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Nikolas R. Dörr

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Lehrveranstaltungen



Wintersemester 2011/2012

 

Universität Potsdam,

Historisches Institut

 

Nikolas R. Dörr

 

Proseminar

 

Globalgeschichte des Terrorismus seit den siebziger Jahren

 

Nach einer Einführung in die historische Entwicklung terroristischer Aktivität und der Darstellung theoretischer Modelle zur Erklärung des Terrorismus werden in dem Seminar die verschiedenen Formen von Terrorismus anhand von Fallbeispielen analysiert. So werden u.a. der europäische, amerikanische und asiatische Links- (u.a. Brigate Rosse, RAF, Action Directe, Weathermen, FARC, Tupamaros, Japanische Rote Armee) und Rechtsterrorismus (u.a. Ordine Nuovo, Wehrsportgruppe Hoffmann), der autonomistische Terrorismus (u.a. PFLP, LTTE, IRA, ETA) und der religiös motivierte Terrorismus (u.a. al-Qaida, Aum-Sekte) bearbeitet. Mit Hilfe des theoretischen Ansatzes der Globalgeschichte steht dabei die internationale Tragweite des Phänomens „Terrorismus“ im Vordergrund. Dies gilt zum einen für die grenzüberschreitenden Aktionen und Verbindungen der Terrororganisationen. Zum anderen wird der internationale Kampf gegen den Terrorismus betrachtet werden. Nicht zuletzt soll auch der Wandel von ehemaligen Terrororganisationen zu international akzeptierten politischen Parteien oder Bewegungen untersucht werden (u.a. ANC, PLO).

Anforderungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme Referat Hausarbeit. Englische Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt.

Grundlegende Lektüre: Charles Townshend: Terrorismus. Eine kurze Einführung, Stuttgart 2005.

 

Einf. Literatur: Wayne Anderson: The ETA. Spains Basque terrorists, New York 2003; Jacques F. Baud: Encyclopédie des terrorismes et violences politiques, Panazol 2003; Gérard Chaliand/Arnaud Blin (Hrsg.): Histoire du terrorisme. De lAntiquité à al-Qaida, Paris 2004; Noam Chomsky: The culture of terrorism, Boston 1988; Matteo Galli/Heinz-Peter Preusser (Hrsg.): Mythos Terrorismus. Vom Deutschen Herbst zum 11. September, Heidelberg 2006; Kai Hirschmann/Rolf Tophoven: Das Jahrzehnt des Terrorismus, Berlin 2010; Thomas Kolnberger/Clemens Six (Hrsg.): Fundamentalismus und Terrorismus. Zu Geschichte und Gegenwart radikalisierter Religion, Essen 2007; Randall D. Law: Terrorism. A history, Cambridge 2009; Ed Moloney: A secret history of the IRA (2. Aufl.), London, New York 2007; Mario Moretti/Carla Mosca/Rossana Rossanda: Brigate rosse. Eine italienische Geschichte (2. Aufl.), Berlin 2006; Suzanne Robitaille Ontiveros (Hrsg.): Global terrorism. A historical bibliography, Santa Barbara 1986; Barry M. Rubin: Revolution until victory? The politics and history of the PLO, Cambridge 1994; Ulrich Schneckener: Transnationaler Terrorismus. Charakter und Hintergründe des „neuen“ Terrorismus, Frankfurt am Main 2006; Charles Townshend: Terrorismus. Eine kurze Einführung, Stuttgart 2005; Annette Vowinckel: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte, Göttingen 2011; Peter Waldmann: Terrorismus. Provokation der Macht (3. Aufl.), Hamburg 2011; Andreas Weigel: Der Beitrag bundesdeutscher Nachrichtendienste zur Abwehr globaler terroristischer Aktivitäten, in: Nikolas Dörr/Till Zimmermann: Die Nachrichtendienste der Bundesrepublik Deutschland. Beiträge anlässlich einer Tagung von StipendiatInnen der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn vom 23.-27. Januar 2006, Berlin 2007, S. 35-44.

 

 

 

 

Sommersemester 2011

 

Universität Potsdam,

Historisches Institut

 

Nikolas R. Dörr / Ulrich Huemer

 

Proseminar

 

Italienische Nachkriegsgeschichte im zeitgenössischen Film/Il dopoguerra italiano nel film contemporaneo

 

Das Seminar betrachtet die Geschichte Italiens von 1943 bis 1989 anhand zeitgenössischer
Filme. Nachverfolgt werden die großen gesellschaftlichen und politischen Kontroversen, wie
sie in den Filmen des “Neorealismo“, den Autorenfilmen der 1960er und 70er Jahre, der
“Commedia all’Italiana” oder auch in Mafiafilmen aufgenommen wurden. Abschließend wird
zu untersuchen sein, wie weit mit dieser kulturgeschichtlichen Herangehensweise nicht nur
kunstgeschichtliche sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen erfasst werden können,
und wo ihre Grenzen liegen.


Anforderungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme; Referat; Hausarbeit. Italienische
Sprachkenntnisse werden nicht erwartet.


Einf. Literatur: Christian Jansen, Italien seit 1945, Göttingen 2007. - Hans Woller, Geschichte
Italiens im 20 Jahrhundert, München 2010. - James Monaco, Film verstehen. Kunst, Technik,
Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien, Reinbek bei Hamburg,
zahlreiche Auflagen. - Peter Bondanella, Italian cinema. From neorealism to the present, New
York, zahlreiche Auflagen. - Carlo Celli / Marga Cottino-Jones, A New Guide to Italian
Cinema, Houndmills Basingstoke 2007. - Gian Piero Brunetta, The History of Italian Cinema.
A Guide to Italian Film From Its Origins to the Twenty-First Century, Princeton 2009.

 

 

 

 

Wintersemester 2010/2011

 

Universität Potsdam,

Historisches Institut

 

Nikolas R. Dörr

 

Proseminar

 

Détente in History. Abrüstung und Rüstungsbegrenzung vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart

 

Blockseminar, Vorbesprechung: 18.10.2009, 10-12 Uhr.    

Termine, 14., 15., 22.01.2011; je 10-17 Uhr.

Raum: Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF), Am Neuen Markt 9d

Sprechstunde nach Vereinbarung

 

“So today, I state clearly and with conviction America's commitment to seek the peace and security of a world without nuclear weapons.” US-Präsident Barack Obama hat mit seiner Prager Rede vom 05. April 2009 das Thema der nuklearen Abrüstung wieder auf die Agenda der Weltpolitik gebracht. Seitdem wurden verschiedene Schritte in diese Richtung unternommen. Doch haben Abrüstung und Rüstungskontrolle eine lange Geschichte. Seitdem es Waffen gibt, gibt es Bestrebungen diese zu reduzieren und zu kontrollieren. Dieses Seminar wird einen Überblick über die wichtigsten Abrüstungs- und Kontrollmaßnahmen der letzten zwei Jahrhunderte geben und danach fragen, inwieweit sie politischen Entspannungsbemühungen (Détente) entsprungen sind. Das Seminar ist interdisziplinär ausgelegt und wird Fragen der Technik-, Militär- und Rechtsgeschichte sowie der Geschichte der Internationalen Beziehungen miteinander verbinden

 

Anforderungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme; Referat; Hausarbeit. Englische Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt.

 

Einf. Literatur: Mahesh Kumar Bhargava: Disarmament, from Versailles to Test Ban Treaty, New Delhi 1979; Trevor Nevitt Dupuy: A documentary history of arms control and disarmament, New York 1973; André Fontaine: Histoire de la ‘détente’ 1962-1981. Un seul lit pour deux rêves, Paris 1982; Michael B. Froman: The development of the idea of détente. Coming to terms, New York 1991; David C. Geyer (Hrsg.): American détente and German Ostpolitik, Washington D.C. 2004; Melissa Gillis: Disarmament. A basic guide, New York 2009; Keith Hamilton / Edward Johnson: Arms and disarmament in diplomacy, London, Portland 2008; Josef Holik: Die Rüstungskontrolle. Rückblick auf eine kurze Ära, Berlin 2008; Jeffrey Arthur Larsen / James M. Smith:  Historical dictionary of arms control and disarmament, Lanham, 2005; Wilfried Loth: Overcoming the Cold War. A history of détente, 1950-1991, New York 2002; Wilfried Loth / Georges-Henri Soutou (Hrsg.): The making of Détente. Eastern and Western Europe in the Cold War, 1965-75, London 2008; Jack Mendelsohn / David Grahame (Hrsg.): Arms Control Chronology, Center for Defense Information, Winter 2002: http://www.carnegieendowment.org/pdf/npp/acc.pdf; James Thomson Shotwell: Lessons on security and disarmament from the history of the League of Nations, Westport 1974; Philip Towle: Enforced disarmament. From the Napoleonic campaigns to the Gulf War, Oxford, New York 1997; Lorna Watson: History of disarmament negotiations, Clarkson 1967; Lawrence S. Wittner: Confronting the Bomb. A Short History of the World Nuclear Disarmament Movement, Stanford 2009; United Nations Department for Disarmament Affairs (Hrsg.): The United Nations and disarmament. A short history, New York 1988.

 

 

 

 

Wintersemester 2009/2010

 

Universität Potsdam,

Historisches Institut

 

Nikolas R. Dörr

 

Proseminar

 

Von Vietnam bis Teheran: US-Außen- und Sicherheitspolitik in den 1970er Jahren

 

Beginn: 19.10.2009    Termin: Montags, 09-11 Uhr

Raum: Universität Potsdam, 1.09.2.03

Sprechstunde nach Vereinbarung

 

Anhand einer Analyse der zugrunde liegenden außen- und sicherheitspolitischen Strategien der Nixon(1969-1974)-, Ford(1974-1977)- und Carter(1977-1981)-Administration, der bestimmenden Akteure und Institutionen sowie der gegenseitigen Beeinflussung von Innen- und Außenpolitik soll in diesem Seminar ein kompaktes Bild der US-amerikanischen  Außen- und Sicherheitspolitik der 1970er Jahre vermittelt werden. Ausgehend von einer theoretischen und methodischen Einführung und eingebettet in den Rahmen des Kalten Krieges werden die Beendigung des Vietnamkrieges, die Lateinamerikapolitik der USA, die Veränderungen in der Chinapolitik, das Verhältnis zur Sowjetunion und die Entspannungspolitik der 1970er Jahre (KSZE, SALT, MBFR), die Nahostpolitik der Vereinigten Staaten sowie der NATO-Doppelbeschluss die zentralen Themen des Seminars darstellen. Inhaltlich endet das Seminar mit der Besetzung der US-Botschaft in Teheran und der Okkupation Afghanistans durch sowjetische Truppen Ende des Jahres 1979 und somit einem Ausblick auf den Wandel der US-Außen- und Sicherheitspolitik unter Präsident Ronald Reagan in den 1980ern.

 

Anforderungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme; Referat; Hausarbeit. Englische Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt.

 

Einf. Literatur: Stephan Bierling: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik. Von 1917 bis zur Gegenwart, München 2007; Ernst-Otto Czempiel/Carl-Christoph Schweitzer: Weltpolitik der USA nach 1945. Einführung und Dokumente, Bonn 1989; Department of State (Hrsg.): Foreign Relations of the United States (FRUS), 1969-1976 Richard M. Nixon/Gerald R. Ford, 27 Bände, Washington D.C. 2002-2008; Herbert Dittgen: Amerikanische Demokratie und Weltpolitik. Außenpolitik in den Vereinigten Staaten, Paderborn 1998; Manfred Görtemaker/Gerhard Wettig: USA-UdSSR. Dokumente zur Sicherheitspolitik, Opladen 1987; Glen Hastedt: Encyclopedia of American foreign policy, New York 2004; Scott Kaufman: Plans unraveled. The foreign policy of the Carter administration, DeKalb 2008; Fredrik Logevall/Andrew Preston (Hrsg.): Nixon in the world. American foreign relations, 1969-1977, Oxford, New York 2008; Lars Schoultz: Beneath the United States. A history of U.S. Policy toward Latin America, Cambridge 1998; Gebhard Schweigler: Von Kissinger zu Carter. Entspannung im Widerstreit von Innen-und Außenpolitik, 1969-1981, München 1982.

 

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Sommersemester 2009

 

Universität Potsdam,

Historisches Institut

 

Nikolas R. Dörr / Christoph Kalter

 

Proseminar

 

Dekolonialisierung und die französische Linke (1940-1962)

 

Beginn: 21.04.2009    Termin: Dienstags, 15-17 Uhr

Raum: Universität Potsdam, 1.12.0.12

Sprechstunde nach Vereinbarung

 

Bei der Pariser Kolonialausstellung von 1931 bewunderten acht Millionen Menschen den Reichtum und die Diversität des unter französischer Flagge vereinten Kolonialreiches in Afrika und Asien; nur gute 30 Jahre später hatten alle in dieser Riesenschau ausgestellten Gebiete sich der „Zivilisierungsmission“ ihrer Kolonialherren entzogen und ihre staatliche Unabhängigkeit erlangt. Diese dramatische Entwicklung war Teil der weltweiten Dekolonisierung nach 1945. Sie ist einer der wichtigsten Ereigniszusammenhänge des 20. Jahrhunderts, der das Ende westlichen Überlegenheitsdenkens einläutete und den Weg in unsere globalisierte Gegenwart öffnete. Wie die Dekolonisierung in Frankreich und seinen Kolonien vor allem auf der politischen, aber auch auf der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Ebene gestaltet wurde, ist Gegenstand dieses Proseminars. Das Spannungsfeld von Dekolonisierung und politischer Linker in Frankreich steht dabei im Zentrum. Unser Überblick reicht von den Veränderungen, die der Zweite Weltkrieg im kolonialen Raum anstieß, über die Niederlage Frankreichs im Indochinakrieg 1954 und das „Afrika-Jahr“ 1960 bis zur Geschichte des 1962 beendeten Algerienkrieges. Die Brutalität dieses Krieges führte in Frankreich zu einer tiefen Krise, brachte den Untergang der IV. Republik und revolutionierte das Feld der politischen Linken. Im Streit um das Ende des Kolonialismus hatte die Linke von Anfang an eine uneindeutige Rolle gespielt; diese Ambivalenz führte letztlich zum Ende der alten Sozialistischen Partei und beschädigte die Kommunistische Partei nachhaltig. Die Dekolonisierung ließ zugleich eine neue, radikale Linke entstehen, die eine der wichtigsten Wurzeln des französischen Mai 68 wurde. In einem Ausblick soll der Zusammenhang von Dekolonisierung und politischer Linker bis zu den gegenwärtig in Frankreich geführten Debatten über Migration, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur und Postkolonialismus verfolgt werden.

 

Anforderungen:

Regelmäßige und aktive Teilnahme; Referat; Hausarbeit. Französischkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Teilnahmevoraussetzung.

 

Einführende Literatur: 

Zur Dekolonisierung: Eric Hobsbawm, Das Ende der Imperien, in: ders., Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München u.a. 1995, S. 253-281; Zur Dekolonisierung in Frankreich: Roland Höhne, Die Auflösung des französischen Kolonialreiches, 1946-1962, in: Richard Lorenz (Hg.), Das Verdämmern der Macht. Vom Untergang großer Reiche, Frankfurt/M. 2000, S. 205-235; Raymond F. Betts, France and Decolonization, 1900-1960, London 1991; Zur französischen Linken: Winock, Michel, La gauche en France, Paris 2006; Als deutschsprachige Einführung zur französischen Kolonialgeschichte mit Quellen: Udo Scholze/ Detlev Zimmermann/ Günther Fuchs, Unter Lilienbanner und Trikolore. Zur Geschichte des französischen Kolonialreiches. Darstellung und Dokumente, Leipzig 2001. Zu den französisch-afrikanischen Beziehungen: Christopher Walsch, Die Afrikapolitik Frankreichs 1956-1990. Ideen, Strategien, Paradoxien, Frankfurt Main u.a. 2007. Als wichtige Quellen und Klassiker des frankophonen Antikolonialismus: Aimé Césaire, Über den Kolonialismus, Berlin 1968; Frantz Fanon, Die Verdammten dieser Erde, Frankfurt/M. 1966.

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