LanguageSwitcher
   Staff       Mitarbeiter alphabetisch       ehemalige Mitarbeiter   
Edda Campen

Vita | Projekt | Publikationen | Vorträge

Stadt, Land, Fluss – Wohnungsbau in Potsdam im Spannungsfeld von städtischer Tradition, Moderne und Diktatur (1933–1989)

Mein Promotionsvorhaben ist in den Fachgebieten Kunstwissenschaft (i.e.S. Architekturgeschichte) und Zeitgeschichte angelegt. Ich behandele darin Fragestellungen der interdisziplinären Stadtforschung in historischer Perspektive für die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR. Dieses geschieht anhand einer lokalen Stadtforschung zur ehemaligen Residenzstadt Potsdam mittels des Forschungsgegenstandes Siedlungen und Wohnungsbau. Die konkret gebauten Stadträume wie auch deren mediale Vermittlung sowie das städtische Selbstbild Potsdams spielen dabei eine Rolle. In Fallstudien zu ausgewählten Siedlungen und Wohnanlagen reflektiere ich architektur-, bau- und planungsgeschichtliche Aspekte. Weiterhin berücksichtige ich neben zeitgeschichtlichen auch sozial- und kulturgeschichtliche Fragestellungen.
Der Siedlungs- und Wohnungsbau als ein neu gebautes ‚Stück Stadt‘ ist ein zweckdienlicher Forschungsgegenstand. Für mich als Kunst- und Architekturhistorikerin ist „Stadt“ nicht nur als ein Ort für etwas von Interesse, sondern insbesondere die ganz konkreten Bauten und ihr Umfeld beschäftigen mich. Neben der architekturhistorischen Erörterung ist die städtebauliche Wahrnehmung aus mehreren Gründen relevant: Eine Siedlung oder Wohnanlage zieht eine Planung des Außenraumes nach sich, welcher einen meist semiöffentlichen Bereich der Stadt darstellt. Städtebauliche Entscheidungen wirken unmittelbar auf Fragen der Freiraumgestaltung und umgekehrt. Wie ist die Straßen- und Wegeführung, welche Blickachsen werden hergestellt oder zerstört? Wie steht es um die Schaffung von privaten und öffentlichen Räumen, und wie werden diese von wem genutzt? Rezeptionsgeschichtliche Fragen wie beispielsweise die Berücksichtigung lokaler Potsdamer Bautraditionen und die Verwendung lokaler Baumaterialien bei der Gestaltung der Gebäude gilt es ebenso zu hinterfragen.
Komparatives Element meiner Arbeit ist die Behandlung neu gestalteter Stadträume einer Stadt während zweier politischer Systeme. Darüber hinaus finden eingeschränkt notwendige Vergleiche zu anderen Städten und zu deren Siedlungen und Wohnanlagen oder beispielsweise zu vorangegangenen architektonischen und städtebaulichen Entwicklungen statt. Die mediale Selbstdarstellung und Wahrnehmung der Forschungsobjekte ist nicht nur für die zu behandelnde Zeit relevant, sondern teils durchaus darüber hinaus.
Die Bedeutung der konkret ausgewählten Stadt, die ehemalige Residenz- und Garnisonstadt Potsdam, hat als spezifischer Forschungsgegenstand immer größeren Raum eingenommen. Einerseits sind die ausgewählten Siedlungen und Wohnanlagen als Teil und Ergebnis übergeordneter gesellschaftlicher Prozesse und Entwicklungen im 20. Jahrhundert zu sehen. Andererseits ist eine teils sehr starke Auseinandersetzung mit dem konkreten Ort und dessen Erbe zu erkennen, entweder in der Art und Weise der architektonischen Gestaltung oder in der Auswahl der Standorte und deren Lage.

Alle Rechte an Texten, Bildern und sonstigen Inhalten liegen beim ZZF (2011).