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Dr. Petru Weber

Vita | Projekt | Publikationen

Die Rolle der Medien im politischen Spannungsfeld zweier„Bruderstaaten“ des Ostblock
Rumänien und Ungarn im Vergleich

In den letzten Jahren der kommunistischen Hegemonie in Osteuropa wuchs allmählich eine immer stärkere politische Spannung in den bilateralen Beziehungen zwischen der Ungarischen Volksrepublik und der Sozialistischen Republik Rumänien.
Die Verschlechterung der ungarisch-rumänischen Beziehungen ergab sich grundsätzlich aus der unterschiedlichen Entwicklung des sozialistischen Herrschaftssystems, die sich unmittelbar auf die Medien beider Länder auswirkte. So stellt sich die Frage ob die harte Kritik der ungarischen Medien an einem sozialistischen „Bruderstaat“ die Folge der ungarischen „Glasnost“ war, oder ob es bestimmte Kreise des Partei- und Staatapparats waren, die diese Kritik an Rumänien bevorzugten und unterstützten, um Druck auf die rumänische Führung auszuüben, damit sie ihre rigide nationalistisch-stalinistische politische Haltung lockert. Ebenso wichtig ist die Frage, was sich hinter den Presseangriffen der rumänischen Medien verbarg. War es ein Propagandamanöver durch welches die rumänische Führung Feindbilder entstehen lassen wollte, um dadurch die Popularität und das Vertrauen der Rumänen in das Regime wieder gewinnen zu können oder bezweckten sie, den Reformkurs der Ungarn zu kompromittieren?
Da die moderne Forschungstechnik im Bereich der Medienpolitik, Medien und Öffentlichkeit, Medien und politische Macht auch die Verarbeitung von digitalisierten Materialien ermöglicht, werden in meiner Arbeit neben den üblichen Archivmaterialien und Presseartikeln auch die TV- und Radiosendungen der Zeit (in Original oder als Niederschrift) untersucht, da viele von diesen von besonderer Bedeutung für dieses Projekt sind und bereits in digitalisierter Form in Medienarchiven oder sogar im Internet verfügbar sind.

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