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Ph.D. Thomas Pegelow Kaplan

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Praktiken des Benennens in den 1960er und 1970er Jahren:
Genozid-Repräsentation und Politischer Protest in Westdeutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika

Mein Projekt untersucht, wie soziale und politische Protestbewegungen in Westdeutschland und den USA in den 1960er und 1970er Jahren Genozid- und Völkermordsbegriffe in ihr Weltbild aufnahmen, in ihrer politischen Arbeit gebrauchten und in die breiteren deutschen und amerikanischen Erinnerungskulturen integrierten.

Die Arbeit legt offen, wie westdeutsche und amerikanische Aktivist/innen der Studierenden-, Bürgerrechts- und Frauenbewegungen sowie der jüdischen Gemeinden bei der Prägung politischer Sprache von Massenmord und der Ausformung neuer Erinnerungsmodalitäten interagierten. Angelegt als vergleichende Untersuchung, die transnationale und sprachwissenschaftliche Ansätze integriert, spricht meine Studie zu wesentlichen Kontroversen im Bereich der Genozid-, Erinnerungs- und Protestkulturforschung. Mit einem Schwerpunkt auf Erinnerung und der medialen Darstellung bzw. Verzerrung von Massenverbrechen wird die Arbeit auch herausstellen, inwiefern Aktivist/innen dieser sozialen Bewegungen in der Lage waren, die Sprache und Erinnerungskulturen ihrer jeweiligen Länder zu verändern. Die Bewegungen boten dabei eine Vielzahl von oft konkurrierenden Definitionen und Narrativen an, die etwa im Fall von Teilen der Studierendenbewegung auch ausgesprochen antizionistische und antijüdische Formen annahmen, was ihren Einfluss auf die philosemitisch ausgerichtete Diskurse in den Massenmedien Westdeutschlands deutlich abschwächte. Im Zeitalter der Genozide leistet die Studie einen Beitrag zum Verständnis gesellschaftlichen und politischen Engagements sowie Möglichkeiten und Grenzen der Gewaltprävention.

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