Dr. Friederike Sattler

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Staatssozialistische Entwicklungspfade. Die DDR, Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn im transnationalen Vergleich

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Ziel des Projektes ist ein systematischer Vergleich staatssozialistischer Entwicklungspfade, vorgenommen mithilfe des Konzepts der „Pfadabhängigkeit“ am Beispiel der DDR, Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns. Betrachtet wird der Langzeitverlauf vom „Aufbau des Sozialismus“ über vielfältige Reformversuche bis in die krisenhaften Endphasen in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre. Die leitende Fragestellung richtet sich dabei auf das Verhältnis von vergleichsweise einheitlicher Systemprägung und dennoch deutlich unterschiedlichen länderspezifischen Varianten, die sich – so lautet die Arbeitshypothese – aus den differenten sozialökonomischen und politisch-kulturellen Voraussetzungen sowie jeweils eigenen historischen Lernerfahrungen zwischen Gesellschaft und politischem System vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen durch die dritte Industrielle Revolution und wirtschaftliche Globalisierungsprozesse ergaben.

In der DDR und der Tschechoslowakei bot sich in den siebziger und achtziger Jahren ein zunehmend von Stagnation und Verkrustung geprägtes Bild mit lediglich subkutanen Ansätzen von zivilgesellschaftlichem Handeln, in Polen und Ungarn dagegen war der Rückzug des Parteistaats aus Wirtschaft und Gesellschaft zu verzeichnen, während gleichzeitig Elemente von Marktwirtschaft und Zivilgesellschaft in den öffentlichen Raum vordringen konnten. Wie sich die einheitliche Systemlogik im einzelnen zur länderspezifischen Variantenvielfalt vermittelte, soll für den Bereich der politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Institutionen der zentralen Planwirtschaft und den damit verknüpften formellen wie informellen Handlungs- und Gestaltungsspielräumen der „sozialistischen Manager“ vertieft analysiert werden. Geplant ist eine relativ knappe, strikt auf die großen Linien konzentrierte, die vielfältigen Erträge der Forschung bündelnde und synthetisierende Darstellung, die einem wiederholt formulierten Desiderat der Zeitgeschichtsforschung – stringent vergleichende Analysen der DDR und der ostmitteleuropäischen „Volksdemokratien“ – entgegenzukommen sucht.

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