Die diskursive Übersetzung des Wandels.
Vergangenheitsbewältigung und politische Symbolik in parlamentarischen Debatten nach dem Ende der Diktatur (Spanien, DDR, Polen)
Kooperationsprojekt des ZZF mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung und der Universität Gießen, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Projektverbundes "Lost in Translation? Europabilder und ihre Übersetzungen"
Das Projekt untersucht die diskursive Übersetzung politischen Wandels anhand parlamentarischer Debatten nach dem Ende von Diktaturen für drei europäische Gesellschaften (Polen nach 1989, DDR nach 1989 und Spanien nach 1975) und fragt nach dem Spannungsverhältnis von nationaler Symbolik und Europäisierung. Die Europavorstellungen bildeten in den gesellschaftlichen Erneuerungsprozessen die Projektionsfläche für jede Art von Zukunftsperspektiven, bestimmten zeitgenössische Diskussionen über Wertegrundlagen, Zielvorstellungen sowie Visionen und formten auf diese Weise rückwirkend auch Wahrnehmungen von Vergangenheit.
Parlamentsdebatten und die sie begleitende politische Medienöffentlichkeit dagegen bilden wesentliche Bestandteile einer politischen Selbstverständigung in allen modernen Gesellschaften. Die Dynamik und besondere Aufladung dieser Debatten nach dem Ende von Diktaturen lassen eine Untersuchung im Hinblick auf Fragen der Vergangenheitsbewältigung und europäischer Zukunftsvision fruchtbar erscheinen. In dem vorliegenden Teilvorhaben sollen also die europäischen Dimensionen von Strategien der Vergangenheitsbewältigung und neue Prozesse der Identitätsstiftung erforscht werden, die durch die Wandlung der politischen Symbolik und die parlamentarischen Debatten nach Systembrüchen entstanden sind.