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Bücher 2009





Cover

Jürgen Danyel, Jennifer Schevardo und Stephan Kruhl (Hg.)

Transit 68/89
Deutsch-tschechische Kulturgeschichten


Metropol Verlag, 2009, 632 Seiten
ISBN 978-3-940938-64-0

 

Der von Jürgen Danyel, Jennifer Schevardo und Stephan Kruhl herausgegebene Band „Transit 68/89. Deutsch-tschechische Kulturgeschichten“ spannt mit seinen Erkundungen einen Bogen von den Protestbewegungen der 68er in Ost und West zu den Umbrüchen von 1989 und fragt nach deren Prägekraft für die Zeit nach dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“. Durchquert wird eine Landschaft von grenzüberschreitenden kulturellen Begegnungen und der sie begleitenden Mythen und Missverständnisse. Ins Bild rücken die Akteure mit ihren Ideen, Haltungen und Selbstinszenierungen. Die Publikation vereint die im Projekt „68/89 – Kunst.Zeit.Geschichte“ entstandenen und für ihre Gestaltung mehrfach preisgekrönten Journale zu einer einzigartigen Zeitreise durch die deutschtschechisch-slowakische Kulturgeschichte in den Jahren der Revolte und des Aufbruchs.

 


 

 

Martin Sabrow (Hrsg.)

Mythos "1968"?
Helmstedter Colloquien, Heft 11


Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, 125 Seiten
ISBN: 978-3-931982-64-5

Die verschiedenen Beiträge dieses Heftes stellen die unterschiedlichen Deutungsachsen zur Diskussion, in die sich das Phänomen der „Achtundsechziger“ einordnen lässt. Sie konzentrieren sich auf die Ambivalenzen des Projekts „1968“ und der mythischen Wirkung, die bis heute von ihm ausgeht: Der Generationsprotest der Studentenbewegung verwandelte sich unter der Hand vom radikalen Bürgerschreck zum Bezugspunkt einer ganzen Generation. Er proklamierte die Zerschlagung der bürgerlichen Gesellschaft und bewirkte doch ganz im Gegenteil ihre kulturelle Erneuerung. Er verstand sich als Befreiung vom Faschismus in den Köpfen der Eltern und war doch tief in der Gewalttradition des 20. Jahrhunderts verwurzelt.

Zu Beginn der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer 1998 schien die 68er-Bewegung in der Bundesrepublik angekommen. Zehn Jahre später zeigt sich, dass dies ein Irrtum war. „1968“ ist unvermutet wieder zu einem sperrigen Thema geworden, und es lohnt sich, den Ambivalenzen einer Bewegung auf den Grund zu gehen, die der Bundesrepublik der Gegenwart auf der einen Seite so überraschend nah geworden ist – und auf der anderen Seite so überraschend fremd.

Das Heft enthält Beiträge von Martin Sabrow, Axel Schildt, Andreas Rödder, Ingrid Gilcher-Holtey, Jürgen Danyel, Gerd Koenen und Christian Semler.

 

 

 

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Friederike Sattler und Christoph Boyer

European Economic Elites

Between a New Spirit of Capitalism and the Erosion of State Socialism

Duncker & Humblot, Berlin 2009, 594 Seiten
ISBN 978-3-428-13181-5

 

 

Since the beginning of the 1970s, democratic capitalist Western Europe as well as state-socialist Eastern Europe faced the double challenge of the third industrial revolution and the second globalization. The accelerated political, social, economic and cultural change did not lead to a crisis "of capitalism" or "of communism", instead challenging European industrial society as such. In 1989, after a long erosion process, state socialism failed at the task of solving the manifold problems of adjustment; yet a lasting solution is also not conceivable within the context of a neo-liberal "new spirit of capitalism".

The present volume, which arose from the interdisciplinary cooperation of historians and social scientists, discusses the consequences of this "great transformation" for the economic elites in both "West" and "East": for their qualification profiles and their social composition, their options and their room for maneuver, their value systems and legitimization strategies, their self-perception and their public image. Economic elites in both systems saw themselves forced to adopt new strategies which very often seem quite different at the surface; looking deeper, they exhibit clear similarities. After 1989, the consolidation of the post-socialist economic elites has, all in all, been completed according to the Western example. The emerging convergences, which are being supported by the process of European integration, contributed to the internationalization of the European economic elites. The volume discusses the problem how strong this tendency was and if it has already created truly transnational economic elites more or less separated from the national context.

The contributions, which are embedded into a coherent interpretative framework, are penned by internationally renowned experts and junior researchers from a wide array of countries, from Britain to Poland and from Norway to Portugal. The innovative value of the volume lies in its Europe-wide scope and, above all, in its comparative East-West perspective. A genuinely European community of researchers tackles a topic which is indisputably current for history as well as for the social sciences.

 


 

 

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Enrico Heitzer

Nur geteilte Macht ist gute Macht
20 Jahre friedliche Revolution in Wittenberg


Herausgeben vom Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg, Wittenberg 2009, 96 Seiten
ISBN 978-3-942005-00-5

 

Seit den Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag Luthers 1983 galt Wittenberg als bedeutsamer Kristallisationspunkt der Friedens-, Bürgerrechts- und Umweltbewegung in der gesamten DDR und spielte auch 1989 eine wichtige Rolle. Das Buch ist der der Katalog zur Ausstellung "Nur geteilte Macht ist gute Macht: 20 Jahre friedliche Revolution in Wittenberg" und enthält zahlreiches unveröffentlichtes Bildmaterial und Dokumente.

 


 

 

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Friederike Sattler

Ernst Matthiensen 1900–1980.
Ein deutscher Bankier im 20. Jahrhundert


Herausgegeben von der Eugen-Gutmann-Gesellschaft, Dresden 2009, 432 Seiten
ISBN 978-3-9812511-2-8

Die von Friederike Sattler vorgelegte Biografie des deutschen Bankiers Ernst Matthiensen (1900 – 1980) verankert dessen Lebensweg in den bankgeschäftlich-wirtschaftlichen ebenso wie in den gesellschaftlichen und politischen Kontexten der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Matthiensen wird als eine wirtschaftlich handelnde Persönlichkeit vorgestellt, die in einem bestimmten ökonomischen Funktionsfeld der Gesellschaft, dem der Banken, in zunächst abhängigen, dann verantwortlichen Positionen tätig war. Aber er wird nicht auf diese Rolle reduziert, sondern auch als ein von den eigenen Erfahrungs- und Lebenswelten geprägter Mensch mit sehr individuellen Verhaltensdispositionen und Werthaltungen vorgestellt. Der private Lebensweg und die berufliche Laufbahn Ernst Matthiensens veranschaulichen auf ihre ganz eigene Weise die mit den starken wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts verbundene Mobilität in der deutschen Bankiers- und Wirtschaftselite – und sie lassen zugleich die über markante Zäsuren hinweg feststellbaren Kontinuitäten hervortreten.

 


 

 

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Renate Hürtgen

Angestellt im VEB
Loyalitäten, Machtressourcen und soziale Lagen der Industrieangestellten in der DDR


Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, 309 Seiten
ISBN 978-3-89691-774-4

Informationen über Industrieangestellte im "Arbeiterstaat" der DDR sind äußerst rar. Im offiziellen Sprachgebrauch - und damit der herrschenden Ideologie einer großen "Werktätigengemeinschaft" entsprechend - zählten sie schlicht zu den Arbeitern. Dies wird der sehr heterogenen Gruppe von Angestellten jedoch kaum gerecht: Bei näherer Betrachtung nämlich zeigen sich gravierende Differenzen v.a. zwischen der besonders desolaten Lage der "einfachen Angestellten", zumeist Frauen, und den privilegierten, mit Verfügungsgewalten ausgestatteten leitenden Angestellten, deren Informations- und Entscheidungsmonopol wesentlich auf der Zugehörigkeit zur herrschenden SED beruhte. Renate Hürtgen ermöglicht erstmals einen funktional und sozial differenzierten Einblick in die verschiedenen Milieus und das Selbstverständnis von Industrieangestellten in der DDR seit 1945. Die Beschreibung der unterschiedlichen Stellungen und Funktionen von Angestellten in der Betriebshierarchie gibt zugleich Auskünfte über die Macht- und Herrschaftsstrukturen im Volkseigenen Betrieb (VEB). Strukturen übrigens, deren Existenz in der offiziellen Ideologie geleugnet wurden.

 


 

 

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Thomas Klein

SEW – Die Westberliner Einheitssozialisten.
Eine »ostdeutsche« Partei als Stachel im Fleische der »Frontstadt«?


Ch. Links Verlag, Berlin 2009, 312 Seiten
ISBN 978-3-86153-559-1

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin / Sozialistische Einheitspartei Westberlin (SED-W/SEW) war von ihren Wahlergebnissen her ohne Bedeutung. Doch ähnlich wie der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gelang es ihr zeitweilig, Einfluss auf andere Gruppen zu gewinnen. Als »Brückenkopf« der SED, von der sie auch finanziert wurde, entwickelte sie eine geschickte Bündnispolitik und erreichte so die Westberliner Binnenpolitik.

Thomas Klein liefert eine erste kritische Parteigeschichte, die zugleich einen Beitrag zur Geschichte von Kaltem Krieg und Entspannung im geteilten Berlin darstellt. Dabei geht er sowohl auf die übermächtige Kontrolle der Ostberliner Zentrale als auch auf die innerparteiliche Opposition und die linksalternativen Konkurrenten ein.


 

 

Cover

Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989.
Ein biographisches Handbuch


hg. vom Zentrum für Zeithistorische Forschung und dem Verein Berliner Mauer/Stiftung Berliner Mauer

Projektleiter: Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke


Ch. Links Verlag, Berlin 2009, 360 Seiten
ISBN 978-3-86153-517-1

Einzelne Todesfälle an der Berliner Mauer sind durch die Medien bekannt geworden. Doch bis heute sind die Anzahl, die Identität und das Schicksal der Todesopfer weitgehend unbekannt. Wie viele Menschen kamen zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer tatsächlich ums Leben? Wer waren diese Menschen? Wie kamen sie zu Tode? Wie wurde mit den Familienangehörigen und dem Freundeskreis der Toten umgegangen? Welche öffentlichen und politischen Reaktionen lösten die Todesfälle in Ost und West aus? Welche Konsequenzen hatte das DDR-Grenzregime für die Schützen sowie die militärischen und politischen Befehlsgeber nach 1990? Wie wird der Todesopfer inzwischen gedacht?

Das biographische Handbuch gibt Antworten auf diese Fragen. Die Lebensgeschichten und Todesumstände der Mauertoten werden in Text und Bild dokumentiert und in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet. Die Autoren haben dazu neben den einschlägigen Archiven alle Verfahrensakten und die Stasi-Unterlagen systematisch ausgewertet und durch Interviews mit Angehörigen und Zeitzeugen ergänzt.

Mehr über das Forschungsprojekt



 

 

Cover

Hans-Hermann Hertle

Chronik des Mauerfalls.
Die dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989


Ch. Links Verlag, 11., erw. Auflage, Berlin 2009, 358 Seiten
ISBN 978-3-86153-541-6

Der Fall der Mauer war von den DDR-Funktionären weder beabsichtigt noch vorhergesehen worden. Aus unkoordinierten Einzelaktionen entwickelte sich unter dem Druck der Massen eine Situation, die ihre eigene Dynamik bekam und schließlich zu vollendeten Tatsachen führte. Den Verantwortlichen wurde erst am nächsten Tag bewusst, was eigentlich geschehen war. Sie versuchten nun, die Kontrolle über die Grenze zurück zu gewinnen und trafen Vorbereitungen für eine militärische Aktion - doch dafür war es schon zu spät. Wer aber hatte jene ominöse "Reiseregelung" erarbeitet und warum wurde sie von Schabowski vorzeitig bekannt gegeben? Welche Rolle spielte die Staatssicherheit dabei? Was wussten die sowjetischen Militärs davon?

Hans-Hermann Hertle hat sechs Jahre lang daran gearbeitet, die genauen Umstände der Maueröffnung minutiös zu rekonstruieren. Er analysierte die entsprechenden Unterlagen in den Archiven, sichtete die Veröffentlichungen der Medien und befragte nahezu 100 Zeitzeugen, darunter die Entscheidungsträger jener historischen Nacht.

Hertles Buch wurde zu einem Standardwerk und liegt nun in 11., erweiterter Auflage vor.


 

 

 

Cover Flick

Norbert Frei, Ralf Ahrens, Jörg Osterloh, Tim Schanetzky

Flick.
Der Konzern, die Familie, die Macht

Blessing Verlag, München 2009, 912 Seiten
ISBN: 978-3-89667-400-5

Kein Name verkörpert das Drama der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert klarer als der Name Flick. Zweimal folgte dem beispiellosen Aufstieg der politische und moralische Bankrott. Unter vier politischen Systemen, vom späten Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik, war Flick erfolgreich – und scheiterte doch auf ganzer Linie. Was ihm vorschwebte, war ein gewaltiger Konzern, der generationenübergreifend in Familienbesitz bleiben sollte. Aber nach dem Vater versagten die Söhne. Die Techniken, mit denen das Haus Flick politischen Einfluss nahm, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen, waren seit den Zwanzigerjahren auf verhängnisvolle Weise gleich geblieben. Auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik fand der Konzern keine passenden Antworten mehr und ging im Strudel des Parteispendenskandals der Achtzigerjahre unter. Sein Gründer aber blieb bis heute ein Symbol unternehmerischer Skrupellosigkeit und  unverstandener Schuld.
Die Autoren erzählen die Geschichte einer Industriellendynastie, deren Macht und Möglichkeiten stets aufs Engste mit der Politik verknüpft waren – und deren Skandale immer wieder die Öffentlichkeit erregten. Spannend wie ein Thriller und hochaktuell.

 

Cover Zuflucht DDR

Bernd Stöver

Zuflucht DDR.
Spione und andere Übersiedler

C.H. Beck, München 2009, 383 Seiten
ISBN: 978-3-406-59100-6

Warum eine halbe Million Westdeutsche nach drüben gegangen sind.

Die massenhafte Auswanderung von Westdeutschen in die DDR ist ein deutsch-deutsches Tabuthema. Bernd Stöver geht den Motiven und Schicksalen dieser Auswanderer nach und fördert dabei - meist aus bisher verschlossenen  Geheimdienstakten - erstaunliche und spannende Geschichten zu Tage, wie sie nur die deutsche Teilung schreiben konnte.

"Zuflucht DDR. Spione und andere Übersiedler" von Bernd Stöver entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes  am ZZF. Der Autor ist inzwischen Professor für Neuste  Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Potsdam.

Cover Mauerfall

Hans-Hermann Hertle/Kathrin Elsner (Hg.)

Der Tag, an dem die Mauer fiel.
Die wichtigsten Zeitzeugen berichten vom 9. November 1989


Nicolai, 2. Auflage, 2009, 272 Seiten
ISBN: 978-3-89479-537-5


Der Fall der Mauer am 9. November 1989 ist eines der bewegendsten und folgenreichsten Ereignisse unserer Zeit. Aber wie kam es überhaupt zum überraschenden Mauerfall? War er tatsächlich die Folge eines Irrtums? Welche Rolle spielten die Medien in den entscheidenden Stunden? Dieses Buch dokumentiert den Tag des Mauerfalls mit Berichten von mehr als 150 Zeitzeugen: Pressemeldungen, Erinnerungen und Anekdoten von Spitzenpolitikern, Journalisten, Schriftstellern, aber auch von Grenzsoldaten, Mauerflaneuren oder Taxifahrern. Wichtige Schriftstücke wie Schabowskis legendärer Zettel und zahlreiche ergreifende Bilder lassen die Ereignisse jener Nacht noch einmal lebendig werden und bringen Licht in die faszinierende Wendung der deutsch-deutschen Geschichte.

Mit Rückblicken von Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Egon Krenz, Michail Gorbatschow, Walter Momper, Friede Springer, Wim Wenders, Ulrich Wickert, Gerd Ruge und vielen anderen.

Cover Erinnerungsorte der DDR

Martin Sabrow (Hg.)

Erinnerungsorte der DDR

C.H. Beck 2009, 619 Seiten
ISBN: 978-3-406-59045-0


Die DDR gibt es nicht mehr, aber im Gedächtnis der Ostdeutschen wie der Westdeutschen lebt sie weiter – als totaler Unrechtsstaat ebenso wie in "ostalgischer" Verklärung und als ferner Nachbar, vor allem aber in Erinnerung an die Mühen eines aufrechten Lebens in gedrückten Verhältnissen. Fünfzig Publizisten und Zeithistoriker aus Ost und West analysieren die wichtigsten  Bezugspunkte der Erinnerung an ein untergegangenes Land – vom Trabi bis zur Transitautobahn, von der Stasi bis zum Sandmännchen, vom Intershop bis zur Bückware, von der Jugendweihe bis zu den Montagsdemonstrationen.

In sechs großen Abschnitten befassen sie sich mit Gesichtern der Macht und Herrschaftskulturen, mit dem Leben im Staatssozialismus und den Kleinen Fluchten, den Gemeinsamen Grenzen und schließlich mit dem Aushalten und Aufbegehren in einem Land, das am Anfang die Zukunft versprach und dem seine Bürger am Ende den Rücken kehrten. Entstanden ist auf diese Weise ein ebenso gelehrtes wie spannendes Buch zur Nachgeschichte der DDR.

Rezension in Historische Zeitschrift, Band 296 / 2013.

 

Cover Saupe

Achim Saupe

Der Historiker als Detektiv – der Detektiv als Historiker.
Historik, Kriminalistik und der Nationalsozialismus als Kriminalroman

[transcript] Histoire 2009, 538 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1108-3

Dieses Buch widmet sich dem detektivischen Selbstverständnis der Geschichtswissenschaft und der Beziehung von Historik, Kriminalistik, Geschichtsschreibung und Kriminalliteratur. Während sich Historiker nach der Einführung des vollgültigen Indizienbeweises im 19. Jahrhundert als Untersuchungsrichter verstehen konnten, wird im 20. Jahrhundert der Detektiv zum literarischen Vorbild historiographischer Forschungspraktiken. Zunehmend übernehmen jetzt auch Krimi-Detektive historische Ermittlungen: Am Beispiel britischer, französischer und deutscher Krimis über den Nationalsozialismus widmet sich diese Untersuchung den Konsequenzen der Darstellung von Geschichte als Kriminalroman.

 

 

Cover Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland

Lars Karl/Igor Polianski (Hg.)

Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland

Göttingen 2009, 290 Seiten
ISBN 978-3899716917

Seit "Perestrojka" und "Glasnost" ist in Russland eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte möglich. Der Staat verlor in den letzten 20 Jahren schrittweise sein alleiniges Deutungsmonopol über Vergangenheitsfragen und wurde zu einem unter mehreren geschichtspolitischen Akteuren in einer stellenweise sehr heterogenen Erinnerungslandschaft. Einschlägige Diskussionen haben seitdem so manches historische Dogma erschüttert - die kollektive Erinnerung, die bis dahin vom Kanon der sowjetischen Historiographie und Gedenkkultur dominiert gewesen war, hat ihre einstige Uniformität verloren und ist pluralistisch geworden. Dieser Sammelband unternimmt erstmals den Versuch, ausgewählte Aspekte von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland in vergleichender Perspektive zu analysieren. Das Rahmenthema wird dabei unter interdisziplinären Aspekten und mit verschiedenen Zugängen diskutiert, um sich der gesellschaftlichen Funktion von "Geschichte" im heutigen Russland anhand von vier thematischen Sektionen möglichst umfassend zu nähern.

»Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im neuen Russland« von Lars Karl und Igor Polianski ist aus einem Forschungsprojekt des ZZF entstanden.

Dr. Lars Karl ist inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin, Dr. Igor Polianski ist Akademischer Rat am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm.

Cover Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa

Lukasz Kamiski/Krzysztof Persak/Jens Gieseke (Hg.)

Handbuch der kommunistischen Geheimdienste
in Osteuropa 1944–1991

Göttingen 2009, 583 Seiten
ISBN 978-3-525-35100-0

Dieses Handbuch bietet eine umfassende Darstellung der Staatssicherheitsapparate des Sowjetblocks, von KGB und MfS bis zur rumänischen Securitate und polnischen Bezpieka. Vierzehn Experten aus sieben Ländern stellen die Geheimpolizeien in ihrer historischen Entwicklung vor und präsentieren die großen Fortschritte in der Forschung, die erst nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus möglich geworden sind. Die Beiträge porträtieren detailgenau die Organisation, die Struktur, die personelle und die finanzielle Ausstattung, beleuchten die Verflechtung in den politischen Hierarchien und decken die Stoßrichtungen und Methoden der Verfolgung auf. Ergänzt werden Schätzungen über die Opferzahlen sowie biographische Notizen der wichtigsten Funktionäre.

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Christoph Kleßmann/Jens Gieseke

Allgemeinbildung

Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute.
Deutsche Geschichte ab 1945

Das muss man wissen

Arena Verlag 2009, 252 Seiten
ISBN: 978-3-401-06221-1

Die Bundesrepublik blickt auf 60 Jahre Geschichte und 20 Jahre Wiedervereinigung zurück. In der einzigartigen Nachkriegsgeschichte unseres Landes spiegelt sich die Weltpolitik. Nirgends manifestierte sich der Kalte Krieg so offensichtlich wie in der doppelten Staatsgründung, der Grenze quer durch Deutschland, der jahrzehntelangen Abschottung von DDR und Bundesrepublik – und es gibt kein schöneres Symbol für das Ende der Feindschaft, als die deutsche Wiedervereinigung. Dieses Buch zeichnet die parallele Entwicklung der beiden deutschen Staaten nach dem Kriegsende. Nachkriegschaos, zaghafte politische Neuanfänge und die Staatsgründungen unter der Schirmherrschaft der Supermächte werden lebendig; die Bundesrepublik entwickelt sich zur stabilen westlichen Demokratie, die DDR wird das Land des real existierenden Sozialismus. Die Wiedervereinigung 40 Jahre später wird zur Zäsur, die unser Land bis heute bestimmt - ein Land, das seine entscheidende Rolle im Europa des 21. Jahrhunderts trägt.
Für den Schulunterricht geeignet.

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Annette Vowinckel/ Rebekka Ladewig (Hg.)

Am Ball der Zeit.
Fußball als Ereignis und Faszinosum

transcript Verlag 2009, 188 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1280-6


Fußball fasziniert: Er zieht Massen ins Stadion und ganze Nationen vor die Bildschirme. Was aber macht ihn so besonders? Die in diesem Band versammelten Beiträge gehen in kulturwissenschaftlicher Perspektive der Frage nach, warum gerade dieser Sport eine solche Anziehungskraft ausübt. Sie fragen, welche Konzepte von Körper und Raum er transportiert, welche Emotionen und Imaginationen er freisetzt, welche Medien er nutzt und bedient und ob Fußball auch eine religiöse Dimension hat. Neben Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen kommen auch ein ehemaliger Fußballprofi und zwei Filmemacherinnen zu Wort.

Cover Kneipp

Danuta Kneipp

Im Abseits.
Berufliche Diskriminierung und politische Dissidenz in der Honecker-DDR


Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2009, 208 Seiten
ISBN 978-3-412-20351-1

In den letzten zwei Jahrzehnten der DDR folgte das Wechselverhältnis zwischen Repression und Dissidenz kaum mehr den Regeln einer einfachen Logik. Wer sich dem propagierten Verständnis von Ausbildung und Arbeit nicht unterordnen wollte, sah sich oft beruflich diskriminiert. Eingriffe in die Berufspläne gehörten zwar immer schon zum DDR-Alltag, doch versuchte der SED-Staat sein Vorgehen jetzt verstärkt als politisches Kontroll- und Erziehungsmittel zu nutzen. Vielfach führte diese Strategie allerdings zum Gegenteil des Gewünschten. Beruflich Benachteiligte wurden gerade durch die Ausgrenzung politisiert und schufen neue Handlungsräume des Widerstands. Dieser Aspekt, der in bisherigen Forschungen zur DDR-Opposition kaum berücksichtigt wurde, steht im Zentrum des Buches von Danuta Kneipp.

 



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Wulf Kansteiner/Christoph Classen (Ed.)

History and Theory.
Studies in the Philosophy of History

Theme issue 47:

Historical Representation and Historical Truth

 

Wiley Periodicals 2009, 137 Seiten





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Theresia Bauer/Elisabeth Kraus/Christiane Kuller/Winfried Süß (Hg.)

Gesichter der Zeitgeschichte.
Deutsche Lebensläufe im 20. Jahrhundert

Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2009, 321 Seiten
ISBN 978-3-486-58991-7

Die "Gesichter der Zeitgeschichte" erzählen von Helden und Schurken, Tätern und Opfern, engagierten Intellektuellen und glatten Karrierediplomaten, von generösen Stifterinnen und opportunistischen Staatskünstlern im Vorzimmer der Macht. In ihren Biographien verdichten sich Grundprobleme und leitende Tendenzen der Epoche: Bernhard Adolf, Erich Benjamin, Julius Döpfner, Hans Ehard, Heinz Felfe, Otto von Feury, Erich Walter Gniffke, Carl Ludwig Lautenschläger, Helene Mayer, Oswald von Nell-Breuning, Elisabeth Noelle-Neumann, Georg Picht, Joseph Rovan, Ernst Schellenberg, Gustav Adolf Sonnenhol, Paul Ludwig Troost, Amélie Thyssen.

 

 


 

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