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Dr. Katja Stopka

Vita | Projekt | Publikationen

Rettung des Authentischen und/oder Emotionalisierung von Geschichte?
Zeitgeschichte und Geschichtskultur im Fokus des World Wide Web

Der Nutzen einer umfassenden Digitalisierung von historisch relevanten Wissensbeständen wird innerhalb der Geschichts- und Kulturwissenschaften kontrovers diskutiert. So steht der Furcht vor einem „Verschwinden der Materialität und Realität“ die Auffassung einer „Rettung des Authentischen“ mithilfe ausgefeilter Speicher-, Simulations- und Übertragungstechniken gegenüber. Gleichzeitig wird vor einer den wissenschaftlichen Anspruch vermeintlich gefährdenden Entdifferenzierung und damit verbunden einer verstärkten Emotionalisierung und Emphatisierung der Geschichte gewarnt. Denn wo die Schrift als dominantes Reflexionsmedium wie als Quelle ihre Vorherrschaft einbüßt und nunmehr im Verbund mit audiovisuellen Medien/Quellen, aber auch in Konkurrenz zu ihnen eingesetzt wird und darüber hinaus ein Übergang von linearen zu hypermedial strukturierten Prozessen und Wissenslogiken zu beobachten ist, verschieben sich Wahrnehmungsmuster ebenso wie Reflexions- und Analysetechniken.

In diesem Kontext ist zu fragen, wie die Akteure (Historiker, Archivare, Dokumentare und Bibliothekare) mit dem Universalmedium umzugehen gedenken, wie sich ihre Aufgaben bei der Strukturierung und Sicherung der Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit von Wissen gestalten und wie die digitalen Betriebssysteme die Art des Erinnerns und des wissenschaftlichen Zugriffs bestimmen. Entscheidend in diesem Zusammenhang sind ebenfalls Fragen nach den Ambivalenzen, Antagonismen und Interferenzen und damit verbunden nach einem Wandel bzw. Prozess von Perzeptions- und Interpretationsweisen.

Anhand exemplarischer Untersuchungen von digitalisierten Archivbeständen sowie ihrer Rezeption und ihrer Diskussion werden diese Thesen bzw. Debatten um den Transformationsprozess von Wissensordnungen und Wissenslogiken analysiert und überprüft.

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