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News 2011

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19.12.2011

Dr. Nicole Kramer erhält Fraenkel Prize in Contemporary History

Archiv

Die ZZF-Historikerin Dr. Nicole Kramer hat für Ihre Publikation "'Volksgenossinnen' an der 'Heimatfront': Mobilisierung, Verhalten, Erinnerung" den renommierten Fraenkel Prize in Contemporary History für das Jahr 2011 erhalten. Der Fraenkel Prize wird von der Wiener Library for the Study of the Holocaust & Genocide vergeben und ist in der Kategorie B mit $ 4.000 dotiert.

Dr. Nicole Kramer ist seit August 2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in der Abteilung IV tätig.

Kramers Studie, die im Jahr 2009 als Dissertation an der LMU München entstand, untersucht bisher wenig beachtete Mobilisierungsformen und Bindekräfte der nationalsozialistischen Kriegsgesellschaft. Sie fasst das engmaschige Organisationsnetz ins Auge, das der Aktivierung von Frauen für Kriegsaufgaben diente, und entdeckt insbesondere den zivilen Luftschutz – von der Brandbekämpfung bis zum Dienst in Auffang- und Rettungsstellen zur Bewältigung von Folgen der Flächenbombardements – als weiblich dominiertes Handlungsfeld. Wie die Einbindung von Frauen in die »kämpfende Volksgemeinschaft« wird auch das Spektrum der Hilfs- und Versorgungsleistungen analysiert, auf die weibliche Kriegshinterbliebene, Ausgebombte und Evakuierte Anspruch hatten. Damit leistet Dr. Nicole Kramer zugleich einen markanten Beitrag zur Erforschung der NS-Sozialpolitik.

Die Publikation ist im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen und kann hier bestellt werden.

Weitere Informationen zum Fraenkel Prize erhalten Sie hier.

 



5.-7.12.2011

Biographisches Archiv der IPW-Presseausschnittsammlung ab Januar 2012 in der ZZF-Bibliothek benutzbar

Archiv

Das Biographische Archiv aus der ehemaligen IPW-Presseausschnittsammlung ist ab Januar 2012 in der ZZF-Bibliothek benutzbar. Es enthält in mehr als 4.000 Ordnern Zeitungsausschnitte zu mindestens 30.000 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft der beiden deutschen Staaten aus dem Zeitraum von 1946 bis 1992. 
 

Das Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) hatte eine Stellung als Leitinstitut der Imperialismusforschung der DDR. Es entstand im Juli 1971 auf Beschluss des ZK-Sekretariats der SED aus einer Zusammenlegung des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte (DIZ), des Deutschen Wirtschaftsinstituts (DWI) und des wissenschaftlichen Bereichs des damals aufgelösten Staatssekretariats für westdeutsche Fragen des Ministerrates der DDR. 
 

Mit ca. 12-15 Millionen Zeitungsausschnitten zur politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Entwicklung überwiegend der Bundesrepublik Deutschland, aber auch der DDR und in geringerem Umfang zu anderen Ländern war das IPW-Presseausschnittarchiv die weitaus größte derartige Dokumentationseinrichtung in der DDR. Es bestand aus einem Sachgebiets-Archiv und einer alphabetisch geordneten biographischen Sammlung. 
 

Im Mai 1994 hatte das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam bzw. dessen Vorgängereinrichtung das IPW-Presseausschnittarchiv von der Humboldt-Universität zu Berlin übernommen. Gemeinsam mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) wurde die Sammlung in den letzten Jahren in der Bibliothek der Akademie für Information und Kommunikation in Strausberg aufbewahrt, doch nun musste dort die von dem Presseausschnittarchiv beanspruchte Bibliotheksfläche beräumt werden, weil sie für eigene Zwecke benötigt wurde.
 

Bereits im Winter 2010/2011 übernahm das Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V. das Sachgebiets-Archiv. Seine Benutzbarkeit wird am Standort des Zeitgeschichtlichen Archivs des BBB in Berlin-Marzahn hergestellt. 
 

Mit dem jetzigen Umzug des Biographischen Archivs in die Bibliothek des ZZF ist es gelungen, die Kernbestände des IPW-Presseausschnittarchivs zu sichern und sie der Forschung und der zeitgeschichtlich interessierten Öffentlichkeit auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.



29.11.2011

Politikaward 2011 für multimediales Projekt "50 Jahre Mauerbau"

HoffmannJury zeichnet herausragende politische Kommunikation des ZZF Potsdam, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschlandradio aus

Das multimediale Projekt "50 Jahre Mauerbau - Multimediale Spurensuche" - ein Kooperationsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und von Deutschlandradio - wurde am 28. November 2011 in Berlin auf einer Galaveranstaltung im TIPI am Kanzleramt mit dem "Politikaward 2011" ausgezeichnet. In der Kategorie "Kampagnen von öffentlichen Institutionen" ehrt der Preis mit der Website "www.chronik-der-mauer.de", der Smart-Phone-App "Die Berliner Mauer" und den Print-Pocketbüchern "Die Berliner Mauer/The Berlin Wall Story" das deutschlandweit als beste Kampagne zur Aufklärung und Information der Öffentlichkeit befundene Gesamtpaket der drei kooperierenden Einrichtungen zur Geschichte der Berliner Mauer in deutscher und englischer Sprache.

Gemeinsame Pressemitteilung



9.11.2011

ZZF-Forscher Stefan-Ludwig Hoffmann an die University of California, Berkeley (USA), berufen

HoffmannDr. Stefan-Ludwig Hoffmann ist zum 1. Januar 2012 auf eine Professur für „Late Modern Europe“ am History Department der University of California, Berkeley (USA), berufen worden. Hoffmann leitete seit 2008 am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam die Abteilung „Wandel des Politischen im 20. Jahrhundert“. Unter seiner Ägide hat die Abteilung sich insbesondere dem Aufstieg der Menschenrechte als Leitkategorie globaler Politik gewidmet und maßgeblich zur gewachsenen internationalen Ausstrahlung des ZZF beigetragen.

Pressemitteilung


9.11.2011

 

Die internationale Konferenz "After Chernobyl" gewinnt Sonderpreis

ContainerBei der Verleihung des 2. Potsdamer Kongress-Preises am 8. November 2011 erhielt die von Wissenschaftlerin Dr. Melanie Arndt vom Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) initiierte und durchgeführte "International Conference: After Chernobyl" (7.-8. April 2011) den Sonderpreis der Jury. Dieser wurde erstmals vergeben an eine der neun nominierten Veranstaltungen, die „die Kriterien eines interdisziplinären Austauschs über verschiedene Fachrichtungen hinweg besonders gut erfüllt“. Ausgelobt hat den Sonderpreis das Potsdam Research Network „pearls“. Die internationale Konferenz „After Chernobyl“ war in der Kategorie „Innovative und/oder außergewöhnliche Veranstaltungen“ nominiert.

Pressemitteilung



7.11.2011

Wo stand die Berliner Mauer?
"Die Berliner Mauer" als App nun auch für Android-Smartphones - kostenlos


Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, das Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam e.V. und das Deutschandradio haben in einer App für Android-Smartphones die bisher umfangreichste multimediale Darstellung zur Geschichte von Mauerbau und Mauerfall entwickelt. Zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November wird nach der iPhone-App nun die Android-Version veröffentlicht. Die dramatischen Vorgänge des Mauerbaus, der 28 jährigen Geschichte und des Falls der Mauer werden an über 55 Orten mit etwa 200 Fotos, 50 O-Tönen und zahlreichen Texten dokumentiert. Die Fülle der Informationen zu Fluchten, Mauerresten, historischen Denkmälern und Ereignissen (Points of Interest, POIs) macht Geschichte interaktiv erlebbar.

Pressemitteilung


19.10.2011

Die Gedächtnisboxen - eine temporäre Ausstellung zur Berliner Route der Migration
Ausstellungsprojekt "Mythen der Migration" gestartet


ContainerDer Monat Oktober steht in Berlin im Zeichen des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens mit der Türkei, das als die Geburtsstunde des deutsch-türkischen Berlins gelten kann. Einen besonderen Beitrag leistet dazu das Bündnis "Berliner Route der Migration": Am Ostbahnhof, am Oranienplatz, am Halleschen Tor und auf dem Tempelhofer Feld sind bis Anfang November vier knallrot lackierte Groß-Container aufgestellt, die über Hintergründe und Geschichten zur Einwanderung berichten. An dem Kooperationsprojekt ist das ZZF beteiligt durch Hanno Hochmuth, Dr. Irmgard Zündorf und Studenten des Studiengangs Public History.



Öffnungszeiten: Di-So: 11 bis 17:30 Uhr
Eintritt: frei
Gruppenführungen: auf Anfrage (ohliger@network-migration.de)




19. und 20. September 2011

1. Leibniz-Doktorandenforum der Sektion A
Sechs ZZF-Doktoranden präsentierten ihre Projekte in Kiel


Frank BöschAm 19. und 20. September 2011 hat die Leibniz-Gemeinschaft (WGL) Doktorandinnen und Doktoranden aus den 15 wissenschaftlichen Zentren und Instituten der Sektion A (Geisteswissenschaften und Bildungsforschung) nach Kiel zum ersten Leibniz- Doktorandenforum eingeladen. Gastgeber war das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN).
Die Teilnehmenden erhielten, neben dem Erfahrungsaustausch untereinander, auch die Möglichkeit ihr Dissertationsvorhaben in einer Posterpräsentation vorzustellen und mit Experten aus dem Fach zu diskutieren. Sechs Promovierende des ZZF präsentierten ihr Poster: Thomas Großmann, Hanno Hochmuth, Robert Lucic, Sabine Pannen, Florian Peters und Jennifer Rasell.
Bund und Länder hatten bereits im Jahr 2009 das hohe Engagement der deutschen Wissenschaftsorganisationen, darunter auch der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), bei der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung anerkannt und zugleich aufgefordert, dieses mit höchster Priorität weiter voranzutreiben.

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12. September 2011

Frank Bösch und Martin Sabrow leiten ab Oktober das ZZF als Doppelspitze

Frank BöschProfessor Frank Bösch wird zum 1. Oktober 2011 an der Seite von Professor Martin Sabrow als neuer Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) anfangen. Damit wird das ZZF wieder von einer Doppelspitze geleitet. Zugleich wird Bösch an der Universität Potsdam eine Professur für "Deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts" antreten.
Besonders reizvoll an der neuen Stelle findet Bösch die methodische und thematische Vielfalt am ZZF, die vielfach an seine bisherigen Arbeitsschwerpunkte anknüpft. So promovierte er im Feld der politischen Sozialgeschichte mit einer Arbeit zur "Adenauer-CDU" an der Universität Göttingen. Anschließend lehrte er als Juniorprofessor an der Universität Bochum, wo er mit kulturhistorischen Ansätzen Skandale und den Wandel von Normen untersuchte. Nach seiner Ernennung zum Professor in Gießen setzte er zudem Akzente im Feld der Mediengeschichte. Dabei leitete Bösch bereits zahlreiche größere Drittmittelprojekte. So war er Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs "Transnationale Medienereignisse" und leitete Projekte zur "Transformation der Religion in der Moderne", "Europabildern im 20. Jahrhundert" und "Kulturtechniken und ihre Medialisierung." Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte produktiv zu verbinden, ist eines der Ziele von Bösch am ZZF. Zu seinen persönlichen aktuellen Arbeitsschwerpunkten zählen dabei insbesondere die transnationalen Wandlungsprozesse der 1970/80er Jahre.




 11. August 2011

Gastwissenschaftler aus Japan forscht am ZZF

Akiyoshi Nishiyama mit ZZF-Direktor Martin SabrowAkiyoshi Nishiyama, Associate Professor an der Faculty of International Studies der Kyoritsu Women’s University in Tokyo, forscht derzeit als Gastwissenschaftler am ZZF. Während seines Aufenthalts in Potsdam vom 11. August bis zum 10. September arbeitet der 42-Jährige am Projekt „Gewalt und Zivilgesellschaft in der deutschen und europäischen Geschichte“ weiter, das er seit 2010 in Tokyo leitet.

Nishiyamas Aufenthalt in Potsdam wurde durch das Engagement von ZZF-Direktor Professor Martin Sabrow möglich, der seinen japanischen Kollegen bei der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) im April 2011 für einen Forschungsaufenthalt nominiert hatte. Die WGL ist eine von mehreren Institutionen, die nach der Katastrophe in Japan eine Initiative gestartet hatten, um japanischen Wissenschaftlern, deren Forschungsarbeiten durch die Folgen des Reaktorunglücks bedroht ist, durch Gastaufenthalte zu helfen.

Professor Nishiyama ist seit mehreren Jahren Vorstandsmitglied der Japanischen Gesellschaft für Deutschlandstudien (JGD) und Mitglied der Editorialkommission der Zeitschrift „Gendaishi Kenkyu“ (dt.: Zeithistorische Forschungen). Von 1995 bis 1997 arbeitete er im Rahmen eines Forschungsaufenthalts des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Seine Dissertation schrieb er über die Schulpolitik im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918.

 



13. - 14. Mai 2011

Tagungsbericht

9. Potsdamer Doktorandenforum: „Gesellschaften in Diktaturen des 20. Jahrhunderts – Kulturen, Alltagspraxen, Semantiken"
 

Publikum des Doktorandenforums

Bereits zum neunten Mal bot das jährlich stattfindende Doktorandenforum am ZZF Gelegenheit zu Austausch und Diskussion für den zeithistorischen Nachwuchs. In diesem Jahr stellten am 13./14. Mai zwölf Doktorandinnen und Doktoranden aus Deutschland, Österreich und Ungarn neue Forschungsprojekte zur Gesellschaftsgeschichte von Diktaturen im 20. Jahrhundert vor.

Im Gespräch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem ZZF und mit dem Keynote Speaker, Prof. Dr. Sven Reichardt von der Universität Konstanz, entwickelten sich anregende Diskussionen zu Fragen nach Kulturen, Alltagspraxen und Semantiken in der Diktaturgeschichte sowie zu vergleichenden und zäsurenübergreifenden Fragestellungen.
Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in Kürze.
(Florian Peters)




5.-7. Mai 2011

Tagungsbericht

"Die Wege der Bilder. Sammlungspolitik ostdeutscher Kunst in und nach der DDR"
Wissenschaftliche Tagung des vom BMBF geförderten Verbundprojektes "Bildatlas: Kunst in der DDR"

 

Publikum des Doktorandenforums

Das gemeinsame Forschungsprojekt der TU Dresden, des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie des Kunstarchivs Beeskow „Bildatlas: Kunst in der DDR“ veranstaltete vom  5. bis 7. Mai 2011 in Dresden die wissenschaftliche Tagung „Wege der Bilder“. Im Mittelpunkt der Konferenz, die von der Projektgruppe an der TU Dresden organisiert wurde, stand die Sammlungspolitik von Kunst aus der DDR. Die Sektionen gewährten den rund 140 Teilnehmern der Tagung Einblicke in die unterschiedlichsten Sammlungen u.a. in die Galerie der Neuen Meister Dresden, in die Sammlung des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, in die Kunstsammlung der Universität Leipzig oder in eine Reihe von unterschiedlichen Sammlungen ehemaliger DDR-Großbetriebe.

Kritisch bilanziert wurde der so genannten Bilderstreit. In seinem Beitrag zu den Kontroversen um die bildenden Künste aus der DDR ging Karl-Siegbert Rehberg, Professor der Soziologie an der TU Dresden und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojektes, auf die Sonderstellung der Bildenden Künste im deutschen Vereinigungsprozess ein.
Die Konferenz diente dem Forschungsprojekt zugleich als Podium, um erste Arbeitsergebnisse vorzustellen. Die im Rahmen des Vorhabens erschlossenen Informationen zu den verschiedenen Sammlungen und deren Bildbeständen werden in einer Bilddatenbank präsentiert, die einen differenzierten Umgang mit der Kunst aus der DDR fördern soll. Geplant ist zudem eine größere Ausstellung in den Räumen des Neuen Museums in Weimar im Oktober 2013.

Tagungsbericht     Tagungsflyer

Mehr zum Verbundprojekt "Bildatlas: Kunst in der DDR", gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Aktuelle Präsentation zum Verbundprojekt "Bildatlas: Kunst in der DDR" auf Zeitgeschichte-online (ZOL)
 


Blog zum Projekt "Bildatlas: Kunst in der DDR"




7. - 8. April 2011

Konferenz-Bericht

Internationale Konferenz: „After Chernobyl"
 

Fukushima bewies einmal mehr, dass „Weltereignisse“ und globale Katastrophen als Gegenstand der Globalgeschichte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch das Reaktorunglück von Tschernobyl gilt als solches „Weltereignis“. 25 Jahre nach der Katastrophe wagte die internationale Konferenz „After Chernobyl“ einen ersten Versuch der Historisierung der Folgeereignisse. Wie wirkte sich das Unglück auf politische Entscheidungen aus? Welche zivilgesellschaftlichen Entwicklungen oder kulturelle Repräsentationen sind in Folge des Super-GAUs erkennbar?

Bereits in der Einführung stellten Melanie Arndt (ZZF Potsdam) und Thomas Bohn (Justus-Liebig Universität Gießen) fest, dass Tschernobyl zur Chiffre für ganz unterschiedliche Phänomene geworden ist: für die „normalen Unfälle“ einer Großtechnik, die keine menschlichen Fehler verzeiht; für grenzüberschreitende, ökologische Risiken und die Begrenztheit nationaler (Gesundheits- und Sozial-) Politiken, für das Aufkommen der „Risikogesellschaft“. Gleichzeitig wurde „Tschernobyl“ zur Initialzündung für einen beispiellosen, politisch-gesellschaftlichen Transformationsprozess in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten: Das Unglück von Tschernobyl forcierte die Gründung und Fortentwicklung von Unabhängigkeits- und Bürgerrechtsbewegungen sowohl in Ost-, als auch in Westeuropa Auch auf die Beziehung zwischen Staaten hatte das Unglück Einfluss. So führten nichtstaatliche Kinderhilfsorganisationen zu neuen Verflechtungen zwischen der Ukraine und Belarus sowie Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Die unterschiedlichen Aspekte und Dimensionen der Katastrophe wurden in den einzelnen Sektionen vorgestellt und diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass Tschernobyl tatsächlich einen „anthropologischen Schock“ (Ulrich Beck) darstellte, der sich aber in den verschiedenen Regionen Ost- und Westeuropas in unterschiedlich ausgeprägter Intensität und unterschiedlichen Zeitfenstern äußerte.

Konferenzbericht (ausführlich)




31. März - 2. April 2011

Konferenz-Bericht

„Poststalinismus als Epoche?“
 

Kann man die Gesellschaftsgeschichte der staatssozialistischen Länder nach dem Ende des Stalinismus als „Epoche“ unter einer übergreifenden Signatur fassen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt der internationalen Konferenz „Poststalinism as an Epoch. Towards a Comparative Societal History of European Communism between 1956 and 1980“ vom 31. März bis 2. April 2011, veranstaltet von der Abteilung Kommunismus und Gesellschaft des Zentrums für Zeithistorische Forschung.

Experten aus der Forschung zur späten Sowjetunion sowie zum gesamten staatssozialistischen Osteuropa und der DDR diskutierten Befunde aus der mittlerweile breiten sozial- und kulturgeschichtlichen Forschung. Wie die Beiträge und Diskussionen zeigten, lassen sich erstaunlich stabile Parallelen und gemeinsame Trends erkennen, etwa was die Legitimationsversuche durch verbesserte Konsumangebote oder die Entutopisierung der Weltvorstellungen des Kommunismus anbelangt. Dabei hatte zugleich das Fortwirken stalinistischer Grundstrukturen nach dem Ende des Massenterrors im Bereich von Politik und Ideologie bis in die Schlussphase der kommunistischen Systeme eine massive Prägekraft, die zu einer zunehmenden Verknöcherung führte. Schließlich fanden viele Referenten im lebensweltlichen Umgang mit den immobilen Systemstrukturen eine Pluralisierung der Lebensentwürfe vor, die die untersuchte Periode auch als eine Art „Vorgeschichte des Postkommunismus“ erscheinen lässt.

Für eine abschließende Charakterisierung, so waren sich die Teilnehmer einig, sind die Befunde zu heterogen, doch erwies sich die komparatistische Betrachtung des späten Staatssozialismus als lohnendes Feld der weiteren Forschung.
(Dr. Jens Gieseke)



 22. März 2011

Präsident der Leibniz-Gemeinschaft besuchte das ZZF
 

Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL), informierte sich zusammen mit Generalsekretärin Christiane Neumann, am 22. März 2011 vor Ort, über die aktuelle Arbeit des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF).

Neben einem Rundgang durch die historischen Gebäudekomplexe des Instituts, stellten Wissen-schaftlerinnen und Wissenschaftler des ZZF der WGL-Leitung drei herausragende Forschungsprojekte des Instituts vor: Die Abteilung „Zeitgeschichte der Medien und Informationsgesellschaft“ erläuterte das 2010 gestartete und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Projekt „Docupedia Zeitgeschichte“, das erste elektronische Nachschlagewerk für zeitgeschichtliche Begriffe.

Dr. Jens Gieseke, Leiter der Abteilung „Gesellschaftsgeschichte des Kommunismus“ präsentierte das Projekt „Die SED zwischen Mauerbau und Mauerfall. Gesellschaftsgeschichte einer kommunistischen Staatspartei“. Das Kooperationsprojekt mit dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird von der Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Hierzu forschen Andrea Bahr, Sabine Pannen und Dr. Rüdiger Bergien am ZZF.

In einer weiteren Gesprächsrunde stellte Wissenschaftlerin Dr. Melanie Arndt den assoziierter Projektverbund „Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl. Belarus, Ukraine, Russland, Litauen und Deutschland in vergleichender und beziehungsgeschichtlicher Perspektive (1986-2006)“ vor. Dr. Arndt leitet am ZZF das internationale Verbundprojekt mit der Justus-Liebig Universität Giessen. Das Vorhaben wird von der Volkswagen Stiftung gefördert.

Während eines Rundgangs durch das ZZF besichtigten der Präsident und die Generalsekretärin auch die Bibliothek des Instituts und ließen sich von Dr. Katja Stopka den geplanten Erweiterungsumbau erläutern.
Viel Zeit nahmen sich die Besucher für ein Gespräch mit rund 20 ZZF Doktorandinnen und Doktoranden. Besonderes Interesse zeigte der WGL-Präsident an den Karrieremöglichkeiten und den Perspektiven der jungen Nachwuchswissenschaftler nach Beendigung ihrer Promotion. Er sei sich der oftmals auftretenden Finanzierungs-Lücke zwischen der üblichen dreijährigen Projektförderung und der Fertigstellung der Promotionen bewusst und suche nach Lösungen, zitierte einer der Doktoranden den Präsidenten.

Im Gespräch mit der ZZF-Direktion und den Abteilungs- und Bereichsleitern sagte Professor Mayer: „Wichtig ist, dass die Institute in den einzelnen Sektionen auch ein gemeinsames Profil aufweisen. In Sektion A, der das ZZF angehört, ist das mit Bildung und kulturellem Erbe bereits gut gelungen“. Der Präsident führte weiter aus, dass es sein Anliegen sei, weitere strategische Forschungsverbünde auch zwischen den Sektionen zu schaffen. Ein gutes Beispiel sei das Tschernobyl- Projekt von Dr. Arndt, da es dem ZZF hier gut gelungen sei, verschiedene Themen wie Medien, Umweltpolitik und Atomkraft zu verbinden, so Professor Mayer.

Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz vereinigt aktuell 87 Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland und verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen in fünf Sektionen unter seinem Dach.



 17. März 2011

Holberg International Memorial Prize für Jürgen Kocka
 

Der Gründungsdirektor des ZZF Potsdam, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Kocka, erhält den diesjährigen Holberg International Memorial Prize der norwegischen Universität Bergen. Der 69-jährige Historiker wird als herausragender Forscher geehrt. "Jürgen Kocka hat entscheidend an einem Paradigmenwechsel der deutschen Geschichtswissenschaften mitgewirkt, indem er sie für die Sozialwissenschaften öffnete. Er hat der Bedeutung transnationaler, vergleichender Forschungsansätze Geltung verschafft", lautet die Begründung des Holberg Prize Academic Committee.
Der Holberg Gedenkpreis ist mit umgerechnet ca. 570 000 Euro dotiert. Er wird seit 2004 jährlich vergeben. Professor Jürgen Kocka, 1992/93 Gründungsdirektor des ZZF, ist heute dem Institut als Senior Fellow verbunden.

Mehr zur Preisvergabe

 


1.-3. März 2011

Workshop-Bericht

Formen informeller Kooperation in der Herrschaftspraxis des nationalsozialistischen Deutschland
 

 

Inwiefern trugen informelle Kooperationen zur Stabilität der Nationalsozialistischen Diktatur und zur Mobilisierung während des Krieges bei? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops „Formen informeller Kooperation in der Herrschaftspraxis des nationalsozialistischen Deutschland“, den das ZZF gemeinsam mit dem DFG-Projekt „Die NS-Gaue als Mobilisierungsstrukturen für den Krieg“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Niedersächsischen Forschungskolleg „Nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft‘? Konstruktion, gesellschaftliche Wirkungsmacht und Erinnerung vor Ort“ vom 1. bis 3. März 2011 in Potsdam durchführte. 40 Fachkolleginnen und -kollegen diskutierten eine große Bandbreite von Kooperationsbeziehungen zwischen unterschiedlichen Akteuren und auf verschiedenen Politikfeldern. Diese reichten von der "Erziehung zur Volksgemeinschaft" bis zur "Volkstums"- und Siedlungspolitik.

Workshop-Bericht von Priv.-Doz. Dr. Thomas Schaarschmidt (ZZF)

Workshop-Bericht auf H-Soz-u-Kult von Anja Hildebrandt (ZZF)




22. Februar 2011

ZZF vergab fünf Leibniz Summer Fellowships für 2011

Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam hat für dieses Jahr insgesamt fünf Leibniz Summer Fellowships auf dem Senior- und Junior-Level an Wissenschaftler aus den USA, Australien und Tschechien vergeben.
Ein Senior-Fellowship für einen Monat erhielt Dolores Augustine (St. John's University, NY), die zum Thema „Confronting the Nuclear Age in Divided Germany: Public Discourse and Popular Fears, 1945-1990” am ZZF forschen wird. Bernd Schaefer (Cold War International History Project, Woodrow Wilson International Center Washington D.C.) wird, während des einmonatigen Senior-Fellowships am ZZF, sein Forschungsvorhaben zu “Die DDR und die ‘chinesische Lösung’ 1989” abschließen.

Jeweils zwei Monate lang werden Quinn Slobodian (Wellesley College/MA) und Andrew Beattie (University of New South Wales) als Junior Fellows am ZZF arbeiten. Quinn Slobodian wird zu “Mao in the Two Germanies” forschen; Andrew Beattie recherchiert vor allem für sein Forschungsvorhaben “In the Shadow of the Concentration Camp: Responses to Allied Internment in Germany since 1945”. Zusätzlich bekam Rudolf Kucera ein einmonatiges Junior-Fellowship für sein Postdoc-Projekt “Marketing the Market. Representations of Economic Change in east-Central Europe 1985-1992”.

Die Leibniz Summer Fellowships werden im November ausgeschrieben und richten sich an fortgeschrittene Wissenschaftler aus dem Ausland (mindestens Assistant Professor). Sie ermöglichen ihnen für einen begrenzten Zeitraum (zwei bis drei Monate) die Mitarbeit in einer der Forschungsabteilungen des ZZF.



21. Januar 2011


ZZF-Direktor Martin Sabrow nimmt Stellung zum Gutachten "Die DDR als Gegenstand in Lehre, Forschung und politischer Bildung

Die Enquete-Kommission "Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen Rechtsstaat" behandelte in ihrer Sitzung vom 21. Januar 2011 ein Gutachten zum Thema "Die DDR als Gegenstand in Lehre, Forschung und politischer Bildung. Eine Analyse für das Land Brandenburg". Die Expertise, die von Dipl.-Pol. Christian Thönelt erstellt wurde, untersucht unter anderem auch die Arbeit des ZZF Potsdam hinsichtlich seines "DDR-Bildes". Martin Sabrow, Direktor des ZZF, hat sich kritisch mit dem Gutachten befasst.
Die Stellungnahme von Martin Sabrow zum Gutachten im Wortlaut (PDF)

Auf der Sitzung der Enquete-Kommission nahm Martin Sabrow Stellung zur Frage des von Brandenburger Institutionen vermittelten Geschichtsbildes. Der Redebeitrag von Martin Sabrow zum Thema "Das von Brandenburger Institutionen vermittelte Geschichtsbild" im Wortlaut (PDF)



Medienberichte über das Gutachten der Enquete-Kommission zum Umgang mit der DDR-Geschichte:

21. Januar 2011
rbb Nachrichten
"Enquete-Kommission lehnt Gutachten ab"

22. Januar 2011
Märkische Allgemeine

"Gutachten zur Vermittlung der DDR-Geschichte sorgt für Irritationen in Enquete-Kommission"


weitere Links zu Presseberichten finden Sie im Online-Pressespiegel auf der ZZF-Website

 

 

 

 

 

 

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