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Bücher früherer Jahrgänge





Cover Das Ende der Zuversicht?

Konrad H. Jarausch (Hg.)

Das Ende der Zuversicht?
Die siebziger Jahre als Geschichte


Göttingen 2008, 362 Seiten
ISBN 978-3-525-36153-5

In den 70er Jahren setzte in Deutschland ein Strukturwandel ein, der bisher weitgehend verkannt wurde und noch immer verkannt wird. Und doch ist dieser Strukturwandel der Ursprung für zahlreiche Fragen, die uns heute beschäftigen: die Begleiterscheinungen der Globalisierung, die Überdehnung des Sozialstaats, der individuelle Wertewandel oder die Reformblockade der Politik.
Dieser Band enthält die ersten, grundlegenden Analysen der 70er Jahre und behandelt die wirtschaftlichen Veränderungen, die das Ende des Wachstums signalisierten, die Überforderung des Sozialstaats, das Ende des Keynesianismus und die neuen Probleme, wie die Migration. Er zeigt die Aufbrüche im Alltag, die Frauen mehr Rechte brachten und die Medialisierung verstärkten. Und er thematisiert die unzureichende politische Problemverarbeitung in der DDR, das Krisenmanagement der Bundesrepublik sowie den konservativen Neubeginn. Der Band schließt mit zwei Beiträgen, die die 70er Jahre in längerfristige historische Wandlungsprozesse einordnen.

Verlagsseite zum Buch mit Inhaltsverzeichnis

Cover Heimliche Leser in der DDR

Siegfried Lokatis/Ingrid Sonntag (Hg.)

Heimliche Leser in der DDR.
Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur


Ch. Links Verlag, Berlin 2008, 406 Seiten
ISBN 978-3-86153-494-5

Auf abenteuerliche Weise versuchten DDR-Bürger, an Literatur heranzukommen, die im Lande ausgegrenzt oder verboten war. Dabei ging es nicht nur um Bücher von Biermann, Bahro oder Orwell, sondern auch um Versandhauskataloge, Zeitschriften und Erotika. Bei den Schmuggelgeschichten aus dem „Leseland“ erfährt man, wie 4000 Broschüren in die Hohlräume eines Kleinbusses passen und wie man Bücher am besten in der Toilette eines Eisenbahnwaggons verstecken konnte. Zugleich geht es um die unwiderstehliche Anziehungskraft von Giftschränken in Bibliotheken und den Diebstahl von Westliteratur auf der Leipziger Buchmesse.
Im vorliegenden Band berichten Bücherschmuggler und ehemalige Zolloffiziere, Dissidenten und Postkontrolleure der Stasi über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit unerlaubter Literatur. Buchwissenschaftler geben nach eingehenden Aktenanalysen und Zeitzeugenbefragungen überraschende Einblicke in eine Welt leidenschaftlicher Leser.
Der Band entstand im Kontext eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes des ZZF, das den Umgang der heimlichen Leser mit dem Zensursystem der DDR und der Wirksamkeit der Zensur untersucht.


 

 

 

Cover Konfrontation und Wettbewerb
Michael Lemke (Hg.)


Konfrontation und Wettbewerb.
Wissenschaft, Technik und Kultur im geteilten Berliner Alltag (1948–1973)


2008, 360 Seiten
ISBN 978-3-940938-85-7

Keine andere europäische Metropole war nach 1948 intensiver vom Kalten Krieg betroffen, nahm aber  gleichzeitig auf ihn einen nachhaltigeren Einfluss als das geteilte Berlin. Fünfzehn Experten gehen der Frage nach, wie die Verflechtungs- und Teilungsgesellschaften auf beiden Seiten der Großstadt in der alltäglichen Systemkonkurrenz die je eigene Rechtmäßigkeit und Überlegenheit demonstrierten. "Magnetismus" im Innern wie nach außen war ein herausragendes Instrument der Herrschaftsstabilisierung. Aussagekräftige Beispiele aus Wissenschaft, Technik und Kultur stellen Funktionen und Formen von schoffer wie modifizierter Konfrontation bis hin zum konstruktiven interaktiven Wettbewerb vor. Sie lassen Berliner Geschichten im Ost-West-Konflikt - etwa über die konkurrierende Stadt- und "Küchentechnik" - kenntnisreich und vergnüglich aufleben.


 
 

Cover transforming 68/89
Jürgen Danyel/Jennifer Schevardo/Stephan Kruhl (Hg.)


Transforming 68/89
Umwege am Ende der Geschichte


Metropol, Berlin 2008, 160 Seiten
ISBN 978-3-940938-26-8

"Transforming 68/89" ist das vierte von insgesamt vier deutsch-tschechischen Journalen, die im Rahmen des Projektes "68/89 - Kunst.Zeit.Geschichte" entstand sind. Dieses Projekt von ZIPP - Deutsch-tschechische Kulturprojekte, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, dem Zentrum für experimentelles Theater/Theater Die Gans an der Schnur Brünn, dem Archa Theater Prag, dem Kampagnel Hamburg, der Sophiensäle Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam beschäftigt sich mit der Heterogenität der historischen Ereignisse in den Umbruchsjahren 1968 und 1989 sowie ihren Vielfältigen Deutungsmöglichkeiten.

"Transforming 68/89" schlägt den Bogen von 1968 zu 1989 und fragt nach den verschlungenen Wegen, die von hier nach dort führen, nach der Normalität der "Normalisierung" und nach dem Wechsel der Generationen zwischen diesen beiden Eckdaten.

 

 

Cover performing 68/89
Jürgen Danyel/Jennifer Schevardo/Stephan Kruhl (Hg.)


Performing 68/89
Die Oberfläche und die Untergründe

Metropol, Berlin 2008, 160 Seiten
ISBN 978-3-940938-25-1

"Performing 68/89" ist das dritte von insgesamt vier deutsch-tschechischen Journalen, die im Rahmen des Projektes "68/89 - Kunst.Zeit.Geschichte" entstand sind. Dieses Projekt von ZIPP - Deutsch-tschechische Kulturprojekte, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, dem Zentrum für experimentelles Theater/Theater Die Gans an der Schnur Brünn, dem Archa Theater Prag, dem Kampagnel Hamburg, der Sophiensäle Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam beschäftigt sich mit der Heterogenität der historischen Ereignisse in den Umbruchsjahren 1968 und 1989 sowie ihren Vielfältigen Deutungsmöglichkeiten.

"Performing 68/89" befasst sich dabei mit der Popkultur und ihrem liberalisierenden Einfluss auf die Gesellschaften in West- und Osteuropa. Zudem geht es um das Schicksal der kulturellen Blüte in der Tschechoslowakei nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings. Was wurde aus Ost-West-Beziehungen in der "Normalisierungszeit"?

 

 

Cover misunderstanding 68/89
Jürgen Danyel/Jennifer Schevardo/Stephan Kruhl (Hg.)


Misunderstanding 68/89
Fremde Zeitgenossen und umstrittene Deutungen

Metropol, Berlin 2008, 160 Seiten
ISBN 978-3-940938-09-1

"Misunderstandung 68/89" ist das zweite von insgesamt vier deutsch-tschechischen Journalen, die im Rahmen des Projektes "68/89 - Kunst.Zeit.Geschichte" entstand sind. Dieses Projekt von ZIPP - Deutsch-tschechische Kulturprojekte, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, dem Zentrum für experimentelles Theater/Theater Die Gans an der Schnur Brünn, dem Archa Theater Prag, dem Kampagnel Hamburg, der Sophiensäle Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam beschäftigt sich mit der Heterogenität der historischen Ereignisse in den Umbruchsjahren 1968 und 1989 sowie ihren Vielfältigen Deutungsmöglichkeiten.

"Misunderstanding 68/89" kreist dabei um ideologische und persönliche Missverständnisse der "68er" in Ost und West, verbreitete Mythen und Überinterpretationen dieser Ereignisse sowie die Konflikte zwischen den Akteuren von 1968 und ihren Kindern.


 

 


Cover crossing 68/89
Jürgen Danyel/Jennifer Schevardo/Stephan Kruhl (Hg.)


Crossing 68/89
Grenzüberschreitungen und Schnittpunkte zwischen den Umbrüchen

Metropol, Berlin 2008, 160 Seiten
ISBN 978-3-940938-08-4

"Crossing 68/89" ist das erste von insgesamt vier deutsch-tschechischen Journalen, die im Rahmen des Projektes "68/89 - Kunst.Zeit.Geschichte" entstand sind. Dieses Projekt von ZIPP - Deutsch-tschechische Kulturprojekte, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, dem Zentrum für experimentelles Theater/Theater Die Gans an der Schnur Brünn, dem Archa Theater Prag, dem Kampagnel Hamburg, der Sophiensäle Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam beschäftigt sich mit der Heterogenität der historischen Ereignisse in den Umbruchsjahren 1968 und 1989 sowie ihren Vielfältigen Deutungsmöglichkeiten.

"Crossing 68/89" ist dabei den kulturellen Transfers zwischen Ost und West in den sechziger und siebziger Jahren, den gegenseitigen Einflüssen und dem Austausch sowie den persönlichen Begegnungen über den Eisernen Vorhang hinweg - während und nach dem Prager Frühling - gewidmet.


 

 

Enrico Heitzer


»Affäre Walter«
Die vergessene Verhaftungswelle

2008, 205 Seiten
ISBN 978-3-940938-11-4

Am 8. September 1951 wurde „Fred Walter“ in Ost-Berlin von der sowjetischen Geheimpolizei festgenommen. „Walter“ war Mitarbeiter der anti-kommunistischen „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU), im Frühjahr 1951 aber zum amerikanischen Geheimdienst übergewechselt. Nur Stunden später begann eine heute nahezu vergessene Verhaftungswelle, die den Namen ihres mutmaßlichen Verursachers erhielt – „Affäre Walter“. Bei dieser Aktion, die nach Gründung der DDR wohl die meisten Todesopfer gefordert hat, wurden etwa 200 Personen festgenommen. Sie hatten Flugblätter gegen das kommunistische Regime verteilt und Informationen gesammelt. In einer Reihe von Geheimprozessen fällten sowjetische Militärtribunale nach bisheriger Kenntnis ca. 50 Todesurteile; mindestens 43 Menschen wurden in Moskau erschossen oder starben im Lager.

Enrico Heitzer, dessen Buchprojekt von der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird, legt die erste Gesamtdarstellung der Verhaftungsaktion vor, ergänzt um eine DVD mit weiterführenden Informationen, Zeitzeugeninterviews sowie pädagogischen Materialien.

Der Autor ist assoziierter Doktorand am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig. 


 

 

Cover Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte

Werner Plumpe/André Steiner/Ray Stokes (Hg.)

Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte /
Economic History Yearbook
2008/2


Wirtschaftliche Integrationsprozesse in West- und Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg /
Economics and Integration in Western and Eastern Europe after the Second World War


Akademie Verlag 2008, 229 Seiten
ISBN 978-3-05-004454-5

 

Cover Alltag, Erfahrung, Eigensinn

Belinda Davis/Thomas Lindenberger/Michael Wildt (Hg.)

Alltag, Erfahrung, Eigensinn.
Historisch-anthropologische Erkundungen

Campus Verlag 2008, 511 Seiten
ISBN 978-3-59-338-698-0

Über 30 international renommierte Autorinnen und Autoren reflektieren über die Kultur- und Alltagsgeschichte und geben Anregungen für künftige Forschungen.
Mit Beiträgen u.a. von Kathleen Canning, Dipesh Chakrabarty, Geoff Eley, Sheila Fitzpatrick, Jürgen Kocka, Michael Geyer, Gesine Krüger, Hans Medick, Lyndal Roper, Adelheid von Saldern und Dorothee Wierling.

Cover Geschichstwissenschaft in Zentraleuropa

Pavel Kolář

Geschichtswissenschaft in Zentraleuropa.
Die Universitäten Prag, Wien und Berlin um 1900

Leipziger Universitätsverlag 2008, 580 Seiten
ISBN 978-3-93-198-254-6

Der Band versucht, am Beispiel von drei deutschsprachigen Universitäten Zentraleuropas – Prag, Wien und Berlin – die institutionellen und intellektuellen Wandlungen der Geschichtswissenschaft während der "zweiten Phase" der Institutionalisierung und Verwissenschaftlichung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zu den 1930er Jahren längsschnittartig zu beschreiben und dabei eine Interpretationsperspektive anzubieten, in deren Mittelpunkt institutionelles Handeln und fachliches Selbstverständnis individueller Historiker stehen. Die Transformation der Geschichtswissenschaft um 1900, so die Grundannahme dieser Arbeit, war weder Folge mächtiger äußerer Strukturen noch Ergebnis rein ideeller Bewegungen der Wissenschaft, sondern resultierte aus dem praktischen Handeln individueller Wissenschaftler. Wie handelten Wissenschaftler, um ihre Reformentwürfe an den Universitäten durchzusetzen? Wie verliefen die Kämpfe um "Innovation" und "Modernisierung"? Wie wirkten sich die institutionellen Kleinverhältnisse auf die intellektuelle Gestaltung des Faches aus? Wie änderte sich das fachliche Selbstverständnis der Historiker im Zuge dieses Wandels? Diesen Fragen geht Pavel Kolar in seiner Studie ausführlich nach.


 

Cover Drittes Reich

Dietmar Süß/Winfried Süß

Das »Dritte Reich«.
Eine Einführung

Pantheon Verlag München 2008, 400 Seiten
ISBN 978-3-57-055-044-1

Das Kompendium zum Nationalsozialismus – von einer jungen Historikergeneration glänzend geschrieben. Wo lag das Machtzentrum des »Dritten Reiches«? Wer plante den Judenmord, und wer wagte Widerstand gegen Hitlers Regime? Wie profitierten die deutschen »Volksgenossen« von Krieg und Barbarei? Diese und zahlreiche andere Fragen beantwortet die kompakte und verständlich geschriebene Einführung und liefert dabei nicht nur einen kompetenten Überblick, sondern ermöglicht auch tiefe Einblicke in neue Forschungserkenntnisse und aktuelle Debatten. Die Zeit des Nationalsozialismus ist jene Phase der deutschen Geschichte, die wohl am besten erforscht ist und das größte Interesse beim Publikum erfährt. Untersuchungen zu einzelnen Aspekten des »Dritten Reichs« sind daher in großer Zahl vorhanden, bislang fehlte jedoch ein leicht verständlicher und gut lesbarer Überblick, der zugleich die neuesten Ergebnisse der zeithistorischen Forschung berücksichtigt. Das vorliegende Buch schließt diese Lücke und bietet eine kompakte und umfassende Einführung in alle wichtigen sowie bislang vernachlässigten Fragen und Interpretationen zum »Dritten Reich«. Ein unverzichtbares Buch für jeden, der sich für die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Folgen interessiert.


 

Cover Luftfahrtforschung

Sven Schultze

Luftfahrtforschung und -ausbildung in der DDR.
Higtechkaderschmiede oder "Gartenmöbelforschung"?
Die Fakultät für Leichtbau / Luftfahrtwesen der TH Dresden

ibidem Verlag Stuttgart 2008, 151 Seiten
ISBN 978-3-89-821-877-1

Seit 1990 haben sich nicht wenige Forschungsarbeiten mit dem Flugzeugbau und der Luftfahrtindustrie in der DDR befasst. Der Aufbau einer solchen Industrie erfordert eine Vielzahl speziell ausgebildeter Facharbeiter, Meister, Ingenieure und Wissenschaftler. Woher jedoch kamen diese neu ausgebildeten Fachkräfte? Der Technischen Hochschule Dresden, genauer deren Fakultät für Luftfahrtwesen, kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu. Sie war die einzige Hochschule in der DDR, die Luftfahrtingenieure und -wissenschaftler ausbildete. Die Entwicklung von akademischer Luftfahrtforschung sowie die Entwicklung der Fakultät zwischen 1952/53 und dem Ende des Luftfahrtwesens in der DDR 1961 zeichnet Sven Schultze in seiner Studie ebenso nach, wie er der Frage nach der Etablierung neuer Eliten in Wirtschaft und Hochschule nachgeht.


 

Cover Historisches Erinnern

Thomas Schaarschmidt (Hg.)

Historisches Erinnern und Gedenken im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert

Peter Lang, Frankfurt am Main 2008, 150 Seiten
ISBN 978-3-631-55429-6

Was für Konsequenzen haben Deutungskonkurrenzen für die Erinnerungskultur? Welche Rolle spielen Denkmäler und Gedenkstätten für die Vermittlung von Geschichte? Die Debatten um konkurrierende Formen der Aneignung, Deutung und Vermittlung von Geschichte im Familiengedächtnis, in der Alltagskommunikation, in den Medien, in der Geschichtspolitik und in der historisch-politischen Bildung gaben den Anstoß für eine Vortragsreihe der Koordinationsstelle des Projektverbunds Zeitgeschichte Berlin-Brandenburg zum Thema „Historisches Erinnern und Gedenken“. In ihren Beiträgen reflektieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen aus ihrem jeweiligen Erfahrungskontext in Forschungseinrichtungen und Gedenkstätten das komplexe Verhältnis von Erinnern, Gedenken und zeithistorischer Forschung.


 

Cover Strafjustiz im Nationalsozialismus

Hans-Hermann Hertle/Thomas Schaarschmidt (Hg.)

Strafjustiz im Nationalsozialismus
Rassische und politische Verfolgung im Kontext der NS-Strafjustiz

Potsdam 2008, 208 Seiten

ISBN 978-3-00-023788-1

Im nationalsozialistischen Deutschland entwickelte sich die Strafjustiz zu einer tragenden Säule der Diktatur. Auf allen Ebenen des NS-Staats pervertierte das Recht zu einem Instrument der staatlichen Repression und der Durchsetzung einer rassistischen Volksgemeinschafts-Ordnung. Die elf Autorinnen und Autoren des Bandes präsentieren auf neueren Untersuchungen beruhende Beiträge zum Kontext der politischen Strafgesetzgebung und Strafverfolgung sowie zu ihrer Funktion für die rassische und politische Verfolgung in Brandenburg und anderen Regionen des Deutschen Reiches. Das Gerichts- und Haftgebäude in der Potsdamer Lindenstraße 54/55 war ein wichtiger Ort der rassischen und juristischen Verfolgung in Brandenburg. Das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V. und die Fördergemeinschaft „Lindenstraße 54“, in deren Auftrag der Band herausgegeben wird, setzen sich gemeinsam mit dem Potsdam-Museum dafür ein, die Geschichte des Hauses als Ort der Repression zu dokumentieren und die heutige „Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert“ als würdigen Ort der Information, der Erinnerung und des Gedenkens zu stärken.


 

Hans-Hermann Hertle (Hg.)

Die Berliner Mauer – Monument des Kalten Krieges
The Berlin Wall – Monument of the Cold War

Ch. Links Verlag, Berlin 2007, 184 Seiten
ISBN 978-3-86153-4631

Zahlreiche unbekannte Fotos dokumentieren in diesem deutsch-englischen Bild-Text-Band den Auf- und Ausbau der Sperranlagen aus Stacheldraht, Alarmzäunen und Beton um Berlin. Spektakuläre Fluchtgeschichten und erschütternde Todesfälle werden ebenso dargestellt wie die dramatischen Ereignisse um Bau und Fall der Mauer sowie deren Hintergründe. Aktuelle Fotos im Vergleich mit Aufnahmen aus den achtziger Jahren gewähren überraschende Einblicke, wie sich der frühere Todesstreifen seit 1990 verändert hat. Mauerspuren im heutigen Stadtbild werden vorgestellt: Mauerreste, Streckmetallgitterzäune, Beobachtungstürme, Stacheldraht, Betonpfosten. Statistiken zur Anzahl der Flüchtlinge und Todesopfer und ein Serviceteil zu Museen, Gedenkstätten, Literatur- und Filmtipps sowie einer kurzen Chronik der Mauer vervollständigen das Buch. Es begleitet die Internetseite www.Chronik-der-Mauer.de.

Cover Mitteldeutschland im 20. Jahrhundert

Michael Richter/Thomas Schaarschmidt/Mike Schmeitzner (Hg.)

Länder, Gaue und Bezirke
Mitteldeutschland im 20. Jahrhundert

mdv Mitteldeutscher Verlag 2007
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen, Dresden
356 Seiten
ISBN 978-3-89812-530-7

Die Geschichte des mitteldeutschen Raumes im 20. Jahrhundert wird anhand der politisch-strukturellen Organisation des Gebietes nachgezeichnet. Wichtige Themen sind dabei die Begriffe "Mitteldeutschland" und "Föderalismus". Inhaltlich reicht der Bogen von der Weimarer Republik, über zentralisierende Tendenzen in der NS-Zeit und während der DDR - einschließlich der Auflösung der Länder 1952 - bis hin zur friedlichen Revolution von 1989/90 und der folgenden Länderneubildung. Die Autoren entwickeln kompetent und kompakt ein detailliertes Bild vergangener Geschehnisse und Sinnzusammenhänhge. Dabei steht immer die Frage im Hintergrunmd: Welche Chancen und Zukunftsperspektiven besitzen die drei "mitteldeutschen Länder" Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vor diesem historischen Hintergrund?


 

Cover 50 Klassiker der Zeitgeschichte

Jürgen Danyel/Jan-Holger Kirsch/Martin Sabrow (Hg.)

50 Klassiker der Zeitgeschichte

Göttingen 2007, 247 Seiten
ISBN 978-3-525-36024-8

Nach 1945 konstituierte und profilierte sich die deutsche Zeitgeschichtsforschung vor allem durch die Auseinandersetzung mit Erstem Weltkrieg, Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Erst später trat die Geschichte von Bundesrepublik und DDR als wichtiges Untersuchungsfeld hinzu. Bis 1989 stand die Forschung zudem im Spannungsfeld der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz. Zentrale Bücher wie Friedrich Meineckes Die deutsche Katastrophe (1946), Fritz Fischers Griff nach der Weltmacht (1961) oder Joachim C. Fests Hitler. Eine Biographie (1973) waren nicht allein von innerwissenschaftlichem Interesse, sondern lösten auch breitere gesellschaftliche Debatten aus. Viele dieser Bücher werden bis heute oft zitiert; ihre prägnanten Titel sind mitunter zu Chiffren einer Epoche geworden (z.B. Die Unfähigkeit zu trauern).

50 solcher Klassiker werden im vorliegenden Band aus heutiger Sicht neu gelesen – als Dokumente ihrer jeweiligen Entstehungszeit, aber auch als Referenztexte mit Impulsen bis in die Gegenwart. Das Spektrum der chronologisch geordneten Werke reicht von Ernst Fraenkels Der Doppelstaat (1941) bis zu den Begleitbänden der beiden »Wehrmachtsausstellungen« (1995/2002).

Verlagsseite zum Buch mit Inhaltsverzeichnis


Rezensionen:

Ilko-Sascha Kowalczuk, in: Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung 42 (2006), S. 518-522

Volker Ullrich, Vorsicht, Klassiker! Warum man mit dem Begriff behutsam umgehen sollte, in: ZEIT, 10.5.2007, S. 55

Christian Esch, Der kurze Weg zum Klassiker, in: Berliner Zeitung, 22.5.2007

Jörg Später, Die Suche nach Verbindlichkeit. Klassiker und Basistexte zur Geschichte und Politik, in: Süddeutsche Zeitung, 3.8.2007, S. 14

Erhard Schütz, Was (vielleicht) bleibt. 50 Klassikern der Zeitgeschichte über die Schulter geschaut [August 2007]

Reinhold Weber, Bücher ohne Verfallsdatum. 50 Klassiker der Zeitgeschichtsschreibung sind nun in einer Sammlung herausgegeben, in: bw Woche. Der Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, 3.9.2007

ekz-Informationsdienst 27/07

Wolfgang Michalka, in: Das Historisch-Politische Buch 55 (2007), S. 388f.

Stefan Jordan, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 55 (2007), S. 966f.

Rainer Eckert, in: Deutschland Archiv 40 (2007), S. 1136

Robert Christian van Ooyen, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft 17 (2007), S. 1276

Matthew Stibbe, in: H-German, February 2008, online unter URL:
http://www.h-net.org/reviews/showrev.cgi?path=104801217437853

Claudia Moisel, in: sehepunkte 8 (2008) H. 3, online unter URL: http://www.sehepunkte.de/2008/03/13262.html


 

Wohin treibt die DDR-Erinnerung?
Dokumentation einer Debatte

hg. von Martin Sabrow, Rainer Eckert, Monika Flacke, Klaus-Dietmar Henke, Roland Jahn, Freya Klier, Tina Krone, Peter Maser, Ulrike Poppe und Hermann Rudolph

Bearbeitet von Irmgard Zündorf, Sebastian Richter und Kai Gregor.

Göttingen 2007, 447 Seiten
ISBN 978-3-525-36299-0

15 Jahre nach dem Ende der Diktatur wird heftig darüber gestritten, wie an die DDR erinnert werden soll. Kritiker halten das Votum der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission für »Diktaturverharmlosung«, Bürgerrechtler sehen ihr Anliegen im wissenschaftlichen Diskurs neutralisiert. Zur Schließung vorgeschla­gene Einrichtungen protestieren, Gedenkstätten mit neuem Auftrag distanzieren sich. Die Frage nach der »richtigen« Erinnerung an 40 Jahre Diktatur polarisiert und aktiviert längst planiert geglaubte Frontverläufe aus den Zeiten des Kalten Kriegs.
Die Dokumentation fasst die Empfehlungen, das Protokoll der öffentlichen Anhörung sowie die Presseberichte zu diesem kontrovers diskutierten Thema in einem Band zusammen.

Verlagsseite zum Buch


Cover Der Kalte Krieg

Bernd Stöver

Der Kalte Krieg
Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947–1991

C.H. Beck, München 2007, 528 Seiten
ISBN 978-3-406-55633-3

Der Kalte Krieg ist Vergangenheit, aber erst jetzt zeichnet sich ab, was er für die Welt bedeu­tet hat: Ein halbes Jahrhundert lang hat die Angst vor dem Atomkrieg die Politik bestimmt. Weit über hundert Kriege außerhalb Europas haben Millionen Menschen das Leben gekostet. Politi­ker, Künstler, Intellektuelle, ja die gesamte Be­völkerung in Ost und West standen im Bann der ideologischen Auseinandersetzung. Bernd Stöver beschreibt erstmals diese totale und globale Di­mension des Kalten Kriegs. Nachdem sich allmäh­lich die Archive öffnen und wir immer mehr auch über die Arbeit der Geheimdienste wissen, ist ein neuer Blick auf die politisch-militärische Entwicklung möglich. Das Buch geht darüber hinaus dem wissenschaftlich-technologischen Wettlauf und dem Wettstreit der Wirtschaftssy­steme nach, dem Krieg um die Rohstoffe und dem propagandistischen Kampf um die Köpfe der Menschen. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die «Dritte Welt», die zwischen kapitalistischem und kommunistischem Block zerrieben wurde. Daß wir bis heute an den Fol­gen zu tragen haben, zeigt das Schlußkapitel.


 

Cover Conflicted Memories

Konrad H. Jarausch/Thomas Lindenberger (Hg.)

Conflicted Memories:
Europeanizing Contemporary Histories

(Studies in Contemporary European History)

Berghahn Books 2007, 304 Pages
ISBN 978-1-845-45284-1

Despite the growing interest in general European history, the European dimension is surprisingly absent from the writing of contemporary history. In most countries, the historiography on the 20th century continues to be dominated national perspectives. Although there is cross-national work on specific topics such as occupation or resistence, transnational conceptions and narratives of contemporary European history have yet to be worked out. This volume focuses on the development of a shared conception of recent European history that will be required as an underpinning for further economic and political integration so as to make lasting cooperation on the old continent possible. It tries to overcome the traditional national framing that ironically persists hust at a time when organized efforts to transform Europe from an object of debate to an actual subject have some chance of succeeding in making it into a polity in ints own right.


 

Cover ZfG

ZfG

Zeitschrift für Geschichtswissenschaft

Themenheft
Der Algerienkrieg in Europa (1954–1962)

Herausgegeben von Jürgen Danyel und Patrice G. Poutrus

Beiträge zur Geschichte eines transnationalen Phänomens von Philipp Zessin, Laure Pitti, Christoph Kalter und Patrice G. Poutrus

55. Jahrgang, Heft 2/2007, 104 Seiten
ISSN 0044-2828


André Steiner (Hg.)

Überholen ohne einzuholen
Die DDR-Wirtschaft als Fußnote der deutschen Geschichte?

Ch. Links Verlag, Berlin 2006, 192 Seiten
ISBN 3-86153-397-9

War die DDR eine Fußnote der deutschen Wirtschaftsgeschichte? Die Autoren dieses Sammelbandes behandeln die wirtschaftlichen und sozialen, aber auch strukturellen und mentalen Traditionslinien. Sie untersuchen die Folgen des Handelns der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen. In einzelnen Beiträgen werden Wirtschaftsordnung, Wirtschaftstheorie, industrielle Beziehungen, Außenwirtschaft, Technikentwicklung und die Idee vom Wohlfahrtsstaat untersucht. Dabei beleuchten die Autoren diese Komplexe sowohl von der Warte der gesamtdeutschen, als auch vom Blickpunkt der DDR-Geschichte aus. Die Beiträge wurden nicht von Spezialisten für die DDR, sondern renommierten Fachvertretern aus der Wirtschaftsgeschichte wie G. Ambrosius, H. Riese, T. Pierenkemper, W. Plumpe, Chr. Buchheim, R. G. Stokes und M. G. Schmidt verfasst. Sie zeigen, dass die DDR für die Wirtschaft in Deutschland Fallstudie und Lehrbeispiel dafür ist, welche Folgen bestimmte Entwicklungstendenzen haben können.

Árpád von Klimó

Ungarn seit 1945
Europäische Zeitgeschichte, Band 2

UTB, Göttingen 2006, 256 Seiten
ISBN 382522855X

 

Zum 50. Jahrestag des ungarischen Volksaufstandes legt Árpád von Klimó die erste systematische und historische Darstellung der politische Kultur und Gesellschaft Ungarns im europäischen Kontext vor. Neben dem politischen System, der Außenpolitik, Wirtschafts- und Sozialstruktur behandelt der Autor auch bisher vernachlässigte Themen wie Alltags- und Populärkultur sowie Religion.

Anschaulich wird der schwierige Weg Ungarns vom verhängnisvollen Bündnis mit dem nationalsozialistischen Deutschland über die Einverleibung in den sowjetischen Machtbereich bis zur Eingliederung in NATO und EU nachgezeichnet. Deutlich werden dabei die außenpolitischen Zwänge und Spielräume sowie die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die die Debatten um die ungarische Identität prägten.

Arnd Bauerkämper/Konrad H. Jarausch/Marcus M. Payk (Hg.)

Demokratiewunder
Transatlantische Mittler und die kulturelle Öffnung Westdeutschlands 1945-1970

Göttingen 2005, 335 Seiten
ISBN 3-525-36285-4

Die politisch-kulturelle Verwurzelung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland ist ohne transatlantische Einflüsse und ihre Vermittlung durch einzelne Personen kaum denkbar. Die Politik der re-education nach 1945, mit der die amerikanischen Besatzungsbehörden demokratische Ideen und pluralistische Werthaltungen vermitteln wollten, wurde ganz wesentlich von Intellektuellen, Journalisten und amerikanischen Deutschlandexperten getragen, unter ihnen zahlreiche Remigranten und deutschstämmige Auswanderer. Der Einfluss dieser Kulturvermittler und ihr Zusammenspiel mit Besatzungsbehörden, Bevölkerung und eigenem beruflichen Umfeld ist Gegenstand der Porträts und Studien dieses Bandes, die den bislang vernachlässigten Prozess der "inneren Demokratisierung" der Deutschen nachzeichnen.

 

Klaus Große Kracht

Die zankende Zunft
Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945

Göttingen 2005, 224 Seiten
ISBN 3-525-36280-3

Die zeithistorische Forschung hat in Deutschland immer wieder Anlass zu breiten öffentlichen Debatten gegeben. Fritz Fischers Arbeiten über den Ersten Weltkrieg, Anfang der sechziger Jahre publiziert, öffneten den kritischen Blick auf die deutsche Nationalgeschichte. Der "Historikerstreit" der achtziger Jahre über die Einzigartigkeit des Holocaust brachte die Auseinandersetzung der Fachgelehrten erneut in die breitere Öffentlichkeit. Die Vereinigungsdebatte und schließlich die Kontroverse um Goldhagens Buch "Hitlers willige Vollstrecker" stellen eindrücklich unter Beweis, wie sehr Zeithistoriker heute zu Initiatoren breit geführter öffentlicher Debatten geworden sind.
Die großen zeithistorischen Kontroversen haben die politische Kultur der Bundesrepublik nachhaltig geprägt. Zugleich haben sie die Zeitgeschichte für kritische Fragestellungen und Innovationen geöffnet.
Der Band zeichnet die wichtigsten Debatten allgemeinverständlich nach und situiert sie im spannungsreichen Geflecht von Forschungsdiskussion und medialer Vermittlung. Damit liefert er zugleich eine Einführung in die Geschichte des Fachs über den Gang ihrer wichtigsten Kontroversen.


 

Cover Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert

Jan C. Behrends, Árpád von Klimó und Patrice G. Poutrus (Hg.)

Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert
Studien zu Ost- und Westeuropa

Bonn 2005, 368 Seiten
ISBN 3-8012-4154-8

Immer wieder haben linke und rechte Bewegungen in Europa die USA zu ihrem Feindbild erkoren. Warum? Dieser Frage gehen die Autoren des von Jan C. Behrends, Árpád von Klimó und Patrice G. Poutrus herausgegebenen Bandes nach. Erstmals vergleichen sie dabei Antiamerikanismus in West- und Osteuropa.



Leonore Ansorg


Politische Häftlinge im Strafvollzug der DDR:
Die Strafvollzugsanstalt Brandenburg

2005, 404 Seiten
€ 21,-
ISBN 3-938690-21-6

Leonore Ansorg beschreibt die Haftbedingungen von politischen Gefangenen des Zuchthauses über einen Zeitraum von 40 Jahren. Eingebettet in den analytischen Teil ist die Schilderung des Schicksals einzelner Häftlinge, die in das Räderwerk der politischen Strafjustiz gerieten. Als kriminelle Schwerverbrecher diskriminiert, erlebten sie in Brandenburg-Görden einen Strafvollzug, der für immer bleibende Narben hinterließ. Die unbefriedigende juristische Aufarbeitung von SED-Unrecht nach 1989 konnte ihnen keine Genugtuung verschaffen.

Cover Deutsche Historiker im Exil

Deutsche Historiker im Exil (1933–1945)
Ausgewählte Studien

Herausgegeben von Mario Keßler


2005, 340 Seiten
€ 19,-
ISBN 3-936411-90-5

Die in den letzten Jahren intensiv geführte Debatte über deutsche Historiker im "Dritten Reich" hat den Blick auf jene Gegner des Nationalsozialismus gelenkt, die aus Deutschland ab 1933 vertrieben wurden. Das politische Spektrum der Exilhistoriker reichte von national-konservativen Wissenschaftlern wie Hans Rothfels über Liberale wie Hans Baron bis zu Kommunisten wie Jürgen Kuczynski und parteilosen Marxisten wie Arthur Rosenberg. Über sie und viele weitere Historiker und ihr Schicksal informiert der vorliegende Sammelband.

Cover Zerbrochener Spiegel

Konrad Jarausch/Michael Geyer

Zerbrochener Spiegel
Deutsche Geschichten im 20. Jahrhundert

München 2005, 496 Seiten
ISBN 3-421-05673-0

Aufgrund des Holocausts, der Wiedervereinigung und der Globalisierung haben die nationalen, marxistischen und modernisierungstheoretischen Darstellungen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts an Überzeugungskraft verloren. Wie kann man nach dem "Ende der historischen Meistererzählung" noch eine deutsche Zeitgeschichte im europäischen Kontext schreiben? Konrad Jarausch und Michael Geyer, die seit Jahrzehnten in den USA lehren und sich einen distanzierten Blick auf die deutsche Gegenwart bewahrt haben, unternehmen nun den Versuch, die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts neu zu deuten. Dabei gehen sie von dem Kontrast zwischen den anfänglichen Katastrophen und darauf folgenden Lernprozessen aus, betonen die Brüche statt der Kontinuitäten und wenden sich bislang vernachlässigten Themen zu wie etwa der Bedeutung der Zuwanderung, der Frauenemanzipation, der Massenkultur und der Suche nach einer neuen nationalen Identität.


 

Jochen P. Laufer/Georgij P. Kynin (Hg.)

Die UdSSR und die deutsche Frage 1941–1948
Dokumente aus dem Archiv für Außenpolitik der Russischen Föderation

Band 1: 22. Juni 1941 bis 8. Mai 1945
Berlin 2004, 715 Seiten
ISBN 3-428-11557-9

Band 2: 9. Mai 1945 bis 3. Oktober 1946
Berlin 2004, 805 Seiten
ISBN 3-428-11558-9

Band 3: 6. Oktober 1946 bis 15. Juni 1948
Berlin 2004, 780 Seiten
ISBN 3-428-11559-7

Mit dieser Dokumentensammlung liegt erstmals in deutscher Sprache eine wissenschaftliche Edition maßgeblicher sowjetischer Quellen vor, die Hintergründe und Abläufe der sowjetischen Deutschlandpolitik von 1941 bis 1948 offen legen. Die Edition ermöglicht detaillierte Einblicke in die Entwicklung der sowjetischen Kriegsziele gegenüber Deutschland, der Besatzungspolitik der UdSSR und ihrer Zusammenarbeit mit den westlichen Alliierten – bis zu deren Abbruch. So entsteht ein authentisches Bild der Sichtweise der UdSSR und ihres Anteils an jenem Prozess, der schließlich zur deutschen Teilung führte.

Die Auswahl basiert auf den Deutschland für die Jahre 1941 bis 1948 betreffenden Akten des Archivs für Außenpolitik der Russischen Föderation (AVP RF) und umfasst 489 Dokumente. Ein umfangreicher wissenschaftlicher Apparat bietet zusätzliche Informationen über Forschungskontroversen (u.a. Zweite Front, Kriegsverbrechen, Friedensfühler, Reparationen, sowjetische Besatzungspolitik und Friedensvertrag), weist auf weitere Quellen hin und enthält – vollständig oder in Auszügen – ebenfalls relevante Dokumente. Umfangreiche Einleitungen stellen die Quellenauswahl im Kontext der sowjetischen Deutschlandpolitik und deren Überlieferung im AVP RF thematisch zusammenhängend vor. Jeder Band kann durch biografische und geografische Verzeichnisse sowie durch ein Sachregister erschlossen werden.

Damit ist diese Edition ein unentbehrliches Arbeitsmittel für alle Forschungen zur deutschen und sowjetischen Geschichte jener Zeit, aber auch zu den Beziehungen der Großmächte in den Anfangsjahren des Kalten Krieges.


 

Klaus Arnold/Christoph Classen (Hg.)

Zwischen Pop und Propaganda
Radio in der DDR

Ch. Links Verlag, Berlin 2004, 384 Seiten
ISBN 3-86153-343-X

Was die Hörer vom Radio erwarten, ist in erster Linie Unterhaltung. Was die Rundfunkjournalisten in der DDR zu leisten hatten, war jedoch vor allem ideologische "Überzeugungsarbeit" nach den Vorgaben der SED-Spitze. Zugleich sollten sie aber auch die Hörer binden und von den "Feindsendern" fernhalten.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich der Hörfunk der DDR, über den in dem vorliegenden Sammelband ein facettenreicher Überblick geliefert wird. Es werden einzelne Unterhaltungs- und Propaganda-Sendungen untersucht, der Erfolg des Jugendradios DT 64 analysiert und die konspirativ organisierten Geheimsender auf beiden Seiten der deutschen Grenzen vorgestellt.
Dabei geht es nicht nur um die Programme, sondern auch um die Radiomacher und die Hörer, um zeitgeschichtliche Vergleiche und Zusammenhänge.


Henrik Bispinck/Jürgen Danyel/
Hans-Hermann Hertle/Hermann Wentker (Hg.)

Aufstände im Ostblock
Zur Krisengeschichte des realen Sozialismus

Ch. Links Verlag, Berlin 2004, 344 Seiten
ISBN 3-86153-328-6


Die Aufstände im Ostblock haben als antitotalitäre und antisowjetische Bewegungen eine enorme Faszination auf die Zeitgenossen ausgeübt. Neben der Bewunderung für das Wagnis der Menschen, in einem System, das Meinungsfreiheit nach Kräften unterdrückte, für ihre Ideen auf die Straße zu gehen und Veränderungen einzufordern, spielte dabei auch die Hoffnung eine Rolle, der sowjetische Koloß möge ins Wanken geraten. Waren die Erhebungen vom 17. Juni 1953 über den ungarischen Volksaufstand von 1956 und den Prager Frühling von 1968 bis hin zur Solidarnosc-Bewegung in Polen 1980/81 noch gewaltsam beendet worden, kam das friedliche Ende der kommunistischen Regime 1989/90 in den betroffenen Ländern für viele Zeitgenossen einem Wunder gleich.
Erstmals werden in dem vorliegenden Band die Aufstände 1953 in der DDR und ihre Nachwirkungen zu anderen Konflikt- und Krisenkonstellationen in Beziehung gesetzt, aus ihrer bislang isolierten Betrachtung gelöst und in einen vergleichenden historischen Kontext zu den Erhebungen in anderen Ostblockstaaten gestellt.

Hans-Hermann Hertle/Stefan Wolle

Damals in der DDR
Der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat

München 2004, 320 Seiten
ISBN 3-570-00832-0

15 Jahre nach dem Mauerfall: Bis heute ist kaum jemandem, der nicht dabei gewesen ist, klar, wie die DDR eigentlich funktionierte und was sie 40 Jahre lang zusammenhielt. Konnte es Karrieren außerhalb der "Borrdeih" geben? Welchen Einfluss hatten die Westmedien? Und welche inneren Ursachen führten schließlich zum Niedergang? Die Autoren Hans-Hermann Hertle und Stefan Wolle vermitteln vier Jahrzehnte DDR-Geschichte in ihren großen Zusammenhängen - dem Gründungsjahr 1949, dem 17. Juni 1953, dem Mauerbau, der zentralen Wirtschaftsplanung, der Ära Honecker, den Montagsdemos - und lenken besonderes Augenmerk darauf, wie sich historische Ereignisse auf das Leben des Einzelnen auswirkten. Menschen aller Altersstufen, unterschiedlichster politischer Couleur und Berufe– ehemalige Unternehmer, "Republikflüchtlinge", Wissenschaftler, Studenten, Gewerkschaftler und FDJler - kommen in diesem Buch zu Wort und erzählen von ihrem Land, ihrem Alltag, von Erlebnissen und Emotionen. So entsteht 15 Jahre nach dem Fall der Mauer ein vielschichtiger Rückblick, der einen Schlüssel zum Verständnis von 40 Jahren geteilter deutscher Geschichte bietet.

"Damals in der DDR" ist das Begleitbuch zu einer vierteiligen TV-Dokumentation, die im November 2004 in der ARD ausgestrahlt wird.


 

Cover Die Umkehr

Konrad H. Jarausch

Die Umkehr
Deutsche Wandlungen 1945–1995

München 2004, 504 Seiten
ISBN 3-421-05672-2

Nach Weltkrieg und Holocaust scheint heute erreicht, was undenkbar war: Deutschland ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Demokratiserung und eine Nation unter Gleichen. Die Nachkriegsgeschichte beider deutscher Staaten schildert der deutsch-amerikanische Historiker Konrad H. Jarausch als fünf Jahrzehnte langen weg aus der Barberei zurück zur Zivilisation.

Pressestimmen zum Buch (PDF)

Martin Sabrow (Hg.)

Skandal und Diktatur
Formen öffentlicher Empörung im NS-Staat und in der DDR

Göttingen 2004, 270 Seiten
ISBN 3-89244-791-8

Die Beiträge dieses Bandes zeigen, wie unbegründet diese Auffassung ist: Auch die beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts produzierten Skandale. Mehr noch: Im Skandal als dem systemwidrigen Unfall treten Mechanismen der diktatorischen Konsensbildung zutage - und ihre Grenzen.

Skandale sind Ausdruck der Moderne. Sie mobilisieren auf dem Weg der sozialen Empörung die Macht der Massen; sie besitzen polemische Stoßkraft gegen Eliten, Machthaber und Establishment. Vor allem sind sie in ihrer Entfaltung auf Öffentlichkeit angewiesen; plebiszitäre Zwangsherrschaften kennen nach gängiger Auffassung keine Skandale.

André Steiner

Von Plan zu Plan
Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR

DVA München 2004,
275 S., ISBN 3-421-05590-4

"Überholen ohne einzuholen", lautete das Motto Walter Ulbrichts, mit dem er die DDR-Wirtschaft zu Höchstleistungen gegenüber der Bundesrepublik anspornen wollte. Warum gelang das nie? Trotz Wachstums und eines sich erheblich verbessernden Lebensstandards - zeitweise sprach man selbst im Westen vom "roten Wirtschaftswunder" - blieb die DDR immer mehr zurück.

Waren ungünstige Startbedingungen oder das System dafür verantwortlich? Von Plan zu Plan eilend wollte man eine krisenfreie Alternative zur Marktwirtschaft schaffen. Tatsächlich aber führten die Versuche der herrschenden SED, die Entwicklung zu beschleunigen, in regelmäßigen Abständen zu Krisen. Mangel und Verschwendung zugleich prägten den Alltag der DDR. Den zunehmenden Wirtschaftsproblemen konnten auch Reformen nicht abhelfen, so daß die Wirtschaft verstärkt von der SED-Politik immer mehr an Substanz verlor. Innere Auszehrung und wachsende Verschuldung trieben das Land am Ende in den wirtschaftlichen Niedergang.

Pressestimmen zum Buch

Edda Ahrberg/Hans-Hermann Hertle/Tobias Hollitzer/Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hg.)

Die Toten des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953

Münster 2004, 210 Seiten
ISBN 3-8258-7839-2

Zufällig Erschossene, willkürlich von sowjetischen Militärtribunalen Hingerichtete, nach DDR-Recht zum Tode durch die "Fallschwertmaschine" Verurteilte, Erschlagene: Die Toten des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 mit ihrem bis heute oft unbekannten Schicksal werden in diesem Band vorgestellt.

Den Allermeisten wurde ein normales Begräbnis im Familienkreis verweigert (mit Ausnahme der getöteten Polizisten und der in Westberlin Beigesetzten). Sie wurden totgeschwiegen und so noch einmal getötet. Vor dem Hintergrund der Propagandathese vom "faschistischen Putsch" wagte bis 1989 nahezu keiner der Hinterbliebenen in der DDR über diesen Teil der eigenen Familiengeschichte zu sprechen.

Wo der Tod damals Lücken riss, werfen heute die Portraits der Getöteten Schlaglichter auf Zustände und Verhaltensweisen, die ein eindrückliches Gesamtbild ergeben von einer Zeit des Verschweigens und Verdrängens, die in besonderer Weise bis in die Gegenwart reicht.

Simone Barck/Siegfried Lokatis

Fenster zur Welt
Eine Geschichte des DDR-Verlages Volk und Welt

Ch. Links Verlag, Berlin 2003, 440 Seiten
ISBN 3-86153-300-6


In der hermetisch abgeschlossenen DDR, die kulturelle Erfahrungen im Ausland nur sehr bedingt zuließ, existierte ein Verlag, der sich speziell mit fremdländischer Literatur befaßte und gegen alle Behinderungen immer wieder ein überraschendes Angebot präsentierte. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR eröffnet im Herbst eine Ausstellung, die der Geschichte des 1947 gegründeten und 2001 geschlossenen Verlages gewidmet ist. Dem eigenständigen Begleitband geht es sowohl um die "Macher", als auch um die Leser mit ihren Erwartungen und Erfahrungen und die Einordnung in die jeweiligen kulturpolitischen Rahmenbedingungen. Neben einer Überblicksdarstellung zur bewegten Verlagsgeschichte gibt es alphabetisch gegliedert von A wie Autoren und Amerikanische Literatur bis Z wie Zollkontrolle und Zensur viele lebendige Geschichten aus dem Verlagsalltag, ergänzt durch bibliographische Übersichten und zahlreiche Fotos.


 

Burghard Ciesla (Hrsg.)

Freiheit wollen wir!
Der 17. Juni 1953 in Brandenburg

Berlin 2003, 256 Seiten, broschiert
ISBN 3-86153-288-3

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR war die erste Massenerhebung im sowjetischen Machtbereich. Neben Berlin und dem industriellen Ballungsraum LeipzigHalle-Bitterfeld kam es auch in den Städten und Dörfern des Landes Brandenburg zu vielfältigen Protestaktionen. Was waren die Hauptforderungen, in welchen Orten gingen die meisten Menschen auf die Straße, welche Maßnahmen ergriffen die lokalen Behörden? Die Quellenedition bietet mit ihrer Überblicksdarstellung der Ereignisse und vielen bislang unveröffentlichten Dokumenten erstmals einen umfassenden Einblick in das Geschehen in den drei brandenburgischen Bezirken Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam. Die abgedruckten Stimmungsberichte, Lageeinschätzungen, Verhörprotokolle, Gerichtsurteile, Faksimiles und Fotos führen die dramatische Entwicklung von der Jahreswende 1952/53 bis zum Spätsommer 1953 plastisch vor Augen.

Die Herausgabe erfolgt im Auftrag der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, des Landtages Brandenburg, des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, der Außenstelle Potsdam der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam.


 

Alarmstufe »Hornisse«
Die geheimen Chef-Berichte der Volkspolizei über den 17. Juni 1953

Herausgegeben von Torsten Dietrich und Hans-Hermann Hertle

2003, 464 Seiten, broschiert
ISBN 3-936411-27-1

Ost-Berlin. 21. Juni 1953: Noch ist der Widerstand nicht vollständig gebrochen, noch gilt der Ausnahmezustand fast überall, noch immer ist die Volkspolizei in erhöhter Einsatzbereitschaft, da verlangt ihre Führung bereits aus allen Bezirken einen ausführlichen Rapport.

Noch unter dem unmittelbaren Eindruck der gewaltigen Volksproteste gegen die SED-Herrschaft geschrieben. entsteht eine einmalige Sammlung streng geheimer Berichte über die Schwerpunkte der Juni-Ereignisse aus volkspolizeilicher Sicht.

Die Berichte spiegeln das unterschiedliche Ausmaß, den Verlauf der Unruhen. die Forderungen der Protestierenden, aber auch Überraschung, mangelnde Information und Hilflosigkeit der Volkspolizeikräfte in den verschiedenen Regionen der DDR. Ganz offensichtlich geht aus ihnen hervor, dass es sich nicht um einen von ..außen gesteuerten Putschversuch" gehandelt hat, sondern interne Ursachen den Aufstand entfesselten.

Fremde und Fremd-Sein in der DDR
Zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland

Herausgegeben von Jan C. Behrends, Thomas Lindenberger
und Patrice G. Poutrus

2003, 376 Seiten
ISBN 3-936411-01-8

Die Autoren des Bandes fragen nach den historischen Bedingungen des Umgangs mit und der Wahrnehmung von "Fremden" in der ehemaligen DDR. Sie nehmen sowohl ältere mentalitätsgeschichtliche Prägungen der ostdeutschen Bevölkerung als auch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedingungen des Staatssozialismus in den Blick. Im Mittelpunkt stehen die spezifischen Modalitäten der Lebenswelt von "Fremden" in der DDR. Die Bandbreite der Beiträge reicht von der Betrachtung der sowjetischen Besatzungsmacht durch die ostdeutsche Bevölkerung über die Schwierigkeiten des SED-Staates bei der Integration von abweichendem Verhalten von Einzelnen bis hin zu den Lebensbedingungen von Ausländern in der DDR.


 

Hans-Joachim Jeschke/BASF Schwarzheide GmbH (Hg.)/
Peter Hübner (Wissenschaftlicher Berater und Co-Autor)

Aus der Geschichte des Chemiewerkes Schwarzheide
Band 1: 1935 bis 1945

Lamperswalde 2003, 185 Seiten


Im Oktober 1990 übernahm die BASF das Chemiewerk in Schwarzheide in der Niederlausitz. Neben den wirtschaftlichen Aufgaben und Zielen versucht sich das Unternehmen auch der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung und damit der Geschichte des Chemiewerkes zu stellen. Im vorliegenden ersten Band der Firmenchronik gibt der Autor Hans-Joachim Jeschke unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Dr. Peter Hübner eine Gesamtdarstellung der Werksgeschichte in den Jahren 1935 bis 1945. Daneben werden einige bedeutende Bestände des Unternehmensarchivs der BASF Schwarzeheide zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ausgehend von einer generellen Darstellung über die Gründung und Funktion der Braunkohle-Benzin-Aktiengesellschaft (Barbag) geht das Buch auf die Geschichte des Standortes Schwarzheide ein. Neben Konzeption und Aufbau wird ausführlich auf die technische Ausstattung des Werkes eingegangen, bevor die Bereiche Siedlungsbau und Personal angeschnitten werden. Bei letzterem wird auch das dunkle Kapitel Zwangsarbeit nicht übergangen. Die Darstellung endet mit der Zerstörung des Werkes durch Luftangriffe und der Verlagerung der Produktionsanlagen.

Das Buch enthält eine Reihe von detaillierten Tabellen und Zeichnungen, die den darstellenden Text ergänzen. Hinzu kommen unzählige Fotografien und die zum ersten Mal erschlossenen Quellen aus dem Archiv des BASF-Werkes.

 

Hans Herrmann Hertle/Konrad H. Jarausch/
Christoph Kleßmann (Hg.)

Mauerbau und Mauerfall
Ursachen – Verlauf – Auswirkungen

Berlin 2002, 344 Seiten, broschiert
ISBN 3-86153-264-6

War Ulbrichts Ausspruch vom Juni 1961 "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" nur blanke Demagogie oder gab es tatsächlich die Überlegung, lediglich vorübergehend die Grenze stärker zu sichern, sie aber nicht vollständig abzuriegeln? Dieser und anderen Fragen gingen Historiker aus Großbritannien, den USA, Rußland, Tschechien, Österreich und Deutschland auf einer internationalen Konferenz 40 Jahre nach dem Mauerbau nach. Dabei wurden auf der Grundlage neu zugänglichen Quellenmaterials alle wesentlichen Fakten und Erkenntnisse zu den Ursachen und Hintergründen des Mauerbaus, seinen Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und das Leben der Menschen im geteilten Deutschland zusammengetragen, wobei durchaus unterschiedliche Interpretations- und Sichtweisen zutage traten. Behandelt wurden die Interessenkonflikte der Alliierten, die internationalen Konfrontationen zwischen Ost und West bis hin zu den sozialen und symbolischen Konsequenzen der Abschottung sowie den Bedingungen und Folgen des Mauerfalls.
Ergänzt wird dieses Kompendium über das meistdiskutierte Bauwerk des 20. Jahrhunderts durch eine ausführliche Mauer-Chronik, Satistiken und ausgewählte Dokumente.


 

Konrad H. Jarausch/Martin Sabrow (Hg.)

Die historische Meistererzählung
Deutungslinien der deutschen Nationalsgeschichte nach 1945

Göttingen 2002, 175 Seiten
ISBN 3-525-36266-8


Vom geläuterten Historismus bis zur Geschlechtergeschichte: Mit den Konjunkturen und Krisen geschichtlicher Großerzählungen in Deutschland nach 1945 beschäftigen sich die hier zusammengestellten Beiträge.
Im Mittelpunkt stehen die drei zentralen historischen Leittexte der deutschen Nachkriegszeit: die Rückbesinnung auf einen moralisch gezähmten Historismus und seine Ablösung durch das Konzept des deutschen "Sonderwegs" in der Bundesrepublik sowie der ostdeutsche Gegenentwurf in Gestalt einer sozialistischen Nationalsgeschichte. Vor diesem Hintergrund reflektieren weitere Beiträge das analytische Potenzial des Begriffs der historischen Meistererzählung und fragen angesichts der Krise nationalgeschichtlicher Erzählperspektiven nach ihren möglichen Alternativen.

 

Cover Exil und Nach-Exil

Mario Keßler

Exil und Nach-Exil
Vertriebene Intellektuelle im 20. Jahrhundert

Hamburg 2002, 205 Seiten
ISBN 3-87975-877-8

Nach 1933 mussten zahlreiche Wissenschaftler, Schriftsteller und andere Intellektuelle Deutschland und Österreich verlassen. Politisch verfolgt oder als rassisch "unrein" gebrandmarkt, konnten oder wollten sie unter der Nazidiktatur nicht leben. Der vorliegende Band zeichnet ihre politischen und wissenschaftlichen Wege nach. Auch nach dem Sieg über Hitler erlebten sie in ihren neuen Heimatländern wie auch als Rückkehrer in der DDR oder der Bundesrepublik neue Schwierigkeiten, wo immer sie die Aufarbeitung der Vergangenheit als Grundlage staatsbürgerlichen Handelns nahmen.

- Albert Einsteins politisches Denken

- Zwischen Ost und West: Ernst Bloch, Hans Mayer, Leo Kofler, Alfred Kantorowicz

- Josef Winternitz zwischen Prag, Berlin und London

- Hermann Duncker: Ein Exilant als Opfer Hitlers und Stalins

- Im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik: Arthur Rosenberg

- Jakobinismus, Demokratie und Arbeiterbewegung: Walter Grab

- Deutsche Politikwissenschaftler im amerikanischen Exil

- Geschichte und Futurologie: Ossip K. Flechtheim

- Ein unbequemer Aufklärer: Richard Löwenthal

- Mitgemacht hat er nie. Leo Löwenthal

- Remigranten als Historiker in der frühen DDR

- Denkt doch endlich nach! Das Vermächtnis des Stefan Heym

 

Hans-Hermann Hertle

Chronik des Mauerfalls
Die Dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989

Weltbild, Augsburg 2003, 338 Seiten
ISBN 3-8289-0539-0

Der Fall der Mauer war von den DDR-Funktionären weder beabsichtigt noch vorhergesehen. Aus unkoordinierten Einzelaktionen entwickelte sich unter dem Druck der Massen eine Situation, die ihre eigene Dynamik bekam und schließlich zu vollendeten Tatsachen führte. Den Verantwortlichen wurde erst am nächsten Tag bewußt, was eiegntlich geschehen war. Sie versuchten nun, die Kontrolle über die Grenze zurückzubekommen und trafen Vorbereitungen für eine miltärische Aktion – doch dafür war es schon zu spät.

Wer aber hatte jene ominöse "Reiseregelung" erarbeitet und warum wurde sie von Schabowski vorzeitg bekanntgegeben? Welche Rolle spielte die Staatssicherheit? Was wußten die sowjetischen Militärs davon? Hans-Hermann Hertle hat sechs Jahre lang daran gearbeitet, die genauen Umstände der Maueröffnung minutiös zu rekonstruieren. Er analysierte die entsprechenden Unterlagen in den Archiven, sichtete die Veröffentlichungen der Medien und befragte nahezu 100 Zeitzeugen, darunter die Entscheidungsträger jener historischen Nacht. Hertles Buch läßt nicht nur den 9. November in neuem Licht erscheinen, sondern gibt zugleich einen Überblick über die Gesamtgeschichte der Berliner Mauer.

 

Martin Sabrow/Ralph Jessen/Klaus Große Kracht (Hg.)

Zeitgeschichte als Streitgeschichte
Große Kontroversen nach 1945

Verlag C.H. Beck, München 2003
378 S., 15,90 €
ISBN 3-406-49473-0

 

 

Die Deutung der Vergangenheit ist eine höchst strittige Angelegenheit. Stärker als für andere Epochen gilt dies für die Zeitgeschichte, die in den letzten Jahrzehnten immer wieder Anlaß zu großen Kontroversen gegeben hat. Gleichviel ob "Fischer-Kontroverse", "Historikerstreit" oder "Goldhagendebatte", die Diskussion blieb nie auf die Fachwissenschaft begrenzt, sondern erreichte über die Medien ein breites Publikum, dem die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit zu wichtig erschien, um sie allein den Experten zu überlassen.

Der Band zeichnet den Gang der großen Debatten in den letzten Jahrzehnten nach. Er läßt Beteiligte von damals zu Wort kommen und bietet vertiefende Analysen zum Selbstverständnis der Historiker und ihrer wachsenden Medienkonkurrenz. Dabei bleibt der Blick nicht allein auf Deutschland beschränkt, sondern wendet sich ebenso zeitgeschichtlichen Kontroversen im europäischen Ausland zu.


 

Rainer Karlsch/Jochen Laufer (Hg.)

Sowjetische Demontagen in Deutschland 1944–1949
Hintergründe, Ziele und Wirkungen

Berlin 2002, 550 Seiten
ISBN 3-428-10739-X


Historiker aus Russland und der Bundesrepublik Deutschland analysieren in zwölf Beiträgen auf breiter russischer und deutscher Quellengrundlage die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Hintergründe, kurzfristigen Wirkungen und Langzeitfolgen der sowjetischen Demontagepolitik in Deutschland.

In der ersten Sektion des Buches wird die Genese der sowjetischen Demontagepolitik erhellt und die sowjetische Bilanz der Demontagen rekonstruiert. Der Nutzen der Demontagen für den sowjetischen Wiederaufbau wird im Hinblick auf die Verwendung von deutschen Rüstungswerken, Anlagen des Jenaer Zeiss Werkes und Ausrüstungen der Autoindustrie detailreich untersucht. Die zweite Sektion ist den Folgen der Demontagen für Wirtschaft und Gesellschaft in der SBZ gewidmet. Mehrere Studien befassen sich mit den regionalen Wirkungen der Deindustrialisierung in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen, der Krise der Reichsbahn, den Problemen der Konversion in der Flugzeugindustrie und den politischen Reaktionen auf die Demontagen.


 

Historisch-dokumentarische Abteilung des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten Russland/ZZF Potsdam (Hg.)

Die UdSSR und die deutsche Frage 1941–1949
Dokumente aus dem Aussenpolitischen Archiv der Russischen Föderation

zusammengestellt von Jochen Laufer und Georgij P. Kynin

Band I: 1941–1945, Moskau 1996

Band II: 1945–1946, Moskau 2000


 

Konrad H. Jarausch (Ed.)

Dictatorship as Experience
Towards a Socio-Cultural History of the GDR

New York/Oxford 1999, 388 Seiten, broschiert
ISBN 1-57181-182-6

A decade after the collapse of communism, this volume presents a historical reflection an the perplexing nature of the East German dictatorship. In contrast to most political rhetoric, it seeks to establish a middle ground betdeen totalitarianism theory, stressing the repressive features of the SED regime, and apologetics of the socialist experiment, emphasizing the normality of daily lives.

The book transcends the polarization of public debate by delineating the tensions and contradictions of the East German System in using dictatorial means to achieve its emancipatory aims. Analyzing a range of political, social, cultural, and chronological topics, the contributors sketch a differentiated picture of the GDR that represents both its repressive and its welfare features. The nineteen original essays - especially written for this volume by historians from both east and wert Germany - represent the cutting edge of current research and suggest new theoretical perspectives. Expioring both the mechanisms of control and their Limits, the contributors discuss the mix of dynamism and Stagnation that was typical of the GDR.



 

Konrad H. Jarausch/Martin Sabrow (Hg.)

Verletztes Gedächtnis
Erinnerungskuktur und Zeitgeschichte im Konflikt

Frankfurt am Main/New York 2002, 275 Seiten
ISBN 3-593-37023-9


Der Band reflektiert das spannungsgeladene Verhältnis von öffentlicher Erinnerungskultur und wissenschaftlicher Erforschung der Zeitgeschichte. Die Kultivierung von Betroffenheit durch Zeitzeugen sowie die mediengerechte Präsentation der Vergangenheit laufen Gefahr, verzerrte Bilder hervorzubringen. Dennoch bedarf die zeithistorische Forschung eindringlicher Schilderungen und Bilder, um die menschliche Dimension ihrer Problemstellung wiederzugewinnen.


 

Der Schein der Stabilität
DDR-Betriebsalltag in der Ära Honecker

Herausgegeben von Renate Hürtgen und Thomas Reichel

Metropol, 2001, 306 Seiten
ISBN 3-932482-65-4


Sterben für Berlin

Die Berliner Krisen 1948 : 1958

Herausgegeben von Burghard Ciesla, Michael Lemke, Thomas Lindenberger

Metropol, 2000, 272 Seiten
ISBN 3-932482-27-1


Wer wollte schon "sterben für Berlin?", fragt der Journalist und Historiker Peter Bender im ersten Beitrag dieses Bandes. Ob während der Berlin Blockade oder anläßlich des Chrustschow-Ultimatums, in beiden Fällen befürchteten die Zeitgenossen militärische Zusammenstöße bis hin zum "heißen" Krieg. Die Beiträge des Bandes befassen sich mit den vielseitigen Ursachen und Wirkungen der Krisen. Politische, soziale wie auch kulturelle und alltagsgeschichtliche Dimensionen der Viersektorenstadt zwischen 1948 und 1962 werden behandelt. abseits von Legenden und festlichem Gedenken wird auf der Basis neuer Forschungsergebnisse eine etwas andere Geschichte über Berlin zwischen 1948 und 1962 erzählt.


 

Simone Barck/Martina Langermann/Siegfried Lokatis (Hg.)

Zwischen »Mosaik« und »Einheit«
Zeitschriften in der DDR

Berlin 1999, 752 Seiten
ISBN 3-86153-191-7


War die DDR ein Zeitschriften-Leseland? Man suchte zwischen den Zeilen und verwendet viel Zeit für eine aufmerksame Lektüre. Doch nur ein Drittel dieser Zeit galt Büchern, der überwiegende Teil wurde Zeitschriften und Zeitungen gewidmet. Dieses Medium wird in diesem Band erstmalig untersucht. Dabei kommen nicht nur Wissenschaftler zu Wort, sondern auch Redakteure, Verleger und Leser. Aus Ost- und Westperspektive liefern sie vielschichtige und auch konträre Befunde zu den einzelnen Blättern und zum Charakter der sich wandelnden Öffentlichkeit in der DDR. So erschließt sich ein facettenreiches Panorama, das von den eintönigen offiziellen Publikationsorganen wie der "Einheit" über die zahlreichen Fach- und Spezialzeitschriften bis hin zum Comic "Mosaik" reicht.

Gesellschaft ohne Eliten?
Führungsgruppen in der DDR

Herausgegeben von Arnd Bauerkämper,
Jürgen Danyel, Peter Hübner und Sabine Roß

Metropol, 1997, 302 Seiten, broschiert
16,5 x 24 cm
ISBN 3-926893-69-9

Die Frage, ob es in der DDR überhaupt Eliten gegeben hat, wird kontrovers diskutiert. Während die einen die Existenz von Eliten in der »egalitären« ostdeutschen Gesellschaft in Frage stellen, sehen andere im Vorhandensein loyaler Führungsgruppen eine wesentliche Bedingung für das Funktionieren des SED-Regimes. Auf der Grundlage dieser Kontroverse versucht der Band, eine vorläufige Antwort auf die Anwendbarkeit des in der westlichen Forschung längst akzeptierten Elitenkonzeptes für die DDR zu geben.


 

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