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Farina Muench

Vita | Projekt

„Die Lindenstraße 54/55 als sowjetisches Geheimdienstgefängnis“ (Teilprojekt)

Im Sommer 1945, als die „Potsdamer Konferenz“ gerade begonnen hatte, richtete der sowjetische Geheimdienst NKWD (später KGB) in der Lindenstraße das zentrale sowjetische Geheimdienst-Untersuchungsgefängnis für das Land Brandenburg ein. Sieben Jahre währte seine Geschichte mitten in der Potsdamer Innenstadt, bis zum Sommer 1952.
Wie viele Menschen in dieser Zeit in der Lindenstraße inhaftiert wurden, ist noch immer nicht bekannt, denn bis heute stehen der Forschung kaum Unterlagen aus den Archiven des sowjetischen Geheimdienstes zur Verfügung, die darüber Auskunft geben könnten. Vorsichtige Schätzungen, die sich auf Auskünfte ehemaliger Häftlinge stützen, belaufen sich auf 3.000 bis 5.000 Menschen. Auch über die erhobenen Deliktvorwürfe – in der Anfangsphase vermutlich vorrangig „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Werwolf-Tätigkeit“, dann überwiegend „Spionage“ sowie „antisowjetische Hetze und Propaganda“ - sind derzeit noch keine exakten Angaben möglich. Dieser bisherige, äußerst lückenhafte Kenntnisstand zur Geschichte der Lindenstraße als sowjetisches Geheimdienstgefängnis soll im Rahmen des Koo-perationsprojektes erweitert und vertieft werden.
Das Teilprojekt umfasst drei wesentliche Arbeitsschwerpunkte. Neben der Erforschung von Widerstandsgruppen auf der Grundlage von KgU-Akten sowie weiterführender Dokumente sollen Interviews mit ehemaligen Häftlingen und deren Angehörigen Auskunft über Deliktvorwürfe, Haftbedingungen und Vernehmungsmethoden geben. Parallel dazu wird eine Datenbank mit biographischen Angaben zu bekannt gewordenen SMT-Häftlingen angelegt, die in den Jahren 1945 bis 1952 im sowjetischen Geheimdienst-Untersuchungsgefängnis in der Potsdamer Lindenstraße inhaftiert waren.

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