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Dr. Monika Mattes

Vita | Projekt | Publikationen

Zwischen Realisierung und Verhinderung: Ganztagsschulen in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er bis 1980er Jahren – Historische Fallstudien

Kooperationsprojekt des ZZF (Konrad H. Jarausch) mit der University of North Carolina at Chapel Hill (Karen Hagemann, Projektleitung)
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung


Für die aktuelle Einführung von Ganztagsangeboten an bundesdeutschen Schulen ist es von zentraler Bedeutung, zu verstehen, was seit den sechziger Jahren die Einführung von Ganztagsschulen befördert bzw. behindert hat. Das geplante Forschungsvorhaben zeigt dies anhand von vier lokalen Fallstudien. Ziel ist es, das Ineinandergreifen von länderspezifischen Bildungspolitiken, lokalen Opportunitätsstrukturen und den unterschiedlichen Perspektiven und Interessen von Eltern bzw. Familien, Lehrer/inne/n, Erzieher/inne/n sowie anderen kommunalen Akteuren auf der Basis von qualitativen Experteninterviews und historischen Quellen zu rekonstruieren. Das Forschungsprojekt verbindet politik-, sozial- und kulturhistorische Perspektiven und will auf diese Weise zu einem vertieften Verständnis der historisch gewachsenen Problemlagen im Bereich der Ganztagsschule beitragen.

Die Frage, warum der Ausbau von Ganztagsschulen seit den späten sechziger Jahren an manchen Orten erfolgreich war und in vielen anderen kaum vorankam, lässt sich nur beantworten, wenn die Brüche und Widersprüche zwischen den hoch ideologischen Diskursen und konkreten Praktiken exemplarisch untersucht werden. Erstens ist sozialhistorisch zu rekonstruieren, welche lokalen Bedingungen (Wirtschaftsstruktur, Sozialstruktur, (partei-)politische und bildungspolitische Konstellation, Schulstruktur) die Entstehung einer ganztägigen Schule begünstigten. Zweitens ist diskursgeschichtlich zu fragen, wie die auf Bundes- und Landesebene hochgradig politisierten und polarisierten Diskurse auf lokaler Ebene verhandelt und dabei an die lokalen Akteurs- und Interessenkoalitionen angepasst wurden. Drittens ist auf der Ebene der gesellschaftlichen und politischen Praxis zu untersuchen, welche Akteure sich vor Ort letztendlich durchsetzen konnten und welches die Gründe dafür waren.

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