrichtung und zugleich "Garant für eine erfolgreiche Entwicklung des Zentrums". Dr. Josef Glombik (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg), Prof. Dr. Manfred Görtemaker (Universität Potsdam), Stefan Brandt (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Kuratorium des ZZF), Prof. Dr. Wilhelm Schröder (Zentrum für historische Sozialforschung, Köln, Sprecher der Mitgliederversammlung des ZZF), Prof. Dr. Étienne François (TU Berlin/Sorbonne Paris, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des ZZF) und Dr. h.c. Hinrich Enderlein (Minister a.D., Vorsitzender des Vereins der Förderer und Freunde des ZZF) betonten in Ihren Grußreden den guten Ruf des zeithistorischen Forschungsinstituts am Neuen Markt und wünschten Prof. Sabrow viel Erfolg bei der schwierigen Aufgabe der Leitung der renomierten Institution, deren dauerhafte Etablierung als wichtigste Aufgabe für die kommende Zeit anstehe. Prof. Sabrow entwickelte unter dem Titel "Zeitgeschichte am Neuen Markt" seine Vorstellungen für die inhaltliche Ausrichtung des ZZF und mögliche Wege seiner dauerhaften Sicherung. Ein Empfang für die anwesenden Gäste, Kollegen und Kooperationspartner bildete den Abschluß der Veranstaltung.

Zeitgeschichte am Neuen Markt
Die Antrittsrede von Prof. Dr. Martin Sabrow

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Podiumsdiskussion anlässlich der Vorstellung der Koordinationsstelle des Zeithistorischen Forschungs- und Gedenkstättenverbundes Berlin-Brandenburg


Eine intensivere und systematische Nutzung der wissenschaftlichen Kooperationsmöglichkeiten zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf der einen sowie Museen und Gedenkstätten auf der anderen Seite herbeizuführen sei die Hauptaufgabe der neuen Koordinationsstelle für Berlin und Brandenburg, betonte deren Leiter Thomas Schaarschmidt auf der Podiumsveranstaltung am 17. Februar. Die im Dezember vergangenen Jahres gegründete und am Zentrum für Zeithistorische Forschung angesiedelte Stelle wird finanziell vom Berliner Senat und der Brandenburgischen Landesregierung getragen und geht auf eine Initiative der "Arbeitsgruppe des Rundes Tisches Zeitgeschichte" zurück. Als Ziel, so Schaarschmidt, strebe die Koordinationsstelle einen Projektverbund unter dem Rahmenthema "Berlin und Brandenburg als Arena der Erinnerungskulturen" an. Die enge thematische Verzahnung von Projekten erhöhe die Chancen für die Bewilligung von Drittmitteln. Erste Projektanträge sollten im August oder September vorliegen. Als Dienstleistungsagentur werde die Koordinationsstelle unterschiedliche Interessen von Museen, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen zusammen führen, für die einzelnen Projekte geeignete Partner an den Lehrstühlen der Universitäten in Berlin und Brandenburg finden und die Projektvorbereitung bis zur Antragstellung begleiten. Auf einer Konferenz, die am 4. Juli diesen Jahres in der Gedenkstätte deutscher Widerstand stattfinden wird, sollen die ersten gemeinsamen Projektanträge vorgestellt und grundsätzliche Fragen der Erinnerungskultur diskutiert werden.

Dr. Gabriele Camphausen, Prof. Dr. Konrad Jarausch, Dr. Ulrich Mählert, Markus Ohlhauser, Prof. Dr. Reinhard Rürup und Prof. Dr. Manfred Wilke vertraten in der Podiumsveranstaltung am 17. Februar die Institutionen, die maßgeblich an der Gründung der Koordinationsstelle beteiligt waren. Wenn auch grundsätzliche Einigkeit über die Notwendigkeit der neuen Einrichtung bestand, wichen ihre Vorstellungen von deren Aufgaben in einigen Punkten doch deutlich voneinander ab. So betonte Ulrich Mählert als Vertreter der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, dass die Koordinationsstelle die verschiedenen Interessen der beteiligten Institutionen wahren und ein Großprojekt auf den Weg bringen sollte, "in dem sich alle wieder finden." Nach Ansicht von Professor Rürup, ehemaliger Leiter der Topographie des Terrors, sollte die Koordinationsstelle ein eigenes Forschungsprogramm initiieren und eine Dokumentation der laufenden Forschungsprojekte sowie der Archive und schriftlichen und bildlichen Quellen in Berlin und Brandenburg zu den beiden deutschen Diktaturen erstellen. Rund 60 Vertreter von Museen, Gedenkstätten, Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg besuchten die Veranstaltung in Potsdam.



Presseerklärung des ZZF zur Debatte um den Völkermord an den Armeniern im Geschichtsunterricht

Zu der Debatte um die Streichung des Genozids an den Armeniern aus schulischen Lehrplänen in Brandenburg hat Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) am 07.02.2005 eine Presseerklärung mit folgendem Wortlaut verabschiedet:

Dem Völkermord an den Armeniern fielen 1915/16 zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Sie wurden während des Ersten Weltkrieges von türkischen Nationalisten und Regierungsorganisationen erschossen, verbrannt, ertränkt oder auf Hungermärschen zu Tode gebracht, um die Türkei von "antitürkischen Elementen" zu säubern.

Anders als die Vernichtung der europäischen Juden oder der Genozid von Ruanda stellt die Ermordung der armenischen Bevölkerung eine umkämpfte Vergangenheit dar und wird in seinem Ausmaß im Land der Täter bis heute tabuisiert oder kleingeredet. In Deutschland besteht besonderer Anlaß, an diesen Völkermord zu erinnern, dessen Beginn sich in diesem Frühjahr zum neunzigsten Mal jährt: Die Deportationen spielten sich zum Teil unter den Augen deutscher Offiziere ab.

Brandenburg hatte sich dieser Verantwortung bis jetzt in vorbildlichem Maße gestellt und den armenischen Völkermord als einziges Bundesland in den Rahmenplänen für den Geschichtsunterricht der Klassen 9 und 10 ausdrücklich hervorgehoben. Die jetzt erfolgte Streichung nach einem Treffen des brandenburgischen Ministerpräsidenten mit dem türkischen Generalkonsul muß den fatalen Eindruck erwecken, dass die Landesregierung sich einem geschichtspolitischen Druck von dritter Seite zu beugen bereit sei. Die Verlautbarung des Bildungsministeriums, dass die Streichung erfolgt sei, weil das Thema Genozid zu wichtig sei, um es nur an einem Beispiel zu behandeln, kann in diesem Kontext nicht überzeugen. Sie tauscht Klarheit gegen Unverbindlichkeit und konterkariert so ein Hauptziel historischer Bewußtseinsbildung: nämlich der Vergangenheit auch dort nicht auszuweichen, wo diese schmerzt.

Es sollte Konsens darüber bestehen, dass die Erinnerungskultur in unserem Land nicht zum Spielball geschichtspolitischer Interessenkämpfe werden darf. Daher appelliert das ZZF nicht nur an die brandenburgische Landesregierung, sondern an alle deutsche Kultusministerien, den Genozid an den Armeniern neben weiteren Beispielen für Gewaltentgrenzung in Kriegen in den Rahmenplänen für den Geschichtsunterricht zu verankern.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Martin Sabrow, geschäftsführender Direktor des ZZF

Tel.: 0331-289 91-57



Januar 2005


Martin Sabrow neuer Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam

Als neuer Geschäftsführender Direktor ist seit Januar Prof. Dr. Martin Sabrow an das Potsdamer Zentrum fuer Zeithistorische Forschung (ZZF) berufen worden. Der 50jährige Berliner Historiker, der zugleich als Universitätsprofessor an der Potsdamer Universität Neueste Geschichte und Zeitgeschichte lehren wird, leitet das Institut gemeinsam mit Co-Direktor Prof. Dr. Konrad H. Jarausch.
Sabrow wurde 1993 mit einer Untersuchung des Rathenau-Mordes 1922 promoviert und habilitierte sich 2000 mit einer Arbeit über die DDR-Geschichtswissenschaft. Er lehrte in den zurückliegenden Jahren an verschiedenen Universitäten des In- und Auslandes. Martin Sabrow war längere Zeit als Projektleiter am ZZF beschäftigt und hat dort Forschergruppen zur DDR-Geschichtswissenschaft und zum Thema "Herrschaft und Legitimation im 20. Jahrhundert" aufgebaut. Von seinen zahlreichen Publikationen sind besonders die Abhandlungen zur Geschichtskultur im 20. Jahrhundert wie die kürzlich erschienenen Bände über "Skandal und Diktatur" sowie "Zeitgeschichte als Streitgeschichte" hervorzuheben.



ZZF-Vortragsreihe zum Stalinismus

Das Zentrum fuer Zeithistorische Forschung, das Institut für Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und das Deutsche Historische Museum veranstalten gemeinsam eine Vortragsreihe zum Thema "Stalinismus ­Fragen an ein europäisches Thema".

Die erste Veranstaltung des sechsteiligen Zyklus fand am 18. Januar 2005 im Kinosaal des Deutschen Historischen Museums statt. Sie widmete sich mit einem Vortrag von Dr. Jörg Ganzenmüller (Universität Jena) dem "Stalinismus im Zweiten Weltkrieg. Das Belagerte Leningrad 1941-1944"

Zum Thema der Vortragsreihe:

Was war und bedeutete "Stalinismus"? Gab es einen Stalinismus ohne Stalin? Bis heute streiten Historiker über die Frage, ob mit diesem Begriff die Herrschaft Stalins in der Sowjetunion sinnvoll historisch erfasst werden kann oder ob sich dahinter nicht vielmehr eine begriffliche Selbsttäuschung verbirgt, die die Ausrichtung der sowjetischen Gesellschaft auf die Person Stalins beständig wiederholt. Darüber hinaus besitzt dieser Begriff unzweifelhaft auch eine entschuldigende Dimension, weil er eine Interpretation des Massenterrors gegen die sowjetische Bevölkerung und der exzessiven Formen des Personenkultes in den dreißiger und vierziger Jahren als Bruch mit den ursprünglichen Zielen der kommunistischen Bewegung, der wesentlich der Person Stalins zugeschrieben werden muß, zulässt. Ausgehend von diesen und weiteren Überlegungen werden die Vorträge der Veranstaltungsreihe "Stalinismus. Fragen an ein europaeisches Thema" einzelne Probleme der Historisierung des Stalinismus als Herrschaftskultur und Erfahrungswelt behandeln und dabei eine ueber die Sowjetunion hinaus gehende Perspektive einnehmen. Mit den sechs Vorträgen werden neuere Forschungsergebnisse zur sowjetischen Geschichte und zur Geschichte der kommunistischen Diktaturen in Ostmitteleuropa einer breiteren Oeffentlichkeit vorgestellt.

Die weiteren Veranstaltungen



Dezember 2004


"Die amerikanische Wahl 2004. Analyse und Folgen"
Ein Vortrag von Dr. Mary E. Sarotte, University of Cambridge

Dr. Mary E. Sarotte, Politologin an der University of Cambridge hielt am 02. Dezember 2004 am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam einen Vortrag zum Thema "Die amerikanische Wahl 2004. Analyse und Folgen". Die junge ZZF-Gastwissenschaftlerin, die als White House Fellow gleichzeitig einen tiefen Einblick in die amerikanische Regierungspolitik nehmen kann, analysierte in ihren Ausführungen die Gründe für den Ausgang der US-Präsidentenwahl. Ihr Hauptaugenmerk richtete sie dabei auf das religiöse Sendungsbewusstsein der aktuellen amerikanischen Administration und vor allem ihres Präsidenten George W. Bush, der sich nach dem 11. September verstärkt als Werkzeug in "Gottes Heilplan" begreift. Die Mehrheit der Amerikaner würden deshalb in diesen unsicheren Zeiten in Bush den besseren Führer für ihre Nation sehen als in John F. Kerry. Für große Teile der Bevölkerung sei George W. ein starker Präsident, gerade weil er so kompromisslos Glaube, Patriotismus und Wertebewusstsein zu verbinden vorgebe.

Zum Ende ihres Vortrags ging Dr. Mary E. Sarotte auf die möglichen Folgen des republikanischen Wahlsieges ein. Vor allem in Bezug auf die Außenpolitik und die bereits angespannten transatlantischen Beziehungen hielt sie fest, dass mit einer weiteren Militarisierung zu rechnen sei, die den Umgang zwischen den USA und Europa nicht leichter machen würde.



November 2004


Wissenschaftsrat evaluierte das ZZF


Am 25. und 26. November 2004 besuchte eine 12-köpfige Evaluierungskommission des Wissenschaftsrats unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Osterhammel das ZZF. Auftrag der Arbeitsgruppe ist eine Begutachtung vor allem der Forschungsqualität, Internationalität und Interdisziplinariät des Zentrums sowie seiner Beziehungen zu den Universitäten in Brandenburg und Berlin und seiner Öffentlichkeitsarbeit. Auch inhaltliche Zukunftsperspektiven und organisatorische Formen der Fortexistenz wurden geprüft. Die Begutachtung soll helfen, die Voraussetzungen und die Aufgaben des Zentrums über das Jahr 2007 hinaus zu klären.

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, erschien persönlich, um der Kommission das Interesse des Landes an der weiteren Existenz des international anerkannten Instituts zu bekunden. Das Land Brandenburg trägt mit der Grundausstattung und den Personalmitteln für zehn Stellen etwa ein Drittel der Kosten; zwei Drittel werben die Potsdamer Forscherinnen und Forscher selbst als Drittmittel von außen ein und schaffen damit weitere 25 Arbeitsplätze.



Tagungen "The 2nd "Mass Dictatorship" International Conference" (29.-31.10.2004) und "Geschichte der Teilung. Wie ist sie zu betrachten?" (4.-5.11.2004) in Korea


Die Hanyang-Universität Seoul und das ZZF Potsdam veranstalteten vom 29. bis zum 31. Oktober 2004 in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerinstitutionen aus Polen, Italien, Großbritannien, den USA und Frankreich die zweite internationale Konferenz zum Thema Massendiktatur. Nachdem die Veranstaltung des Vorjahres unter dem Forschungsschwerpunkt "Coercion and Consent: A Comparative Study on Mass Dictatorship" stand (vgl. dazu den Bericht in: Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien 30/31 (2004)), richtet sich das Interesse in diesem Jahr auf das Thema "Mass Dictatorship and Socio-Cultural Modes of Consent Production". Während sich die erste Tagung zum Ziel gesetzt hatte, einen Überblick über den neusten Forschungsstand zu bieten, brachte die zweite Tagung Einblicke in das Verhältnis von "Massendiktaturen" zu ihren Zivilgesellschaften. Im Mittelpunkt standen dabei politische Rituale und Symbole sowie die Kulturpolitik und ihr Einfluss auf den Alltag der Menschen.

Martin Sabrow vom ZZF Potsdam analysierte und verglich in seinem Vortrag "Time and Legitimacy: Comparing Reflections on the Sense of Time in Two German Dictatorships" den Gebrauch und das Verständnis des Terminus "Zeit" in Nazi-Deutschland und der DDR. Christoph Classen sprach in seinem Vortrag "Propaganda in Radio and Film: Reflections on the Role in Nazi Germany and the GDR during Stalinism" über die Rolle der beiden Medien in den beiden deutschen Diktaturen. Die Beiträge der Konferenz wurden in einem Begleitheft "Mass Dictatorship and Consensus-Building" zusammengestellt, das bisher leider nicht veröffentlich wurde.

Eine zweite Konferenz deutscher und südkoreanischer Historiker zum Thema "Geschichte der Teilung. Wie ist sie zu betrachten? Vergleich der Nordkorea- und DDR-Forschung" fand vom 4. bis zum 5. November 2004 dank der Initiative von Prof. Un-suk Han (Sangji-Universität, Seoul) und auf Einladung des "Instituts für historische Fragen" ebenfalls in Seoul statt.

Deutschland und Korea teilen die Erfahrung einer durch den weltweiten Systemkonflikt bedingten jahrzehntelangen Teilung der Nation in zwei Staaten. Während die demokratische Revolution und der Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsbereichs in Deutschland zu einer friedlichen Vereinigungen führten, blieb Korea geteilt: In eine kommunistische Diktatur im Norden und eine seit Ende der achtziger Jahre sich demokratisierte Republik im Süden. Ein Großteil der südkoreanischen Öffentlichkeit befürwortet ebenso wie die derzeitige Regierung eine Politik der Annäherung an den Norden mit dem Ziel einer Aussöhnung und friedlichen Wiedervereinigung. Es überrascht daher nicht, dass koreanische Historiker und Sozialwissenschaftler mehr denn je daran interessiert sind.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen standen die Entwicklung der Fachgebiete "DDR-" und "Nordkoreaforschung" die Teilungsgeschichte der beiden Länder, die Strukturen der Parteiherrschaft und die Kulturgeschichte der DDR und Nordkoreas. Einleitend gab Professor Dr. Christoph Kleßmann unter dem Schlagwort "Entwicklung und Stand der DDR-Forschung" einen Überblick über den aktuellen Forschungstand. Die Entstehung der beiden deutschen Staaten stand im Focus des Vortrags "Kalter Krieg und Entstehung der DDR" von Michael Lemke, während Bernd Stoever in seinem anschließenden Referat "Strukturelemente und Entwicklungstrends der SED-Diktatur" auf das Zusammenspiel von Partei und Politik einging. Am zweiten Konferenztag gab Thomas Lindenberger einen Überblick über die "Gesellschaft und Kultur der DDR", bevor Professor Kleßmann zum Abschluss noch auf die "Auswirkungen der Teilungen auf die politische Kultur in Deutschland" einging. Die Beiträge der Konferenz sind im Band "Geschichte der Teilung. Wie ist sie zu betrachten? Vergleich der Nordkorea- und DDR-Forschung" abgedruckt.

Auf Grund des höchst informativen und für alle Teilnehmer neue Perspektiven eröffnenden Verlaufs bestand in der Schlussdiskussion Einigkeit, in einem Jahr eine Folgekonferenz in Potsdam durchzuführen, die vom ZZF ausgerichtet werden wird.



Podiumsdiskussion anlässlich der Veröffentlichung der Dokumentenedition "Die UdSSR und die deutsche Frage 1941-1948. Dokumente aus dem Archiv für Außenpolitik der Russischen Föderation."


Die Veröffentlichung der Dokumentensammlung "Die UdSSR und die deutsche Frage 1941-1948." - die erste wissenschaftliche Edition maßgeblicher sowjetischer Quellen zur sowjetischen Deutschlandpolitik von 1941 bis 1948 in deutscher Sprache - war Anlass für eine Podiumsdiskussion zum Thema "Russische Archive und deutsche Geschichte". Jochen Laufer, Mitarbeiter des ZZF Potsdam und zusammen mit Georgij P. Kynin Herausgeber der Edition, berichtete von seinen Erfahrungen im Umgang mit den russischen Behörden und darüber, welche Hindernisse die Arbeit in russischen Archiven erschweren. Bernd Bonwetsch, Mitglied der "Gemeinsamen Deutsch-Russischen Historikerkommission" betonte daraufhin, "dass noch einiges getan werden müsse", wenn die Arbeit fortgesetzt werden solle. Der Leiter des Archivs für Außenpolitik der Russischen Föderation, Alexander Tschurilin, verwies dagegen auf die Sicherheitsinteressen der russischen Politik.

Neben der Präsentation der Dokumentenedition konnte ein weiteres Ereignis an diesem Abend gefeiert werden: Die baldige Eröffnung des "Deutschen Historischen Instituts" in Moskau, die nach langjährigem Ringen nun endlich verwirklicht werden kann. Damit dürfte sichergestellt sein, dass auch in den kommenden Jahren weitere Archivfunde zur Veröffentlichung gelangen. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung ist durch die Dokumentensammlung "Die UdSSR und die deutsche Frage 1941-1948." bereits getan.



Diskussion über den Fall der Berliner Mauer


Auf einer Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung diskutierten am 6. November Wolfgang Templin, Reinhard Schult, Hans-Hermann Hertle und Günter Schabowski über den Fall der Berliner Mauer.

Mehr dazu unter:

http://www.bpb.de/themen/YKXZ7C,,0,Der_Fall_der_Berliner_Mauer.html



Oktober 2004


2. Potsdamer Doktorandenforum zur Zeitgeschichte

Unter dem Titel "Geschichtsbilder und Erinnerungsgenerationen. Neuere Forschungen zum Umgang mit der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Europa nach 1945." veranstalteten Doktoranden des Zentrum für Zeithistorische Forschung, Friederike Kind, Albrecht Wiesener, Markus Payk und Heiner Stahl, am 14. und 15. Oktober das inzwischen zweite Potsdamer Doktorandenforum für deutsche und europäische Zeitgeschichte (Programm)

Den Auftakt der Arbeitstagung bildete ein anregender Vortrag von Erik Meyer (Giessen) "Vergangenes vergegenwärtigen. Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in der Mediengesellschaft". Die Vortragsthemen reichten vom Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Schule und im Wechsel der Generationen bis zur Erinnerung an den Luftkrieg in Hamburg oder das Verhältnis von Vergangenheitspolitik und Vertreibung in beiden deutschen Staaten. Das Doktorandenforum wird am 3. und 4. März 2005 fortgesetzt. Das 3. Potsdamer Doktorandenforum wird sich "Medien in Transformationsprozessen nach 1945" widmen und versuchen, den Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesse in West- und Osteuropa zu richten.

Kontakt: doktorandenforum@zzf-pdm.de



September 2004


Buchvorstellung: "Die Umkehr. Deutsche Wandlungen 1945-1995"


Am 17. September 2004 wurde im dbb forum berlin das neue Buch von Prof. Konrad H. Jarausch "Die Umkehr. Deutsche Wandlungen 1945-1995" vorgestellt. Es diskutierten Prof. Jürgen Kocka und der Autor. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Kultursoziologen Dr. Eike Gebhardt.

Sind die Deutschen endlich normal? Nach Weltkrieg und Trennung ist das gelungen, was sie immer sein wollten: eine Nation unter Gleichen. 1945 schien das völlig unmöglich geworden zu sein.

Konrad H. Jarausch beschreibt in seinem gerade erschienenen Buch den Weg der Deutschen zurück in die Zivilisation. Die alliierte Befreiung der KZs am Kriegsende machte das ganze Ausmaß des durch die NS-Verbrechen begangenen Zivilisationsbruches deutlich. Ein halbes Jahrhundert danach gilt Deutschland als ein Musterbeispiel für eine gelungene Demokratisierung.

Drei Etappen markieren die Übergänge: 1945/1949, 1968 und 1989/1990. Anhand individueller Selbstzeugnisse und öffentlicher Auseinandersetzungen wird verdeutlicht, wie es die Deutschen vermochten, aus ihrer dunklen Vergangenheit heraus Wege in eine moderne, liberale Gesellschaft zu finden.



Mai 2004


ZZF-Konferenz "Thinking Europe": Zeithistoriker denken über Europa nach

Unter dem Motto "Thinking Europe: Die Europäisierung der Zeitgeschichte(n)" treffen sich vom 6. - 8. Mai 2004 Historiker aus dem In- und Ausland im Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Auf der zweitägigen Konferenz, an der insgesamt dreißig Wissenschaftler aus zwölf Ländern teilnehmen, steht die europäische Dimension der Zeitgeschichte im Mittelpunkt der Diskussionen.
"Viel zu lang haben sich Zeithistoriker auf die nationale Geschichtsschreibung ihres jeweiligen Landes konzentriert, ohne sie in europäische Entwicklungen einzuordnen", konstatiert Prof. Konrad H. Jarausch, Direktor des ZZF. "Nur wenige Historiker haben zum Beispiel zur Europäischen Union Stellung genommen oder sich etwa mit den umfangreichen soziokulturellen Veränderungen beschäftigt, die überhaupt erst eine größere europäische Kooperation möglich machen. Mit der Konferenz wollen wir Denkanstöße geben, um die Historisierung ŽEuropasŽ voranzutreiben", so Jarausch weiter.
Auf einer Podiumsdiskussion zum Auftakt der Tagung wurde kontrovers diskutiert, wie eine "europäische Zeitgeschichte" geschrieben werden könne, ohne künstlich zu sein. Karl Schlögel, Historiker an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) forderte dazu auf, sich erst einmal auf die europäischen Räume einzulassen, neugierig zu sein auf die Erfahrungen anderer Europäer und bereits vorhandene Forschungsthemen konsequent aus transnationaler Perspektive anzugehen.
Die insgesamt zwanzig Vorträge behandeln unterschiedlichste Themengebiete der Zeitgeschichtsforschung, von "Krieg und Konflikt in der europäischen Zeitgeschichte" über die "Ursachen des Kalten Krieges" bis zu "Migration und europäische Zeitgeschichte". Gefördert wird "Thinking Europe" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.



April 2004


VW-Siftung bewilligt 340.000 Euro für Europa-Projekt am ZZF

Wie haben sich die Europavorstellungen auf der östlichen Seite des Eisernen Vorhangs – vor allem in Polen, in der Tschechoslowakei, der DDR und auch in Ungarn – im Zeitraum von 1945 bis 1991 entwickelt? Für die Untersuchung dieser Fragestellung hat die Volkswagen Stiftung dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam in diesen Tagen 340.000 Euro bewilligt. Das Forschungsvorhaben trägt den Titel "Europa im Ostblock. Vorstellungswelten und Kommunikationsräume im Wandel".

Ziel des Projekts ist es zu ermitteln, welcher Art die Vorstellungen von Europa waren und welche historischen Erfahrungen, Prägungen und Zukunftserwartungen sich für die osteuropäischen Gesellschaften mit "Europa" verbanden. Dabei bleibt die Untersuchung nicht auf eine Analyse von Debatten beschränkt: Die Ideen sollen in ihren jeweiligen Kommunikationsräumen und in bezug zu den biografischen Erfahrungen ihrer Protagonisten behandelt werden.

Im Einzelnen sind drei Teilprojekte geplant, die jeweils einer bestimmten Zeitspanne gewidmet sind: erstens der Formierung des Ostblocks gegen den Westen im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg; zweitens dem KSZE-Prozess in den 1970er-Jahren - und drittens den 1980er-Jahren als Phase der allmählichen Auflösung des Ostblocks. Die Untersuchungen erfolgen jeweils länderübergreifend und konzentrieren sich auf die DDR, Polen und die Tschechoslowakei, berücksichtigen aber auch Ungarn.



Januar 2004


"Dem ZZF ein unverwechselbares Profil gegeben"


Festakt und Kolloquium aus Anlaß der Emeritierung von Prof. Dr. Christoph Kleßmann

Am 30. Januar 2004 wurde Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Inhaber der Professur für Zeitgeschichte mit dem Schwerpunkt "Geschichte der DDR" der Universität Potsdam und Direktor des Zentrums Zeithistorische Forschung (ZZF), mit einem wissenschaftlichen Kolloquium zur Bedeutung der Musik in der Zeitgeschichte und einem anschließenden Festakt in den Ruhestand verabschiedet. Die Festredner, Staatssekretär Dr. Christoph Helm (MWFK des Landes Brandenburg), Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (Rektor der Universität Potsdam), Prof. Dr. Peter Steinbach (Universität Karlsruhe) und Prof. Konrad Jarausch (ZZF), würdigten seine großen Verdienste in Forschung und Lehre. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Hannes Siegrist (Universität Leipzig) zum Thema "Musiker zwischen Markt und Macht". Ministerpräsident Matthias Platzeck hob in einer Grußadresse hervor, Christoph Kleßmann habe gemeinsam mit Ko-Direktor Konrad H. Jarausch dem ZZF "ein unverwechselbares Profil gegeben und das Zentrum zu einer anerkannten wissenschaftlichen Einrichtung" gemacht.

Christoph Kleßmann wurde 1938 in Jöllenbeck bei Bielefeld geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Politik und klassische Philologie an den Universitäten Göttingen, Tübingen und München promovierte er 1969 in Bochum mit dem Thema: "NS-Kulturpolitik und polnische Widerstandsbewegung im Generalgouvernement". 1976 folgte seine Habilitationsschrift, die sich mit den polnischen Bergarbeitern im Ruhrgebiet zwischen 1870 und 1945 beschäftigte. Bereits im selben Jahr wurde er auf den Lehrstuhl Zeitgeschichte der Universität Bielefeld berufen. 1993 folgte der Ruf an die neugegründete Universität Potsdam. Ein Jahr später übernahm Kleßmann gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Kocka die kommissarische, 1996 zusammen mit Prof. Dr. Konrad H. Jarausch die geschäftsführende Leitung des neugegründeten und wissenschaftlich höchst erfolgreichen Zentrums für Zeithistorische Forschung, das eng mit dem Historischen Institut der Universität zusammenarbeitet. Zahlreiche Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren, unter anderem in Frankreich, England, USA, belegen seine hohe internationale wissenschaftlichen Reputation. Wahrscheinlich am bekanntesten sind zwei seiner Bücher zur deutschen Geschichte nach 1945 mit den prägnanten Titeln "Die doppelte Staatsgründung" und "Zwei Staaten, eine Nation". Zur Zeit arbeitet er an zwei neuen Bänden, die 2

005 vorliegen werden: Eine Geschichte der Sozialpolitik der DDR und eine Geschichte der Arbeiter in der DDR.

(Autor: Bernd Stöver)



Start des Portals und der "Zeithistorischen Forschungen" am 26. Januar 2004

Am 26. Januar startet das Portal "Zeitgeschichte-online" mit einem umfangreichen Informationsangebot für die zeithistorische Forschung. Es erschließt zeithistorische Internet-Ressourcen, bietet Tagungsberichte, Rezensionen sowie redaktionell betreute Themenangebote, ermöglicht eine komfortable Katalog- und Datenbanksuche. Teil des Portals ist außerdem die neue Fachzeitschrift "Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History". Sie erscheint in zwei Ausgaben: einer Online-Version und einer parallelen Druckausgabe (beim Verlag Vandenhoeck & Ruprecht).

Zum Auftakt des Portals und der Zeitschrift veranstalten Zeitgeschichte-online und der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht eine Podiumsdiskussion, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind:

Zeitgeschichte heute - zwischen wissenschaftlicher Aufklärung und Histotainment

Montag, 26. Januar 2004, 19 Uhr,
im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften,
Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin

Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Hermann Rudolph (Der Tagesspiegel). Die Teilnehmer des Podiums sind: Prof. Dr. Konrad H. Jarausch (ZZF Potsdam), Prof. Dr. Adelheid von Saldern (Universität Hannover), Prof. Dr. Jörg Baberowski (HU Berlin), Prof. Dr. Sebastian Conrad (FU Berlin) und Prof. Dr. Ulrich Herbert (Universität Freiburg/z.Zt. Wissenschaftskolleg zu Berlin).

Für Medienvertreter findet um 18 Uhr eine Pressekonferenz statt (ebenfalls in der Akademie).

Ansprechpartner für das Gesamtprojekt "Zeitgeschichte-online":
Dr. Jürgen Danyel
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Redaktion Zeitgeschichte-online
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Tel.: +49 (0)331/28991-26
E-Mail: danyel@zeitgeschichte-online.de

Ansprechpartnerin für die Informationsdienste von "Zeitgeschichte-online":
Maren Brodersen
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Redaktion Zeitgeschichte-online
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Tel.: +49 (0)331/28991-18
E-Mail: brodersen@zeitgeschichte-online.de

Ansprechpartner für "Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History":
Dr. Jan-Holger Kirsch
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Redaktion Zeitgeschichte-online
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam Tel.: +49 (0)331/28991-18
E-Mail: kirsch@zeitgeschichte-online.de



November 2003


Feier zum 65. Geburtstag von Prof. Christoph Kleßmann im ZZF


Am 13. November 2003 beging Prof. Christoph Kleßmann seinen 65. Geburtstag. Aus diesem Anlaß fand im ZZF eine Feier mit zahlreichen Gästen aus Wissenschaft und Politik statt. Zu den Gratulanten gehörten neben den Mitarbeitern des ZZF und zahlreichen Fachkollegen die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, der brandenburgische Minister für Bildung, Jugend und Sport, Steffen Reiche sowie der Vorsitzende des ZZF-Fördervereins, Dr. Hinrich Enderlein.



"Das Findelkind der Zeitgeschichte"
Thomas Lindenberger und Martin Sabrow über die Zukunft der DDR-Geschichte in der Frankfurter Rundschau vom 12.11. 2003

In einem in der Frankfurter Rundschau vom 12. November 2003 erschienenen Beitrag nehmen die ZZF-Projektleiter Thomas Lindenberger und Martin Sabrow zu der jüngsten Diskussion über die Zukunft der DDR-Forschung Stellung. Mit ihrem Plädoyer für eine deutsche Zeitgeschichte in europäischer Perspektive reagieren die Autoren auf ein Beitrag von Jürgen Kocka ("Der Blick über den Tellerrand fehlt", Frankfurter Rundschau vom 22.8. 2003) und die darauf Bezug nehmenden kritischen Anmerkungen einer Autorengruppe der Berliner Außenstelle des Instituts für Zeitgeschichte in München ("Ist die DDR-Forschung wirklich in der Krise?" FR vom 30.9. 2003)

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Oktober 2003


Nicolas Berg über frühe Außenseiter der Holocaust-Forschung

v.l.n.r. Nicolas Berg, Jan-Holger Kirsch, Joachim Schlör


Am 30. Oktober 2003 hielt Dr. Nicolas Berg (Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig) im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des ZZF mit dem Moses- Mendelssohn-Zenrum einen Vortrag über "Frühe Außenseiter der Holocaust-Forschung. Zum Problem der intellektuellen Zeugenschaft". In seinem jüngst veröffentlichten Buch "Der Holocaust und die westdeutschen Historiker" ist Nicolas Berg der Frage nachgegangen, wie der Holocaust fachwissenschaftlich zu Wissen und Erkenntnis wurde. Forschung und Erinnerung bedürfen nach Meinung des Autors einer gleichzeitigen und gemeinsamen Untersuchung, Nur so könne der generationelle "Gedächtnisrahmen" (Maurice Halbwachs) und die unterschiedlichen Erinnerungskollektive beschrieben werden, die sich in mitunter scharfen "Gedächtniskonflikten" gegenüberstehen. In seinem Vortrag widmete sich Berg am Beispiel von Joseph Wulf und Raul Hilberg den akademischen Außenseitern der Holocaust-Forschung.

Das Buch von Nicolas Berg ist im Wallstein Verlag Göttingen erschienen.



 



Trilaterales Kolloquium "Sozialismus im Alltag. Diktatur und Gesellschaft in der DDR und in der Volksrepublik Polen"


Vom 23. bis 25. Oktober fand im ZZF das trilateralle Kolloqium "Sozialismus im Alltag. Diktatur und Gesellschaft in der DDR und der Volksrepublik Polen" statt. Tagungsort war das Alte Rathaus in Potsdam.
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der damit verbundenen Öffnung der Archive in den ehemals sozialistischen Ländern hat sich die Erforschung der einstigen Ostblockländer rasant geändert. Zahlreiche Untersuchungen über Herrschaft und Staatsformen sind erschienen und in der jüngeren Zeit hat auch das Interesse für die Alltagsgeschichte zugenommen, eine Reihe von aktuellen Promotionsprojekten zeugen davon. Dank der historiographischen Tradition der Mentalitätsgeschichte hat das Interesse an der Alltagsgeschichte der ehemaligen kommunistischen Länder auch in einigen westeuropäischen Staaten, nicht zuletzt in Frankreich selber, an Attraktivität gewonnen.

Diese Entwicklung motivierten die Initiatoren Prof. Dr. Marcin Kula, Historisches Institut der Universität Warschau, Prof. Dr. Sandrine Kott, Ecole de Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris sowie PD Dr. Thomas Lindenberger, Potsdam ein trilaterales Doktorandenkolloquium zu organisieren, um damit die Begegnung und der Gedankenaustausch zwischen jungen Nachwuchswissenschaftlern, die zu Themen der Alltags- und Kulturgeschichte der DDR bzw. der VR Polen forschen, zu fördern und zu forcieren. Jungen Doktoranden und Postdoktoranden wurde auf der Konferenz die Möglichkeit zur Präsentation eigener Forschungen und zur gemeinsamen Diskussion gegeben. Schwerpunkt des Kolloquiums bildete die komparative Sichtweise zwischen der DDR und Polen bei den unterschiedlichen Teilaspekten.

Ermöglicht wurde die Durchführung durch die großzüge Förderung der Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung, Weimar, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg, der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung, Köln, und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin. Dadurch war die gründliche Vorbereitung und ein Dolmetscher-Service gewährleistet, der keine Wünsche offenließ.

Das Kolloquium hat mit seinen Beiträgen einen wichtigen Schritt zum internationaeln Austausch über Forschungen zur Geschichte des Alltags im Sozialismus geleistet. Die lebendige Diskussion der Teilnehmer hat jedoch auch gezeigt, dass solche Formen des wissenschaftlichen Austauschs noch vertieft werden müssen, um weitere Themenkreise einzubeziehen und sich über grundlegende methodische und konzeptionelle Fragen zu verständigen. Ein Anfang ist gemacht - alle Beteiligten waren sich darin einig, dass weitere Veranstaltungen dieser Art folgen sollten. Eine Publikation der Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ettersberg ist beabsichtigt.



Rom und Amerika. Peter Bender stellte sein neues Buch im ZZF vor


Sind die Amerikaner die Römer unserer Zeit? In seinem gerade erschienenen Buch vergleicht der Publizist und Historiker Peter Bender die römische und amerikanische Geschichte und analysiert die Etappen des Aufstiegs Roms und Amerikas zu den Weltmächten ihrer Zeit.
Im Rahmen einer von Prof. Christoph Kleßmann moderierten Podiumsdiskussion debattierten am 16. Oktober im ZZF der Autor und die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helga Haftendorn über die Ergebnisse dieses Vergleichs.

Das Buch "Weltmacht Amerika. Das neue Rom" von Peter Bender ist 2003 im Verlag Klett-Cotta Stuttgart erschienen.



 



September 2003


Auftakt der Vortragsreihe "Potsdam in Europa"


Am 18. September eröffnete Prof. Dr. Günther Lottes, Direktor des Forschungszentrums Europäische Aufklärung die siebenteilige Veranstaltungsreihe im Alten Rathaus in Potsdam.
Sein Vortrag "Potsdam - der Januskopf der Aufklärung in Europa" beschäftigte sich mit der Rolle des preußischen Königs Friedrichs II. als Aufklärer.



"Mit "Sparta" hatte Friedrich [II.] selbst immer die militaristischen Vorlieben seines Vaters umschrieben, während er die Hofhaltung seines Großvaters mit Athen verglich. Zur großen Legendenbildung um seine Person als aufgeklärter Monarch soll Friedrich nicht unmaßgeblich selbst beigetragen haben - die Entzauberung dieser gefälligen Legende war einer der Verdienste dieses Auftaktabends der neuen Reihe."

Märkische Allgemeine, 20./21.09.03



Von der Aufklärung bis zum Sozialismus - Vortragsreihe beleuchtet die Entwicklung der Stellung Potsdams in Europa

Mit einer siebenteiligen Vortragsreihe unter dem Titel »Potsdam in Europa« untersucht das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam vom 18. September bis zum 11. Dezember 2003 die Stellung Potsdams in Europa, ausgehend vom »Januskopf der Aufklärung« über den europäischen Sonderweg Preußens als Militärmonarchie bis hin zur »Potsdamer Konferenz« und den Neuordnungen des Nachkriegs-Europas. Die Vortragsreihe im Potsdamer Alten Rathaus schließt am 11. Dezember mit einer Podiumsdiskussion im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zur Bedeutung der Stadt als »europäischen Erinnerungsort«. Die wissenschaftliche Vortragsreihe im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2003 wird vom "Forum Neuer Markt" - dem Einstein Forum, dem Forschungszentrum für Europäische Aufklärung, dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, dem Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien, und dem ZZF - in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Historischen Institut der Universität Potsdam sowie dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt durchgeführt.

Der erste Vortrag der Reihe zum Thema

Potsdam - Der Januskopf der Aufklärung in Europa


von Prof. Dr. Günther Lottes (Forschungszentrum Europäische Aufklärung, Potsdam)

findet am Donnerstag, den 18. September 2003, 19 Uhr, im Alten Rathaus, Alter Markt, 14467 Potsdam statt.

Zur Begrüßung spricht Gabriele Förder-Hoff (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg). Den Vortrag kommentiert Dr. Hannelore Lehmann (Potsdam) unter der Moderation von Prof. Dr. Christoph Kleßmann (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam). Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungen von Kulturland Brandenburg werden gefördert mit Mitteln der Bundesregierung, Beauftragte für Kultur und Medien, und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen.

Programm



Mai 2003


ZZF öffnete seine Türen - großes Interesse bei den Potsdamern


Der am 24. Mai von den am Neuen Markt in Potsdam ansässigen Wissenschafts- und Kultureinrichtungen durchgeführte Tag der offenen Tür stiess bei den Potsdamern und vielen Besuchern der Stadt auf grosses Interesse. Das vom ZZF angebotene Programm unter dem Motto "Potsdamer Zeitgeschichte(n)" mit kurzen Vorträgen zu stadtgeschichtlich relevanten Themen, die Führungen durch das Lehmannsche Haus, das umfangreiche Informationsangebot zur Forschungsarbeit und den Internetprojekten des Instituts, ein gutsortiertes modernes Antiquariat und nicht zuletzt das improvisierte Strassencafé zogen bis in die Abendstunden viele Besucher an. Gäste und Mitarbeiter des Instituts waren sich einig, dass der Tag der offenen Tür zu einer regelmässigen Veranstaltung werden sollte.

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Lesung mit Erich Loest


Anlässlich des Jahrestreffens des Vereins der Freunde und Förderer des ZZF fand am 9. Mai 2003 eine öffentliche Veranstaltung im Einstein Forum statt. Gast des ZZF war der Schrifsteller Erich Loest, der aus seinem Buch "Der Vierte Zensor" las. Das Buch schildert die Vorgänge um das 1978 in der DDR erschiene Buch des Autors "Es gehr seinen Gang". Anschliessend stellte sich der Autor den Fragen des interessierten Publikums.



Tag der offenen Tür im ZZF am 24. Mai 2003

Am 23. und 24. Mai 2003 präsentieren sich die am Neuen Markt in Potsdam ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen mit einem gemeinsamen Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit. Das ZZF steht am 24. Mai 2003 von 14.00 -18.00 Uhr für interessierte Besucher offen. Das Programm des Instituts steht unter dem Motto "Potsdamer Zeitgeschichte(n)" und umfasst Kurzvorträge zu stadtbezogenen Themen wie z.B. zum 17. Juni 1953 in Potsdam oder zum Abriss der Garnisonkirche, Filmvorführungen und eine Einführung zur "Zeitgeschichte im Internet". Im Foyer können sich die Besucher an einem Informationsstand bei Kaffee und Kuchen über die Arbeit des ZZF informieren. Abgerundet wird das Informationsangebot durch ein modernes zeitgeschichtlichen Antiquariat.

Programm



Februar 2003


"...zum Beispiel 17. Juni 1953" -
Gemeinsamer Workshop der BZfpB und des ZZF vom 12.2. - 14.2. 2003

Unter dem Titel "...zum Beispiel 17. Juni 1953. Die 50er Jahre - Geschichten aus der Geschichte" veranstalten die Bundeszentrale für politische Bildung und das ZZF vom 12. - 14. Februar in Potsdam einen gemeinsamen Workshop. Die als Fortbildungsveranstaltung konzipierte Tagung richtet den Blick ausgehend vom 17. Juni 1953 auf die gesamten fünfziger Jahre und will auf Themen aufmerksam machen, die sich für eine Behandlung durch die Medien anbieten. Neben Vorträgen und Zeitzeugengesprächen sind Gruppendiskussionen und eine Führung der Teilnehmer durch die Gedenkstätte Lindenstraße 54 in Potsdam geplant.



ZfG-Themenheft zu "Flucht und Vertreibung in europäischer Perspektive" erschienen


Als erste Nummer der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft für 2003 ist ein gemeinsam von Jürgen Danyel (ZZF) und Philipp Ther (ZVGE) herausgegebenes Themenheft zu "Flucht und Vertreibung in europäischer Perspektive" erschienen. Es enthält Wortmeldungen von deutschen, polnischen tschechischen und amerikanischen Historikern zu der in Gang gekommenen Diskussion über den künftigen Standort und die Inhalte des vom Bund der Vertriebenen geplanten "Zentrums gegen Vertreibungen".

Nähere Informationen zum Inhalt: www.metropol-verlag.de

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 8./9. Februar 2003 über das Themenheft.



Januar 2003


"Zeitgeschichte-online" - Projektstart für gemeinsames Projekt des ZZF und der SBB PK

Das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) und die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (SBB) haben im Januar 2003 die Arbeit an einem Projekt begonnen, mit dem ein Themenportal für die Zeitgeschichte im Internet entwickelt werden soll. Ziel des Vorhabens ist es, einen zentralen zeithistorischen Einstiegspunkt in das WWW für die Geschichtswissenschaften im deutschsprachigen Raum zu schaffen und auszubauen. Die bei der DFG beantragte Förderung des Projekts wurde im August 2002 für eine Laufzeit von zwei Jahren bewilligt.

Das Portal wird als ein Modul von "CLIO-online" (www.clio-online.de) und in enger Kooperation mit der Kommunikationsplattform "H-Soz-u-Kult" (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de) erarbeitet. Mit ihm soll die fachwissenschaftliche Kommunikation und Diskussion sowie der Nachweis und die Vermittlung zeithistorisch relevanter Informationen durch die Nutzung der Möglichkeiten des Internet verbessert werden. Die mit dem Projekt angestrebte Erschließung und Aufbereitung von Inhalten bietet neben einer neuen Qualität der fachlichen Information auch erweiterte Möglichkeiten der interaktiven Nutzung, die wissenschaftliche Information, Produktion und Rezeption in neuartiger Weise miteinander verbinden.

Das zeithistorische Modul wird durch einen eigenständigen Subject Gateway den Zugang zu laufenden Forschungen ermöglichen und über eine moderierte Mailing-Liste wissenschaftliches Potential und Wissen vernetzen. Ein Rezensionsdienst soll die fachwissenschaftliche Diskussion auf dem Gebiet der Zeitgeschichte intensivieren. Mit einer elektronischen Fachzeitschrift "Zeithistorische Forschungen" werden neue Forschungsergebnisse zugänglich gemacht und neue Möglichkeiten ihrer Aufbereitung und Darstellung erprobt. Die innerhalb des Projekts ebenfalls vorgesehene bibliographische Datenbank wird internationale Zeitschriftenaufsätze zur Zeitgeschichte nachweisen. Darüber hinaus sollen wichtige zeithistorische Informationsangebote im Internet in die Metasuche des Fachportals "Clio-online" eingebunden werden.

Am ZZF wurde inzwischen eine eigene Internet-Redaktion gebildet, deren Aufgabe die Umsetzung der verschiedenen Teilaufgaben des Projekts sein wird. Bis das aufzubauende Portal im Internet zur Verfügung steht, wird eine eigene dem Projekt gewidmete Rubrik auf dieser Web-Site über den Fortgang der Arbeiten und die beteiligten Mitarbeiter informieren.

Weitergehende Informationen:

Dr. Jürgen Danyel (ZZF Potsdam) danyel@zzf-pdm.de

Robert Zepf (SBB PK) robert.zepf@sbb.spk-berlin.de

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