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Peter Ulrich Weiß

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Herrschaft und Archivwesen. Deutsche Zentralarchive in den politischen Systemen des 20. Jahrhunderts

 

Geht es um Diktatur-Verstrickung und politische Indienstnahme von Wissenschaft, Bildung und Verwaltung in Deutschland, blieben und bleiben Archive und Archivare meist außen vor. Das ist erstaunlich, denn als Angestellte und Dienstleister in zumeist staatlichem Auftrag befassten sie sich nicht nur mit dem komplexen Prozess der archivalischen Überlieferungsbildung, sondern auch mit der Herausgabe, Steuerung und Produktion von historischen Quellen, Geschichtsdiskursen und Herrschaftswissen. Erste Studien belegen nun, dass Archivare diktatorische Herrschaftsregime nicht nur passiv mitgetragen, sondern auch aktiv mitgestaltet haben. Die selbstgestrickte Legende vom unpolitischen Archivar ist damit kaum mehr zu halten. Am Beispiel des Reichs- und Bundesarchivs sowie des Deutschen Zentralarchivs der DDR untersucht das Forschungsprojekt in vergleichender Absicht die politische Rolle deutscher Zentralarchive und ihrer Mitarbeiter in den verschiedenen Gesellschaftssystemen des 20. Jahrhunderts. Wesentlicher Gegenstand der Studie sind die NS-Belastung und der problematische Umgang mit ihr nach 1945 in institutionen- und biographiegeschichtlicher Perspektive. Dabei wird auch nach Professionalisierungsvorgängen, der Herausbildung spezifischer Archivkulturen und den ideologischen Prägekräften für die Überlieferungsbildung im so genannten Zeitalter der Massenakten gefragt.


Das Projekt wird in Kooperation mit dem Bundesarchiv durchgeführt.

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