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Peter Ulrich Weiß

Vita | Projekt | Publikationen

Gespaltene Erinnerung: Die „Revolution“ von 1989 in der öffentlichen Wahrnehmung Rumäniens. Vergangenheitspolitik in Rumänien nach 1989

Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung

Kaum ein zeitgeschichtliches Ereignis wurde und wird in Rumänien dauerhaft so kontrovers diskutiert wie die Tele-Revolution vom Dezember 1989, mit der die Front der Nationalen Rettung um den kommunistischen Ex-Funktionär Ion Iliescu die Macht übernahm. Die Tatsache, dass zwar ihr Ereignisverlauf weitgehend rekonstruiert, jedoch nahezu sämtliche Hintergründe durch Desinformation und Verschleierung „von oben“ ungeklärt geblieben sind, spaltete das Land und seine Erinnerungskultur in ein staatlich-regierungsnahes und ein zivilgesellschaftlich-oppositionelles Lager. Beide Seiten forschen, interpretieren und erinnern in strikter Abgrenzung voneinander die Vorgänge auf ihre Weise.
Wie sich die postkommunistische Gesellschaft über diese Revolution verständigt, soll in dem Forschungsprojekt anhand von Erinnerungsstrategien und Gedächtnisarbeit der unterschiedlichen Akteure in diskursiver, institutioneller und praktischer Hinsicht untersucht werden.

 

Erosion und Überwindung der SED-Herrschaft in Potsdam. 1985-1990

Potsdam galt als eine der „roten“ Bezirksstädte der DDR. Ihre Funktion als regionales Herrschaftszentrum der SED, Grenzstadt zu West-Berlin und bedeutender Wissenschafts- und Ausbildungsstandort ließ Potsdam zu einem Ballungsraum für systemloyale Eliten werden. Doch trotz des Anscheins von Stabilität war Potsdam nicht von der landesweiten gesellschaftlichen Entwicklung der 1980er Jahre abgekoppelt, die zunehmend von zwei parallel verlaufenden Prozessen bestimmt war: Erstens von der allmählichen Erosion der SED-Herrschaft auf wirtschaftlichem, politischem und ideologischem Gebiet und zweitens vom erstarkenden Widerstand gegen das SED-Regime, der sich insbesondere durch die entstehende Ausreise- und Oppositionsbewegung zeigte. Aufgabe des Projektes ist die Analyse der konfliktvollen Beziehungsgeschichte zwischen lokalen Herrschaftseliten und oppositionellen Gegeneliten bis in die Phase der Transformation Potsdams zur Landeshauptstadt hinein. Dabei geht es gleichermaßen um politische Interaktions- und Mobilisierungsprozesse im Umbruch 1989/90 wie um Fragen nach Milieustabilität und nach Austausch und Überleben von politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten.
Das Projekt wird gemeinsam mit Dr. Jutta Braun, Universität Potsdam, durchgeführt.

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