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Bodo Mrozek

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Vorbereitung eines Projektantrags zur
"Zeitgeschichte der Sinne" 

(Anschubfinazieung des ZZF Potsdam, Juli - September 2016)

 

"Delinquenz und Normalisierung. Von der Jugend- zur Popkultur: eine transnationale Geschichte 1953-1966"

(Das Dissertationsprojekt wurde am 12. Juli 2016 erforgreich abgeschlossen)

 

Das Projekt analysiert die Entstehung einer internationalen Jugend- und Popkultur in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Zwei gegenläufige, aber eng mit einander verbundene Entwicklungen werden herausgearbeitet: 1. Die Konstruktion und Kriminalisierung jugendlicher Straßenstile, Sounds und Kulturprodukte in Sozialfiguren wie „Halbstarke“, „Teddy Boys“, „blousons noirs“ oder „juvenile delinquents“ und deren Verpolizeilichung in regulativen und sozialpräventiven Maßnahmen. 2. Die durch starke kulturkonservative Widerstände von links und rechts gebremste Etablierung internationalisierter altersspezifischer Formate in Kino, Print, Funk und Fernsehen.

 

Beide Prozesse sind eng miteinander verschränkt: Fiktionale Images mündeten in Politiken, die mit Verboten und Geboten zur weiteren Ausdifferenzierung einer eigenständigen Lebensphase Jugend beitrugen. Umgekehrt wurden politische Maßnahmen und sozialpsychologische Untersuchungen durch Kino und Presse fiktionalisierend ausgestaltet. Neue Medienformate trugen zur Verschriftlichung und Visualisierung der zuvor stark audiophon geprägten Popkultur bei. Innerhalb des Dekaden-übergreifenden „ungeraden Jahrzehnts“ zwischen den „cinema riots“ von 1956 und der Etablierung des Begriffs Popkultur um 1966 konstituierte sich so ein Popdispositiv, das unterschiedliche Images, Produkte und Politiken hervorbrachte.

 

Anhand audiovisueller und schriftlicher Quellen aus Archiven in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, beiden deutschen Staaten und den USA werden transnationale Effekte nachvollzogen, die zu diesen Formierungen beitrugen. Jugendkultur, bedingt durch sozio-demographische und ökonomische Prozesse, strahlt im Untersuchungshorizont als Leitbild auch auf die Erwachsenengesellschaft ab und dient als dystopische Projektionsfläche sowie utopischer Erwartungshorizont von Zukunftspolitiken.

 

 

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