Sprache ändern
Nikolas R. Dörr

Vita | Projekt | Publikationen | Lehrveranstaltungen

English Version English Version

 

  „The Red Threat“ – Der Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die Vereinigten Staaten von Amerika und die Bundesrepublik Deutschland am Beispiel des Partito Comunista Italiano.

 

 

 

Willy Brandt gab 1977 in einem Interview mit dem Stern zu Protokoll: „Wenn sich die Verhältnisse bei den italienischen Kommunisten konsequent weiter entwickeln werden, mögen sich diese Leute vielleicht in zehn Jahren noch ‚Kommunisten’ nennen, aber der Sache nach werden sie etwas anderes sein als das, was wir bei uns unter Kommunisten verstehen.“ Er spielte damit auf einen Westernisierungs- und Demokratisierungsprozess des Partito Comunista Italiano (PCI) an, der unter dem Schlagwort „Eurokommunismus“ – insbesondere seit der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 – zahlreiche kommunistische Parteien in der westlichen Welt beschäftigte.

In diesem Projekt geht es um die Perzeption des und die Reaktion auf den italienischen Eurokommunismus durch die Vereinigten Staaten von Amerika und die Bundesrepublik Deutschland. Die US-amerikanische und bundesdeutsche Italienpolitik waren seit der Befreiung vom Faschismus auf eine Eindämmung des Einflusses des PCI hin ausgerichtet. Im Zuge der eurokommunistischen Wende des PCI Ende der 1960er-Jahre und dem damit einhergehenden massiven Aufschwung der italienischen Kommunisten kam es jedoch 1969 mit den Amtsübernahmen der Regierungen Brandt in der Bundesrepublik sowie Nixon in den USA zur Ausbildung zweier konträrer Strategien im Umgang mit dem italienischen Kommunismus. Diese Arbeit ist als vergleichende historische Analyse dieser beiden Strategien im Umgang mit der Kommunistischen Partei Italiens angelegt.  Darüber hinaus soll eine Bewertung beider Strategien vorgenommen werden, inwieweit sie sich als passend und nützlich erwiesen haben. Die Arbeit ist innerhalb der Politikgeschichte im Bereich der historischen Kommunismusforschung angesiedelt. Hierbei wiederum in den Bereichen Parteiengeschichte und Geschichte der Außen- und Sicherheitspolitik. Zeitlich gesehen liegt der Schwerpunkt zwischen 1969 und 1980.

 

Alle Rechte an Texten, Bildern und sonstigen Inhalten liegen beim ZZF (2011).