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Prof. Dr. Pavel Kolář

Vita | Projekt | Publikationen

Der Prager Frühling und die Transformationen des Kommunismus um 1968

Als Pilotprojekt des Langzeitvorhabens „Niedergang des Kommunismus in Europa“ zielt die Untersuchung auf eine vergleichende und transfergeschichtliche Betrachtung des tschechoslowakischen Reformkommunismus während des Prager Frühlings. Die Niederschlagung des tschechoslowakischen Reformversuchs führte für die westeuropäischen kommunistischen Bewegungen zu einem endgültigen Verzicht auf das sowjetische Modell und hatte zur Folge, dass alternative Wege zur Verwirklichung des sozialistischen Projekts eingeschlagen wurden. Dagegen bedeutete sie für die Länder des Warschauer Pakts ein Ende der Reformversuche überhaupt und die Adaption eines konservativen, status-quo-orientierten Realsozialismus. Die Geschichtsschreibung des bislang vorwiegend im nationalgeschichtlichen Rahmen untersuchten Prager Frühlings soll im Sinne dieser gesamteuropäischen Perspektive erweitert werden. Gleichzeitig wird an Forschungen zum Jahr 1968 angeknüpft, die eine internationale Perspektive anstreben. Über eine klassische politikgeschichtliche Beziehungsgeschichte hinaus wird hier eine kulturgeschichtlich fundierte und gesellschaftsgeschichtlich erweiterte Transfergeschichte angestrebt, die nach der Eigendynamik der Referenzdiskurse und der Interaktion zwischen Politik und Gesellschaft fragt.

Einzelstudien behandeln u. a. die Rezeption und Adaption westlicher Modelle während des Prager Frühlings, die öffentlichen Repräsentationen der „guten Politik“ der kommunistischen Parteien oder die Frage des wachsenden Einflusses von Expertenwissen auf die Gestaltung der Parteipolitik im Ost-West-Vergleich.

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