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Dr. Thomas Etzemüller

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"'Bevölkerung': Die 'Bevölkerungsfrage' und die soziale Ordnung der Gesellschaft, ca. 1798-1987"

In diesem Projekt soll die Bevölkerungsfrage im 19. und 20. Jahrhundert untersucht werden. „Bevölkerung“ wird nicht als ein realer, in Statistiken meßbarer Gegenstand verstanden, sondern als ein Konstrukt, durch das komplexe demographische und biologische Prozesse erst zu einer spezifischen Form zusammengefügt werden. Über den technokratischen Zugriff auf „Bevölkerung“ sollten die Verwerfungen der modernen Industriegesellschaft korrigiert werden, indem die Sozialbeziehungen um die Achsen „Klasse“, „Rasse“ und „Geschlecht“ herum neu geordnet wurden. Die Bevölkerungsfrage, so die These des Projektes, ist als laufender Kommentar zur Entwicklung der industriellen Moderne zu verstehen, und zugleich als Instrument der Intervention. Die Genese und die erfolgreiche Karriere der Bevölkerungsfrage, die bis heute die demographische Diskussion prägt, sollen für den Zeitraum von etwa 1798 bis etwa 1987 nachgezeichnet werden. Methodisch wird dabei besonderer Wert auf die Analyse des Zusammenspiels diskursiver und nichtdiskursiver Praktiken (besonders Techniken der Visualisierung, durch die „Bevölkerung“ überhaupt erst sichtbar gemacht wurde) gelegt. So sollen Struktur (Matrix, institutionelle Dispositionen) und Dynamik (Generationenwechsel, gesellschaftlicher Wandel) in ihrem Wechselspiel und in ihrer Bedeutung für die Genese, Entwicklung und Adaption der „Bevölkerung“ erfaßt werden. Das Projekt wird durch die DFG gefördert (2009-2012).

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